Starke Regenfälle und Erdrutsche haben die Straße zur städtischen Müllkippe („Rondón“) von Chachapoyas vorrübergehend unbefahrbar gemacht. Deshalb stellte die Stadtverwaltung Chachapoyas den Müllabtransport vorrübergehend ein. In einer Pressemitteilung bat die zuständige Stelle alle Anwohnerinnen und Anwohner, den Müll vorrübergehend zu Hause zu lagern, bis die Straße zur Müllkippe wieder befahrbar ist.
Bereits gestern war bei Rondón ein Lastwagen umgekippt, fünf Personen wurden dabei verletzt. Der Lastwagenfahrer hatte keinen Führerschein.
Es gibt keinen Strom und kein fließendes Wasser, dennoch haben dutzende Familien begonnen, im Umfeld des alten Flughafens von Chachapoyas (Region Amazonas) eine Siedlung zu errichten. Das bringt einige Probleme mit sich, denn der Zivilschutz stuft das besetzte Gelände nicht nur als „Hochrisikozone“ ein, der Stadtentwicklungsplan der Hauptstadt der Region Amazonas sieht auch die Wiederaufforstung der Grundstücke vor, um künftigen Bodenerosionen im Nahbereich von Chachapoyas vorzubeugen. Dennoch haben einige Familien bereits mit dem Bau rustikaler Häuser begonnen – ohne, dass ihnen der Grund gehört. Ähnlich wie bei der zunächst illegalen Ansiedlung im inzwischen weitgehend anerkannten Stadtteil „Pedro Castro Alva“ hoffen sie darauf, dass dann, wenn mit dem Bau von Häusern und Wegen Fakten geschaffen wurden, die Siedlung als weiterer Teilort anerkannt wird. Provinzbürgermeister Diógenes Zavaleta Tenorio erklärte, er hoffe, dass es wegen der Geländebesetzung nicht zu „unnötigen Zusammenstößen“ komme und rief die Besetzer auf, von ihren Plänen abzulassen.
Für eine so einfache Lösung ist es aber wohl bereits zu spät. Wie eine 22jährige Bewohnerin der illegalen Siedlung gegenüber INFOAMAZONAS erklärte, sind bereits einige prekäre Hütten fertiggestellt, zahlreiche Häuser befinden sich bereits in fortgeschrittener Bauphase.
Unter den Siedlern sollen vorwiegend Personen aus verschiedenen Dörfern des Südteils der Region Amazonas sein. Siedlungsbewegungen und Landnahme dieser Art ist in Peru weit verbreitet, fast alle großen Städte – inklusive der Hauptstadt Lima – vergrößern sich bis heute auf diese Weise.
Polizei bei der Bergung des Unfallwagens. Foto: José Antonio Aguilar / PNP.
Bei Parsul (Distrikt Magdalena / Provinz Chachapoyas / Region Amazonas) sind am vergangenen Sonntag kurz nach Mitternacht vier Menschen ertrunken, als ein Auto aus noch ungeklärter Ursache in den Utcubamba-Fluss stürzte und sich mit dem Dach nach unten mit Wasser füllte. Wie José Antonio Aguilar Arévalo, Sprecher der Polizei Chachapoyas, gegenüber INFOAMAZONAS bestätigte, dauerte es wegen der Dunkelheit 10 Stunden, bis die Polizisten von der Polizeistation „Bajo Tingo“ mit Hilfe von Anwohnern die Leichen aller Todesopfer bergen konnten.
In dem Taxi von Transervis-Amazonas, das normalerweise die Route Chachapoyas-Luya/Lamud bedient, fuhr der 41jährige Autohalter, sowie drei junge Erwachsene im Alter zwischen 19 und 23 Jahren.
Zwei nachtaktive Anden-Affen (Aotus miconax), eine geschützten Tierart, die nur in den Regionen Amazonas und San Martín (Peru) heimisch ist, wären beinahe Opfer von Wilderern geworden. In einer gemeinsamen Aktion spürten Beamte des örtlichen Kommisariats mit Hilfe des Bürgermeisteramtes die Wilderer auf und beschlagnahmten das Jungtier und seinen Vater.
Zunächst war geplant, die beiden Tiere möglichst bald wieder in ihre gewohnte Umgebung zurückzubringen. Bei der Jagd hatten die Wilderer aber offensichtlich dem älteren Affen einen Arm gebrochen und ein Auge verletzt, eine sofortige Rückführung war so unmöglich. Da aber weder die Polizei, noch das Bürgermeisteramt über Erfahrungen mit der artgerechten Affenhaltung verfügten, wurde die Hilfe der Biologin Fanny M. Cornejo hinzugezogen, die in der Nähe für die NGO Yunkawasi arbeitete. Diese Empfahl, die Affen nach einer Voruntersuchung im Gesundheitsposten Pedro Ruiz Gallo zunächst in Chachapoyas veterinärmedizinisch behandeln zu lassen und dann vorrübergehend dem Zoo in Huachipa (bei Lima) zu übergeben. Je nachdem, wie die Heilung der Verletzungen vorangeht, sollen die beiden Affen möglichst bald wieder in den Wäldern oberhalb Churujas ausgewildert werden.
Der Affe bei der Augenoperation. Foto: Michell León.
Da Chachapoyas derzeit über keinen Tieraugenspezialisten verfügt, nahm sich ein normaler Augenarzt des älteren Affen an, leider war das Auge dennoch nicht mehr zu retten. Rómulo Vargas Más, Bürgermeister von Churuja, versprach, sein Amt übernehme die Kosten für die Operation. Für Churuja sind die Affen wichtig, ziehen sie doch interessierte Reisende aus der ganzen Welt an.
Der nachtaktive Anden-Affe steht auf der roten Liste vom Aussterben bedrohter Arten – gegen die Wilderer wurde Anzeige erstattet.
Die Chacanto-Brücke, die über den Marañón hinweg bei Balsas die Regionen Amazonas und Cajamarca, sowie die Provinz Bolívar (La Libertad) verbindet, ist beschädigt und einsturzgefährdet. Das berichtet Radio Horizonte aus Chachapoyas. Demnach zeigen mehrere Zementpfeiler bereits Risse, Seile sind am durchrosten. Die Chacanto-Brücke wird zwar normalerweise nur wenig befahren, ist aber immer, wenn während der Regenzeit die anderen Fernstraßen an die peruanische Küste unpassierbar sind, die einzige Verbindung der Region Amazonas, sowie der Provinz Bolívar, zum Rest des Landes. Zudem handelt es sich um die kürzeste Route zwischen Chachapoyas (Amazonas) und Cajamarca.
Im Beisein von Amtsvorgänger Peter Lerche und Diözesanbischof Emiliano Cisneros Martínez wurde am vergangenen 1. Januar Diógenes Zavaleta Tenorio als neuer Provinzbürgermeister von Chachapoyas vereidigt. Auch die sieben Gemeinderäte legten ihren Eid ab.
In seiner ersten Ansprache kündigte er an, die Stadtverwaltung neu zu organisieren. Mittelpunkt dieser Neuorganisation werde die Etablierung eines eigenen Umwelt- und Tourismusamtes, so Zavaleta Tenorio. Zudem forderte er seine Mitbürger auf, verantwortungvoller Steuern und Abgaben zu leisten. Wenn nur 30% der Bewohner von Chachapoyas pünktlich Grundsteuer und Müllgebühr bezahlen würden, sei es schwierig, erfolreich zu arbeiten.
Neben Diógenes Zavaleta Tenorio als Bürgermeister wurden auch die Gemeinderäte River Chávez Santos, Adela Guevara Rubio, Manolo Valdez Santillan, Gissel Rojas Arana, José Luis Vega Lacerna, Jorge Herrera Torres und Lynn Karin Mendoza Zuta vereidigt.
Diógenes Zavaleta war zuvor Bürgermeister des Distrikts Magdalena (Provinz Chachapoyas). Sein stärkster Gegenkandidat, der Unternehmer Nano Rojas, wurde derweil zum Direktor für wirtschaftliche Entwicklung der Region Amazonas ernannt.
Flughafen Chachapoyas – Parkplatz und Terminal. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Nur zwei Monate nach der publikumswirksamen Neueröffnung des Flughafens Chachapoyas hat die Fluglinie LC Busre ihre Linienflüge dorthin bereits wieder eingestellt. Auch alle anderen peruanischen Nordostrouten wie Chiclayo-Tarapoto und Tarapoto-Trujillo werden bis auf weiteres nicht mehr geflogen, so Karla Ruiz Pomar vom Passagierservice des Unternehmens gegenüber INFOAMAZONAS.
Die Einrichtung von Linienflügen auf der Strecke Chiclayo-Chachapoyas-Chiclayo hatte insbesondere in der Tourismusindustrie der Region Amazonas große Hoffnungen geweckt. Auch wegen der hohen Preise war die Linie allerdings nur teilweise ausgelastet.
Soll ausgebaut und besser gesichert werden: Straße von Chachapoyas nach Mendoza. Bild: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Der 135 Kilometer lange Straßenabschnitt von Chachapoyas über Rodriguez de Mendoza (San Nicolas) bis zum Ende der Straße (Punta de Carretera) wird in Zukunft von einem privaten Betreiber in Konzession in stand gehalten. Das gab die Regionalregierung Amazonas bekannt. Läuft alles nach Plan, kann der Konzessionär schon am 21. Juni seine Arbeit aufnehmen.
In der Region Amazonas (Nordperu) wurde die Nachricht begeistert aufgenommen, da die Straße bislang unter staatlicher Aufsicht dauerhaft in schlechtem Zustand war. Wiederholt kam es zu schweren Unfällen, was nicht zuletzt mit ungesicherten Abhängen extremer Höhe zusammenhing. Da die Straße bisher nicht geteert ist, konnte die Straße in der Regenzeit oft für mehrere Wochen nicht befahren werden.
Nach Angaben der Regionalregierung soll die Straße zudem bald schon in Richtung der Nachbarregion San Martín weiter ausgebaut werden.
Maut wird, wie bei der Straße Chachapoyas-Leymebamba-Balsas-Celendin, vorerst nicht erhoben.
Aserradero nach dem Erdbeben. Bild: Regionalregierung Amazonas
Das Erdbeben, das in der Nacht auf Mittwoch den peruanischen Norden erschüttert hat, ging nicht spurlos vorüber. Stück für Stück wird bekannt, dass doch mehr Schäden angerichtet wurden, als zunächst vermutet. Dabei hielt das Beben der Stärke 6,2 auf der Richterskala glücklicherweise nur für wenige Sekunden an.
In Chachapoyas
Haus der Familie Pingus nach dem Erdbeben. Foto: Stadtverwaltung Chachapoyas.
So wurde in Chachapoyas ein Haus fast vollständig zerstört. Im Stadtviertel Santa Rosa de Lima hielten mehrere Wände des Hauses nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes dem schweren Beben nicht stand. Die Bewohner konnten sich retten. An rund 100 Gebäuden wurden bei einer ersten Evaluation Schäden festgestellt, hauptsächlich handelt es sich dabei um gespaltene Lehmwände und herabgefallene Dachziegel. 10 Gebäude wurden vom Zivilschutz als „Unbewohnbar“ eingestuft.
Im Gebäude einer staatlichen Lehrerfortbildungseinrichtung waren mehrere Holzdielen zerbrochen, Tafeln von den Wänden gefallen und Tische umgestürzt.
In der Provinz Bagua
In Bagua Chica / Capital brach ein Rohr der Wasserversorgung. Große Teile der Stadt sind deshalb noch immer ohne Trinkwasser.
In der Provinz Utcubamba
Aus der Provinz Utcubamba wird der Einsturz eines Hauses gemeldet. Zahlreiche Gebäude seien leicht beschädigt worden, so der Zivilschutz Bagua Grande.
In Kuelap
In der Chachapoya-Festung Kuelap, wichtigstes Reiseziel der Region Amazonas, gab es nach ersten Angaben der regionalen Außenhandels- und Tourismusbehörde DIRCETUR keine schweren Schäden. Zur Sicherheit habe man aber ein Expertenteam nach Kuelap geschickt, um genauere Untersuchungen vorzunehmen, so der zuständige Regionaldirektor Enrique Serván Santillán.
Straßenlage
Aserradero: Straße nach dem Erdbeben. Bild: Stadtverwaltung Chachapoyas.
Mehrere Straßenabschnitte im Umland wurden durch das Erdbeben stark beschädigt. Die Straße von Chachapoyas über Tingo nach Leymebamba war vorübergehend nicht befahrbar. Der Abschnitt „El Aserradero“ der Fernando Belaúnde Terry-Straße, die Piura an der peruanischen Küste mit den nordperuanischen Anden- und Urwaldregionen verbindet, rutschte erneut ab und riss dabei mehrere Straßenkilometer mit sich. Nach Angaben des Konzessionsinhabers der Straße, IIRSA Norte, wird die Straße für mehrere Tage nicht befahrbar sein. Die Route verbindet nicht nur Piura mit dem Urwald, sondern ist gleichzeitig die zentrale Verbindung zwischen den Nord- und Südprovinzen der Region Amazonas. Aserradero war ein Dorf an der Mitte der Strecke Pedro Ruiz – Bagua Grande, das bereits mehrfach von Erdrutschen heimgesucht wurde. Daneben sind auch Teile der Straße von Chachapoyas nach Pedro Ruiz vorrübergehend unpassierbar, wie die Stadtverwaltung Chachapoyas mitteilt.
Luftwaffe organisiert Luftbrücke
Ab Samstag wird die peruanische Luftwaffe eine Luftbrücke organisieren, um Bewohnerinnen und Bewohner der von der Außenwelt abgeschnittenen Provinzen die Reise nach Lima zu ermöglichen. Nach Angaben von Dr. Peter Lerche, Bürgermeister von Chachapoyas, hat das Verteidigungsministerium bereits alles notwendige in die Wege geleitet. Der Flug in alten Transportmaschinen dauert rund eine Stunde und kostet weniger als ein Busticket: 100 Soles + Flughafengebühr. Auch für kommenden Montag und Mittwoch sind Flüge angekündigt, für die eine Registrierung im örtlichen Rathaus notwendig ist.
Plakat Raymillacta 2010. Quelle: Regionalregierung Amazonas.
Nur noch wenige Tage, dann ist es wieder soweit: Die Tourismuswoche Chachapoyas in der nordperuanischen Region Amazonas lädt Einheimische wie Weitgereiste zu einer Woche Musik, Tanz, Handwerk und gelebter Kultur in ihr Zentrum auf über 2.300 Metern Höhe. Täglich wird sich im Rahmen der „Fiesta de mi Barrio“ in der Woche um den 5. Juni ein Stadtteil mit seinen Traditionen, sowie reichlich Essen und Trinken präsentieren. Höhepunkt ist schließlich der „Raymillacta de los Chachapoyas“, ein farbenprächtiger Umzug durch die Straßen und Gassen der Andenstadt Chachapoyas, zu dem neben zahlreichen lokalen Gruppen auch Gäste aus verschiedenen Teilen Perus, aus den 7 Provinzen der Region Amazonas, sowie aus dem Nachbarland Ecuador erwartet werden. Auch hier werden überraschende Einblicke nicht nur in die örtliche Kleidungstradition geboten, sondern „nebenbei“ traditionelle Web- und Töpfertechniken präsentiert.
In diesem Jahr steht der „Raymillacta“ unter dem Motto „Für den Frieden und die Integration der Völker“ (Por la paz e integración de los pueblos).