Peru: Geiselnahme im Gefängnis von Socabaya (Arequipa)

Im peruanischen Gefängnis von Socobaya (Distrikt und Provinz Arequipa) ist es heute offenbar zu einer Gefängnisrevolte mit Geiselnahme gekommen. Nach berichten lokaler Medien haben mehrere Gefangene mindestens zwei Mitarbeiter der Gefängnisbehörde INPE in ihrer Gewalt und drohen damit, sie vom Dach zu stürzen, sollten sie nicht freigelassen werden. Wie ein Reporter des Nachrichtensenders RPP berichtete, halten die Geiselnehmer Transparente in die Höhe, auf denen ihre Forderungen stehen, darunter neben der Freilassung auch bessere Haftbedingungen. Fernsehbilder des Nachrichtensenders Canal N zeigen Flammen, die aus dem Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses aufsteigen.

Vor Ort befinden sich inzwischen Vertreter der staatlichen Ombudsstelle Defensoría del Pueblo, um Verhandlungen zu ermöglichen. Polizei und INPE haben das Gebäude derweil weiträumig umstellt. Auch mehrere Spezialeinheiten der Polizei sollen sich vor Ort befinden. Der Geiselnahme vorausgegangen war offenbar eine Durchsuchung zweier Zellentrakte durch INPE-Mitarbeiter, in deren Rahmen unter anderem Drogen, mehrere DVD-Player und Fernseher, sowie eine Reihe von CD-Playern beschlagnahmt wurden.

Das in den Jahren 1985-1987 gebaute Männergefängnis Arequipa steht am Ufer des Chucca-Flusses und wurde ursprünglich für 667 Insaßen gebaut, im März 2012 saßen allerdings 1.101 Personen dort ein. Das dazugehörige Frauengefängnis verfügt über 67 Plätze, die sich derzeit rund 90 Frauen teilen müssen. Mit dieser Überbelegung liegt das Gefängnis allerdings unter dem peruanischen Durchschnitt. So kamen Peru-weit im März 2012 auf 28.659 Plätze 55.307 Insaßen.

NACHTRAG (19:43): Offenbar zwei Geiseln freigelassen
Nach Verhandlungen der Defensoría del Pueblo haben die Geiselnehmer offenbar mehrere Geiseln freigelassen, eine davon wies offenbar eine Kopfwunde auf unter den freigelassenen Geiseln sollen sich auch der Direktor des Gefängnisses, sowie sein Stellvertreter befinden. Mehrere Mitarbeiter des INPE befinden sich noch immer in der Hand der Aufständischen.

NACHTRAG (29.08.2012): Alle Geiseln freigelassen?
Das Gefängnis kam offenbar auch in der Nacht nicht zur Ruhe, auch wenn nach Berichten peruanischer Medien nach mehrstündigen Verhandlungen gestern Abend die letzten Geiseln freigelassen wurden.

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