Drogen und Messer im Rücken: seltsames aus dem peruanischen Parlament

Durch sehr seltsame Vorkommnisse machen peruanische Kongressabgeordnete diverser Fraktionen derzeit Schlagzeilen. Zuerst wurde mit Max Caller Valdez ein ehemaliger Berater der linksnationalistischen Abgeordneten Nancy Obregón festgenommen – blöderweise mit 146 Kg Kokain. Nur wenige Tage später ging Maria Elena Medianero, eine ehemalige Angestellte der Acción Popular-Abgeordneten Rosario Sasieta, an die Presse und beschuldigte ihre Cheffin, sie psychisch und physich misshandelt zu haben. Seit gestern Abend nun geistert nun der – bisher eher selten in Erscheinung getretene – Fujimoristen-Abgeordnete Ricardo Pando über die Titelblätter. Laut seinem Fraktionskollegen Carlos Raffo hatte nach einem Familienstreit ein Messer „in seinem Rücken, auf Höhe der Nieren“ gesteckt.

Der Ruf des peruanischen Kongresses wird sich durch diese drei Vorkommnisse bestimmt nicht verbessern. Und die Ethik-Kommission wird in den kommenden Wochen so einiges zu tun haben. Es ist davon auszugehen, dass noch einige schmutzige Wäsche gewaschen wird.

Wer gerne mitwaschen möchte, für den gibt es hier noch ein paar „Schmankerln“:

So handelte es sich bei Max Caller Valdez‘ um einen Posten, der auf Basis  „de Confianza“, vergeben wurde – also ohne Ausschreibungsfervahren direkt an eine Vertrauensperson z.B. einer Kongressabgeordneten. Maria Elena Medianero erzählt von ihrer Ex-Cheffin, sie habe sich „Herrin des Gesetzes“ nennen lassen und sich von ihren Angestellten die Füße waschen lassen. Außerdem habe sie von diesen Gehaltsabschläge verlangt. Milagros Morales de Pando, die Frau von Ricardo Pando, hat sich nach eigener Aussage „selbst verteidigt, ohne das Ziel, ihren Mann zu töten“, nachdem dieser handgreiflich geworden sein soll.

Was genau daran ist, wird die Ethik-Kommission nun herausarbeiten müssen. Die peruanische Boulevardpresse wird sich darüber freuen. Für den Ruf des peruanischen Kongresses ist das ganze wohl wie ein Messer, auf Höhe der Nieren, möglicherweise auch im Rücken. Nicht immer tödlich, aber der Ruf der Herren und Damen der Gesetze wird wohl für eine ganze Weile dahin sein.

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