Entscheidung über Verbleib von Bildungsministerin Salas fällt kommenden Donnerstag

Perus Bildungsministerin Patricia Salas. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / ANDINA.

Perus Bildungsministerin Patricia Salas. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / ANDINA.

Gestern musste sie dem Kongress mehrere Stunden Frage und Antwort stehen, am kommenden Donnerstag werden die Abgeordneten über den Verbleib von Bildungsministerin Patricia Salas O’Brien im Ministerkabinett abstimmen. Gestern versuchte die Ministerin, ihr geplantes neues Lehrergesetz noch einmal zu erklären, die Kosten darzustellen, sowie die Behandlung von bereits verbeamteten Lehrern zu detaillieren. So sollen bereits verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer direkt in höhere Positionen einsteigen können. Auf eine der 31 gestellten Fragen antwortete Salas, die Reform des Lehrergesetzes, das Anstellung, Aufstieg, Verbeamtung und Bezahlung von Lehrern regeln soll, werde 2013 rund 720 Millionen Nuevos Soles kosten und strikt nach Leistungskriterien erfolgen.

Zudem nahm Salas Stellung zu dem Vorwurf, mit Conare-Sutep über Gehaltserhöhungen zu verhandeln, einer Fraktion innerhalb der Lehrergewerkschaft SUTEP, die der Movadef-Bewegung nahe stehen soll, die wiederum als politischer Arm der Terrororganisation Sendero Luminoso gilt. Die Ministerin schloss solche Verhandlungen kategorisch aus und erklärte, die Regierung sei nicht bereit, denjenigen entgegen zu kommen, die Terror verherrlichten.

Javier Velásquez Quesquén, APRA. Foto: ANDINA/ Percy Hurtado.

Javier Velásquez Quesquén, APRA. Foto: ANDINA/ Percy Hurtado.

Die Opposition, insbesondere die (wenigen) Abgeordneten der ehemaligen Regierungspartei APRA ließen sich davon nicht überzeugen. Der APRA-Abgeordnete Javier Velásquez Quesquén verteidigte die unter der (APRA-)Vorgängerregierung ausgearbeitete Reform, die, so Velásquez Quesquén, das Leistungsprinzip noch stärker betont und warf der Ministerin vor, sich von der Lehrergewerkschaft treiben zu lassn. Die jetzige Reform dagegen sei ein “Sprung ins Leere”.

Auch der AP-Abgeordnete Manuel Merino De Lama kritisierte die geplante Reform. Sie lasse das Personal der Schulverwaltung außen vor und bringe kaum Besserungen gegenüber den bisherigen Regeln, so Merino de Lama.

  3 comments for “Entscheidung über Verbleib von Bildungsministerin Salas fällt kommenden Donnerstag

  1. Morenga
    18. August 2012 at 21:10

    Lehrer in Gefahr!
    Das neue Lehrergesetz ist nicht nur undemokratisch zustande gekommen (gesetzt als Fakt ohne die aktive Einebziehungen der Betroffenen sowie der Gewerkschaft der Lehrer/SUTEP), sondern fällt auch hinter das alte Gesetz zurück, welches allerdings nie realisiert wurde.
    Hauptprobleme des neuen Gesetzes sind, dass es Tests für Lehrer festschreibt, die nicht auf Verbesserung sondern auf Selektion beruhen. So können viele Lehrer in den ländlichen Gebieten die Tests nicht bestehen. Sie sollen, so der Wille der Regierung, dann entlassen werden. Der bessere Weg, dass der Staat dafür sorgt, dass Lehrer in Peru sich fortbilden können, wird nicht gewählt. Das muss man sich einmal vorstellen, es gibt weder ein Recht noch eine Pflicht für Fortbildungen. Und, Lehrer müssen meist, wenn sie sich fortbilden lassen wollen, die Kosten selber tragen, und dasvon einem vollkommen unzurechenden Gehalt (1200-ca.3500 Soles).
    Die Aufstiegschancen werden damit erkauft, dass ein großer Teil der Lehrer im Stufensystem abgestuft werden wird. Profitieren werden nur wenige. Ein weiteres Problem ist, dass die Unterrichtsvorbereitung faktisch nicht bezahlt wird.
    Das neue Gesetz möchte übrigens die im alten Gesetz festgesetzten Zahlungen bei Tod eines Familienangehörigen streichen.
    Jetzt wichtig: Demokratische Neuverhandlung!!!

  2. Morenga
    18. August 2012 at 21:59

    Nachtrag: Leider gibt es keine demokratische Opposition im peruanischen Parlament. Nur die FujiApristas, die sich dem Marktradikalismus (Neoliberalismus) verschrieben haben, üben Druck von Rechts aus.

    Umso erfreulicher, dass es eine aktive soziale Bewegung sowie eine starke Lehrergewerkschaft gibt (übrigens hat die Leitung von SUTEP sich klar vom Sendero distanziert. Nur die SUTEP-Conare haben in Teilen leider nicht viel aus der Geschichte gelernt).

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