Nach Skandalwelle: Peru plant Stopp von Genehmigungen neuer Universitäten

Nach einer Reihe von Skandalen rund um die Einrichtung, Qualität und Vergrößerung diverser Universitäten will die peruanische Regierung nun die Notbremse ziehen. Ein derzeit diskutierter Gesetzentwurf sieht vor, die Genehmigung neuer Universitäten auf Eis zu legen, bis alle Universitäten, die derzeit auf dem Weg endgültigen Genehmigung sind, diesen Prozess vollständig durchlaufen haben. Zudem soll eine neue Institution die Lehrqualität der bestehenden Universitäten überprüfen.

Präsident Alan García hatte heute bei RPP noticias angeprangert, die derzeit 98 Universitäten mit über 400 Zweigstellen seien zu viel. 1990 habe es noch 34 gegeben.

Zahlreiche peruanische Universitäten bieten neben den Studien an ihren Hauptstellen auch eine Mischung aus Fern- und Präsenzstudium in zahlreichen Filialen und Zweigstellen auch an kleineren Orten an. Viele dieser Filialen und Zweigstellen verfügen über keine Genehmigung. Schließt nach kurzer Zeit die Zweigstelle am Ort wieder, haben die Studenten oft nur wenige Möglichkeiten, ihr Studium fortzusetzen – unter anderem auch, weil mache dieser Institutionen formal überhaupt nicht existieren. Bereits erbrachte Studienleistungen und bezahlte Studiengebühren sind dahin.

Eine Universität mit einer besonders großen Zahl von Zweigstellen ist die der peruanischen Luftwaffe nahestehende „Alas Peruanas“, die in den vergangenen Wochen wiederholt in die Schlagzeilen geriet, nachdem mehrere Justizbeamte und Kongressabgeordnete angeblich auf Kosten der Privatuniversität Reisen unternommen hatten.

Bewegung im Dozentenstreik

In den seit rund 90 Tagen andauernden Streik der Universitätsdozenten ist Bewegung gekommen. Am kommenden Donnerstag wollen sich Vertreter der streikenden Dozenten mit Abgesandten des Bildungs- und des Finanzministeriums treffen. Die Dozenten und ihre Gewerkschaft FENDUP fordern eine Angleichung ihres Gehalts an das Grundgehalt im Justizsektor.

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