Kategorie: Condorcanqui

Die Provinz Condorcanqui ist die nördlichste der peruanischen Region Amazonas. Gleichzeitig ist sie die größte Provinz der Region. Sie ist zu großen Teilen von Regenwald bedeckt und wird von mehreren Flüssen durchzogen, der wohl größte davon ist der Marañón, einer der zentralen Amazonas-Zuflüsse. Condorcanqui geriet im vergangenen Jahrhundert wiederholt in die Schlagzeilen, vor allem wegen des Cenepa-Krieges („Guerra del Cenepa“) mit dem Nachbarland Ecuador. Noch bis in die 90er Jahre war hier die Grenze nicht exakt festgehalten. Auch mehrere Höhenzüge durchziehen Condorcanqui, der wohl berühmteste ist die „Cordillera del Condor“, ein Andenausläufer. Neben Mestizen leben zahlreiche Indígena der Ethnien Aguaruna (Awajún) und Huampis (Wampis) in der Provinz. Mehr…

  • Condorcanqui / Amazonas: Geldtransporter ausgeraubt / Fahrer getötet

    Condorcanqui / Amazonas: Geldtransporter ausgeraubt / Fahrer getötet

    INFOAMAZONAS Peru-Nachrichten, Neuigkeiten aus PeruEine Gruppe von 10 Kriminellen hat am Donnerstag einen Geldtransporter überfallen, der 900.000 Nuevos Soles zur Nationalbank-Filiale in Santa María de Nieva (Provinz Condorcanqui / Region Amazonas) bringen sollte. Dabei töteten sie einen der beiden Fahrer. Wie die in Bagua Grande (Provinz Utcubamba) erscheinende Tageszeitung „Ahora“ unter Berufung auf die örtliche Polizei berichtet, hatten sich die Räuber als Bauarbeiter verkleidet und die Straße mit Steinen versperrt. Als einer der beiden Fahrer, der 28jährige Lester Barturen, das gepanzerte Fahrzeug verließ, um Durchlass zu erbitten, eröffneten die Räuber das Feuer. Sein Kollege ergab sich darauf hin. Die Polizei geht davon aus, dass die Räuber über Insiderinformationen über Route und Fahrtzeit des Geldtransporters verfügten.

  • Ecuador und Peru planen, Minenräumarbeiten noch 2013 abzuschließen

    Minensucher  bei der Arbeit. Bild: SINGE / Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Minensucher bei der Arbeit. Bild: SINGE / Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Im Cenepa-Krieg 1995 vergraben, bis heute eine Gefahr: Peru und Ecuador sind seit Jahren damit beschäftigt, Minen im gemeinsamen Grenzgebiet, der Cordillera del Cóndor, unschädlich zu machen. Inzwischen gibt es offenbar Fortschritte zu vermelden, die die Hoffnung nähren, noch in diesem Jahr die Räumarbeiten abzuschließen. Ecuadors Verteidigungsministerin María Espinoza Garcés erklärte gestern, man befinde sich im Zeitplan und hoffe, diesen trotz der schwierigen Klimaverhältnisse und Zugänglichkeit einhalten zu können.

    Seit 1998 herrscht Frieden zwischen Peru und Ecuador, mit der Minenräumung wurde aber erst wesentlich später begonnen.

    Sind die Minen an der Grenze zu Ecuador geräumt, verbleibt lediglich ein Minen-Problem an der Grenze zum südlichen Nachbarn Chile.

  • Condorcanqui / Peru: Deutscher Fahrrad-Tourist offenbar ermordet

    Im Norden der peruanischen Region Amazonas ist offenbar ein deutscher Tourist ermordet worden. Wie ein Polizeisprecher gegenüber INFOAMAZONAS bestätigte, handelt es sich bei dem Toten um einen Mann im Alter von rund 50 Jahren, bei dem Kreditkarten gefunden wurden, auf denen der Name Rudolf Hilmer steht.

    Ein Mitarbeiter des Büros Condorcanqui der Regionalregierung Amazonas erklärte gegenüber INFOAMAZONAS, der Leichnahm sei gestern in den frühen Morgenstunden nahe der Ortschaft Alto Pajacusa gefunden worden, nachdem Anwohner an einer nahegelegenen Fernstraße Schüsse gehört hatten. Der Tourist hatte offenbar in der Ortschaft Nuevo Seasme übernachtet hatte und war früh aufgebrochen, um mit dem Fahrrad in Richtung Saramiriza (Region Loreto) zu fahren. Nach übereinstimmenden Berichten lokaler Medien wurde der Mann zunächst angeschossen und dann mit einem Stein erschlagen.

    Zahlreiche Wertgegenstände, mit denen das Todesopfer noch Tags zuvor gesehen worden war, darunter ein Laptop und eine Kamera, waren offenbar nicht mehr aufzufinden. Polizei und Staatsanwaltschaft Condorcanqui nahmen die Ermittlungen auf. Inzwischen wurde der Leichnahm nach Bagua Grande überführt, wo er von Spezialisten der Staatsanwaltschaft untersucht wird.

  • Condorcanqui / Amazonas: Regenfälle zerstören Felder und Häuser / Auch Nordcajamarca betroffen

    Die starkem Regenfälle der vergangenen Tage haben in der nordperuanischen Provinz Condorcanqui (Region Amazonas) zu Überschwemmungen geführt, mehrere Häuser beschädigt oder gar zerstört und dutzende Felder unter Wasser gesetzt. Wie der peruanische Zivilschutz berichtet, sind insbesondere die Ortschaften Bashuim, Mamayakim und Saasa im Distrikt El Cenepa betroffen, wo insgesamt mindestens 6 Wohnhäuser weitgehend zerstört wurden. Nach ersten Berichten wurden dadurch mindestens 28 Personen obdachlos. Insgesamt 8,5 Hektar Ackerland stehen teils noch immer unter Wasser, lokale Landwirte hatten dort vor allem Bananen, Mais und Kakao angebaut. Wie der Zivilschutz weiter berichtet, hat die Provinz Condorcanqui bereits mit den Aufräumarbeiten begonnen. Die zuständige Landwirtschaftsbehörde prüft derzeit den Umfang der Schäden.

    Regenfälle und Sturm in Nordcajamarca

    Besonders hart trafen die Regenfälle auch die Provinz San Ignacio im Norden der Region Cajamarca, wo die Regenfälle von starken Windböen begleitet waren. In der Ortschaft Puerto Tamborapa (Distrikt Chirinos) deckten die Windstöße nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes die Dächer von 32 Wohnhäusern ab, insgesamt 150 Personen mussten evakuiert werden, weil die extremen Regenfälle die Substanz der Wohnhäuser bedrohten. Die Distriktverwaltung Chirinos versucht derweil, die Zahl der notwendigen Wellbleche durch die Sammlung und Reparatur der davongeflogenen zu minimieren.

    Überschwemmungen und starke Regenfälle sind für die betroffenen Provinzen leider nicht ungewöhnlich, beginnt doch demnächst die alljährliche Regenzeit.

  • Nach Tollwut-Todesfall: Impfkampagne in der Region Amazonas

    In Condorcanqui gefangene Fledermaus. Foto: DIRESA.
    In Condorcanqui gefangene Fledermaus. Foto: DIRESA.

    Nach einem inzwischen bestätigten Fall von durch Fledermäuse verbreiteter Tollwut haben die Gesundheitsbehörden der nordperuanischen Regenwaldprovinz Condorcanqui (Region Amazonas) eine Impfkampagne gestartet. Insgesamt 60.000 Dosen eines Tollwut-Impfstoffs seien auf dem Weg in die Region Amazonas, so Francisco Ramos, Regionaldirektor für Gesundheit. Erst vor wenigen Tagen hatten sich die Befürchtungen der Ärzte in Santa María de Nieva (Provinz Condorcanqui) und Bagua bestätigt, dass ein Mann, der mit hohem Fieber in ein Krankenhaus eingeliefert wurde und dort nach wenigen Tagen verstarb, durch einen Fledermausbiss mit Tollwut angesteckt worden war. Zunächst war er mit Verdacht auf Typhus behandelt worden, hatte offenbar auf die Behandlung angesprochen und wurde auf Bitten der Familie aus dem Krankenhaus entlassen, um ihn von einem traditionellen Heiler weiterbehandeln zu lassen. Wenige Tage später brachten ihn Angehörige in das Krankenhaus zurück. Er verstarb während der Überführung in das Krankenhaus Bagua. Zwei Familienangehörige befinden sich ebenfalls im dortigen Krankenhaus, auch sie zeigten Symptome einer Tollwuterkrankung.

    Im Heimatort des Verstorbenen, der Indígena-Siedlung Punkushap, kam es bereits in den vergangenen Jahren zu Tollwut-Fällen wegen Fledermausbissen. Die Gesundheitsbehörden hoffen deshalb, in diesem Jahr alle Einwohner des Ortes impfen zu können. Anschließend soll die Impfkampagne auf Orte im Umkreis von bis zu 15 Kilometern ausgeweitet werden. Bereits in den vergangenen Wochen waren einzelne Impfungen vorgenommen worden, insgesamt allerdings erst 158.

  • Bagua Grande / Peru: Weiter keine Spur von bei Baguazo verschollenem Polizisten

    Felipe Bazán Caballero mit dem Foto seines Sohnes. Foto: Radio La Voz.
    Felipe Bazán Caballero mit dem Foto seines Sohnes. Foto: J. Flores/ Radio La Voz.

    Der 5. Juni 2009, als bei Zusammenstößen zwischen der Polizei und Indigenen rund um Bagua mindestens 34 Personen starben, war der letzte Tag, an dem der peruanische Polizist Felipe Bazán Soles gesehen wurde. Seither ist er verschwunden und um die Umstände – Bazán war in der Polizei-Vorhut bei der Räumung einer von Indigenen besetzten Fernstraße – ranken sich zahlreiche Legenden. Der Vater des vermissten Polizisten, Felipe Bazán Caballero, hat selbst lange nach seinem Sohn gesucht und Polizei und Politik um Hilfe gebeten. Im vergangenen Jahr hat die Nationalpolizei mehrere Beamte für die Suche abgestellt. Aber wie Radio „La Voz“ berichtete, waren diese häufiger in örtlichen Nachtlokalen anzutreffen, als bei der Suche.

    Vor wenigen Tagen nun berichteten peruanische Medien, die Polizei habe eine Tüte mit Knochen gefunden, die „wahrscheinlich“ dem verschollenen Polizisten zuzuordnen seien. Inzwischen ist klar: Es handelte sich um Tierknochen. Mehrere Gerichtsmediziner aus der Hauptstadt Lima hatten die Knochen untersucht, wohl in der Hoffnung, zum dritten Jahrestag das Verschwindens von Felipe Bazán Soles aufgeklärt zu haben.

    Verschwunden bei Zusammenstößen zwischen Indígena und der Polizei

    Bereits wenige Tage nach dem 5. Juni 2009, an dem Bazán Soles verschwand, veröffentlichten mehrere Zeitungen Fotos, die ihn schwer verletzt im Beisein mehrerer Indígena zeigten. Für die Familie Bazán Soles ein Hoffnungsschimmer. Die Polizei veranlasste die Festnahme aller Personen, die auf dem Foto zu sehen waren. Diese sagten aus, nichts über den Verbleib des Polizisten zu wissen. Einige wurden sogar weiter festgehalten, nachdem Computerexperten bereits festgestellt hatten, dass alle Fotos kräftig am Computer nachbearbeitet worden waren. In den ersten Tagen nach dem Verschwinden durchkämmten Bürgerwehren und wenige Polizisten die Hügel rund um das Straßendorf „Siempre Viva“, das Zentrum der Straßenblockade der Indigenen, die vorwiegend aus der nördlich gelegenen Regenwaldprovinz Condorcanqui, sowie der Nachbarprovinz Bagua gekommen waren. Die Indígena hatten mit ihrer Straßenblockade gegen mehrere Regierungsdekrete protestiert, von deren Wirkung sie fürchteten, ihre Heimat an Holzfäller, Agrar- oder Bergbauunternehmen verlieren. Als in der Nähe von „Siempre Viva“ die ersten Schüsse fielen, wurde möglicherweise auch Felipe Bazán Soles verletzt oder getötet.

    Zunächst gab es Gerüchte, Bazán Soles sei als Geisel in den Norden der Region Amazonas verschleppt, gleich verbrannt oder in den Marañón-Fluss geworfen worden. Für keine dieser Behauptungen gab es bislang Belege. Felipe Bazán Caballero, der Vater des vermissten, macht die Indigenen nicht für das Verschwinden seines Sohnes verantwortlich, vielmehr sprach er ihnen mehrfach öffentlich seinen Dank bei der Unterstützung seiner Suche aus. Dennoch vermutete er, dass mehrere Indígena, die sich am 5. Juni 2009 bei „Siempre Viva“ aufhielten, wüssten, was mit seinem Sohn passierte. Für Bazán Caballero haben aber viele der damals beteiligten Angst, in einen der noch laufenden Prozesse, in denen unter Anderem versucht wird die Schuldfrage für die Zusammenstöße zu klären, hineingezogen zu werden.

    Formell für Tot erklärt

    Erst vor wenigen Tagen war Felipe Bazán Soles von einem Richter in Chiclayo formell für tot erklärt worden. Obwohl die Familie bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgegeben hatte, Bazán Soles noch einmal lebend zu sehen, war dies nötig gewesen, um Frau und Kindern den Zugang zur Witwenrente zu ermöglichen. Auch die Familien der anderen 23 toten Polizisten warten bis heute auf die Wohnhäuser, die ihnen 2009 von der damaligen Regierung versprochen worden waren.

    Vor wenigen Tagen wurde der dritte Jahrestag des Verschwindens Felipe Bazán Soles‘, sowie der heute als „Baguazo“ bekannten Zusammenstöße zwischen Polizei, Indígena und Anwohnern begangen. Inzwischen wird die Regierung von einer Partei gestellt, die sich damals klar auf die Seite der Indígena gestellt hatte. Gelernt hat der peruanische Staat dennoch bislang wenig: So wird weder ernsthaft nach vermissten oder getöteten Polizisten gesucht, noch  werden ernsthafte Versuche unternommen, Konflikte vor dem Ausbruch zu lösen, wie die Beispiele der vermissten Polizisten in La Convención, sowie die Zusammenstöße zwischen Bergbaugegnern und der Polizei in Espinar zeigen.

    2009 gestanden die Abgeordneten im peruanischen Kongress übrigens zu, dass die Regierungsdekrete, die den „Baguazo“ ausgelöst hatten, die Rechte der Indígena einschränkte – und kassierte sie sofort wieder ein. Sehr traurig, dass dies nicht vor dem „Baguazo“ erkannt worden war – noch trauriger, dass Anführer mancher sozialer Proteste offenbar daraus den fatalen Schluss gezogen haben, bei Protesten und Streiks bis zum Äußersten gehen zu müssen, um ein Ziel zu erreichen und dabei manchmal offen mit einem „neuen Baguazo“ drohen. Und mindestens ebenso traurig, dass weiterhin zur „Lösung“ von Konflikten zunächst eine große Anzahl von Polizeikräften an den Ort des Konflikts geschickt wird, Polizeikräfte, die häufig nicht hinreichend ausgebildet, schlecht bezahlt und schlecht ausgerüstet sind – so, wie damals Felipe Bazán Soles.

  • Amazonas: Bürgermeister und Räte von 14 Distrikten müssen sich der Abwahl stellen

    Insgesamt 14 Distriktbürgermeister und -räte der peruanischen Region Amazonas müssen sich am kommenden 30. September einem Abwahlreferendum stellen. In jedem der Distrikte gelang es den Initiatoren des Abwahlprozesses, gültige Unterschriften von mindestens 25% aller Wahlberechtigten zu sammeln. Besonders in der Provinz Luya wird es in vielen Distrikten zu einem Urnengang kommen, in dessen Rahmen die Wählerinnen und Wähler über den Verbleib von Bürgermeistern und und Distrikträten entscheiden werden: In Cocabamba, Conila, San Cristóbal, San Jerónimo, sowie in Santo Tomás. In der Provinz Chachapoyas sind Cheto, Huancas, Montevideo und San Francisco de Daguas betroffen. In Bongará müssen Bürgermeister und Räte von San Carlos, Shipasbamba und Valera um ihren Verbleib im Rathaus bangen, lediglich ein Abwahlreferendum gibt es in der Provinz Bagua (El Parco), sowie in Rodríguez de Mendoza (Vista Alegre). In den Provinzen Condorcanqui und Utcubamba bekam – trotz mehrerer Initiativen – keiner der Initiatoren die notwendigen Unterschriften zusammen.

    Peru-weit wird es 283 Abwahl-Referenden geben, die meisten davon in den Regionen Áncash (41) und Lima (38).In 279 Fällen geht es um die Abwahl von Distriktbürgermeistern und -räten, lediglich in vier Provinzen gelang es den Abwahlinitiatoren, die notwendigen Unterschriften zu sammeln: Bolívar (Region La Libertad), Pallasca (Region Áncash), Pisco (Region Ica), sowie Mariscal Cáceres (Region San Martín).

  • Amazonas / Peru: Landwirte steigern Produktion

    Steueraufkommen in der Region Amazonas 2004-2010. Bild: INFOAMAZONAS.Die Landwirte der nordperuanischen Region Amazonas haben die Produktion von Lebensmitteln in den vergangenen Monaten stark gesteigert. Das geht aus dem jüngsten Bericht zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region hervor, der gestern vom peruanischen Nationalinstitut für Statistik und Informatik (INEI) herausgegeben wurde. So lag beispielsweise die  Maisproduktion im Februar 2012 30% über dem Wert im Vorjahreszeitraum. Auch die Reisernte lief offenbar gut, mit 14.947 Tonnen im Februar 2012 lagen die Reisbauern 12,3% über dem Vorjahreswert. Dazu, so das INEI, trug, neben einem für den Reisanbau günstigen Klima, vor allem die voranschreitende Technifizierung der regionalen Landwirtschaft bei.

    Während bei der Mango-, Avokado- und Kartoffelproduzenten Einbußen verkraften werden mussten, konnte die Kakaoproduktion um rund 20% gesteigert werden. Die produzierte Yuca (Maniok)-Menge lag im Februar mit rund 10.500 Tonnen ungefähr auf Höhe des Vorjahres.

    Milchproduktion steigt um 12,8%

    Auch bei den tierischen Produkten ließ sich ein Anstieg feststellen. So stieg die Milchproduktion auf 6.436 Tonnen an, ein Anstieg von 12,8% im Vergleich zum Februar 2011. Die Produktion von Schweinefleisch stieg dagegen um 22,8%, die von Schafsfleisch um 16,6% und die von Ziegenfleisch um 9,7%. Lediglich die Zucht von Hühnern und anderem Geflügel ging um mehr als 20% zurück.

    Höhere Steuereinnahmen dank florierender Landwirtschaft

    Die insgesamt gute Lage der bis heute vor allem durch viele Kleinst- und wenige mittelgroße Unternehmen geprägte Landwirtschaft der Region schlug sich auch im Steueraufkommen nieder: Nach Angaben der peruanischen Steuerbehörde SUNAT lagen die Steuereinnahmen in der Region Amazonas bei 1.399.000 Nuevos Soles – 3,1% höher als noch im Februar des Vorjahres.

    Das bestätigt einen langfristigen Trend: Seit 2004 ist ein steter Anstieg des Steueraufkommens in der Region Amazonas zu verzeichnen. Konnte die SUNAT im gesamten Jahr 2004 noch 7,8 Millionen Nuevos Soles an Steuern einnehmen, waren es 2010 bereits 23,8 Millionen. Und das, obwohl bis heute in der Region keine Mehrwertsteuer erhoben wird.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Wegen Regenfällen: Region Amazonas weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten

    Hochwasser: Utcubamba in der Provinz Bongará
    Hochwasser: Utcubamba in der Provinz Bongará. Foto: COER Amazonas

    Die starken Regenfälle der vergangenen Wochen haben in der Region Amazonas große Schäden angerichtet und weite Teile der Region von der Außenwelt abgeschnitten. Aus allen Teilen der Region werden eingestürzte Häuser gemeldet, zahlreiche Erdrutsche unterbrachen wichtige Zufahrtsstraßen. Wie der Zivilschutz heute Nacht bekannt gab, ist die Straße von Chachapoyas nach Pedro Ruiz (Provinz Bongará), die den Süden der Region mit der peruanischen Küste verbindet, bei Churuja zerstört worden und bis auf weiteres unpassierbar. Ähnlich ist die Situation bei Shipamarca, einem Straßendorf zwischen dem Achamaqui-Kreuz (Kreuzung Chachapoyas-Pedro Ruiz-Balsas) und Tingo und auf der Straße von Tingo nach Kuélap. Auch der Abschnitt Huincucho – Colcamar, der Colcamar an das Straßennetz anbindet, ist derzeit nicht befahrbar. Bereits seit einigen Tagen kann auch die Straße von Pipus nach Cheto nicht befahren werden und die Straße von Chachapoyas nach Rodríguez de Mendoza ist ebenfalls nur unter Lebensgefahr passierbar. Auch die Straße, die westlich von Chachapoyas Luya mit dem Dorf Trita verbindet, ist unterbrochen. Die Straße von Pedro Ruiz nach Bagua Grande ist noch immer nur eingeschränkt befahrbar, nachdem ihr Untergrund teilweise vom Utcubamba-Fluss so weit erodiert worden war.

    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.
    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.

    Allein in Chachapoyas stürzten bislang 10 Häuser ein, in einem Schulzentrum mehrere Toiletten. Auch in La Jalca (Provinz Chachapoyas) stürzten mehrere Häuser ein, über 50 Meerschweinchen und ein dutzend Schweine verendeten in den Wassermassen. Im nahegelegenen Yerba Buena (ebenfalls La Jalca / Provinz Chachapoyas) trat der Utcubamba über die Ufer und überflutete mehrere Wohnhäuser. Auch in Cajaruro (Provinz Utcubamba) stürzten bislang vier Häuser ein. In Churuja (Provinz Bongará) wurden mehrere Häuser überschwemmt, die örtlichen Hochwasserschutzmauern wurden teilweise zerstört. Zudem hat sich nach Angaben des Zivilschutzes im Flussbett eine große Menge Kies angesammelt, was die Gefahr weiterer Überschwemmungen erhöht. Ähnliche Meldungen kommen aus allen Teilen der Region.

    Die Regionalregierung Amazonas verfügte nun, dass alle ihrer Mitarbeiter auch am Valentinstag, der in diesem Jahr peruweit eigentlich ein freier Feiertag ist, bereit stehen müssen.

  • Peru: Regierung schnürt Gesetzespaket gegen illegalen Bergbau

    Eine Reihe von Gesetzen zur effektiveren Bekämpfung des illegalen Bergbaus bereitet derzeit die peruanische Regierung vor. Insbesondere das Umwelt-, Arbeits- und Innenministerium planen, den Rechtsrahmen zu erneuern und so den Kampf gegen die Verschmutzung von Flüssen, den Transport illegaler Chemikalien, sowie menschenunwürdige Arbeitsbedingungen zu erleichtern. Rund um den illegalen Bergbau hat sich in Peru eine Schattenwirtschaft entwickelt, die nach Ansicht der peruanischen Regierung pro Jahr rund eine Milliarde US-$ umsetzt, dabei aber weder Steuern abführt, noch Arbeits- oder Umweltrecht beachtet. Im vergangenen Dezember hatte der peruanische Kongress der Regierung bis Ende April das Recht eingeräumt, an den Parlamentariern vorbei Gesetze zu erlassen, um den Rechtsrahmen entsprechend anzupassen.

    Im Umweltbereich ist geplant, die stockenden Raumordnungsverfahren fortzuführen, um beispielswese Gebiete ausweisen zu können, in denen Bergbau generell verboten wird. Zudem werden Wiederaufforstungsprojekte für vom illegalen Bergbau zerstörte Wälder geplant.

    Das Innenministerium arbeitet derweil an einer Reihe von Vorschriften, die Beschlagnahme und Zerstörung von Geräten und Chemikalien ermöglichen sollen, die für den illegalen Bergbau genutzt werden. Das beinhaltet beispielsweise die Zerstörung von Schwimmbaggern und Goldwaschanlagen. Mehrere Großoffensiven zur Zerstörung solcher Anlagen mussten in den vergangenen Monaten wiederholt gestoppt werden, weil die Rechtsgrundlage nicht immer klar war. Zudem soll die Polizei künftig bei Umweltdelikten und bei Ausbeutung jeder Art früher einschreiten. Auch das Geldwäschegesetz soll verschärft werden.

    Das Arbeitsministerium beschäftigt sich mit den sozialen Folgen des härteren Vorgehens gegen illegale Goldwäscher. So plant das Ministerium, diverse Beschäftigungsprogramme aufzulegen, um den Umstieg in den legalen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Zunächst soll dafür eine Koordinationsstelle eingerichtet werden. Im informellen Bergbausektor sind nach Regierungsschätzungen rund 100.000 Menschen beschäftigt.

    Das Landwirtschaftsministerium plant, die Wasserbehörde ANA (Autoridad Nacional de Agua) zu stärken.

    In fast allen Regionen Perus wird illegal nach Gold und anderen Mineralien geschürft, am stärksten betroffen sind allerdings die Regionen Madre de Dios, Puno, Piura, Arequipa, Cusco, Lima, La Libertad und Apurímac. Auch im Norden der der Region Amazonas haben sich in den vergangenen Monaten, wie die Wasserbehörde Bagua Grande gegenüber INFOAMAZONAS bestätigte, zahlreiche informelle Goldwäscher niedergelassen.