Sechura / Piura: Öl-Diebe zapfen Pipeline an / Polizei warnt vor Explosionen

Öl-Diebstahl bei Bayóvar (Piura). Bilder: PNP/La República.

Öl-Diebstahl bei Bayóvar (Piura). Bilder: PNP/La República.

In der Wüste bei Bayóvar (Distrikt + Provinz Sechura / Region Piura) wird immer häufiger die nordperuanische Ölpipeline (Óleoducto Nor Peruano) illegal angezapft. Das berichtet die Tageszeitung „La República“ unter Berufung auf Dokumente der peruanischen Nationalpolizei. Demnach fand die Polizei vor einem Monat in der Wüste 53 Plasticksäcke, die zuvor Öl aus der Pipeline enthalten hatten – die meisten davon offensichtlich in die Wüste geleert, um nicht von einem nahenden Streifenwagen mit den Ölsäcken angetroffen zu werden. Auf mehreren Fotos, die „La Repbública“ veröffentlicht, sind sogar fest -aber illegal und ohne Sicherheitsmechanismen- installierte Zapfhähne zu sehen, die den Öldieben das Abfüllen des Öls erleichtern.

Die Polizei fürchtet dabei nicht nur um die Umwelt, die durch die in der Wüste zerstörten Ölsäcke stark in Mitleidenschaft gezogen wird, von den finanziellen Verlusten für die Betreiber der Pipeline ganz zu schweigen. Die Gefahr besteht für die Polizei vielmehr in den Gasen, die sich in der Pipeline bilden. Durch unsachgemäßes Anbohren der Rohre könnte es zu gigantischen Explosionen kommen. Bislang konnte die Polizei drei komplette Tankwagen mit gestohlenem Öl abfangen – die Zahl der Tankwagen, die nicht abgefangen werden konnten, liegt vermutlich wesentlich höher. Die festgenommenen Tankwagenfahrer sitzen inzwischen im Gefängnis. Petro Perú -der Eigentümer der Pipeline- vermutet, dass aus dem Öl Kerosin hergestellt werden soll. Das wird nicht nur zur Beleuchtung, zum Kochen oder zur Stromerzeugung eingesetzt, sondern auch zur Produktion des Kokain-Grundstoffs Pasta Básica. Seit der Transport und Verkauf von Kerosin stärker kontrolliert wird, ein lohnender Schwarzmarkt. Forderungen, die nordperuanische Ölpipeline besser zu überwachen sind schwer umzusetzen. Nach Angaben von Petro Perú werden die Rohrleitungen regelmäßig abgesucht, eine permanente Kontrolle sei aber bei einer Länge von fast 1.000 Rohr-Kilometern unmöglich zu gewährleisten.
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