Kategorie: Bagua

Die Provinz Bagua liegt an der westlichen Grenze der Region Amazonas zur Nachbarregion Cajamarca. Besonders ihr heißer Nordosten macht sie zu einer Regenwaldprovinz, deren Einwohner vorwiegend von der Landwirtschaft leben. Neben Früchten wird in großen Mengen Reis und Zuckerrohr angebaut. Die Hauptstadt der Provinz heißt Bagua (nicht zu verwechseln mit Bagua Grande in der Nachbarprovinz Utcubamba).
Bagua hat 71.757 Einwohner. Mehr…

  • Amazonas / Peru: Mörder von Vizeregionalpräsident ein Minderjähriger?

    Der Polizei liegt offenbar ein umfangreiches Geständnis vor: Bei dem Mörder des Vizeregionalpräsidenten von Amazonas, Augusto Wong López, handelt es sich offenbar um einen Minderjährigen, der dafür Geld und eine Waffe bekam. In der Regionalpresse wird von einem Mototaxifahrer berichtet, der den Jungen aus seinem Heimatort abgeholt und instruiert haben soll, ihn in die Nähe des Tatorts transportierte und anschließend wieder abholte. Die Polizei wollte diese Informationen bislang nicht bestätigen.

    Als gesichert gilt bislang, dass der Mototaxifahrer, den lokale Medien mit einem in Bagua und Jaén bekannten Großkriminellen in Verbindung bringen, den Jungen nach der Tat aus der Stadt bringen wollte, ihn aber am Straßenrand zurück ließ, da die Polizei die Zufahrtsstraßen nach Bagua weitgehend abgeriegelt hatte. Der Mototaxifahrer wurde beim Versuch, allein nach Bagua zurück zu fahren, verhaftet, der Junge nur wenige Stunden später in einer Spelunke in Bagua Capital.

    Augusto Wong López, Chirurg und bislang Vizeregionalpräsident von Amazonas, wurde am 9. Februar in seiner Privatpraxis mit einer Schusswaffe getötet. Die genauen Hintergründe der Tat sind weiter unklar, in Bagua selbst wird über verweigerte Schutzgeldzahlungen spekuliert. Bereits im vergangenen Jahr gab es mehrere Mordanschläge auf Wong López, die dieser aber überlebte. In den kommenden Tagen wird sich der Regionalrat erstmals mit der Nachfolge des Vizeregionalpräsidenten befassen.

  • Imaza / Amazonas: Zwei Verletzte bei Tankstellen-Brand

    Beim Brand einer informellen Tankstelle sind gestern in der peruanischen Stadt Imazita (Distrikt Imaza / Provinz Bagua / Region Amazonas) zwei Personen schwer Verletzt worden. 37 weitere wurden zunächst mit kleinen Verletzungen im Gesundheitszentrum behandelt, inzwischen aber wieder entlassen. Auch mehrere angrenzende Gebäude brannten weitgehend aus, so ein Polizeisprecher gegenüber INFOAMAZONAS. Dabei wurde offenbar das gesamte Warenangebot zweier Geschäfte Opfer der Flammen.

  • Peru: Vizepräsident der Region Amazonas ermordet

    Augusto Wong López, Vizepräsident der peruanischen Region Amazonas ist tot. Der Chirurg wurde gestern Abend gegen 21 Uhr (Ortszeit) von mehreren Unbekannten in seiner Privatpraxis in Bagua (Provinz Bagua / Region Amazonas) ermordet, wie INFOAMAZONAS aus Polizeikreisen erfuhr. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

    Augusto Wong López, Vizeregionalpräsident Amazonas. Foto: regionamazonas.gob.pe.
    Augusto Wong López, Vizeregionalpräsident Amazonas. Foto: regionamazonas.gob.pe.

    Wong López befand sich zum Zeitpunkt der Tat im Behandlungszimmer, als zwei schwer bewaffnete Personen hereinstürmten und das Feuer eröffneten. Sofort wurde der Vizeregionalpräsident in das Gustavo La Natta Luján-Krankenhaus von Bagua (Chica/Capital) eingeliefert, die Notoperation blieb aber erfolglos. Derzeit befindet sich der Leichnam im Leichenschauhaus von Bagua Grande (Provinz Utcubamba), wo ihn Experten der Staatsanwaltschaft untersuchen. Unbestätigten Angaben von Radio „La Voz“ erlag der Vizeregionalpräsident drei Schusswunden.

    Die Täter flüchteten, wurden aber offenbar von einer Überwachungskamera gefilmt, die nach einem ersten Mordanschlag im vergangenen Mai installiert worden waren. Damals hatten Unbekannte mit schweren Schusswaffen mehrere Wände des Wohnhauses von Wong López durchlöchert, dass es keine Todesopfer zu beklagen gab, war dem Zufall geschuldet. Noch gestern Abend hat die Polizei offenbar zwei Verdächtige vernommen, ob es sich dabei wirklich um die Täter handelt, ist bislang unklar. Die Regionaldirektion Amazonas der peruanischen Nationalpolizei erklärte, wegen des laufenden Verfahrens keine Angaben zu den Verdächtigen machen zu dürfen.

    Hector Becerril: „Tat der Schutzgeldmafia“

    Während in Bagua das Gerücht umhergeht, es habe sich um ein politisches Verbrechen gehandelt, sieht Hector Becerril, Kongressabgeordneter für Amazonas, eine Schutzgeld-Mafia hinter der Tat.  Diese habe sich für mehrere Anzeigen gegen deren Mitglieder im vergangenen Jahr rächen wollen, so Becerril heute Morgen gegenüber dem Nachrichtensender RPP.

    Der 59jährige Augusto Wong López wurde 1953 im nordwestperuanischen Chiclayo geboren und 2010 als Teil der Gruppierung Juntos por Amazonas zum Vizepräsidenten der Region Amazonas gewählt. Er war für verschiedene Fujimori-Parteien von 1993 bis 1995 Provinzrat, sowie von 1999 bis zu seiner Suspendierung im Jahr 2002 Provinzbürgermeister der von Bagua. Zuvor hatte sich Wong López als Chirurg und Direktor in diversen Krankenhäusern betätigt, darunter am Krankenhaus La Natta Luján, in dem gestern sein Tod festgestellt wurde.

    Er hinterlässt eine Frau und eine Tochter.

    Auftragsmorde bislang vor allem in Küsten-Großstädten

    Der Mord an dem Vizeregionalpräsidenten ist dabei trauriger Höhepunkt einer ganzen Serie von Morden an öffentlichen Würdenträgern. Erst vor eineinhalb Monaten war der Bürgermeister des peruanischen Distriktes Angasmarca (Provinz Santiago de Chuco / Region La Libertad) von Auftragskillern getötet worden. Zum Zeitpunkt des Mordes befand er sich gerade auf einer öffentlichen Weihnachtsfeier für Kinder. Den Auftag für den Mord hatte damals offenbar ein Unternehmer gegeben, der eine Ausschreibung verloren hatte. Nur wenige Wochen zuvor war auch der Provinzbürgermeister von Casma (Region Áncash) getötet worden. Eine Polizeiquelle, die nicht genannt werden möchte, erklärte gegenüber INFOAMAZONAS, Morde dieser Art seien bislang lediglich aus Chiclayo oder Trujillo bekannt, man habe etwas in dieser Art in Amazonas für undenkbar gehalten.

  • Abwahlen am vergangenen Sonntag: 69 Bürgermeister und 390 Stadträte müssen gehen

    Werbung der Wahlbehörde ONPE. Foto: ONPE.
    Werbung der Wahlbehörde ONPE. Foto: ONPE.

    Fast alle der rund 4,5 Millionen am vergangenen Sonntag abgegebenen Stimmen sind ausgezählt und mehr als jeder vierte Bürgermeister, der sich der Abwahl stellen musste, hat sein Amt verloren. Auch 390 der 1.018 zur Abwahl gestellten Stadträtinnen und -Räte müssen abtreten. Dabei verlief der Abwahlprozess, vor dem eine Sammlung Unterschriften von mindestens 25% aller Wahlberechtigten vorausgeht, weitgehend friedlich. Lediglich aus ein paar Orten wurden Probleme gemeldet, beispielsweise aus Amshca (Provinz Carhuaz / Region Áncash), wo eine Gruppe von rund 150 Personen versuchte, den Zugang zum Wahllokal zu verhindern. Wahlhelferinnen und Wahlhelfer wurden bedroht und eingeschüchtert. Im Distrikt Tanta (Provinz Yauyos / Region Lima) weigerten sich die Wahlhelfer, die Auszählung vorzunehmen und in Tintay (Provinz Aymaraes / Region Apurimac) hatte der örtliche, von der Abwahl bedrohte Bürgermeister offenbar versucht, die Personalausweise von Sozialhilfeempfängerinnen und -empfängern zurück zu halten und so deren Zugang zu den Wahllokalen zu unterbinden. In Huacaña (Provinz Sucre / Region Ayacucho) und Colasay (Provinz Jaén / Region Cajamarca) kam es zu Straßenblockaden, um die Teilnahme an der Abwahl zu verhindern.

    An mehreren Orten wurden die Abwahlen annuliert, weil nicht das notwendige Quorum einer (Ab-)Wahlbeteiligung von über 50% erreicht wurde, darunter in Huacaña (Provinz Sucre / Region Ayacucho), Canaria (Provinz Victor Fajardo / Region Ayacucho) und El Parco (Provinz Bagua / Region Amazonas).

    In Cusco mussten sich insgesamt drei Bürgermeister der Abwahl stellen, nur eine davon wurde wirklich abgewählt: Óscar Valencia, Bürgermeister von Machupicchu (Provinz Urubamba / Region Cusco). Sein Nachfolger wird Neil Castro von der Umwelt-Partei Tierra y Libertad.

    Auf Provinzebene musste lediglich ein Bürgermeister gehen, Francisco Mariñas Vergaray, bis jetzt Bürgermeister der Provinz Bolívar (Region La Libertad). Insgesamt vier Bürgermeister mussten sich der Abwahl stellen. Von 22 Stadträten wurden 7 abgewählt.

    Die Wahlbeteiligung lag -obwohl für Abwahlen keine Wahlpflicht gilt- bei rund 70%.

    Wie und wann es Abwahlen gibt, können Sie hier nachlesen, die Ergebnisse in Amazonas hier.

  • Aramango / Amazonas: Riesen-Seilbahn über den Marañón eingeweiht

    Bis zu einer Tonne: Seilbahn bei Tsuntsuna. Foto: Region Amazonas.
    Bis zu einer Tonne: Seilbahn bei Tsuntsuna. Foto: Region Amazonas.

    Mit einem Festakt in der Ortschaft Tsuntsunza (Auch: Tsuntsunsa; Distrikt Aramango / Provinz Bagua / Region Amazonas) hat Regionalpräsident José Arista am vergangenen Freitag eine Seilbahn mit einer Länge von fast 150 Metern über den Marañón offiziell für die Nutzung freigegeben. Es handle sich dabei um ein Bauwerk, das den Alltag von Tsuntsunsa, sowie der umliegenden Orte Zapotal, San Juan de Dios Roble, Arenal und Shaime verbessern werde, so Arista in seiner Ansprache. Der Bau der Seilbahn, die an zwei Seilen hängt und durch Steigung und ein Zugseil von der Schwerkraft und der Hand bewegt wird, kostete rund 310.000 Nuevos Soles und verkürzt den Zugang zur Straße, die nach Aramango, Santa María de Nieva (Provinz Condorcanqui, sowie Bagua Grande (Provinz Utcubamba) führt, erheblich. Pro Fahrt können bis zu zehn Personen, beziehungsweise ein Gewicht von bis zu einer Tonne transportiert werden.

    Bei Tsuntsunsa: Neue Seilbahn über den Marañón. Foto: Region Amazonas.
    Bei Tsuntsunsa: Neue Seilbahn über den Marañón. Foto: Region Amazonas.
  • Bagua Grande / Peru: Weiter keine Spur von bei Baguazo verschollenem Polizisten

    Felipe Bazán Caballero mit dem Foto seines Sohnes. Foto: Radio La Voz.
    Felipe Bazán Caballero mit dem Foto seines Sohnes. Foto: J. Flores/ Radio La Voz.

    Der 5. Juni 2009, als bei Zusammenstößen zwischen der Polizei und Indigenen rund um Bagua mindestens 34 Personen starben, war der letzte Tag, an dem der peruanische Polizist Felipe Bazán Soles gesehen wurde. Seither ist er verschwunden und um die Umstände – Bazán war in der Polizei-Vorhut bei der Räumung einer von Indigenen besetzten Fernstraße – ranken sich zahlreiche Legenden. Der Vater des vermissten Polizisten, Felipe Bazán Caballero, hat selbst lange nach seinem Sohn gesucht und Polizei und Politik um Hilfe gebeten. Im vergangenen Jahr hat die Nationalpolizei mehrere Beamte für die Suche abgestellt. Aber wie Radio „La Voz“ berichtete, waren diese häufiger in örtlichen Nachtlokalen anzutreffen, als bei der Suche.

    Vor wenigen Tagen nun berichteten peruanische Medien, die Polizei habe eine Tüte mit Knochen gefunden, die „wahrscheinlich“ dem verschollenen Polizisten zuzuordnen seien. Inzwischen ist klar: Es handelte sich um Tierknochen. Mehrere Gerichtsmediziner aus der Hauptstadt Lima hatten die Knochen untersucht, wohl in der Hoffnung, zum dritten Jahrestag das Verschwindens von Felipe Bazán Soles aufgeklärt zu haben.

    Verschwunden bei Zusammenstößen zwischen Indígena und der Polizei

    Bereits wenige Tage nach dem 5. Juni 2009, an dem Bazán Soles verschwand, veröffentlichten mehrere Zeitungen Fotos, die ihn schwer verletzt im Beisein mehrerer Indígena zeigten. Für die Familie Bazán Soles ein Hoffnungsschimmer. Die Polizei veranlasste die Festnahme aller Personen, die auf dem Foto zu sehen waren. Diese sagten aus, nichts über den Verbleib des Polizisten zu wissen. Einige wurden sogar weiter festgehalten, nachdem Computerexperten bereits festgestellt hatten, dass alle Fotos kräftig am Computer nachbearbeitet worden waren. In den ersten Tagen nach dem Verschwinden durchkämmten Bürgerwehren und wenige Polizisten die Hügel rund um das Straßendorf „Siempre Viva“, das Zentrum der Straßenblockade der Indigenen, die vorwiegend aus der nördlich gelegenen Regenwaldprovinz Condorcanqui, sowie der Nachbarprovinz Bagua gekommen waren. Die Indígena hatten mit ihrer Straßenblockade gegen mehrere Regierungsdekrete protestiert, von deren Wirkung sie fürchteten, ihre Heimat an Holzfäller, Agrar- oder Bergbauunternehmen verlieren. Als in der Nähe von „Siempre Viva“ die ersten Schüsse fielen, wurde möglicherweise auch Felipe Bazán Soles verletzt oder getötet.

    Zunächst gab es Gerüchte, Bazán Soles sei als Geisel in den Norden der Region Amazonas verschleppt, gleich verbrannt oder in den Marañón-Fluss geworfen worden. Für keine dieser Behauptungen gab es bislang Belege. Felipe Bazán Caballero, der Vater des vermissten, macht die Indigenen nicht für das Verschwinden seines Sohnes verantwortlich, vielmehr sprach er ihnen mehrfach öffentlich seinen Dank bei der Unterstützung seiner Suche aus. Dennoch vermutete er, dass mehrere Indígena, die sich am 5. Juni 2009 bei „Siempre Viva“ aufhielten, wüssten, was mit seinem Sohn passierte. Für Bazán Caballero haben aber viele der damals beteiligten Angst, in einen der noch laufenden Prozesse, in denen unter Anderem versucht wird die Schuldfrage für die Zusammenstöße zu klären, hineingezogen zu werden.

    Formell für Tot erklärt

    Erst vor wenigen Tagen war Felipe Bazán Soles von einem Richter in Chiclayo formell für tot erklärt worden. Obwohl die Familie bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgegeben hatte, Bazán Soles noch einmal lebend zu sehen, war dies nötig gewesen, um Frau und Kindern den Zugang zur Witwenrente zu ermöglichen. Auch die Familien der anderen 23 toten Polizisten warten bis heute auf die Wohnhäuser, die ihnen 2009 von der damaligen Regierung versprochen worden waren.

    Vor wenigen Tagen wurde der dritte Jahrestag des Verschwindens Felipe Bazán Soles‘, sowie der heute als „Baguazo“ bekannten Zusammenstöße zwischen Polizei, Indígena und Anwohnern begangen. Inzwischen wird die Regierung von einer Partei gestellt, die sich damals klar auf die Seite der Indígena gestellt hatte. Gelernt hat der peruanische Staat dennoch bislang wenig: So wird weder ernsthaft nach vermissten oder getöteten Polizisten gesucht, noch  werden ernsthafte Versuche unternommen, Konflikte vor dem Ausbruch zu lösen, wie die Beispiele der vermissten Polizisten in La Convención, sowie die Zusammenstöße zwischen Bergbaugegnern und der Polizei in Espinar zeigen.

    2009 gestanden die Abgeordneten im peruanischen Kongress übrigens zu, dass die Regierungsdekrete, die den „Baguazo“ ausgelöst hatten, die Rechte der Indígena einschränkte – und kassierte sie sofort wieder ein. Sehr traurig, dass dies nicht vor dem „Baguazo“ erkannt worden war – noch trauriger, dass Anführer mancher sozialer Proteste offenbar daraus den fatalen Schluss gezogen haben, bei Protesten und Streiks bis zum Äußersten gehen zu müssen, um ein Ziel zu erreichen und dabei manchmal offen mit einem „neuen Baguazo“ drohen. Und mindestens ebenso traurig, dass weiterhin zur „Lösung“ von Konflikten zunächst eine große Anzahl von Polizeikräften an den Ort des Konflikts geschickt wird, Polizeikräfte, die häufig nicht hinreichend ausgebildet, schlecht bezahlt und schlecht ausgerüstet sind – so, wie damals Felipe Bazán Soles.

  • Amazonas: Bürgermeister und Räte von 14 Distrikten müssen sich der Abwahl stellen

    Insgesamt 14 Distriktbürgermeister und -räte der peruanischen Region Amazonas müssen sich am kommenden 30. September einem Abwahlreferendum stellen. In jedem der Distrikte gelang es den Initiatoren des Abwahlprozesses, gültige Unterschriften von mindestens 25% aller Wahlberechtigten zu sammeln. Besonders in der Provinz Luya wird es in vielen Distrikten zu einem Urnengang kommen, in dessen Rahmen die Wählerinnen und Wähler über den Verbleib von Bürgermeistern und und Distrikträten entscheiden werden: In Cocabamba, Conila, San Cristóbal, San Jerónimo, sowie in Santo Tomás. In der Provinz Chachapoyas sind Cheto, Huancas, Montevideo und San Francisco de Daguas betroffen. In Bongará müssen Bürgermeister und Räte von San Carlos, Shipasbamba und Valera um ihren Verbleib im Rathaus bangen, lediglich ein Abwahlreferendum gibt es in der Provinz Bagua (El Parco), sowie in Rodríguez de Mendoza (Vista Alegre). In den Provinzen Condorcanqui und Utcubamba bekam – trotz mehrerer Initiativen – keiner der Initiatoren die notwendigen Unterschriften zusammen.

    Peru-weit wird es 283 Abwahl-Referenden geben, die meisten davon in den Regionen Áncash (41) und Lima (38).In 279 Fällen geht es um die Abwahl von Distriktbürgermeistern und -räten, lediglich in vier Provinzen gelang es den Abwahlinitiatoren, die notwendigen Unterschriften zu sammeln: Bolívar (Region La Libertad), Pallasca (Region Áncash), Pisco (Region Ica), sowie Mariscal Cáceres (Region San Martín).

  • Amazonas / Peru: Landwirte steigern Produktion

    Steueraufkommen in der Region Amazonas 2004-2010. Bild: INFOAMAZONAS.Die Landwirte der nordperuanischen Region Amazonas haben die Produktion von Lebensmitteln in den vergangenen Monaten stark gesteigert. Das geht aus dem jüngsten Bericht zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region hervor, der gestern vom peruanischen Nationalinstitut für Statistik und Informatik (INEI) herausgegeben wurde. So lag beispielsweise die  Maisproduktion im Februar 2012 30% über dem Wert im Vorjahreszeitraum. Auch die Reisernte lief offenbar gut, mit 14.947 Tonnen im Februar 2012 lagen die Reisbauern 12,3% über dem Vorjahreswert. Dazu, so das INEI, trug, neben einem für den Reisanbau günstigen Klima, vor allem die voranschreitende Technifizierung der regionalen Landwirtschaft bei.

    Während bei der Mango-, Avokado- und Kartoffelproduzenten Einbußen verkraften werden mussten, konnte die Kakaoproduktion um rund 20% gesteigert werden. Die produzierte Yuca (Maniok)-Menge lag im Februar mit rund 10.500 Tonnen ungefähr auf Höhe des Vorjahres.

    Milchproduktion steigt um 12,8%

    Auch bei den tierischen Produkten ließ sich ein Anstieg feststellen. So stieg die Milchproduktion auf 6.436 Tonnen an, ein Anstieg von 12,8% im Vergleich zum Februar 2011. Die Produktion von Schweinefleisch stieg dagegen um 22,8%, die von Schafsfleisch um 16,6% und die von Ziegenfleisch um 9,7%. Lediglich die Zucht von Hühnern und anderem Geflügel ging um mehr als 20% zurück.

    Höhere Steuereinnahmen dank florierender Landwirtschaft

    Die insgesamt gute Lage der bis heute vor allem durch viele Kleinst- und wenige mittelgroße Unternehmen geprägte Landwirtschaft der Region schlug sich auch im Steueraufkommen nieder: Nach Angaben der peruanischen Steuerbehörde SUNAT lagen die Steuereinnahmen in der Region Amazonas bei 1.399.000 Nuevos Soles – 3,1% höher als noch im Februar des Vorjahres.

    Das bestätigt einen langfristigen Trend: Seit 2004 ist ein steter Anstieg des Steueraufkommens in der Region Amazonas zu verzeichnen. Konnte die SUNAT im gesamten Jahr 2004 noch 7,8 Millionen Nuevos Soles an Steuern einnehmen, waren es 2010 bereits 23,8 Millionen. Und das, obwohl bis heute in der Region keine Mehrwertsteuer erhoben wird.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Wegen Regenfällen: Region Amazonas weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten

    Hochwasser: Utcubamba in der Provinz Bongará
    Hochwasser: Utcubamba in der Provinz Bongará. Foto: COER Amazonas

    Die starken Regenfälle der vergangenen Wochen haben in der Region Amazonas große Schäden angerichtet und weite Teile der Region von der Außenwelt abgeschnitten. Aus allen Teilen der Region werden eingestürzte Häuser gemeldet, zahlreiche Erdrutsche unterbrachen wichtige Zufahrtsstraßen. Wie der Zivilschutz heute Nacht bekannt gab, ist die Straße von Chachapoyas nach Pedro Ruiz (Provinz Bongará), die den Süden der Region mit der peruanischen Küste verbindet, bei Churuja zerstört worden und bis auf weiteres unpassierbar. Ähnlich ist die Situation bei Shipamarca, einem Straßendorf zwischen dem Achamaqui-Kreuz (Kreuzung Chachapoyas-Pedro Ruiz-Balsas) und Tingo und auf der Straße von Tingo nach Kuélap. Auch der Abschnitt Huincucho – Colcamar, der Colcamar an das Straßennetz anbindet, ist derzeit nicht befahrbar. Bereits seit einigen Tagen kann auch die Straße von Pipus nach Cheto nicht befahren werden und die Straße von Chachapoyas nach Rodríguez de Mendoza ist ebenfalls nur unter Lebensgefahr passierbar. Auch die Straße, die westlich von Chachapoyas Luya mit dem Dorf Trita verbindet, ist unterbrochen. Die Straße von Pedro Ruiz nach Bagua Grande ist noch immer nur eingeschränkt befahrbar, nachdem ihr Untergrund teilweise vom Utcubamba-Fluss so weit erodiert worden war.

    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.
    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.

    Allein in Chachapoyas stürzten bislang 10 Häuser ein, in einem Schulzentrum mehrere Toiletten. Auch in La Jalca (Provinz Chachapoyas) stürzten mehrere Häuser ein, über 50 Meerschweinchen und ein dutzend Schweine verendeten in den Wassermassen. Im nahegelegenen Yerba Buena (ebenfalls La Jalca / Provinz Chachapoyas) trat der Utcubamba über die Ufer und überflutete mehrere Wohnhäuser. Auch in Cajaruro (Provinz Utcubamba) stürzten bislang vier Häuser ein. In Churuja (Provinz Bongará) wurden mehrere Häuser überschwemmt, die örtlichen Hochwasserschutzmauern wurden teilweise zerstört. Zudem hat sich nach Angaben des Zivilschutzes im Flussbett eine große Menge Kies angesammelt, was die Gefahr weiterer Überschwemmungen erhöht. Ähnliche Meldungen kommen aus allen Teilen der Region.

    Die Regionalregierung Amazonas verfügte nun, dass alle ihrer Mitarbeiter auch am Valentinstag, der in diesem Jahr peruweit eigentlich ein freier Feiertag ist, bereit stehen müssen.

  • Bagua Chica / Amazonas: Gesundheitsbehörde bestätigt Dengue-Infektionen

    In der nordperuanischen Stadt Bagua (Provinz Bagua, Region Amazonas) hat das örtliche Krankenhaus „Heroes del Cenepa“ drei Dengue-Fälle bestätigt. Nach Angaben von Willy Soberón, Direktor des Gesundheitsnetzwerks der Provinz, wurden die infizierten Patienten inzwischen nach Chiclayo verlegt, um eine bessere medizinische Versorgung zu gewährleisten. Wie Radio Horizonte berichtet, ist unter den Infizierten ist auch ein 33jähriger Medizintechniker. Die Gesundheitsbehörden begannen deshalb, in den Gesundheitsposten der Provinz verstärkt Insektenvernichtungsmittel zu versprühen.

    Das Dengue-Virus wird durch verschiedene Stechmückenarten übertragen. Die Symptome ähneln häufig zunächst denen einer schweren Grippe-Erkrankung und umfassen häufig auch innerer Blutungen. Bei den Fällen, die nun in Bagua festgestellt wurden, handelt es sich um ein sogenanntes Dengue-Hämorrhagisches Fieber (DHF), einem besonders schweren Verlauf der Erkrankung. Insbesondere für Kinder kann DHF tödlich sein.