In Peru wächst die Wirtschaft, in Peru wächst die Bevölkerung, in Peru wächst die Zahl der zugelassenen Neuwagen. Die Armut geht zurück, die Zahl der Krankenversicherten wächst, immer mehr Häuser im ländlichen Raum haben Zugang zu Trinkwasser. Solche Meldungen veröffentlicht regelmäßig das peruanische Nationalinstitut für Statistik und Informatik INEI. Doch was verbirgt sich dahinter, sind es vielleicht nur Statistik-Tricks und die Wirklichkeit sieht ganz anders aus? Ohne Frage: In Peru wird – wie in Deutschland auch – hin und wieder bei den Überschriften über statistisch mehr oder weniger belegbare Entwicklungen etwas gebogen und gedehnt, bis ein erwünschtes Ergebnis herauskommt. So wurde beispielsweise unter Präsident Alan García die Methode zur Armuts-Messung geändert – vielerorts wurden dann Zahlen von vor und nach der Änderung verglichen, obwohl sie gar nicht vergleichbar waren. Kritiker, wie der ehemalige INEI-Chef Farid Matuk, sehen daher im von der García-Regierung gepriesenen Rückgang der Armut vor allem ein Wunschdenken, dem die Statistik dann angepasst wurden.
Hinzu kommt, dass einige der Daten mit einer gewissen Vorsicht zu genießen sind. So werden zwar für die Volkszählungen, die mehr oder weniger regelmäßig durchgeführt werden, offiziell alle Haushalte befragt. Dennoch werden nicht alle Fragen in jedem Haus gestellt und Vorwürfe, die Datensammler selbst würden ihren Lohn kassieren, die Fragebögen dann aber selbst ausfüllen, gibt es nach jeder Volkszählung. Auch berichten diejenigen, die von Haus zu Haus ziehen, davon, dass ihnen vielerorts Unsinn erzählt wird, beispielsweise, wenn ein Kind mit Behinderung im Haus lebt, das aus Angst vor sozialer Ausgrenzung versteckt und verheimlicht wird. Trotz aller dieser Kritikpunkte: Die Daten des INEI sind in den meisten Fällen die besten – weil einzigen -, die vorliegen.
Auch Daten, die von Ministerien, Politikern, Unternehmen oder Verbänden vorgelegt werden, sind mit der gebührenden Vorsicht unter die Lupe zu nehmen. So steckt hinter der Veröffentlichung eines besonders guten oder auch besonders schlechten Ergebnisses häufig ein politisches Interesse. So wird beispielsweise alljährlich kurz vor Jahresende mit Zahlen zur Umsetzung des Haushaltsplanes mit Prozentzahlen darüber hantiert und argumentiert, die zwar etwas über eben jene Umsetzung oder auch die nicht-Umsetzung aussagen. Über die Gründe für eventuelle nicht-Umsetzung sagen sie allerdings nichts aus – und die Verantwortung dafür liegt nicht immer bei denjenigen, die für die Umsetzung zuständig sind.
Im Folgenden finden sich INFOAMAZONAS-Beiträge, die sich mit Zahlen und Statistiken rund um Peru befassen. Diese Vorbemerkungen sollten bei deren Lektüre im Hinterkopf verbleiben.
Neben den Beiträgen sei auch auf die INFOAMAZONAS-Sonderseiten „Einwohnerzahl peruanischer Regionen„, „Lima hat 8.472.935 Einwohner„, sowie „Peru hat 28.220.764 Einwohner hingewiesen.