Schlagwort: Bagua

  • Aramango / Amazonas: Riesen-Seilbahn über den Marañón eingeweiht

    Bis zu einer Tonne: Seilbahn bei Tsuntsuna. Foto: Region Amazonas.
    Bis zu einer Tonne: Seilbahn bei Tsuntsuna. Foto: Region Amazonas.

    Mit einem Festakt in der Ortschaft Tsuntsunza (Auch: Tsuntsunsa; Distrikt Aramango / Provinz Bagua / Region Amazonas) hat Regionalpräsident José Arista am vergangenen Freitag eine Seilbahn mit einer Länge von fast 150 Metern über den Marañón offiziell für die Nutzung freigegeben. Es handle sich dabei um ein Bauwerk, das den Alltag von Tsuntsunsa, sowie der umliegenden Orte Zapotal, San Juan de Dios Roble, Arenal und Shaime verbessern werde, so Arista in seiner Ansprache. Der Bau der Seilbahn, die an zwei Seilen hängt und durch Steigung und ein Zugseil von der Schwerkraft und der Hand bewegt wird, kostete rund 310.000 Nuevos Soles und verkürzt den Zugang zur Straße, die nach Aramango, Santa María de Nieva (Provinz Condorcanqui, sowie Bagua Grande (Provinz Utcubamba) führt, erheblich. Pro Fahrt können bis zu zehn Personen, beziehungsweise ein Gewicht von bis zu einer Tonne transportiert werden.

    Bei Tsuntsunsa: Neue Seilbahn über den Marañón. Foto: Region Amazonas.
    Bei Tsuntsunsa: Neue Seilbahn über den Marañón. Foto: Region Amazonas.
  • Präsident Humala unterzeichnet Indígena-Konsultationsgesetz in Imacita (Bagua)

    Der peruanische Präsident Ollanta Humala hat heute in der nordperuanischen Stadt Imacita (bei Bagua) das Indígena-Konsultationsgesetz unterzeichnet. Der Ort wurde ausgewählt, weil ganz in der Nähe im Jahr 2009 bei der Räumung einer Straßenblockade von Indigenen mehr als 30 Indígena, Mestizen und Polizisten getötet wurden („Baguazo“). Das Konsultationsgesetz, mit dem das Übereinkommen 169 der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) umgesetzt wird, verpflichtet staatliche Stellen dazu, Stellungnahmen der „ursprünglichen“ und „indigenen“ Bevölkerung Perus zu Vorhaben einzuholen, von denen diese betroffen sein könnten. Hätte es ein solches Gesetz bereits 2009 gegeben, wäre die Straßenblockade gegen mehrere Gesetzespakete und Regierungsdekrete, von denen sich die Indigenen betroffen sahen, möglicherweise nicht zu einem so drastischen Ende gekommen.

    Unterzeichnet wurde das Übereinkommen 169 ILO bereits in den 90er Jahren. Umgesetzt wurde es bislang nicht, lediglich das peruanische Energie- und Bergbauministerium hatte – nach dem Scheitern eines Konsultationsgesetzes im vergangenen Jahr – für seinen Sektor ein eigenes Konsultationsreglement beschlossen.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=rmnAhCm0sH8&feature=player_embedded

  • Amazonas: Condorcanqui nach Regenfällen von Außenwelt abgeschnitten

    Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben auf der Straße zwischen Bagua und Santa María de Nieva mehrere Erdrutsche ausgelöst und so die nordperuanische Provinz Condorcanqui weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Wie Radio Nieva berichtet, ist vor allem der Abschnitt zwischen Wawik (Wawiko) und Puente Nievas (Distrikt Imaza / Provinz Bagua) auf einer Länge von rund 8 Kilometern betroffen. Zudem sollen achtzehn Häuser, sowie die Wasserversorgung von Wawik stark beschädigt worden sein.

    Probleme auch in Cumba

    Auch etwas weiter südlich, im Distrikt Cumba (Provinz Utcubamba) kam es aufgrund der Regenfälle zu Problemen. Der gestiegene Wasserstand des Marañón lässt derweil nur eingeschränkt Verkehr durch den Distrikt zu, der wichtige Ortschaften wie Lonya, Camporredondo und Ocallí mit der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße verbindet.

  • Cajaruro / Amazonas: Park-Ranger finden Silberschmiedearbeiten und Inka-Ruinen

    Eine der gefundenen Silberschmiedearbeiten. Foto: Alberto Pintado / ANDINA.
    Eine der gefundenen Silberschmiedearbeiten. Foto: Alberto Pintado / ANDINA.
    Ranger des nordperuanischen Naturparks „Cordillera de Colán“ haben kunstvolle Silberschmiede- und Steinmetzarbeiten gefunden, sowie eine mutmaßliche Inka-Ruine entdeckt. Das gab gestern die Biologin Leyda Gueiler Rimarachín bekannt, die als Biologin für das Büro Bagua Grande des Naturparks arbeitet. „Die Stücke sind sehr Kunstvoll bearbeitet, gut erhalten und zeigen, dass die vorkolombinischen Kulturen auf dem Boden von (der Region) Amazonas bereits die Schmiedekunst beherrschten“, so Gueiler Rimarachín. Ein besonders fein bearbeitetes Objekt scheint wohl eine Art Schutzschild dargestellt zu haben.

    Zur genaueren Untersuchung wurden einige der gefundenen Gegenstände bereits in die Regionalhauptstadt Chachapoyas überführt, wo sie von Spezialisten des regionalen Kulturinstitutes untersucht werden sollen. Für die kommenden Tage wird mit der Ankunft von Archäologen des Kulturinstitutes gerechnet, die an der Fundstelle erste Vorabuntersuchungen durchführen sollen. Bislang ist die Fundstätte von einer dichten Vegetation überwuchert und daran will die Naturparkverwaltung auch bis zum Eintreffen der Archäologen nichts ändern. Damit soll die Fundstätte selbst vorerst konserviert bleiben, auch zum Schutz vor eventuellen Schatzräubern.

    Sollten die Spezialisten der Fundstätte eine große Bedeutung zumessen, werde die Parkverwaltung die Einstellung weiterer Mitarbeiter prüfen, insbesondere solche mit archäologischer Ausbildung, so der Leiter des Naturparks Cordillera de Colán, César Bartra. Mitarbeiter des Parks hätten bereits über weitere Ruinen berichtet.

    Der Naturpark Cordillera de Colán umfasst Teile der Distrikte Aramango und Coppalin in der Provinz Bagua, sowie den Distrikt Cajaruro in der Provinz Utcubamba, allesamt Teile der Region Amazonas. Der 39.215 Hektar große Naturpark wurde vor einem Jahr eröffnet.

  • Bagua: Archäologen finden 2.600 Jahre alte Mumien

    Ein Team von Archäologen hat bei Casual im nordperuanischen Distrikt La Peca (Provinz Bagua / Region Amazonas) acht mit mumifizierten menschlichen Überresten gefüllte Tongefäße gefunden. Wie Grabungsleiter Quirino Olivera Núñez gegenüber der Tageszeitung „El Comercio“ erklärte, handelt es sich dabei um Objekte, die bislang noch keiner prähistorischen peruanischen Kultur zugeordnet werden konnten und rund 2.600 Jahre alt sind.

    Jedes der gebrannten Tongefäße ist ca. 1,20 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 80 Zentimetern. Zum Schutz ihrer Toten verschlossen die noch unbekannten Bestatter an den Gefäßen ein Deckel an. Eines der Gefäße ist kunstvoll verziehrt, die Archäologen vermuten daher, dass es sich dabei um die Knochen eines Mitglieds der damaligen lokalen Elite handelt. Ähnliche Funde waren vereinzelt bereits in der Vergangenheit gemacht worden, vorwiegend durch Landwirte auf ihren Feldern. Zum ersten Mal konnte nun eine entsprechende Fundstätte nach wissenschaftlichen Kriterien untersucht werden.

    Der Fundort, eine Grabungsstätte in der Nähe des 282-Einwohner-Dörfchens Casual, das sich in der Nähe von Bagua (Chica/Capital) befindet, war nach Einschätzung der Archäologen eine Tempelanlage.

  • Peru: Awajún, Wampis und Quechua jetzt Amtssprachen der Region Amazonas

    Logo Regionalregierung Amazonas - Gobierno Regional Amazonas
    Logo Regionalregierung Amazonas – Gobierno Regional Amazonas

    Die Regionalregierung Amazonas hat die Ureinwohner-Sprachen Awajún, Wampis und Quechua als offizielle Amtssprachen anerkannt. Die Entscheidung des Regionalrates fußt auf dem Artikel 55 der peruanischen Verfassung, in dem festgelegt ist, dass in erster Linie Spanisch, aber in Regionen, wo Ursprachen vorherrschen, auch diese Amtssprache sind.

    In den Distrikten Imaza und Aramango (Provinz Bagua), sowie in der Provinz Condorcanqui gehören rund 90% der Bevölkerung zu den Awajún oder den Wampis. Insbesondere im Süden der Region wird in einigen Orten bis heute Quechua gesprochen.

    Die Anerkennung bedeutet, dass vermehrt Lehrer für diese Sprachfamilien ausgebildet und eingesetzt werden können. Zudem bedeutet der Schritt eine Selbstverpflichtung der Regionalregierung, auch Gesundheitspersonal mit entsprechenden Sprachkenntnissen einzusetzen. Bei Gerichtsprozessen müssen entsprechende Übersetzer gestellt werden.

    Aus welchen Mitteln die entsprechenden Fortbildungen finanziert werden sollen geht aus dem Beschluss des Regionalrates nicht hervor. Da Ende des Jahres eine neue Regionalregierung ihre Arbeit aufnehmen wird, ist von einer baldigen Durchsetzung deshalb nicht auszugehen.

  • Erdbeben der Stärke 6,7 erschüttert auch Perus Norden

    Erdbeben am 12.08.2010. Bild: IGP.
    Erdbeben am 12.08.2010. Bild: IGP.

    Ein Erdbeben der Stärke 6,7 auf der Richterskala mit Epizentrum in Ecuador hat heute Morgen um 6:54 Uhr Ortszeit den gesamten peruanischen Norden, insbesondere Piura, Bagua, Tarapoto, Iquitos und Moyobamba erschüttert. Das gab das peruanische geophysische Institut (IGP) bekannt. Das Epizentrum lag rund 216 km Nordwestlich von Pastaza (Region Loreto) jenseits der Grenze in einer Tiefe von 161 Kilometern.

    In Piura, Tarapoto, Iquitos und Moyobamba war das Erdbeben mit der Stärke III auf der modifizierten Merkalli-Skala zu spüren.

    Über Schäden ist bislang nichts bekannt.

  • Utcubamba / Amazonas: Spannungen vor „Baguazo“-Jahrestag

    Die Spannungen steigen vor dem ersten Jahrestag des blutigen „Baguazo“ am 5. Juni vergangenen Jahres, als mehr als 30 Personen im Umland von Bagua Grande ihr Leben bei der Räumung einer besetzten Straße, sowie einer anschließenden Racheaktion verloren, immer weiter an. Mehrere Organisationen habe angekündigt, rund um den Ort „Siempre Viva“ an der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße Gedenkveranstaltungen abzuhalten. Doch unter den verschiedenen Organisatoren herrscht bei weitem keine Einigkeit. So kritisiert unter anderem die Organisation „Frente de Defensa de Amazonas“, sowie die Vereinigung der Bürgerwehren der Provinz Utcubamba die angekündigte Teilnahme des Präsidenten der Region Amazonas, Oscar Altamirano Quispe.

    Gleichzeitig berichtet die Tageszeitung „El Comercio“, die Polizei in Bagua und Bagua Grande habe für den 5. Juni Verstärkung angefordert, da man eine erneute Besetzung der „Estación 6“ fürchte, wo im vergangenen Jahr 12 Polizisten ermordet worden waren. Gleichzeitig grassiert die Angst, dass mehrere Maschinengewehre, die damals toten Polizisten entwendet wurden, im Rahmen der Feierlichkeiten für Mordanschläge verwendet werden könnten.

    Die Indígena-Organisationen ORPIAN und AIDESEP haben einen friedlichen Verlauf der Gedenkfeiern angekündigt.

    Bei Siempre Viva wird es am 5. Juni eine Messe geben.

  • „Baguazo“: Getötete Polizisten werden zu Nationalhelden ernannt

    Die Polizisten, die im vergangenen Jahr bei dem gescheiterten Versuch, die von Ureinwohnern besetzte Fernando Belaúnde Terry-Straße im Norden Perus zu räumen, getötet wurden, sollen zu Nationalhelden ernannt werden. Das erklärte der peruanische Premierminister Javier Velásquez Quesquén nach einem Treffen mit Angehörigen der Polizisten. Damit wolle man sie für ihr „Opfer bei der Verteidigung der Gesellschaft und der Ordnung“ ehren, so Quesquén. Mit der Ehrung einher geht das Versprechen, die Hinterbliebenen der Polizisten finanziell zu Unterstützen.

    Am 5. Juni 2009 hatten Beamten der peruanischen Polizei versucht, den Straßenabschnitt rund um das Straßendorf „Siempre Viva“ zu räumen, den mehrere Gruppen von Ureinwohnern (Indígena) über Wochen hinweg besetzt gehalten hatten, um gegen eine Reihe von Legislativdekreten der peruanischen Regierung zu demonstrieren, durch die sie ihre Rechte angegriffen sahen. Kurz zuvor hatten die Indígena mit einem lokalen Polizeigeneral die Räumung der Straße ausgehandelt. Noch bevor die Straße friedlich geräumt werden konnte, wurden Polizeieinheiten und -hubschrauber losgeschickt, um die Straße zu räumen. Im Umfeld der Straße, aber auch in umliegenden Orten kam es daraufhin zu Ausschreitungen, Zusammenstößen und Racheakten, in deren Folge mindestens 33 Menschen starben, darunter neben Polizisten auch Indígena und andere Bewohner der umliegenden Provinzen.

  • Minderheitsbericht der Bagua-Kommission: Innenministerin Cabanillas trägt Mitschuld an Zusammenstößen

    Das peruanische Innenministerium, damals geführt von der Apra-Politikerin Mercedes Cabanillas, trifft einen Teil der Schuld an dem gescheiterten Versuch der peruanischen Polizei, am vergangenen 5. Juni eine Straßenblockade in der Nähe der nordperuanischen Stadt Bagua Grande zu räumen, bei dem mehr als 30 Menschen ihr Leben verloren. Das geht aus dem Minderheitsbericht der Bagua-Untersuchungskommission hervor, der gestern von Kommissionspräsident Jesús Manacés gemeinsam mit der Ordensschwester Mari Carmen Gómez vorgestellt wurde. In dem 137-Seiten Dokument (ohne Anhang) wird der Weg zum Konflikt um eine Reihe politischer Entscheidungen, von denen verschiedene Ureinwohner (Indígena)-Gruppierungen ihre Rechte beschnitten sahen dargestellt, der schließlich am 5. Juni 2009 eskalierte, als die Polizei versuchte den als „Teufelskurve“ bekannt gewordenen Straßenabschnitt der Fernando Belaúnde Terry-Straße bei dem Örtchen Siempre Viva zu räumen. Minuziös wird die Abfolge der Ereignisse dargestellt. Dabei wird auch auf den kulturellen Hintergrund der unter anderem im Norden der Region Amazonas lebenden Awajún und Wampis (auch: Huampis) eingegangen.

    Einer der Schlüsse, zu dem das Dokument kommt, ist die Mitschuld des peruanischen Innen- und Verteidigungsministeriums. Beide hätten in den Tagen um den 5. Juni entweder gar nichts, oder das falsche getan. Große Verantwortung für die Geschehnisse fanden die Verfasser auch bei Polizeigeneral Muguruza, dem sie unter anderem die schlechte Planung, Vorbereitung und Durchführung der Straßenräumung vorwerfen. Überhaupt wird wiederholt kritisiert, dass kurz vor dem Einsatz der Polizeigeneral Uribe, der mit der Situation und dem Terrain vertraut war, seinen Platz für Muguruza räumen musste, obwohl er bereits Vortschritte bei den Verhandlungen mit den Straßenblockierern erreicht hatte. Auch wird auf die Tatsache hingewiesen, dass trotz der Ankündigung der Indígena, die Straße am 5. Juni friedlich zu räumen, der Polizeieinsatz von Anfang an übereilt durchgeführt wurde.

    Schließlich finden sich auch im Minderheitsbericht der Untersuchungskommission Empfehlungen, wie ähnliche Probleme in Zukunft vermieden werden können.

    Die Kommissionsmehrheit hatte bereits Anfang des Jahres einen Untersuchungsbericht vorgelegt, Manacés und Gómez hatten diesen allerdings scharf kritisiert – vor allem wegen zahlreicher Schuldzuschreibungen gegen kirchliche Einrichtungen und der angeblichen Manipulation der Indígena durch Organisationen aus dem Ausland. In einem offenen Brief hatten sie 43 Gründe für ihre Nichtunterzeichnung des Untersuchungsberichtes öffentlich gemacht. Nach mehrmonatiger Arbeit legten sie nun ihren Minderheitsbericht vor.

    Eine Zusammenfassung des Berichtes können Sie hier herunterladen. Das komplette Dokument gibt es bei der CNR.