Kategorie: Kultur

Peru bietet einen enormen kulturellen Reichtum. Mehrere Kulturen hatten hier ihren Ausgangspunkt, darunter die Machu Picchu-Erbauer, die Inka. Obwohl während der Kollonialzeit zurückgedrängt, ist das kulturelle Erbe bis heute sehr reich an Mythen, Traditionen, Lebensstilen und Bauwerken.

  • Dina Paucar singt für die Kartoffel

    Volksmusik-Folklore-Star Dina Paukar, bekannt geworden durch Superhits wie „Madre“ (Mutter), „Me emborracho“ (Ich betrinke mich) oder „Adios Adios“ (Tschüss, Tschüss), singt den Titelsong für den diesjährigen „Tag der Kartoffel“ (día de la papa) am 1. Juni in Comas, Peru.  Dina Paucar wird dabei von den Caribeños de Guadalupe, Camaguey und Chola Chabuca begleitet. Im Rahmen der Feiern wird Dina Paucar auch offiziell als Unicef-Ehrenbotschafterin vorgestellt. In einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA rief sie die Peruaner auf, mehr Kartoffeln zu essen, die ja schließlich sehr lecker sei und zudem aus Peru komme. Derzeit isst der durchschnittliche Peruaner rund 75 Kilo Kartoffeln pro Jahr. Events wie die Feierlichkeiten zum Tag der Kartoffel sollen helfen, die Statistik auf 100 Kilo pro Person und Jahr zu heben. Deshalb wurde kürzlich vom Landwirtschaftsministerium auch schon das „Papapan“ vorgestellt (Wortspiel aus Papa und Kartoffel + Brot). Durch die Steigerung des Kartoffelkonsums sollen auch die in letzter Zeit stark angestiegenen Lebensmittelpreise wieder sinken.

    Quelle: ANDINA

  • Fizcarraldos Traum

    In einem Film von Werner Herzog kämpft Klaus Kinski alias Brian Sweeney Fitzgerald gegen Natur und Establischment, um seinen Traum zu verwirklichen, ein Opernhaus in Iquitos, mitten in der peruanischen Urwald-Region Loreto zu bauen. Damit dieser Traum in Erfüllung gehen kann, braucht Fitzgerald, auf spanisch Fizcarraldo genannt, viel Geld, das ihm ein alter Flußdampfer und eine Eisenbahn bringen soll, die Kautschuk aus Iquitos über den Amazonas und schließlich auch über die Anden an die Pazifikküste bringen sollen. Fizcarraldo im Film scheitert. Aber die Idee einer Eisenbahn von Iquitos bis zur östlichen Andenkette lebt und wenn es nach dem derzeitigen Regionalpräsidenten von Loreto geht, wird sie eher früher als später Wirklichkeit.

    Die Vorteile liegen auf der Hand: Auch schwere Güter könnten sicherer und umweltfreundlicher als wie bisher auf der Straße transportiert werden. Da Iquitos keinen Anschluss an das landesweite Straßennetz besitzt und die wenigen Zufahrtsstraßen bzw. Schiffswege in die Region Loreto bereits stark ausgelastet sind, könnte eine Zugstrecke auch verhindern, was in vielen anderen Urwaldregionen bereits passiert ist: Meist entstehen dort, wo neue Straßen gebaut werden, nach kurzer Zeit an den Straßenrändern neue Orte. Auch werden die neu erschlossenen Gebiete oft gerodet für Holz- und Landwirtschaft. Da aber eine sinnvolle Verkehrsinfrastruktur für die Region Loreto dringend notwendig ist, drängt sich auch hier der Zug auf: Durch die Festlegung von Haltepunkten und Bahnhöfen könnte die Besiedlung gezielt gesteuert werden, der Regenwald würde nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen werden.

    Auch der Präsident Brasiliens, Luiz Inácio Lula da Silva, erklärte sein Interesse an diesem Projekt. Von einer besseren Anbindung des Amazonasbeckens an den Pazifik würde auch die brasilianische Wirtschaft profitieren. Aus diesem Grund treiben er und sein peruanischer Amtskollege García auch die sogenannte „Carretera Interocianica“, eine Straße, die Pazifik und Atlantik miteinander verbinden soll, voran.

    Nach Angaben von Yván Vásquez Valera, Regionalpräsident von Loreto, würde der Bau einer Eisenbahn von Iquitos nach Yurimaguas, dem zentralen Hafen zum Amazonas in Nordperu, rund 700 Millionen US-$ verschlingen. Dafür sollen private Investoren gefunden werden.

    Kautschukbarone wie Fizcarraldo hat er dabei aber wohl nicht im Visier.

    Quelle: ANDINA

  • Mehr Selige aus Chachapoyas

    Emilio Lisson Chavez, Bischof von Chachapozas 1909 bis 1918. Foto: Obispado Chachapoyas

    Auf dem Weg zur „Seligkeit“ hat Monseñor Emilio Lissón Chávez, C. M., 1909-1918 Bischof von Chachapoyas, den ersten Schritt gemacht. Am 31. Mai wird in Valencia (Spanien), wo Lissón Chávez verstarb, der Diözesane Prüfungsprozess abgeschlossen. Danach geht der Prozess weiter in Rom, wo noch zahlreiche Prüfungen anstehen. Seit September 2003 hatte die Diözesanleitung von Valencia allerlei Prüfungen rund um Emilio Lissón angestellt.
    Emilio Lessón wurde am 24. Mai 1872 im südperuanischen Arequipa geboren. 1894 trat er in den Orden der Vinzentiner des heiligen Paul ein und wurde 1895 in Paris zum Priester geweiht. Anschließend arbeitete in der Priesterausbildung in Arequipa und Trujillo. Mit nur 37 Jahren wurde Lissón Bischof von Chachapoyas, schon 1918 aber als Erzbischof nach Lima berufen.
    Während seiner Zeit als Bischof von Chachapoyas lag sein Hauptaugenmerk auf der Priesterausbildung, der Kinder- und Jugendkatechese, die Bildung und die Arbeit mit und für die Armen. Unter anderem wurde während seiner Zeit als Bischof der erste Kindergarten von Chachapoyas gegründet. 1931 wurde er aus Lima abberufen und lebte anschließend in Rom und in Spanien. In Spanien betätigt er sich als Hilfsbischof oder Diözesanadministrator, besonders in den Bistümern Sevilla und Valencia. In Sevilla erwarb er sich bald den Titel „Bischof der Armen“. Schon zu Lebzeiten wurde er von vielen Gläubigen als heiliger verehrt.

    So begann auch die Erzdiözese von Valencia den Seligsprechungsprozess. Seit 1991 ruhen seine sterblichen Überreste auf Wunsch der peruanischen Bischöfe in der Kathedrale von Lima.
    Quelle: Radio Horizonte / Bischof Emiliano Cisneros Martínez

  • Radio Chachapoyas nimmt Arbeit auf

    Radioantennen.

    Pünktlich nahm Radio Chachapoyas heute Morgen um 9:30 peruanischer Zeit mit nur 30 Minuten Verspätung seine Arbeit auf. Grußworte sprachen im dazugehörigen Festakt unter anderem Bürgermeister Peter Lerche, die Gemeinderätin Elisabet Terán und der Personalchef des Rathauses, Will Sanchez Muñóz. Neben Propaganda der Stadtverwaltung soll das Radio besonders kulturelle Aktivitäten und Programme diverser staatlicher Institutionen und Vereine verbreiten. An den Vorgängersender „Norperuana“ wird Radio Chachapoyas mit an Sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit wegen einer kleineren Reichweite und fehlenden Monopolstellung nicht herankommen, aber vielleicht wird 99,1 ja wirklich einmal ein Punkt, auf den man in Chachapoyas sein Radio einstellen kann, ohne vor Schreck gleich wieder umstellen zu müssen.

    Quelle: Internetübertragung des ersten Programmes. Begrüßungsansprache hören.

  • Benefizessen für Kathedrale voller Erfolg

    Foto: Stadtverwaltung Chachapoyas

    Über 1200 Teller gingen am vergangenen Samstag über einen der 13 Tresen, die verschiedene Diözesan- und Gemeindegruppen von Chachapoyas zubereitet hatten. Die Einnahmen, die sich um 5000 Soles (ca. 1250 Euro) bewegen sollen, kommen dem Umbau der Kathedrale der Diözese zu Gute, der bereits seit mehreren Jahren unstetig aber inzwischen sichtbar vorangeht. Das Benefizessen fand auf der Plaza von Chachapoyas statt. Neben der Blasmusikkapelle der Cenepa-Kriegsveteranen spielte auch die Kapelle des Colegio Seminario auf. Gereicht wurden neben verschiedenen Hülsenfrüchtezubereitungen unter anderem auch das Nationalgericht Ceviche und gebratenes Meerschweinchen mit Pommes. Zudem wurden an einer Stellwand Fotos aus der bewegten Geschichte der Kathedralen von Chachapoyas gezeigt. Wegen des großen Erfolges soll das Event wiederholt werden. Ende Mai findet, ebenfalls zum Sammeln von Geld für den Weiterbau der Kathedrale eine ganztägige Benefizveranstaltung statt, die Live über mehrere Radio- und Fernsehkanäle übertragen wird.

    Quelle: MCabanas, Radio Horizonte

  • Radio Municipal bald wieder sinnvoll?

    Liste aller (legalen...) Radiosender in Chachapoyas

    Wie man auf den Gängen der Provinzverwaltung von Chachapoyasflüstert, wird Mitte Mai 2008 das Radio, das in den letzten Jahren unter dem Namen „Frecuencia99“ vor sich hindümpelte, unter dem Namen „Radio Chachapoyas“ wiederauferstehen. Geplant ist das ganze als „Kulturradio“, bei dem immerhin 3 Leute voll arbeiten sollen. Auf lange Sicht sollen dann auch die Radios von einigen Distriktverwaltungen mit eingebunden werden, um untereinander Nachrichten und produzierte Programme austauschen.

    Nach dem Frequnezregister des Transport- und Kommunikationsministeriums wird es sich gegen „nur“ 16 andere Radiosender behaupten müssen, von denen mindestens 3 behaupten, sie seinen ein Kulturradio…

  • historische Bauwerke in Lima „verschwunden“

    Zugegeben, das historische Zentrum Limas ist oft Schauplatz kleinerer oder größerer Verbrechen. Meist geht es um Taschendiebstahl oder kleine Überfälle. Eine Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur „Andina“ erschreckt aber doch ein wenig…

    Am vergangenen Dienstag wurde vom Nationalen Kulturinstitut Perus (INC) im Zusammenhang mit einigen Bauwerken die Rücknahme des Status „Nationales Kulturerbe“ bekannt gegeben.

    Das erste Bauwerk, ein Haus in kollonialer Bauweise, ist eingestürzt, wodurch es nach der Meldung „alle seine originalen architektonischen Elemente verloren hat, inklusive der Fassade“. Bereits seit einiger Zeit beherbergt das Gelände einen nicht genehmigten Parkplatz. Auch wenn dieser Tag und Nacht von einem Parkwächter überwacht wird, hat er nach Meinung des INC „keinen historischen Wert mehr“.

    Ein weiteres Monument wurde aus der Liste gestrichen, weil sich die Denkmalschützer bei der Aufnahme der Bauwerke in der Adresse geirrt hatten und sie deshalb nur aus versehen aufgenommen worden waren.

    Die große Überraschung hielt sich der INC aber bis zum Schluss auf:

    „Zwei Bauwerke […] werden in Zukunft nicht mehr in der Liste auftauchen, weil sie nicht mehr existieren.“ An Stelle des einen findet man heute ein 5-stöckiges Haus. Das zweite ist wohl spurlos verschwunden.