Peruanischer Journalistenverband protestiert gegen Schliessung von Radio "La Voz"

Mit einem offenen Brief an den Transport- und Kommunikationsminister Cornejo, sowie mit einer Demonstration vor dessen Ministerium haben Angehörige des peruanischen Journalistenverbandes ANP, sowie zahlreiche in Lima ansässige Auslandskorrespondenten, gegen die Schliessung des Radiosenders „La Voz“ (Bagua) protestiert. Nur 3 Tage nach den schweren Zusammenstössen zwischen Indígena und Polizisten am 5. Juni hatte das Transport- und Kommunikationsministeriums (MTC)  die Schliessung verfügt – wegen angeblicher Versäumnisse in der Verwaltung, die aber bereits alle im Vorfeld ausgeräumt worden waren.

Am vergangenen 5. Juni hatten sowohl Polizeikräfte als auch mehrere Minister – darunter Ex-Premierminister Yehude Simon – öffentlich erklärt, Radio „La Voz“ hätte die Kämpfe zwischen Indígena und Polizisten angeheizt, was Carlos Flores, Besitzer und Chefredakteur des Radios verneint. Die Leistung des Senders reiche überhaupt nicht aus, um bis an die Orte der Zusammenstösse zu senden, so Flores. Inzwischen hat sich selbst der ehemalige Premierminister Simon bei Flores persönlich entschuldigt und versprochen, alles in seiner Macht stehende zu tun, um die Rückgabe der Sendelizenz zu erwirken. Viel genützt hatte das Versprechen wenig, denn wenige Stunden später trat Yehude Simon von seinem Amt zurück.

Dabei ist Radio „La Voz“ nicht das einzige mit Problemen. So beklagten Journalisten der Radios „Marañón“ aus Jaén und „LD Stereo“ aus Bagua, sie seien von Polizisten der Mordkommission, die im Umfeld der Geschehnisse des 5. Juni ermittelten, vernommen und behandelt worden, als seinen sie die Mörder.

Inzwischen traf auch eine Delegation des internationalen Journalistenverbandes ein, um Radio „La Voz“ zu unterstützen.

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