Berlinale: DER GOLGENE BÄR GEHT NACH PERU!

vrnl: Magaly Solier, Claudia Llosa. Foto: ANDINA

vrnl: Magaly Solier, Claudia Llosa, María del Pilar. Foto: ANDINA

Völlig überraschend geht der Goldene Bär, die höchste Auszeichnung der internationalen Filmfestspiele Berlin an Berlinale-Neuling Peru. Ausgezeichnet wurde der Film „La Teta asustada“ (Milk of Sorrow) der peruanischen Regisseurin Claudia Llosa. Folgerichtig widmete die Regisseurin  den Preis ihrem Heimatland. „Das ist für Peru, für unser Land,“ sagte Llosa, was aber beinahe in den stehenden Ovationen unterging.

Hauptdarstellerin Magaly Solier dankte zuerst ihrer Mutter auf spanisch, grüßte ihr Heimatland Peru und sang ein Lied auf Quechua. Gegenüber RPP Noticias erklärte sie, der Preis sei auch eine Anerkennung der Leiden tausender Frauen während der Auseinandersetzungen in Peru, unter denen besonders die Region Ayacucho – aus der sowohl Magaly Solier, als auch ihre Filmfigur stammen – gelitten haben.

Gegenüber dem peruanischen Nachrichtensender „CPN Radio“ erklärte Llosa, sie habe sich nach dem Aufruf der hinteren Plätze schon damit abgefunden, nicht unter den Preisträgern zu sein. Umso größer war dann wohl die Überraschung, neben dem Preis der internationalen Kinopresse auch noch den goldenen Bären zu bekommen.

Claudia Llosas zweiter Film „La Teta asustada“ ist eine peruanisch-spanische Gemeinschaftsproduktion. Mit 33 Jahren ist sie die jüngste Regisseurin, die jemals für den goldenen Bären angetreten ist.

Im Mittelpunkt des Films steht eine junge Frau, die von den Gräueltaten, die ihre Mutter zu Zeiten des Terrorismus durch den Leuchtenden Pfad in Peru erleiden musste, traumatisiert wird.

  0 comments for “Berlinale: DER GOLGENE BÄR GEHT NACH PERU!

  1. Bea
    19. März 2009 at 09:19

    Hallo!
    Ich habe mir diesen Post und den über die Ausstellung Yuyanapaq angeguckt und musste feststellen, wie wenig ich über mein eigenes Land kenne. Ich komme ursprünglich aus Lima (wurde 1980 geboren) und kenne die Grausamkeit kaum, die die Bevölkerung und vor allem die andine Bevölkerung in den Zeiten von Sendero Luminoso (Leuchtendem Pfad) erleiden musste. Unter Stolztränen habe ich mir das Video „Der Goldene Bär geht an Peru!“ angeguckt und immer noch voller Gefühle bin ich mehr den je dankbar für diese starken peruanischen Frauen, die eine nicht unbeachtliche Gruppe Frauen in Peru hier bei der Berlinale vertreten haben. Ich identifiziere mich mit ihnen, obwohl ich nicht annähernd so stark bin wie sie, und dieses Beispiel „peruanischer Größe“ gibt mir Kraft, den Weg, den ich gewählt habe, weiter zu gehen.
    Der Freund von meiner Schwester (und ein Freund von mir) hat mich auf diese Beiträge aufmerksam gemacht, und ich muss lächeln und an Magaly Solier denken, weil er auf keinen Fall ein „machista“ ist 😉 In meinem Umfeld werden Frauen sowieso sehr geachtet, ich hoffe, bald ist die Mehrzahl der Männer in Perú so, aber, wie man sieht, ist das nicht ausschlaggebender Faktor dafür, dass Frauen das sagen, was sie denken und das tun, was sie wollen und für richtig halten.

    Muchos saludos! Ich freue mich auf weiter Posts 🙂

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