2009: Ein schlechtes Jahr für die Pressefreiheit

180 Angriffe auf Journalisten verzeichnete das Menschenrechtsbüro des peruanische Journalistenverband ANP in diesem Jahr, das bedeutet, dass durchschnittlich jeden zweiten Tag ein Journalist während seiner Arbeit angegriffen wurde. In 68 Fällen handelte es sich um physische und Verbale Angriffe, in 34 Fällen wurde über die Justiz versucht, Druck auszuüben. In 29 Fällen kam es zu ernstzunehmenden Drohungen.

Hinzukommen 23 Fälle von Behinderung bei der Arbeit, 8 unrechtmäßige Festnahmen, zwei Entführungen, sowie mehrmalige Beschädigungen des Eigentums und Erpressung.

In der Mehrzahl der Fälle gingen die Angriffe von Zivilpersonen aus, gefolgt von Staatsangestellten und Polizisten/Militärs/Wachleuten. In 21 Fällen konnte der Angreifer nicht identifiziert werden.

Örtlich sind vor allem Lima (20), Maynas (17), Alto Amazonas (15), Cajamarca (11), El Santa (9), Leoncio Prado und Abancay (8), sowie Bagua Grande/Utcubamba (7) betroffen. Bagua Grande/Utcubamba wird auch an anderer Stelle hervorgehoben. So wird ausdrücklich der Fall von Radio La Voz genannt, das im vergangenen Juni geschlossen worden war. „Mit dem Ziel einen unbequemen Zeugen der Geschehnisse an der so genannten „Teufelskurve“ zum Schweigen zu bringen, hat das Transport- und Kommunikationsministerium mit vorgeschobenen Technischen Argumenten die Sendelizenz zurückgezogen“, so das Menschenrechtsbüro. Auch der Fall des Hörfunkjournalisten Julio Vásquez von Radio Cutivalú (Piura) erregte Aufsehen. Er erhielt Morddrohungen, nachdem er über Folterungen im Bergbaucamp Majaz (heute Río Blanco) berichtet hatte. Luis Rivas von der Tageszeitung La República wurde von einer Kugel im rechten Bein getroffen, als er über die Räumung des Schutzgebietes „Bosque de Pómac“ berichtete.

Überhaupt waren Radiojournalisten in diesem Jahr besonders betroffen. 75 Angriffe auf diese wurden verzeichnet, daneben 60 gegen Fernsehjournalisten und 45 gegen Printjournalisten.

Obwohl in Peru nicht weniger Journalisten ermordet werden wie in Mexiko und Kolumbien, stuft das Menschenrechtsbüro der ANP Peru als ein „für Journalisten unsicheres Land“ ein.

Bisher gab es 2009 in ganz Lateinamerika 31 Morde an Journalisten.

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