Kategorie: Medien

Was und wer peruanische Medien umtreibt, wie es um die Pressefreiheit in Peru bestellt ist, was für Gesetze in diesem Bereich geplant sind und was die Zukunft verspricht.

  • Journalisten-Mordprozess wird wieder aufgerollt

    Der Prozess über den Mord an dem Journalisten Alberto Rivera wird wieder aufgerollt. Das entschied das oberste peruanische Gericht (Corte Suprema de Justicia). Grund dafür sind Unregelmäßigkeiten in dem ursprünglichen Prozess am Regionalgericht Ucayali, in dem der dringend tatverdächtige Bürgermeister von Coronel Portillo, Luis Valdez, freigesprochen wurde. Zudem wurde die Verbeamtung des Staatsanwaltes D. Rodríguez rückgängig gemacht, der nach der Entscheidung des Gerichtes nicht in Berufung gegangen war. Während Luis Valdez, der verdächtigt wird, den Mord in Auftrag gegeben zu haben, freigesprochen wurde, hatte das Regionalgericht Ucayali am 14. November A. F. Pizango, als ausführender Täter zu 35 Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von  100.000 Nuevos Soles und seinen Komplizen Alex Ventura Panduro zu 20 Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Letzterer hatte Pizango 300 US-Dollar für den Mord an Alberto Rivera Fernández angeboten.

    == Wiederaufnahme des Verfahrens am 9. März 2009

    Das Regionalgerichtes Ucayali hat nun den Termin für die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Luis Valdéz auf Frühjahr 2009 festgelegt.

  • RPP präsentiert neue Homepage

    Seit gestern verfügt der größte peruanische Radionachrichtensender RPP über eine neue Internetseite. Besonders die Übersichtlichkeit und die Nutzer- und Kommentarfunktionen wurde verbessert. Zudem wurde ein Videobereich der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA eingebaut.

  • Magaly hinter Gittern, "Petroaudios" ziehen Kreise, "Petromails" verbreiten Angst unter Politikern

    Die populäre Gesellschaftsjournalistin und -kommentatorin Magaly Medina (Spitzname „Urraca“) hat diese Woche ihre 6monatige Strafe wegen Diffamierung im Santa Mónica-Frauengefängnis angetreten. Das Gericht in Lima hatte sie schuldig befunden, den derzeit in der deutschen Bundesliga spielenden Fußballer Paolo Guerrero in Mißkredit gebracht zu haben. Magaly Medina hatte in ihrer Zeitschrift und Fernsehsendung „MagalyTV“ (ATV) Bilder veröffentlicht, die mehrere Spieler der peruanischen Nationalmannschaft vor einem Nachtlokal zeigen. Nach MagalyTV sollen diese Bilder gegen 2 Uhr Morgens in der Nacht vor einem Spiel der peruanischen Nationalmannschaft gegen Brasilien entstanden sein – das die peruanische Elf ohne jede Chance verloren hatte. Die beschuldigten Spieler waren daraufhin wegen des „Fehlverhaltens“ aus dem Nationalteam ausgeschlossen worden. Laut dem Urteil waren diese Bilder aber 2 Tage zuvor entstanden, nicht in besagter Nacht, was Magaly Medina vehement bestreitet. Magalys Heimatsender ATV muss jedenfalls derzeit die Abende mit weiteren Telenovelas füllen; sollte die Berufung, die Magalys Anwalt César Nakasaki (u.a. auch Anwalt des Ex-Diktators Fujimori) direkt nach der Urteilsverkündigung ankündigte hatte, erfolglos sein, noch für 6 weitere Monate.

    Magalys Kollegen, so z.B. der Moderator und Schriftsteller Jaime Baily („El Francotirador“), sehen hinter der Strafe eine politische Verschwörung. So ist im Moment die gesamte politische Klasse in großer Aufruhr, seit vor einigen Wochen Tondokumente veröffentlicht wurden, in denen zu hören ist, wie sich Rómulo León Alegría, ehemaliger Minister der Apra-Präsidentenpartei, mit dem Chef des Ölförderunternehmens Discover Petroleum darüber unterhält, wie sie dem Unternehmen bei der Vergabe von Förderlizenzen gegen Geld einen Vorteil verschaffen können. Für Baily ist die Gefängnisstrafe für Magaly Medina nur eine Vernebelungsaktion, um die Aufmerksamkeit von den „PetroAudios“ getauften Tondokumenten abzulenken. Wobei es sich inzwischen nicht mehr nur um Audios – also Tondateien -, sondern auch um „Petromails“ handelt, also um E-Mails von Computern der verdächtigen Personen.

    So ist auch das Ergebnis einer Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsunternehmens „Apoyo“ nicht weiter erstaunlich. Nach einer „Apoyo“-Umfrage, die von der Tageszeitung „El Comercio“ in Auftrag gegeben worden war, wissen 98% der Einwohner Limas von dem Fall Magaly Medina, 42% halten sie der Diffamation für schuldig, immerhin 47% meinen aber auch, dass es sich bei der harten Strafe um eine politische Entscheidung handelt, um die Korruptionsfälle aus den Nachrichten zu verdrängen.

    Derweil ziehen die „Petroaudios“, deren Entstehung noch immer nicht geklärt ist und die nun auch die Geheimdienst-Kommission des peruanischen Kongresses beschäftigen, weiter Kreise. So wird in einem erst vor wenigen Tagen veröffentlichten Tondokument sowohl die Tochter des ehemaligen Ministers León Alegría, die ebenfalls im peruanischen Kongress sitzt, erwähnt, als auch der inzwischen wegen des Falles zurückgetretene Premierminister Del Castillo. Beide streiten jegliche Verwicklung in den Fall vehement ab.

    Um schließlich Jaime Baily noch recht zu geben, soll auch dieser Beitrag mit Magaly Medina enden und nicht mit Petroaudios oder Petromails. Wie RPP Noticias auf seiner Startseite berichtet, war Magalys Sohn Gianmarco nach seinem Besuch im Gefängnis den Tränen nahe. Er soll ihr in einer großen Tüte ein Frühstück und mehrere Bücher gebracht haben.

    Quellen: RPP, ANDINA, El Comercio, CNR

  • Mob zerstört "Radio Sicuani"

    Wie die staatliche peruanische Nachrichtenagentur übereinstimmend mit der Internetseite von Radio Sicuani berichtet, kam es heute Morgen in Sicuani, Provinz Canchis in der Region Cusco, zu einem Zwischenfall. Eine aufgebrachte Menschenmenge stürmte den Radiosender „Radio Sicuani“, zertrümmerte technische Geräte und warf Fernseher, Stühle, Schreibtsiche und Sessel auf die Straße. Zudem seien Morddrohungen gegen die Mitarbeiter ausgesprochen worden, so Doris Ochoa, Direktorin des Senders. Radio Sicuani hatte in der Vergangenheit des öfteren kritisch über einen ausgerufenen, laut Radio Sicuani aber kaum Akzeptanz findenden, Streik in der Provinz geäußert. Die Streikenden fordern die Abschaffung mehrerer Dekrete, die sich mit Landbesitz und Bergbaukonzessionsmöglichkeiten befassen.

    Die peruanische Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf.

  • "El Peruano" wird 183

    Eine der ältesten noch erscheinenden Zeitungen der Welt feiert heute, am 22.10.2008, sein 183jähriges bestehen. „El Peruano“ wurde vom Freiheitskämpfer Simon Bólivar persönlich gegründet und erschien seitdem ohne Unterbrechung. Heute ist „El Peruano“ das Gesetzblatt der Republik Peru und untersteht, auch inhaltlich, der jeweiligen Regierung.

  • 2008 bereits über 500 Prozesse gegen Piratensender

    Radioantennen.
    Radioantennen.

    Wie das Transport- und Kommunikations- ministerium (MTC) berichtet, hat es seit Januar 2008 bereits 528 Strafen gegen Radio- und Fernsehsender verhängt, die über keine Sendelizenz verfügten. In 244 Fällen wurde das gesamte Produktions- und Sendeequipment beschlagnahmt. Insgesamt wurden in diesem Jahr bisher 1570 Sender überprüft. Verteilt auf die verschiedenen peruanischen Regionen lag die Anzahl der beschlagnahmten Anlagen bei:

    • Lima (83)
    • Cajamarca (25)
    • San Martín (19)
    • Ancash (19)
    • Piura (18)
    • Arequipa (15)
    • Ayacucho (13)
    • La Libertad (9)
    • Cusco (8)
    • Amazonas (5)
    • Lambayeque (5)
    • Puno (5)
    • Huancavelica (4)
    • Ica (4)
    • Loreto (4)
    • Madre de Dios (4)
    • Tumbes (4).

    Im vergangenen Jahr hatten Radiosender in Ica beklagt, Sendelizenzen würden teilweise nach rein politischen Kriterien vergeben. Viele Betreiber von Radiosendern beantragen ihre Sendelizenz erst, wenn sich ihr Sender finanziell stabilisiert hat und begeben sich so in die Gefahr der Beschlagnahmung ihres Equipments.

  • Regionalregierung schon wieder gehackt

    Zum zweiten Mal in nur zwei Wochen ist die Internetseite der Regionalregierung www.regionamazonas.gob.pe Opfer eines Hackerangriffes geworden. Wie es im Moment aussieht, wird sich an der schlechten Sicherung der Seite auch in Zukunft nichts ändern. Die veränderten Daten wurden inzwischen gelöscht, wie es aussieht, haben die Hacker aber bereits ein Hintertürchen in den Server eingebaut. Der zuständige Administrator war bisher nicht zu erreichen, um Auskünfte über eine Verbesserung der Absicherung zu geben.

  • Regionalregierung gehackt

    Seit gestern vormittag ist auf der Startseite des Web-Portals Regionalregierung von Amazonas (Gobierno Regional) der „Gruß“ eines Hackers an den Administrator der Internetseite zu sehen. Betroffen scheint vor allem das Nachrichtensystem, das, wie es aussieht, ein Sicherheitsloch hat. Obwohl der Hacker sein Angriffchen auf das Nachrichtensystem auf der Nachrichtenseite selbst großspurig als „Deface“, also als optische Veränderung der Seite selbst, anpreißt, hat er vermutlich nur einen kleinen PHP-Code geschrieben oder kopiert, um die Seite zu überlisten. Klärungsbedarf besteht vor allem, da es dem Hacker auch gelang, ein Bild auf den Server der Regionalregierung zu stellen, auf dem er seinen Internetnamen („Nic“) bekannt gibt. Ob der Hacker auch auf Institutionsinterne Daten zugreifen konnte, muss nun Ing. Humberto Sopla Bacalla klären, der für die Internetseite verantwortlich ist.

    Im vergangenen Jahr hatte es einen ähnlichen Angriff auf regionamazonas.gob.pe gegeben, bei dem ebenfalls das Nachrichtensystem angegriffen worden war.

  • Chachapoyas Radio präsentiert neue Homepage

    Radioantennen.Seit gestern ist die Internetseite von Radio Chachapoyas, dem Radio der Stadtverwaltung Chachapoyas, für die Öffentlichkeit zugänglich. Zugänglich ist sie über radio.chachapoyas.net.pe. Besonders sehens- bzw. hörenswert ist der Bereich „Joyas de la música Chachapoyana“ (dt. Schmuckstücke chachapoyanischer Musik), wo man traditionelle Kompositionen und Musikstücke anhören und sich über ihre Geschichte informieren kann.

    Die restlichen Texte sind sehr PR-lastig, viele Artikel sind noch nicht oder nur halb zugänglich, was nach Worten des Verantwortlichen Will Sanchez bald anders werden soll. Mit einer regelmäßigen Aktualisierung ist dagegen nicht zu rechnen.

    Quelle:radio.chachapoyas.net.pe

  • Peruanische Fernsehnachrichten: Mord und Totschlag & viel Sport

    Vergangene Woche veröffentlichte der peruanische Rat für Radio- und Fernsehangelegenheit eine Studie, für welche das Ad-Rem-Institut Anfang 2008 insgesamt 28 Fernsehnachrichten- sendungen analysiert hat, die in den größten Städten Perus ausgestrahlt werden. Auch die Nachrichtensendungen des Staatsfernsehens TV Peru wurde ausgewertet. Dabei zeigt sich ein großer Unterschied zwischen den Nachrichtensendungen, die in Lima produziert werden und den Sendungen, die in anderen Teilen Perus produziert werden. So verbreiten die Sender mit Sitz in Lima zu einem sehr großen Anteil (29,4%) Sportnachrichten – Politik (7,9%) ist dagegen eher ein Nebenthema. Auch Kathastrophenberichterstatung ist mit 9,4% der Sendezeit in den Limaer Fernsehsendern überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Bei „lokaler geprägten“ Nachrichtensendungen stehen mehr Polizeimeldungen (19,9%), praktische Bürgerprobleme (15,6%) und soziale Probleme (13,1%) im Blickfeld, Sportmeldungen haben mit 5,7% nur einen peripheren Anteil. Das Staatsfernsehen konzentriert sich mit 18,4% stärker auf den Bereich der Politik, wobei selbst hier der Sport mit 20,7% die Oberhand behält.

    Insgesamt sind in Lima kurze Nachrichtensendungen verbreiterter, während die Lokalnachrichten eher ausführlicher auf die einzelnen Meldungen eingehen. Zudem verfügen die Hauptstadtmedien über die Möglichkeit, Live von außerhalb des Studios zu senden. Einige können sogar auf ein Netz von Korrespondenten und Spezialisten zurückgreifen. Die regionaleren Sendungen können dagegen höchstens auf das Telefon für Interviews zurückgreifen.

    Analysiert worden waren Sendungen von Fernsehanstalten aus Lima, Piura, Chiclayo, Cajamarca, Trujillo, Huancayo, Arequipa, Cusco und Iquitos.

    QUELLE: Concortv