Kategorie: Medien

Was und wer peruanische Medien umtreibt, wie es um die Pressefreiheit in Peru bestellt ist, was für Gesetze in diesem Bereich geplant sind und was die Zukunft verspricht.

  • Militär nimmt Journalist gefangen

    Wie die Vereinigung regionaler Radiosender CNR bekannt gab, wurde am Dienstag Genaro Alvarado Tuesta, Journalist des Radiosenders „La Voz de la Selva (LVS)“ aus Iquitos von Angehörigen des peruanischen Militärs für mehrere Stunden festgehalten und dabei misshandelt. Alvarado Tuesta führte in einer Krankenstation des Militärs ein Interview mit Freddy Huayunga Vela, einem Soldaten, der bei einem Zusammenstoß zwischen peruanischem Militär und der kolumbianischen Guerillaorganisation FARC schwer verletzt wurde. 5 Minuten nach Beginn des Interviews seien Militärangehörige in den Raum gestürmt, hätten ihn für 30 Minuten in einen Raum eingesperrt und ihm die Aufnahmegeräte des Radiosenders abgenommen, so Alvarado Tuesta. Zudem habe man ihm die Kleidung zerrissen und ihn verprügelt. Inzwischen wurde die Volksanwaltschaft „Defensoría del Pueblo“ eingeschaltet.

    Quelle: CNR

  • ONE LAPTOP PER CHILD in Amazonas

    Der frisch gebackene Kultusdirektor der Region Amazonas (DREA), Prof. Grimaldo Vasquez Tan, präsentierte gestern in Chachapoyas den ONE LAPTOP PER CHILD (OLPC)-Laptop. Dieser mobile Computer soll besonders Kindern und Jugendlichen aus ärmeren Gegenden helfen, einfacher auf moderne Informationstechnologie zurückzugreifen. Der in erster Linie für Lehr- und Lernprogramme gestaltete Computer ist aber nicht nur sehr robust und größtenteils wasserunempfindlich, sondern verfügt auch über Spielmöglichkeiten und Netzwerkzugang über ein drahtloses Netzwerk.

    In einer Testphase bekommen nun 2.921 Schülerinnen und Schüler der Region einen solchen Computer zur Verfügung gestellt. Parallel dazu wird es eine Reihe von Weiterbildungen für Lehrerinnen und Lehrer geben, damit ein Einsatz dieser neuen Technologie auch sinnvoll in den Unterricht eingebaut werden. Außerdem werden technische Grundlagen vermittelt, um kleinere Macken selbst lösen zu können. Betreut wird das Projekt von Mitarbeitern des Bildungsministeriums, die extra für die OLPC-Kampagne ausgebildet wurden.

    Quelle: DREA

  • Umweltministerium: Geldlos aber allgegenwärtig

    Antonio Brack. Foto: Agencia AndinaKaum ein Satz würde die derzeitige Situation des frisch gegründeten peruanischen Umweltministeriums besser ausdrücken als der, mit dem der regierende Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit einmal seine Stadt beschrieb: Arm, aber Sexy. Das Thema Umweltschutz steht ganz oben auf der Presseagenda und ist auch in Alltagsgesprächen ständig im Mittelpunkt. Dass es so ist, überrascht kaum, hängt doch über Lima ein ganzjähriger Smogfilm. Selbst an den abgelegensten Orten findet man herumliegende Plastiktüten und der Müll wird meist entweder einfach verbrannt oder einfach einen Berg hinuntergekippt. Abwässer fließen bis auf wenige Ausnahmen ungeklärt einfach ins Meer oder in Flüsse. So war es schon seit langem an der Zeit, auf höchster Ebene eine Instanz zu schaffen, die sich um diese Themen kümmert. Geschickt hatte der Staatschef Alan García den Lateinamerika-Karibik-EU-Gipfel ausgewählt, um die Gründung des neuen Ministeriums bekannt zu geben. So konnte er sich dort nicht nur von vielen Staatschefs auf die Schulter klopfen lassen, sondern gleich Kontakte knüpfen, um an KnowHow und Geld aus den Ministerien und Kassen der Teilnehmerstaaten zu kommen.

    Mit Antonio Brack Egg zog er zudem einen Minister aus dem Hut, der nicht von allen, aber von sehr vielen Organisationen und Institutionen, die sich mit dem Umweltschutz auseinandersetzen, seit Jahren als Experte anerkannt und geschätzt wird. Auch war er vorher durch ein Fernsehprogramm über Flora und Fauna Perus bereits das „Gesicht des Umweltschutzes“.

    Seitdem nun ist Brack Egg beinahe täglich in den meisten Medien an sehr prominenter Stelle vertreten. Mit seinen Forderungen nach besserer Wasseraufbereitung, -verteilung und -klärung, nach Bau und Verbesserung von Müllentsorgungs- und Recyclingmöglichkeiten rennt er offene Türen ein. Zuletzt gab es einen Streit um einen Abwasserabfluss in la Perla, einem Stadtteil der Hafenstadt Callao, über den Schmutzwässer aus ganz Lima ungeklärt ins Meer fließen. Die Anwohner von La Perla wehrten sich vergebens, an ein Bad im Pazifik ist rund um den Stadtteil nicht mehr zu denken. So ließ es sich Brack Egg nicht nehmen, demonstrativ den gestrigen „Tag der Umwelt“ dafür zu nutzen, öffentlich in Villa El Salvador (VES) aufzutreten – einem der wenigen Teile Limas, die über ein voll funktionsfähiges Wasser- und Abwassersystem verfügen.

    Am Tag seines Amtsantrittes verkündete Brack Egg, sein Ministerium nach Vorbild des deutschen Umweltministeriums aufbauen zu wollen. So war dann auch konsequenterweise eine seiner ersten Forderungen, Kraftfahrzeuge nach ihrem Verbrauch und dem Ausstoß von Abgasen zu besteuern.

    Allein: So erfolgreich sich Brack Egg auch im „Agenda Setting“ (besetzen der Medien mit seinen Themen) betätigt, sein Ministerium besteht bisher nur auf dem Papier. Die wenigen Mitarbeiter und spärlichen Räumlichkeiten, über die das Umweltministerium derzeit verfügt, sind hauptsächlich durch internationale Kooperation finanziert. Vor wenigen Tagen lehnte es der Kongress ab, Mittel, die bisher der nationale Umweltrat CONAM erhält, auf das neue Ministerium zu übertragen. Der Grund dafür liegt weniger am Widerstand gegen ein Umweltministerium, sondern eher an der Art, wie das Ministerium gegründet worden war. Nicht das Parlament hat eine gesetzliche Grundlage geschaffen, sondern Präsident García hatte per Dekret die Gründung angeordnet.

    Antonio Brack Egg hat sich schon durch so manche Schwierigkeit gebissen, vermutlich wird es auch bei diesem Mal klappen. Zu wünschen wäre es ihm, aber vor allem auch der peruanischen Umwelt.

    Quelle: ANDINA, PCM

  • S./25.424,20 für Kathedrale

    Kathedrale ChachapoyasAm heutigen Donnerstag gab Bischof Emiliano Cisneros Martínez im Rahmen einer Pressekonferenz das Endergebnis der Benefizveranstaltung am vergangenen Samstag bekannt. Demnach konnte mit den nachträglich eingegangenen Spenden das Ziel von 25.000 Soles übertroffen werden. Zudem gingen weitere Materialspenden im Wert von rund S./ 1.192,50 ein. Cisneros konnte auch verkünden, dass eine Privatuniversität mit Nebensitz in Chachapoyas weitere 1.700 Soles beitragen wird. Er dankte im Namen der Diözese allen teilnehmenden Radio- und Fernsehstationen, sowie der Bevölkerung, die trotz des schlechten Wetters zahlreich in die städtische Sporthalle „Florentino Ordinola“ gekommen war. Auch den Moderatoren und Künstlern, die fast 12 Stunden am Stück Programm gestaltet hatten, dankte er.

    Im Rahmen der Pressekonferenz wurde eine weitere Aktvität für den 5. Juli angekündigt.

    Mario Torrejón von der Stadtverwaltung erklärte, um den 15. Juni sollte mit dem Neubau des Daches der Kathedrale begonnen und bis zum 30. Juli fertig gestellt werden.

    Mit der Gestaltung des Innenraums beschäftigt sich derzeit eine Architektengruppe aus der Region Ancasch.

  • Radio Chachapoyas nimmt Arbeit auf

    Radioantennen.

    Pünktlich nahm Radio Chachapoyas heute Morgen um 9:30 peruanischer Zeit mit nur 30 Minuten Verspätung seine Arbeit auf. Grußworte sprachen im dazugehörigen Festakt unter anderem Bürgermeister Peter Lerche, die Gemeinderätin Elisabet Terán und der Personalchef des Rathauses, Will Sanchez Muñóz. Neben Propaganda der Stadtverwaltung soll das Radio besonders kulturelle Aktivitäten und Programme diverser staatlicher Institutionen und Vereine verbreiten. An den Vorgängersender „Norperuana“ wird Radio Chachapoyas mit an Sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit wegen einer kleineren Reichweite und fehlenden Monopolstellung nicht herankommen, aber vielleicht wird 99,1 ja wirklich einmal ein Punkt, auf den man in Chachapoyas sein Radio einstellen kann, ohne vor Schreck gleich wieder umstellen zu müssen.

    Quelle: Internetübertragung des ersten Programmes. Begrüßungsansprache hören.

  • Bereits 127 stillgelegte Piratensender in diesem Jahr

    Radioantennen.

    Wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA berichtet, hat das Transport- und Kommunikationsministerium von Januar bis April diesen Jahres 127 Radiosender ohne Sendelizenz stillgelegt. Neben einer Haftstrafe für die Betreiber werden dabei auch das Produktions- und Sendeequipment konfisziert. Von diesen 127 stillgelegten Sendern befanden sich 66 in Lima, 14 in Arequipa, 11 in Piura und Cajamarca, jeweils 5 in Puno und Amazonas, 4 in Cusco, Tumbes, Ayacucho und La Libertad und eine in Madre de Dios. Laut dem Ministerium wurde die Zahl der Piratensender in den letzten beiden Jahren um 50% verringert.

    Unter anderem um auch noch die letzten Stationen still zu legen wird das Transport- und Kommunikationsministerium (MTC) in den nächsten 2 Monaten 6 Zweigstellen in verschiedenen Landesteilen einrichten. Die „glücklichen“ Regionen, die eine solche Zweigstelle bekommen werden, sind Arequipa, Cuzco, Piura, Junín, Ancash und La Libertad.

    In vielen Regionen Perus, besonders in ländlichen Gegenden, gibt es Piratensender, die oft die einzige Informationsquelle für die lokale Bevölkerung darstellen. Zudem sind viele Gebiete bis heute noch nicht für Radiowellen “kanalisiert”, weswegen für diese Gebiete überhaupt keine Sendelizenz ausgegeben werden kann. Leider versäumen viele der Radiobesitzer, rechtzeitig eine Lizenz zu beantragen. Da sehr viele kleine Radiosender durch die sehr geringe Menge an Werbung aus dem lokalen Umfeld kaum die laufenden Betriebskosten für die technischen Anlagen finanzieren können, melden manche auch ihr Radio nicht an, um die Gebühren für die Funkfrequenz zu erhalten. Außerdem muss neben der Sendelizenz auch die Verwertungsgesellschaft für Musik APDAYC bezahlt werden – Geld, über das nur wenige der kleinen Lokalsender verfügen.

    Durch schlecht bzw. nicht abgestimmte Frequenzen und Sendestärken wird allerdings manchmal der Empfang legaler Radiostationen beeinträchtigt.

    Quelle: ANDINA / „Schluss mit Dorfpiraten“ (in diesem Blog)

  • Schluss mit Dorfpiraten

    Radioantennen.

    Der Provinzstaatsanwalt von Utcbamba, Edwin Vásquez erklärte gestern den Piratensendern der Provinz den „Krieg“. Das meldet die Coordinadora Nacional de Radio (CNR), ein Zusammenschluss legaler lokaler Radiosender. Er werde seine gesamte Autorität geltend machen, um die Radiosender ohne Lizenz zu schließen, die weiterhin das „elektromagnetische Spektrum stehlen“, so Vásquez. Auf Senden ohne Lizenz im Bereich FM steht nach §186 des peruanischen Strafgesetzbuches 4 bis 8 Jahre Haft.

    Am 30. April hatten Polizeibeamten in der Provinz 4 Radio- und einen Fernsehsender abgeschaltet und die Sendegeräte konfisziert, die über keine Genehmigung des Transport- und Kommunikationsministeriums (MTS) verfügten.
    Während der Polizeiaktion wurden die Polizisten von den Besitzern der Piratensender angegriffen, einer der Polizisten wurde gar in seinen rechten Arm gebissen. Nach dem Strafgesetzbuch steht auf den Angriff auf einen Polizeibeamten eine Haftstrafe von mindestens 6 Jahren.

    In vielen Regionen Perus, besonders in ländlichen Gegenden, gibt es Piratensender, die oft die einzige Informationsquelle für die lokale Bevölkerung darstellen. Zudem sind viele Gebiete bis heute noch nicht für Radiowellen „kanalisiert“, weswegen für diese Gebiete überhaupt keine Sendelizenz ausgegeben werden kann. Leider versäumen viele der Radiobesitzer, rechtzeitig eine Lizenz zu beantragen. Da sehr viele kleine Radiosender durch die sehr geringe Menge an Werbung aus dem lokalen Umfeld kaum die laufenden Betriebskosten für die technischen Anlagen finanzieren können, melden manche auch ihr Radio nicht an, um die Gebühren für die Funkfrequenz zu erhalten. Außerdem muss neben der Sendelizenz auch die Verwertungsgesellschaft für Musik APDAYC bezahlt werden – Geld, über das nur wenige der kleinen Lokalsender verfügen.

    Durch schlecht bzw. nicht abgestimmte Frequenzen und Sendestärken wird allerdings manchmal der Empfang legaler Radiostationen beeinträchtigt.

    Quelle: u.a. http://www.cnr.org.pe/noticia.php?id=21974

  • Radio Municipal bald wieder sinnvoll?

    Liste aller (legalen...) Radiosender in Chachapoyas

    Wie man auf den Gängen der Provinzverwaltung von Chachapoyasflüstert, wird Mitte Mai 2008 das Radio, das in den letzten Jahren unter dem Namen „Frecuencia99“ vor sich hindümpelte, unter dem Namen „Radio Chachapoyas“ wiederauferstehen. Geplant ist das ganze als „Kulturradio“, bei dem immerhin 3 Leute voll arbeiten sollen. Auf lange Sicht sollen dann auch die Radios von einigen Distriktverwaltungen mit eingebunden werden, um untereinander Nachrichten und produzierte Programme austauschen.

    Nach dem Frequnezregister des Transport- und Kommunikationsministeriums wird es sich gegen „nur“ 16 andere Radiosender behaupten müssen, von denen mindestens 3 behaupten, sie seinen ein Kulturradio…

  • Jaén / Cajamarca: Journalist ermordet

    Das Leben als Journalist in Peru bleibt eine gefährliche Angelegenheit. In der Nacht auf Samstag, 17. März 2007, wurde in Jaén (Cajamarca) der Radiojournalist Miguel Pérez Julca (38)durch mehrere Kopfschüsse ermordet. Seine Frau wurde schwer verletzt.

    Der Journalist und Jurastudent, der auf der lokalen Radiostation „Éxitosa“ die tägliche Nachrichtensendung „El informativo del pueblo“ moderierte, hatte in seiner letzten Sendung sowohl die Machenschaften des Stromanbieters Electronorte wegen der hohen Strompreise, als auch den Bürgermeister Jaime Vílchez wegen seiner Untätigkeit im Zusammenhang mit der der überbordenden Kriminalität in der Stadt kritisiert. Zum Tatzeitpunkt war Miguel Julca gerade mit dem Motorrad nach Hause gekommen, als zwei vermummte Gestalten vor den Augen seiner Frau Nelly Guevara Arrascue (32) und seiner Kinder ihm mehrere Male in den Kopf schossen. Ein weiterer Schuss verletzte seine Frau über dem Knie, sie wird derzeit im Krankenhaus Jaén ärztlich behandelt.

    Die Witwe Nelly Arrascue erklärte gegenüber Radio Marañón: „Es gab bereits vor ein paar Tagen einen Vorfall. Er rief mich vom Handy aus an und sagte, ich soll die Tür offen stehen lassen damit er mit dem Motorrad sofort ins Haus fahren kann, ein weißes Auto würde ihn verfolgen.“

    Nach Angaben der Familie und Zeugen aus der Nachbarschaft waren die zwei Täter von heruntergekommenem äusseren. Während der Tat waren sie nicht vermummt.

    Als Reaktion auf den Mord riefen alle öffentlichen und privaten Institutionen Jaéns zu einer Großdemonstration vor dem Bürgermeisteramt auf. Wie die Tageszeitung El Comercio berichtet, hat das Innenministerium bereits „DIRINCRI“, eine Eliteeinheit der peruanischen Polizei, nach Jaén beordert, um die Ermittlungen der örtlichen Polizei zu übernehmen. Im Gedenken an den ermordeten Journalisten und um auf die Sicherheitssituation aufmerksam zu machen, werden am morgigen Dienstag alle Radio- und Fernsehkanäle von 6 bis 18 Uhr den Sendebetrieb aussetzen.

    In einer auf allen Sendern verlesenen Nachricht riefen sie zudem die zuständigen Autoritäten auf, alle Mitglieder des Provinzgerichtes und der örtlichen Polizei zu entlassen und die Stellen neu zu besetzen.

    Der Mord an Pérez Julca war der erste Journalistenmord in Peru seit dem 21. April 2004, als Alberto Rivera Fernández, Journalist in Pucallpa, ermordet worden wurde. Am 14 Februar des selben Jahres war auch Antonio de la Torre Echandía in Yungay bei der Ausübung seines Berufes getötet worden. Beide Verbrechen sind bis heute nicht abschließend aufgeklärt worden.