Peru: Kongresspräsident Isla Rojas für mehr Abgeordnete aus Regenwaldregionen (aktualisiert)

Der peruanische Kongress (Congreso de la República). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

Der peruanische Kongress. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

Die Regenwaldregionen östlich des Andengebirges machen fast 60% der Fläche Perus aus – zählt man alle Abgeordneten aus diesen Regionen zusammen, kommt man im Kongress aber lediglich auf 10,8%. Natürlich sind Regionen wie Loreto oder Madre de Dios wesentlich dünner besiedelt als Küstenregionen wie Lima. Dennoch sprach sich Kongresspräsident Víctor Isla Rojas nun dafür aus, die Zahl der Repräsentanten dieser Regionen zu erhöhen. Dafür wäre eine Verfassungsänderung nötig, ist doch dort die Anzahl der Abgeordneten genau festgelegt: Derzeit 130 Stück. Am wenigsten entfallen auf die Region Madre de Dios, die bislang lediglich einen Abgeordneten stellt. „Zum Kriterium der Bevölkerungszahl sollte man die territoriale Ausbreitung hinzunehmen“, so Isla, dessen Überlegungen nach eigenen Angaben von Präsident Ollanta Humala unterstützt werden.

Regierungsfraktion unterstützt Pläne

Wie sich gestern zeigte, steht Isla Rojas mit seinen Vorstellungen nicht alleine. Insgesamt 18 weitere Abgeordnete der Gana Perú-Fraktion unterzeichneten die Gesetzesinitiative, die eine Erhöhung der Abgeordnetenzahl auf insgesamt 145 vorsieht. Die 15 zusätzlichen Abgeordneten sollen auf die fünf Urwaldregionen mit der geringsten Abgeordnetenzahl verteilt werden, ohne den landesweiten Proporz zu gefährden. Mit Eduardo Nayap Kinin wird der Vorschlag auch von einem Abgeordneten aus der Region Amazonas unterstützt, die von der Erhöhung direkt profitieren würde. Die weiteren Regionen sind Ucayali, Loreto, Madre de Dios und San Martin.

Diverse Vorschläge zur Parlamentsreform

Neben Islas gibt es derzeit diverse Pläne, die Zahl der Kongressabgeordneten zu erhöhen. So wird bereits seit Jahren darüber diskutiert, peruanische Migranten im Ausland eigene Abgeordnete wählen zu lassen. Doch obwohl es kaum Stimmen gegen diese Initiative gibt, wurde sie bis heute nicht beschlossen. Erst im September 2009 war die Abgeordnetenzahl von 120 auf 130 erhöht worden, damals hatte insbesondere die Region Lima zusätzliche Repräsentanten bekommen.
Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Weitere Hinweise und Informationen finden Sie dort.

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