Kategorie: Amazonas

Die Region Amazonas liegt im Norden Perus. Zur Kolonialzeit und in der jungen Republik Peru war die Region – insbesondere die Hauptstadt Chachapoyas – Ausgangspunkt für Entdeckungs-, Missions- und Handelsreisen in das Amazonasbecken.

Heute ist Amazonas nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt, der Perus Küste über die Anden mit den Regenwaldregionen Loreto, Huánuco und San Martín verbindet, sondern auch ein Reiseziel, das mit dem Ruinenkomplex Kuelap und „Gocta“, dem dritthöchsten Wasserfall der Welt, fernab der etablierten Tourismusrouten mit seinem Regenwald im Norden und den Hochanden im Süden einiges zu bieten hat.

  • Chachapoyas bekommt S/. 5 Millionen für den Bau einer Mülldeponie

    Die Pläne und die zahlreichen durchgeführten Bildungsprojekte haben offenbar überzeugt: Die Provinz Chachapoyas bekommt vom peruanischen Umweltministerium 5 Millionen Nuevos Soles, um damit den Bau der seit Jahrzehnten dringend benötigten Mülldeponie zu beginnen. Bürgermeister Diógenes Zavaleta Tenorio, der zur Unterschrift entsprechender Verträge im Rahmen eines Treffens mit Präsident Ollanta Humala und Umweltminister Pulgar Vidal nach Lima gereist war, erklärte, mit dem Projekt könne endlich die bisherige Müllkippe an der Straße von Chachapoyas nach Rodríguez de Mendoza stillgelegt werden. Dort wird bis heute der Großteil des Mülls von Chachapoyas einfach einen Hang hinuntergekippt, wo er teils von Geiern gefressen und teils verbrannt wird – der Rest fällt in den Sonche-Fluss. Eine Gefahr nicht nur für Dörfer und Städte, die aus dem Sonche – oder, Flussabwärts aus dem Utcubamba – ihr Trinkwasser beziehen, sondern auch für die städtischen Angestellten. Erst vor wenigen Monaten starb ein Müllwagenfahrer, als sein Fahrzeug beim Müllabladen den Hang hinabstürzte.

    Seit Jahren schon wird an der Mülldeponie geplant, auch ein Grundstück steht – im Distrikt Huancas – bereits zur Verfügung. Auch mahnten die Teilnehmer der Bürgerhaushalte den Bau der Deponie seit Jahren immer wieder an – bislang fehlte aber das Geld. Wann nun mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, ist noch nicht bekannt.

  • Bongará / Amazonas: Aserradero-Brücke wird wieder aufgebaut

    Die durch mehrere Erdrutsche zerstörte Hängebrücke über den Utcubamba-Fluss bei der Ortschaft Aserradero (Distrikt Jamalca / Provinz Bongará / Region Amazonas) soll wieder aufgebaut werden. Wie die Regionalregierung mitteilt, wird der Bau mehr als eine Million Nuevos Soles kosten. Die Bauarbeiten sollen innerhalb von 180 Tagen abgeschlossen werden.

    Seit dem Einsturz der alten Brücke waren mehrere Ortschaften weitgehend isoliert.

  • Pedro Ruiz / Amazonas: Zwei Personen sterben durch Steinschlag

    Herabfallende Steine und Felsen haben vorgestern in der peruanischen Ortschaft Pedro Ruiz Gallo (Distrikt Jazán / Provinz Bongará / Region Amazonas) mehrere Häuser zerstört und dabei zwei Menschen getötet, darunter ein dreijähriges Kind. Das berichtet Radio Horizonte aus Chachapoyas. Die drohende Gefahr war offenbar bekannt – was den Felssturz aber letztendlich auslöste, ist bislang unklar. Ein großer Felsbrocken überrollte nach Angaben des Zivilschutzes zwei Wohnhäuser und zerstörte diese fast vollständig, den Todesopfer blieb keine Fluchtmöglichkeit.

    Stadtverwaltung und Zivilschutz stellten für als erste Hilfe für die nun obdachlosen Familien Decken und Wellblech bereit.

  • ACP Los Chilchos: Neues Schutzgebiet im Süden von Amazonas

    Per Dekret hat das peruanische Umweltministerium Teile des größtenteils zum Distrikt Leymebamba (Provinz Chachapoyas / Region Amazonas) gehörende Chilchos-Tals als privates Schutzgebiet anerkannt. Verwaltet werden soll es von der Bauernschaft des Distriktes Leymebamba, von der auch der entsprechende Antrag ausgegangen war. Durch den Schritt des Umweltministeriums sollen Nebelwälder und Yungas, ebenso wie Andenhochebenen unter Schutz gestellt werden. Insgesamt umfasst das neue Schutzgebiet 46.000 Hektar und beinhaltet neben Flüssen und Seen auch mehrere Ruinenstätten aus der Blütezeit der Vor-Inca-Kultur der Chachapoya.

    Bei den Vorarbeiten zur Anerkennung identifizierten Biologen im Umfeld des Schutzgebietes „Los Chilchos“ hunderte Tier- und Pflanzenarten, darunter eine bislang unbekannte Schmetterlingsart. 37 der aufgefundenen Orchideenarten stehen peruweit auf der Liste bedrohter Pflanzenarten. 17 Säugetiere, acht Vogel- und zwei Reptilienarten, die gefunden wurden, sind weltweit vom Aussterben bedroht.

    Der Schutz der Biodiversität in dem Schutzgebiet soll sich dabei auch finanziell rechnen: Die Bauernschaft von Leymebamba erwartet ein Anwachsen der Besucherzahlen. Illusorisch erscheint das nicht: Mit dem Kondorsee (sp. Laguna de los Cóndores), an dessen Ufer spektakulär Mumien gefunden wurden, verfügt das Schutzgebiet schon jetzt über eine Attraktion.

  • Erdbeben in Perus Nordosten lässt Yurimaguas und Chachapoyas erzittern

    Ein Erdbeben der Stärke 5,0 auf der Richterskala hat gestern um 22:09 (Ortszeit) den Nordosten Perus erschüttert. Wie aus dem jüngsten Erdbebenreport des peruanischen Institutes für Geophysik (IGP) hervorgeht, lag das Epizentrum 97 Kilometer nordwestlich der Regenwald- und Hafenstadt Yurimaguas (Region Loreto) in einer Tiefe von 150 Kilometern.

    Obwohl Berichte über Schäden bislang nicht vorliegen, war das Beben offenbar am stärksten in Yurimaguas, sowie in Moyobamba (Region San Martín) zu spüren. Aber auch in Chachapoyas, sowie in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, war das Beben offenbar zu spüren.

    NACHTRAG (28.11.2012): Offenbar keine Schäden in Yurimaguas

    Wie ein Mitarbeiter des Zivilschutzes von Yurimaguas soeben mitteilte, waren zumindest in der Stadt Yurimaguas keine Schäden zu beklagen.

    Bereits über 180 Erdbeben in diesem Jahr

    Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.

    In Peru sind Erdbeben häufig – wenn auch nicht in dieser Stärke. Vor der peruanischen Küste schiebt sich die Nazca-Platte unter die südamerikanische Platte und löst damit die Erdbeben aus. Allein im laufenden Jahr verzeichnete das peruanische Institut für Geophysik über 180 Erdbeben. Am häufigsten bebt die Erde in Lima und der Region Ica.

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  • Zerstörter Inca-Weg? Provinz Chachapoyas wehrt sich gegen Vorwürfe

    Am vergangenen Wochenende hatte José Trauco Ramos, Regionaldirektor für Kultur der peruanischen Region Amazonas, in einem Radiointerview der Provinzverwaltung Chachapoyas vorgeworfen, Teile des Inca-Wegenetzes Qhapaq Ñan zerstört zu haben, nun gingen die Beschuldigten in die Gegenoffensive. Es handle sich bei dem Weg, der ausgebessert worden sei, nicht um den Qhapaq Ñan, so die Provinzverwaltung in einer Pressemitteilung. Zudem warf Bürgermeister Zavaleta Tenorio dem Regionaldirektor vor, in seiner bislang 6jährigen Amtszeit nichts für den Erhalt von Kulturstätten wie dem Qhapaq Ñan getan zu haben.

    Trauco Ramos hatte behauptet, Mitarbeiter der Provinzverwaltung Chachapoyas hätten bei Straßenbauarbeiten rund 200 Meter des Qhapaq Ñan zerstört. Zudem kritisierte er, vor dem Beginn der Bauarbeiten habe man keine Stellungnahme seiner Behörde eingeholt. Auf das ursprüngliche Verteidigungsargument der Provinzverwaltung, man habe vom Verlauf des Qhapaq Ñan nichts gewusst und habe Schülerinnen und Schülern den Schulweg verbessern müssen, entgegnete der Regionaldirektor für Kultur, der Weg durchziehe die Region Amazonas auf einer Länge von 400 Kilometern, was bekannt sein müsse.

    Nach Daten des peruanischen Kulturministeriums endet der Qhapaq Ñan allerdings mehrere hundert Meter vor der betroffenen Stelle. Zudem handelte es sich offenbar nicht um die ersten Ausbesserungsarbeiten: Anwohner berichten, der Weg werde – von den Anwohnern selbst – Jahr für Jahr ausgebessert, vorwiegend mit Steinen aus dem Bett eines nahegelegenen Baches. Das war auch der Grund, warum die örtliche Staatsanwaltschaft eine Anzeige der Kulturdirektion gegen die Provinzverwaltung nach wenigen Tagen zu den Akten legte.

    Für den Fall einer weiteren Verbreitung der Vorwürfe kündigte die Provinzverwaltung eine Verleumdungsklage an.

  • Peru: Inca-Weg Qhapaq Ñan bald Weltkulturerbe?

    Projekt Qhapaq Ñan. Bild: Ministerio de Cultura.
    Projekt Qhapaq Ñan. Bild: Ministerio de Cultura.

    Bei seinem Besuch in der Zentrale der UNESCO hat Perus Präsident Ollanta Humala vergangene Woche offiziell die Verleihung des Weltkulturerbe-Status für den peruanischen Teil des als „Qhapaq Ñan“ bekannten Inca-Wegenetzes beantragt. Der peruanische Qhapaq Ñan, bereits heute eine auch bei Reisenden beliebte Route, erstreckt sich über tausende Kilometer, vor allem durch die Andenregionen. Die Chancen auf Erfolg stehen dabei gut: Das Wegnetz zieht sich bis ins nordöstliche Nachbarland Kolumbien – wo die UNESCO den Qhapaq Ñan bereits als Weltkulturerbe anerkannte.

    Gemeinsame Strategie für 23.000 Kilometer Wege

    Dabei ist der Antrag einer größeren Strategie: Auch Teile Argentiniens, Boliviens und Ecuadors gehörten vormals zum Reich der Inca – und werden vom Qhapaq Ñan durchzogen. 2009 beschlossen diese Länder bei einem Treffen in der peruanischen Hauptstadt Lima, den Welterbestatus für das komplette Inca-Wegnetz anzustreben. Welche der im 15. Jahrhundert insgesamt bis zu 23.000 Kilometer messenden Wege noch begehbar sind, wird derzeit vielerorts von den Kulturbehörden geprüft.

    Die peruanischen Behörden erwarten, dass die Entscheidung über den Antrag noch über ein Jahr auf sich warten lassen wird. Bis dahin prüft die UNESCO unter anderem Kartenmaterial, den Zustand der Wege, sowie den historischen Wert.

    Juan Diego Flores wird UNESCO-Botschafter

    Im Rahmen seines Besuchs der UNESCO-Zentrale in Paris gab Perus Präsident Humala bekannt, man habe den peruanischen Tenor Juan Diego Flores als UNESCO-Botschafter vorgeschlagen. Der Sänger bestätigte den Vorschlag inzwischen auf seiner Internetseite. Juan Diego Flores unterstützt regelmäßig soziale Initiativen in Peru, die meist mit Musik und musikalischer Bildung zu tun haben.

  • Condorcanqui / Amazonas: Regenfälle zerstören Felder und Häuser / Auch Nordcajamarca betroffen

    Die starkem Regenfälle der vergangenen Tage haben in der nordperuanischen Provinz Condorcanqui (Region Amazonas) zu Überschwemmungen geführt, mehrere Häuser beschädigt oder gar zerstört und dutzende Felder unter Wasser gesetzt. Wie der peruanische Zivilschutz berichtet, sind insbesondere die Ortschaften Bashuim, Mamayakim und Saasa im Distrikt El Cenepa betroffen, wo insgesamt mindestens 6 Wohnhäuser weitgehend zerstört wurden. Nach ersten Berichten wurden dadurch mindestens 28 Personen obdachlos. Insgesamt 8,5 Hektar Ackerland stehen teils noch immer unter Wasser, lokale Landwirte hatten dort vor allem Bananen, Mais und Kakao angebaut. Wie der Zivilschutz weiter berichtet, hat die Provinz Condorcanqui bereits mit den Aufräumarbeiten begonnen. Die zuständige Landwirtschaftsbehörde prüft derzeit den Umfang der Schäden.

    Regenfälle und Sturm in Nordcajamarca

    Besonders hart trafen die Regenfälle auch die Provinz San Ignacio im Norden der Region Cajamarca, wo die Regenfälle von starken Windböen begleitet waren. In der Ortschaft Puerto Tamborapa (Distrikt Chirinos) deckten die Windstöße nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes die Dächer von 32 Wohnhäusern ab, insgesamt 150 Personen mussten evakuiert werden, weil die extremen Regenfälle die Substanz der Wohnhäuser bedrohten. Die Distriktverwaltung Chirinos versucht derweil, die Zahl der notwendigen Wellbleche durch die Sammlung und Reparatur der davongeflogenen zu minimieren.

    Überschwemmungen und starke Regenfälle sind für die betroffenen Provinzen leider nicht ungewöhnlich, beginnt doch demnächst die alljährliche Regenzeit.

  • Churuja / Amazonas: 2 Studenten von Fluss mitgerissen

    Nach einem Badeunfall in der peruanischen Provinz Bongara sind offenbar zwei Studierende der Universität Chachapoyas noch immer verschwunden. Einer der Studenten wurde nach Berichten lokaler Medien von der Strömung erfasst und mitgerissen. Sein Studienkollege von der Ingenieursfakultät der Toribio Rodriguez de Mendoza-Nationaluniversität versuchte offenbar, ihm zur Hilfe zu kommen und wurde dabei selbst abgetrieben. Polizei, Feuerwehr und Anwohner sind noch immer auf der Suche.

    Wegen anhaltender Regenfälle führt der Utcubamba-Fluss derzeit wesentlich mehr Wasser als normal.

  • Abwahlen am vergangenen Sonntag: 69 Bürgermeister und 390 Stadträte müssen gehen

    Werbung der Wahlbehörde ONPE. Foto: ONPE.
    Werbung der Wahlbehörde ONPE. Foto: ONPE.

    Fast alle der rund 4,5 Millionen am vergangenen Sonntag abgegebenen Stimmen sind ausgezählt und mehr als jeder vierte Bürgermeister, der sich der Abwahl stellen musste, hat sein Amt verloren. Auch 390 der 1.018 zur Abwahl gestellten Stadträtinnen und -Räte müssen abtreten. Dabei verlief der Abwahlprozess, vor dem eine Sammlung Unterschriften von mindestens 25% aller Wahlberechtigten vorausgeht, weitgehend friedlich. Lediglich aus ein paar Orten wurden Probleme gemeldet, beispielsweise aus Amshca (Provinz Carhuaz / Region Áncash), wo eine Gruppe von rund 150 Personen versuchte, den Zugang zum Wahllokal zu verhindern. Wahlhelferinnen und Wahlhelfer wurden bedroht und eingeschüchtert. Im Distrikt Tanta (Provinz Yauyos / Region Lima) weigerten sich die Wahlhelfer, die Auszählung vorzunehmen und in Tintay (Provinz Aymaraes / Region Apurimac) hatte der örtliche, von der Abwahl bedrohte Bürgermeister offenbar versucht, die Personalausweise von Sozialhilfeempfängerinnen und -empfängern zurück zu halten und so deren Zugang zu den Wahllokalen zu unterbinden. In Huacaña (Provinz Sucre / Region Ayacucho) und Colasay (Provinz Jaén / Region Cajamarca) kam es zu Straßenblockaden, um die Teilnahme an der Abwahl zu verhindern.

    An mehreren Orten wurden die Abwahlen annuliert, weil nicht das notwendige Quorum einer (Ab-)Wahlbeteiligung von über 50% erreicht wurde, darunter in Huacaña (Provinz Sucre / Region Ayacucho), Canaria (Provinz Victor Fajardo / Region Ayacucho) und El Parco (Provinz Bagua / Region Amazonas).

    In Cusco mussten sich insgesamt drei Bürgermeister der Abwahl stellen, nur eine davon wurde wirklich abgewählt: Óscar Valencia, Bürgermeister von Machupicchu (Provinz Urubamba / Region Cusco). Sein Nachfolger wird Neil Castro von der Umwelt-Partei Tierra y Libertad.

    Auf Provinzebene musste lediglich ein Bürgermeister gehen, Francisco Mariñas Vergaray, bis jetzt Bürgermeister der Provinz Bolívar (Region La Libertad). Insgesamt vier Bürgermeister mussten sich der Abwahl stellen. Von 22 Stadträten wurden 7 abgewählt.

    Die Wahlbeteiligung lag -obwohl für Abwahlen keine Wahlpflicht gilt- bei rund 70%.

    Wie und wann es Abwahlen gibt, können Sie hier nachlesen, die Ergebnisse in Amazonas hier.