Seit Wochen reißen die Berichte über Schäden, Erdrutsche und Überschwemmungen wegen anhaltender Regenfälle in vielen Teilen Perus nicht ab. Nun hat die peruanische Regierung für die Distrikte Codo del Pozuzo (Provinz Puerto Inca / Region Huánuco) und Andamarca (Provinz Concepción / Region Junín) den Ausnahmezustand ausgerufen. Damit werden die zuständigen Behörden von diversen bürokratischen Hürden befreit, um möglichst schnell Gegen- und Hilfsmaßnahmen durchführen zu können. So war in den vergangenen Tagen der Río Pozuzo über die Ufer getreten und riss nicht nur Häuser und Straßen, sondern auch mehrere Personen mit sich. Ein Todesopfer wurde bislang geborgen, sieben Personen werden derzeit noch vermisst.
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Regenzeit in Peru: Weiter Überschwemmungen in vielen Landesteilen

Bagger versuchen, Felsen zu bewegen. Foto: Region Amazonas. Anhaltende Regenfälle verursachen in vielen Teilen Perus weiter Überschwemmungen, Hochwasser und Erdrutsche. Besonders betroffen waren in den vergangenen Tagen die nordostperuanischen Anden- und Regenwaldregionen San Martín und Amazonas. Für die Regenwaldstadt Moyobamba wurde die höchste Warnstufe ausgerufen, nachdem die Straßenverbindung in mehrere benachbarte Ortschaften unterbrochen wurde. Auch auf der Straße von Pedro Ruiz nach Chachapoyas kommt es fast täglich zu Erdrutschen, sowie Geröll- und Schlammlawinen, die Räumfahrzeuge der Regionalregierung sind pausenlos im Einsatz. Dutzende Häuser stürzten ein oder wurden beschädigt. Ähnlich in Yurimaguas (Region Loreto), wo zahlreiche Häuser beschädigt wurden. Über 100 Familien sind dort betroffen. Das Abwassersystem brach zusammen.

Hochwasser: Der Utcubamba, Prov. Bongara. Foto: Region Amazonas. In der Region Huánuco trat der río Umari über die Ufer und setzte bei Sairicancha (Distrikt Umari / Provinz Pachitea) Wohnhäuser und mehrere Straßenabschnitte unter Wasser. Im 24.000-Einwohner-Distrikt Pillco Marca (Provinz Huánuco) löste ein Sturzbach einen Erdrutsch aus, der in den Ortschaften Rosavero, Yanag (2.460 Einwohner) und Andabamba (862 Einwohner) Häuser und Straßen zerstörte und beschädigte. Nach Angaben des Zivilschutzes Huánuco sind über 400 Personen davon direkt betroffen.
Doch auch auf der Andenwestseite kam es zu Problemen. So schwoll in der Region Lima der río Cañete an, trat über die Ufer und überschwemmte dutzende Hektar Ackerland. Besonders betroffen sind die Ortschaften San Vicente und Herbay Alto (Distrikt San Vicente / Provinz Cañete). In den Distrikten Huarmey und Culebras (Provinz Huarmey / Region Áncash) traten die Flüsse Huarmey und Culebras über die Ufer, die Schäden halten sich glücklicherweise bislang in Grenzen.
Derzeit ist in Peru Regenzeit, vielerorts wird das Wetter so sicherlich noch einen Monat anhalten. Während der Sommer-/Regenmonate kommt es in Peru häufig zu Erdrutschen, Steinschlag und Überschwemmungen. Wer während dieser Jahreszeit reist, sollte sich vorab gut informieren.
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Chinchao / Huánuco: Hochwasser am río Jaupar / Häuser und Straßen beschädigt
Bei Jaupar im peruanischen Distrikt Chinchao (Provinz und Region Huánuco) ist gestern in den frühen Morgenstunden der Jaupar-Fluss über die Ufer getreten und hat dabei fünf Häuser, eine provisorische Brücke, sowie 240 Meter der Straße Monterrey-Jaupar stark beschädigt. Wie der peruanische Zivilschutz berichtet, hatten starke Regenfälle den Jaupar-Fluss über die Ufer treten lassen.
Jaupar liegt rund 9 Kilometer südöstlich von Cayumba, das sich wiederum nahe der Carretera Central in Richtung Tingo María befindet.
Probleme auch in Huancayo (Junín)
Auch in den Distrikten El Tambo und Chilca (Huancayo) führten sarke Regenfälle gestern zu Problemen. Nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes sammelten sich in manchen Straßenzügen große Wassermassen, das Abwassersystem brach teilweise zusammen. In den Außenvierteln von Huancayo wurden mehrere Häuser beschädigt. -
Starkes Erdbeben in Ostperu / auch in Lima zu spüren

Epizentrum: südwestlich von Pucallpa. Karte: IGP. Im Osten Perus hat soeben (09:57 Uhr Ortszeit) ein Erdbeben der Stärke 6,0 auf der Richterskala den Boden erzittern lassen. Nach Angaben des peruanischen Institutes für Geophysik (IGP) lag das Epizentrum 45 Kilometer östlich von Aguaytia in einer Tiefe von 146 Kilometern. Obwohl bislang keine Schadensmeldungen vorliegen, geht das IGP von schweren Schäden aus, die Auswirkungen in der Nähe des Epizentrums wurden mit IV-V auf der modifizierten Mercalliskala angegeben.
Nach Berichten peruanischer Medien war das Beben bis in die Hauptstadt Lima zu spüren.
Canal N: Panik in Tingo María
Nach Berichten eines Reporters des Nachrichtensenders Canal N brach in der ostperuanischen Regenwaldstadt Tingo María (Provinz Leoncio Prado / Region Huánuco) im Moment des Bebens Panik aus. Inzwischen hat sich die Lage offenbar wieder etwas beruhigt. Berichte über Schäden liegen weiter keine vor. Auch in Aguaytía selbst gab es nach Berichten von RPP Noticias keine Schäden.
Bereits über 180 Erdbeben in diesem Jahr

Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP. In Peru sind Erdbeben häufig – wenn auch nicht in dieser Stärke. Vor der peruanischen Küste schiebt sich die Nazca-Platte unter die südamerikanische Platte und löst damit die Erdbeben aus. Allein im laufenden Jahr verzeichnete das peruanische Institut für Geophysik über 180 Erdbeben. Am häufigsten bebt die Erde in Lima und der Region Ica. Mehr zum Thema!
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Huánuco: Offenbar 13 Tote bei Reisebus-Absturz
In der peruanischen Region Huánuco sind gestern Abend beim Absturz eines Reisebusses offenbar 13 Menschen ums Leben gekommen. 35 weitere wurden teils schwer verletzt. Der Bus des Unternehmens Bella Durmiente war nach Informationen der Straßenpolizei auf dem Weg von Pucallpa nach Lima, als er bei Streckenkilometer 221 der Federico Basadre aus noch ungeklärter Ursache von der Straße abkam und rund 80 Meter in die Tiefe stürzte. Wie der Nachrichtensender RPP berichtet, war möglicherweise ein Defekt an dem Reisebus Ursache für den Unfall. Die Verletzten wurden in das Krankenhaus von Tingo María eingeliefert.
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Peru: Serie leichter Erdbeben erschüttert Regionen Ica, Cusco, Lima und Huanuco

Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP. Eine Serie von Erdbeben hat in den vergangenen Tagen zahlreiche peruanische Regionen erzittern lassen. Zuletzt hatte ein Erdbeben der Stärke 5,0 auf der Richterskala die südperuanische Region Ica gestern Abend um 21:42 Uhr (Ortszeit) zum erzittern gebracht. Das Epizentrum lag nach Angaben des peruanischen Institutes für Geophysik (IGP) rund 92 Kilometer südwestlich von Palpa in einer Tiefe von 33 Kilometern. Über Schäden ist bislang nichts bekannt. Bereits vorgestern Abend, um 18:45 Uhr (Ortszeit) hatte ein Beben der Stärke 4,7 auf der Richterskala die Region Huanuco erschüttert, wegen der großen Tiefe des Epizentrums – 120 Kilometer, ca. 19 Kilometer südöstlich von Ambo – war es allerdings an der Erdoberfläche nur leicht zu spüren.
Am vergangenen Samstag war in der Region Cusco ein Erdbeben mit der Stärke 5,2 auf der Richterskala zu spüren, auch hier lag das Epizentrum mit 128 Kilometern sehr tief und die Auswirkungen deshalb sehr begrenzt. Das Epizentrum lag hier rund 53 Kilometer südlich von Santo Tomás.
Der peruanische Zivilschutz INDECI bestätigte inzwischen, das gestrige Beben in der Region Ica sei insbesondere in Ica, Nazca und Palpa zu spüren gewesen, sowohl in Ica, als auch in Nazca seien inzwischen aber Schäden ausgeschlossen worden. In der Provinz Palpa wird nach INDECI-Berichten noch geprüft. Obwohl das Epizentrum vor der Küste Icas lag, schloss das Institut für Geophysik einen Tsunami wegen der geringen Stärke des Bebens aus. Für die Regionen Huanuco und Cusco liegen keine Berichte des Zivilschutzes vor.
Vor der peruanischen Küste schiebt sich die Nazca-Platte unter die südamerikanische Platte, weshalb es häufig zu Erdbeben mit besonders tiefen Epizentren kommt. Insbesondere die Region Ica wird immer wieder von schweren Erdbeben heimgesucht. So starben am 15. August 2007 bei einem Beben der Stärke 8,0 auf der Richterskala in der Region Ica mehr als 500 Menschen, 76.000 Wohnhäuser wurden damals zerstört.
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Ungewöhnlich starke Regenfälle führen zu Überschwemmungen in allen Teilen Perus

Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao (Amazonas). Foto: Diario Ahora. Starke Regenfälle sind für Ostperu um diese Jahreszeit nichts ungewöhnliches, ist der Sommer doch schließlich gleichzeitig „Regenzeit“. In diesem Jahr fällt diese allerdings besonders heftig aus. Aus allen Teilen Perus werden nun Überschwemmungen, Erdrutsche und kollabierende Häuser gemeldet.
In Cajamarca führten die starken Regenfälle der vergangenen Tage – teilweise 12 Stunden ohne Unterlass – zu Überschwemmungen und Erdrutschen, besonders betroffen waren die Provinzen San Ignacio, Cutervo, Chota, Hualgayoc, Celendín, Cajabamba, San Marcos, San Miguel und Cajamarca. Die Außenstelle des peruanischen Wetter- und Hydrologiedienstes SENAMHI in Cajamarca maß allein am Dienstag durchschnittlich 28 Liter pro Quadratmeter. Mit den 51 Litern pro Quadratmeter, die sich in den ersten Tagen des Februars 2012 ansammelten, liegt die Regenmenge nur wenig unter dem Durchschnittswert der Regenmenge in den Februaren der vergangenen Jahre. Da regnete es durchschnittlich 75 Liter pro Quadratmeter. Bereits im Januar 2012 kündigte sich ein Jahr der Extreme an: Dort regnete es 154 Liter pro Quadratmeter, der Durchschnittswert der vergangenen Jahre liegt bei 60 Litern.
Auch in La Libertad kam es zu Problemen, hier sind insbesondere die Provinzen Sánchez Carrión, Santiago de Chuco, Otuzco und Julcán betroffen. Neben mehreren Erdrutschen und unpassierbaren Straßen macht der Regen bereits der Landwirtschaft zu schaffen: Große Kartoffel- und Maisanbauflächen sind zu feucht und drohen zu verfaulen.
In Lambayeque regnete es ebenfalls überdurchschnittlich. In Chiclayo führte ein sechstündiger Dauerregen zu Verkehrsproblemen.
Besonders hart traf es auch die Region Ica, die erst vor wenigen Tagen von einem Erdbeben heimgesucht worden war. Der río Pisco trat über die Ufer und zerstörte bei Cuchilla Vieja, San Ignacio und Montesierpe (Distrikt Humay), Dos Palmas (Distrikt Independencia), Caucato (Distrikt San Clemente) und Pueblo Figueroa (Distrikt Pisco, alle Provinz Pisco) zahlreiche Baumwollanbauflächen. Die Regionalregierung Ica rief deshalb bereits den Notstand aus. Dadurch ist es möglich, besonders schweren Schäden am „üblichen bürokratischen Genehmigungsprozess vorbei“ zu begegnen.
In San Martín trat im Distrikt Yuracyacu (Provinz Rioja) der Río Yuracyacu über die Ufer und überflutete bislang 18 Häuser, sowie 40 Hektar gesäte Ackerfläche.

Hochwasser: Utcubamba in der Provinz Bongará In Arequipa kam es durch Schnee- und Regenfälle ebenfalls zu Problemen, in den Distrikten Tuti, Sibayo, Madrigal, Callalli, Huambo und Tisco (Provinz Caylloma) wurden mehrere Häuser und Ackerflächen zerstört. Mehrere Straßen sind unpassierbar. Im Distrikt Tuti rutschte ein Teil des cerro Ipacota ab. Im Distrikt Cocachacra (Provinz Islay) brach ein Deich, ebenso in den Distrikten Dean Valdivia und Punta de Bombón (Prov. Islay). Über 160 Häuser wurden beschädigt.
In Amazonas sind mehrere Straßen unpassierbar, zahlreiche Häuser stürzten ein. Der Süden der Region ist weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Mehr!
In Huánuco führte das Hochwasser am río Huallaga zu Überschwemmungen, insbesondere in der Provinz Leoncio Prado wurden zahlreiche Häuser zerstört.

Überschwemmungen 2010 in Urubamba. Foto: INDECI. In Lima Provincias stürzten zahlreiche Gebäude ein, zahlreiche Straßen sind derzeit unpassierbar. In der Provinz Yauyos stürzten mehrere Häuser ein, ebenso erging es einer Schule, mehreren Brücken und Straßen und einem Rathaus. Die Straße Cañete – Yauyos – Huancayo ist unterbrochen, nachdem der río Cañete über die Ufer trat. In der Provinz Cañete kam es ebenfalls zu Überschwemmungen, hier trat der río Mala über die Ufer. In der Provinz Cajatambo ist die Straße Pativilca-Cahua-Cajatambo nach einer Gerölllawine unterbrochen. Die Gorgor-Brücke im Distrikt Cajatambo wurde beschädigt.
Auch in allen verbleibenden Regionen kam es zu Überschwemmungen.
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Huánuco: Río Huallaga tritt über die Ufer
Die starken Regenfälle der vergangenen Wochen an den Oberläufen der Flüsse las Pavas und Huallaga haben auch in der Region Huánuco zu Überschwemmungen geführt. Wie der Zivilschutz Huánuco berichtet, verschwanden in den Distrikten Luyando und Rupa Rupa (Provinz Leoncio Prado) bislang rund 60 Häuser in den Fluten. Über 300 Menschen mussten deshalb in Notunterkünften übernachten, die in einer nahegelegenen Schule eingerichtet wurden. Auch die Startbahn des Flughafens von Tingo María, der im Distrikt Rupa Rupa liegt, wurde auf einer Länge von einem Kilometer beschädigt.
Im Distrikt Mariano Dámaso Beraún (ebenfalls Leonio Prado) kam es ebenfalls zu Überschwemmungen. Neben mehreren Häusern wurde auch ein Abschnitt der Carretera Central beschädigt. Zivilschutz und Distriktverwaltung haben bereits mit der Verteilung von Zelten und Decken begonnen.
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Huamalíes / Huánuco: Antidrogenpolizei beschlagnahmt über 6 Tonnen Kokain-Grundstoffe

Coca-Strauch. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS. Ein Schlag gegen die Drogenmafia gelang gestern der peruanischen Antidrogenpolizei im Distrikt Monzón (Prov. Huamalíes / Region Huánuco). Die Beamten hatten, wie Enlace Nacional berichtet, im 185-Einwohner-Ort Matapalo, nordwestlich von Tingo María, drei Gebäude aufgespürt, in denen nicht nur 4,3 Tonnen Blätter des Coca-Strauchs, sondern auch mehr als 2 Tonnen Chemikalien zur Produktion des Rauschgifts Kokain gelagert wurden. Zwei der mutmaßlichen Drogenproduzenten konnten festgenommen werden. Neben den Coca-Blättern und Chemikalien wurde auch eine Pumpe beschlagnahmt, die im Produktionsprozess eingesetzt worden war. Die Polizei war mit vier Hubschraubern im Einsatz.
Die Cocablätter, sowie mehrere Plastikbecken, die zur Produktion des Kokain-Grundstoffes „pasta básica“ genutzt werden, wurden eingeäschert.
httpv://www.youtube.com/watch?v=LMnSPYEnr3w
Der Distrikt Monzón
Der Distrikt mit seinen 18.751 Einwohnern (Stand: 2007) liegt in der Provinz Huamalíes, die wiederum Teil der Region Huánuco in Peru bildet. Die Provinzhauptstadt Monzón liegt 1.108 Meter über dem Meeresspiegel. Nach Angaben des peruanischen Statistik- und Informatikinstitutes INEI haben 46,8% der Haushalte im Distrikt Monzón weder einen Abwasser-, noch Wasser-, noch einen Stromanschluss.
Mehr Informationen zum Thema „Peru“ und „Drogen“ finden Sie im Infoamazonas-Dossier Drogenprobleme. -
Ollantas Feuerprobe: Streikende Coca-Bauern blockieren Fernstraße in Ucayali
Es könnte die erste Krise der neuen peruanischen Regierung werden: In der ostperuanischen Regenwaldregion Ucayali haben streikende Coca-Bauern im Protest gegen die Fortführung der Vernichtung illegaler Coca-Pflanzungen die Federico-Basadre Fernstraße besetzt. Sie fordern, die Coca-Vernichtung auszusetzen. Die Vernichtung der illegal angebauten Coca-Sträucher, deren Blätter vor allem zur Produktion des Rauschgifts Kokain verwendet werden, ist Teil der Anti-Drogen-Strategie der aktuellen peruanischen Regierung. Verhandlungen zwischen der Regierung und Abgesandten der Coca-Bauern blieben bislang erfolglos. Ricardo Soberón, Chef der Antidrogenbehörde DEVIDA drohte, die Verhandlungen platzen zu lassen, sollten die Straßenblockaden nicht aufgelöst werden.
Besonders betroffen von der Straßenblockade sind die Großstädte Tingo María und Pucallpa in der Region Ucayali. Aber auch Teile der Nachbarregionen San Martín, Huánuco und Loreto bekommen die Folgen des Streiks zu spüren. Nach Angaben der Regionalregierung Ucayali treiben vielerorts Nahrungsmittelspekulanten die Preise für frische Lebensmittel in die Höhe, da Frischware die Fernstraße nur begrenzt passieren kann. Die Landwirte in den betroffenen Regionen können ihre Produkte nicht mehr weiterverkaufen.
Die Coca-Bauern fordern derweil nicht nur das Ende der Cocastrauch-Vernichtung, sondern auch, offiziell registriert zu werden und dann legal weiter arbeiten zu können. Mit dieser Forderung sind sie gar nicht weit von DEVIDA-Chef Soberón entfernt. Die Initiatoren des Streiks kommen vor allem aus der Umgebung von Aguaytía (Provinz Padre Abad, Region Ucayali). Erst kürzlich hatte die peruanische Polizei dort mehr als 30 große Becken und mehrere rustikale Labors zerstört, die zur Produktion des Kokain-Grundstoffs „Pasta Básica“ verwendet wurden.
Notstand in Leoncio Prado, Tocache und Padre Abad
Präsident Ollanta Humala hat für die Provinzen Leoncio Prado (Region Huánuco), Tocache (Region San Martín) und Padre Abad (Region Ucayali) den Notstand ausgerufen. Innenminister Oscar Valdés kündigte an, man werde zur Lösung der Situation (Straßenblockade) jede Art staatlicher Autorität einsetzen. Offiziell begründet wird der Notstand allerdings nicht nur mit den Coca-Protesten, sondern mit „anhaltenden Umtrieben der Terrororganisation ‚Leuchtender Pfad’“.
Auch die vergangenen Regierungen Perus hatten auf die Vernichtung der Pflanzen gesetzt. Die jetzige plant aber, die Bekämpfungsstrategie insbesondere durch stärkere Chemikalienkontrolle und Geldwäschefahndung zu verbreitern. Besondere Brisanz erhält der derzeitige Konflikt auch dadurch, dass mehrere Abgeordnete der Präsidentenpartei Bewegungen von Coca-Bauern nahestehen oder angehören.
Mehr Informationen zum Thema „Peru“ und „Drogen“ finden Sie im Infoamazonas-Dossier Drogenprobleme.