Peru: Institut für Geophysik plant Vulkan-Forschungszentrum in Arequipa

Der Misti, Hausberg der Millionenstadt Arequipa in den südperuanischen Anden, ist ein bis heute aktiver Vulkan. Da war die Entscheidung des peruanischen Institutes für Geophysik (IGP) nur logisch, an seinem Fuße das neue Vulkanismus-Forschungszentrum zu errichten. Im kommenden Jahr soll es soweit sein, wie José Macharé, IGP-Technik-Direktor, heute gegenüber der Nachrichtenagentur ANDINA verkündete. Insgesamt 15 aktive Vulkane soll das Zentrum überwachen, für das sich das IGP Hilfe vom staatlichen Geologie- und Bergbauinstitut Ingemmet holt.

Vullkan Misti in Arequipa (Peru). Foto: IGP.

Vullkan Misti in Arequipa (Peru). Foto: IGP.

Bislang sind in Peru unterschiedliche Institutionen für Teilbereiche der Vulkanismus-Forschung zuständig – eine Tatsache, die in Krisensituationen Entscheidungswege verlängern und damit zu Problemen führen kann. Auch mit dem neuen Vulkanismus-Forschungszentrum bleiben die zuständigen Institutionen  getrennt. Dafür aber laufen künftig alle wichtigen Informationen an einem Ort zusammen. Im Krisenfall können dann schneller Empfehlungen an Entscheidungsträger und den Zivilschutz herausgebenwerden.

„Vulkane müssen überwacht werden“

Für IGP-Technik-Direktor Macharé ein wichtiger Schritt: „Vulkane müssen überwacht werden. Bevor sie ausbrechen, gibt es Symptome, wie bei einer Person, die krank wird. Das ist es, was man beobachten wird, beispielsweise, ob die Temperatur ansteigt, Thermalquellen ihre Position ändern oder sich der Boden deformiert“, so José Macharé. Bricht einer der überwachten Vulkane aus, zählt jede Sekunde, um möglichst viele Menschen zu warnen. Auch deshalb, weil beispielsweise die Stadt Arequipa immer weiter den Vulkan hinaufwächst – und damit in den besonders gefährdeten Bereich.

Erste Bauphase soll 8 Millionen Soles kosten

Bislang verfügt das IGP aber nur über ein Grundstück, das die Distriktverwaltung des 17.537-Einwohnerdistrikts Sachaca (Provinz und Region Arequipa) bereit gestellt hat. In der IGP-Zentrale in der Hauptstadt Lima wird aber schon eifrig an den Bauplänen gearbeitet, die schon im kommenden Jahr in die Tat umgesetzt werden sollen. Für den ersten Bauabschnitt muss das IGP allerdings noch 8 Millionen Nuevos Soles auftreiben. Bereits jetzt verfügen die Geophysiker über ein Büro im Distrikt Cayma, in dem die Daten der  10 per Funk verbundenen Messgeräte gesammelt werden, mit denen die Aktivität von Misti und Urbina permanent überwacht wird. Dessen Technik ist aber veraltet.

Letzter Ausbruch zur Zeit von Inka Pachacútec

Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.

Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.

Peru liegt am pazifischen Feuergürtel, vor der Küste schiebt sich die Nazca-Platte unter die südamerikanische Kontinentalplatte – und drücken das Anden-Gebirge immer weiter in die Höhe. Erdbeben sind deshalb häufig – zudem gibt es eine Reihe aktiver Vulkane, darunter Arequipas Hausberg Misti, der Coropuna, der Sabancaya, der Yucamani und der Tutupaca in Candarave (Region Tacna) oder aber der Ubinas in der Region Moquegua. Insgesamt haben Experten in Peru über 400 Vulkane ausfindig gemacht, die meisten sind allerdings schon seit längerer Zeit inaktiv. Alle derzeit aktiven Vulkane liegen in den südperuanischen Regionen Ayacucho, Tacna, Moquegua und Arequipa. Der letzte Ausbruch des Misti liegt übrigens für Geologen gerade mal einen Wimpernschlag zurück: Er ereignete sich vor rund 550 Jahren zur Regierungszeit des Inka-Herrschers Pachacutec (ca. 1438 bis 1471). Dabei handelte es sich um einen eher kleinen Ausbruch, der letzte wirklich große, der im gesamten Umland für Zerstörung sorgte, geschah vor etwa 2.000 Jahren.

Das Problem: Ob der Ausbruch groß oder klein ist, weiß man erst nachher. Um so größer ist die Verantwortung der Erdbeben- und Vulkanismusexperten, möglichst früh genaue Warnungen herausgeben zu können.

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