Kategorie: Amazonas

Die Region Amazonas liegt im Norden Perus. Zur Kolonialzeit und in der jungen Republik Peru war die Region – insbesondere die Hauptstadt Chachapoyas – Ausgangspunkt für Entdeckungs-, Missions- und Handelsreisen in das Amazonasbecken.

Heute ist Amazonas nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt, der Perus Küste über die Anden mit den Regenwaldregionen Loreto, Huánuco und San Martín verbindet, sondern auch ein Reiseziel, das mit dem Ruinenkomplex Kuelap und „Gocta“, dem dritthöchsten Wasserfall der Welt, fernab der etablierten Tourismusrouten mit seinem Regenwald im Norden und den Hochanden im Süden einiges zu bieten hat.

  • Luya / Amazonas: Bürgermeister von Camporredondo erschossen

    Abschnitt der Straße Corral Quemado - Ocallí. Foto/Montage: D. Raiser / infoamazonas.de, Karte: MTC
    Abschnitt der Straße Corral Quemado -Camporredondo- Ocallí. Foto/Montage: D. Raiser / infoamazonas.de, Karte: MTC

    Wilder Cieza Silva ist tot. Der 42jährige Bürgermeister des peruanischen Distriktes Camporredondo (Provinz Luya / Amazonas) wurde in der Nacht zum Samstag vor seiner Haustür ermordet. Die vier vermummten Mörder hatten ihn offenbar in der Nähe seines Hauses erwartet, das nur wenige Blöcke von der örtlichen Polizeistation entfernt liegt. Nachbarn brachten Cieza Silva zum Gesundheitsposten von Camporredondo, wo aber nur noch sein Tod festgestellt werden konnte. Es ist bereits der zweite Mord an einem wichtigen politischen Würdenträger der Region Amazonas in weniger als einem Monat, sowie der dritte Bürgermeister-Mord in Peru innerhalb der vergangenen vier Monate. Polizei und Bürgerwehren sind auf der Suche nach den Tätern.

    Die Hintergründe der Tat sind bislang noch nicht geklärt, in lokalen Medien wird über nicht bezahltes Schutzgeld spekuliert.

    Camporredondo liegt an der Straße, die die Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße (interoceanica norte) bei der Brücke 24 de Junio über den Marañón-Fluss mit Ocalli im Südwesten von Amazonas verbindet. In der Vergangenheit gab es immer wieder Überfälle in der Umgebung, da die Straße nicht nur wichtige Transportroute für die Kaffee-Produktion im Marañón-Tal ist, sondern auch zum Transport illegaler Coca-Produkte genutzt wird.

  • Bongará / Amazonas: Erdrutsch verschüttet Straße nach Chachapoyas

    Eine gewaltige Lawine aus Geröll und Schlamm hat heute die Straße zwischen Pedro Ruiz und Chachapoyas vorübergehend unpassierbar gemacht. Auf beiden Seiten des unpassierbaren Straßenstücks sammelten sich dutzende Fahrzeuge, die ihre Reise bislang nicht fortsetzen können. Der Erdrutsch ereignete sich offenbar nach mehr als 24stündigen Regenfällen nahe der Ortschaft Nuevo Horizonte im Distrikt Churuja (Provinz Bongará). Die südlichen Provinzen der Region Amazonas sind damit – sieht man von der prekären Straßenverbindung in Richtung Cajamarca ab – derzeit von der Außenwelt abgeschnitten. Noch immer gehen kleinere Erdrutsche nieder, berichten lokale Radiosender übereinstimmend. Mehrere Räumfahrzeuge sind im Einsatz.

  • Ecuador und Peru planen, Minenräumarbeiten noch 2013 abzuschließen

    Minensucher  bei der Arbeit. Bild: SINGE / Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Minensucher bei der Arbeit. Bild: SINGE / Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Im Cenepa-Krieg 1995 vergraben, bis heute eine Gefahr: Peru und Ecuador sind seit Jahren damit beschäftigt, Minen im gemeinsamen Grenzgebiet, der Cordillera del Cóndor, unschädlich zu machen. Inzwischen gibt es offenbar Fortschritte zu vermelden, die die Hoffnung nähren, noch in diesem Jahr die Räumarbeiten abzuschließen. Ecuadors Verteidigungsministerin María Espinoza Garcés erklärte gestern, man befinde sich im Zeitplan und hoffe, diesen trotz der schwierigen Klimaverhältnisse und Zugänglichkeit einhalten zu können.

    Seit 1998 herrscht Frieden zwischen Peru und Ecuador, mit der Minenräumung wurde aber erst wesentlich später begonnen.

    Sind die Minen an der Grenze zu Ecuador geräumt, verbleibt lediglich ein Minen-Problem an der Grenze zum südlichen Nachbarn Chile.

  • Condorcanqui / Peru: Deutscher Fahrrad-Tourist offenbar ermordet

    Im Norden der peruanischen Region Amazonas ist offenbar ein deutscher Tourist ermordet worden. Wie ein Polizeisprecher gegenüber INFOAMAZONAS bestätigte, handelt es sich bei dem Toten um einen Mann im Alter von rund 50 Jahren, bei dem Kreditkarten gefunden wurden, auf denen der Name Rudolf Hilmer steht.

    Ein Mitarbeiter des Büros Condorcanqui der Regionalregierung Amazonas erklärte gegenüber INFOAMAZONAS, der Leichnahm sei gestern in den frühen Morgenstunden nahe der Ortschaft Alto Pajacusa gefunden worden, nachdem Anwohner an einer nahegelegenen Fernstraße Schüsse gehört hatten. Der Tourist hatte offenbar in der Ortschaft Nuevo Seasme übernachtet hatte und war früh aufgebrochen, um mit dem Fahrrad in Richtung Saramiriza (Region Loreto) zu fahren. Nach übereinstimmenden Berichten lokaler Medien wurde der Mann zunächst angeschossen und dann mit einem Stein erschlagen.

    Zahlreiche Wertgegenstände, mit denen das Todesopfer noch Tags zuvor gesehen worden war, darunter ein Laptop und eine Kamera, waren offenbar nicht mehr aufzufinden. Polizei und Staatsanwaltschaft Condorcanqui nahmen die Ermittlungen auf. Inzwischen wurde der Leichnahm nach Bagua Grande überführt, wo er von Spezialisten der Staatsanwaltschaft untersucht wird.

  • Amazonas / Peru: Mörder von Vizeregionalpräsident ein Minderjähriger?

    Der Polizei liegt offenbar ein umfangreiches Geständnis vor: Bei dem Mörder des Vizeregionalpräsidenten von Amazonas, Augusto Wong López, handelt es sich offenbar um einen Minderjährigen, der dafür Geld und eine Waffe bekam. In der Regionalpresse wird von einem Mototaxifahrer berichtet, der den Jungen aus seinem Heimatort abgeholt und instruiert haben soll, ihn in die Nähe des Tatorts transportierte und anschließend wieder abholte. Die Polizei wollte diese Informationen bislang nicht bestätigen.

    Als gesichert gilt bislang, dass der Mototaxifahrer, den lokale Medien mit einem in Bagua und Jaén bekannten Großkriminellen in Verbindung bringen, den Jungen nach der Tat aus der Stadt bringen wollte, ihn aber am Straßenrand zurück ließ, da die Polizei die Zufahrtsstraßen nach Bagua weitgehend abgeriegelt hatte. Der Mototaxifahrer wurde beim Versuch, allein nach Bagua zurück zu fahren, verhaftet, der Junge nur wenige Stunden später in einer Spelunke in Bagua Capital.

    Augusto Wong López, Chirurg und bislang Vizeregionalpräsident von Amazonas, wurde am 9. Februar in seiner Privatpraxis mit einer Schusswaffe getötet. Die genauen Hintergründe der Tat sind weiter unklar, in Bagua selbst wird über verweigerte Schutzgeldzahlungen spekuliert. Bereits im vergangenen Jahr gab es mehrere Mordanschläge auf Wong López, die dieser aber überlebte. In den kommenden Tagen wird sich der Regionalrat erstmals mit der Nachfolge des Vizeregionalpräsidenten befassen.

  • Imaza / Amazonas: Zwei Verletzte bei Tankstellen-Brand

    Beim Brand einer informellen Tankstelle sind gestern in der peruanischen Stadt Imazita (Distrikt Imaza / Provinz Bagua / Region Amazonas) zwei Personen schwer Verletzt worden. 37 weitere wurden zunächst mit kleinen Verletzungen im Gesundheitszentrum behandelt, inzwischen aber wieder entlassen. Auch mehrere angrenzende Gebäude brannten weitgehend aus, so ein Polizeisprecher gegenüber INFOAMAZONAS. Dabei wurde offenbar das gesamte Warenangebot zweier Geschäfte Opfer der Flammen.

  • Peru: Vizepräsident der Region Amazonas ermordet

    Augusto Wong López, Vizepräsident der peruanischen Region Amazonas ist tot. Der Chirurg wurde gestern Abend gegen 21 Uhr (Ortszeit) von mehreren Unbekannten in seiner Privatpraxis in Bagua (Provinz Bagua / Region Amazonas) ermordet, wie INFOAMAZONAS aus Polizeikreisen erfuhr. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

    Augusto Wong López, Vizeregionalpräsident Amazonas. Foto: regionamazonas.gob.pe.
    Augusto Wong López, Vizeregionalpräsident Amazonas. Foto: regionamazonas.gob.pe.

    Wong López befand sich zum Zeitpunkt der Tat im Behandlungszimmer, als zwei schwer bewaffnete Personen hereinstürmten und das Feuer eröffneten. Sofort wurde der Vizeregionalpräsident in das Gustavo La Natta Luján-Krankenhaus von Bagua (Chica/Capital) eingeliefert, die Notoperation blieb aber erfolglos. Derzeit befindet sich der Leichnam im Leichenschauhaus von Bagua Grande (Provinz Utcubamba), wo ihn Experten der Staatsanwaltschaft untersuchen. Unbestätigten Angaben von Radio „La Voz“ erlag der Vizeregionalpräsident drei Schusswunden.

    Die Täter flüchteten, wurden aber offenbar von einer Überwachungskamera gefilmt, die nach einem ersten Mordanschlag im vergangenen Mai installiert worden waren. Damals hatten Unbekannte mit schweren Schusswaffen mehrere Wände des Wohnhauses von Wong López durchlöchert, dass es keine Todesopfer zu beklagen gab, war dem Zufall geschuldet. Noch gestern Abend hat die Polizei offenbar zwei Verdächtige vernommen, ob es sich dabei wirklich um die Täter handelt, ist bislang unklar. Die Regionaldirektion Amazonas der peruanischen Nationalpolizei erklärte, wegen des laufenden Verfahrens keine Angaben zu den Verdächtigen machen zu dürfen.

    Hector Becerril: „Tat der Schutzgeldmafia“

    Während in Bagua das Gerücht umhergeht, es habe sich um ein politisches Verbrechen gehandelt, sieht Hector Becerril, Kongressabgeordneter für Amazonas, eine Schutzgeld-Mafia hinter der Tat.  Diese habe sich für mehrere Anzeigen gegen deren Mitglieder im vergangenen Jahr rächen wollen, so Becerril heute Morgen gegenüber dem Nachrichtensender RPP.

    Der 59jährige Augusto Wong López wurde 1953 im nordwestperuanischen Chiclayo geboren und 2010 als Teil der Gruppierung Juntos por Amazonas zum Vizepräsidenten der Region Amazonas gewählt. Er war für verschiedene Fujimori-Parteien von 1993 bis 1995 Provinzrat, sowie von 1999 bis zu seiner Suspendierung im Jahr 2002 Provinzbürgermeister der von Bagua. Zuvor hatte sich Wong López als Chirurg und Direktor in diversen Krankenhäusern betätigt, darunter am Krankenhaus La Natta Luján, in dem gestern sein Tod festgestellt wurde.

    Er hinterlässt eine Frau und eine Tochter.

    Auftragsmorde bislang vor allem in Küsten-Großstädten

    Der Mord an dem Vizeregionalpräsidenten ist dabei trauriger Höhepunkt einer ganzen Serie von Morden an öffentlichen Würdenträgern. Erst vor eineinhalb Monaten war der Bürgermeister des peruanischen Distriktes Angasmarca (Provinz Santiago de Chuco / Region La Libertad) von Auftragskillern getötet worden. Zum Zeitpunkt des Mordes befand er sich gerade auf einer öffentlichen Weihnachtsfeier für Kinder. Den Auftag für den Mord hatte damals offenbar ein Unternehmer gegeben, der eine Ausschreibung verloren hatte. Nur wenige Wochen zuvor war auch der Provinzbürgermeister von Casma (Region Áncash) getötet worden. Eine Polizeiquelle, die nicht genannt werden möchte, erklärte gegenüber INFOAMAZONAS, Morde dieser Art seien bislang lediglich aus Chiclayo oder Trujillo bekannt, man habe etwas in dieser Art in Amazonas für undenkbar gehalten.

  • Churuja / Amazonas: Unbekannte überfallen Krankenwagen

    Die Besatzung eines Krankenwagens der staatlichen peruanischen Krankenversicherung ESSALUD ist bei Churuja (Provinz Bongará  / Region Amazonas) am vergangenen Donnerstag Opfer eines Überfalls geworden. Wie der Radiosender Reina de la Selva berichtete, sollte der Krankenwagen eigentlich einen Herzfehler-Patienten aus Chachapoyas nach Chiclayo transportieren. Nur wenige hundert Meter vom Polizeiposten von Churuja entfernt musste der Fahrer plötzlich bremsen, weil Felsbrocken die Straße versperrten. Die Steine waren offenbar von Straßenräubern positioniert worden, die den Fahrer mit vorgehaltenen Schusswaffen zum Aussteigen zwangen.

    Anschließend zwangen die Räuber auch die mitfahrende Krankenschwester, sowie eine mitfahrende Familienangehörige des Patienten zum Ausstieg und entledigten diese ihrer Wertsachen, darunter Bargeld und Mobiltelefone. Der Patient überstand den Überfall glücklicherweise schadlos, die Fahrt konnte nach einem kurzen Aufenthalt im Polizeiposten Pedro Ruiz – der von Churuja war offenbar zum Tatzeitpunkt nicht besetzt – fortgesetzt werden.

  • Chachapoyas: Brand im Krankenhaus Virgen de Fátima unter Kontrolle

    Ein Brand hat am vergangenen Wochenende im Virgen de Fátima-Krankenhaus von Chachapoyas Schäden angerichtet, konnte aber von der Feuerwehr unter Kontrolle gebracht werden. Wie Reina de la Selva, sowie El Clarín Amazonas übereinstimmend berichten, ging der Brand offenbar von einer Verbrennungsanlage für toxischen Müll aus, vor deren Weiterbetrieb Krankenhausmitarbeiter seit längerem warnten. Die freiwillige Feuerwehr von Chachapoyas konnte den Brand nach kurzer Zeit mit Hilfe von Schaumlöschern unter Kontrolle bringen, stellte allerdings während der Löscharbeiten fest, dass im Krankenhaus weniger Feuerlöscher als vorgeschrieben vorhanden waren.

  • Amazonas / Peru: Kleinbauer findet Dinosaurierzahn

    Dinosaurierzahn. Foto: Alberto Pintado / ANDINA.
    Dinosaurierzahn. Foto: Alberto Pintado / ANDINA.

    Bei Feldbeiten auf seinem Acker hat der peruanische Kleinbauer Víctor Altamirano Delgado nahe der Ortschaft La Crúz offenbar die Überreste eines Dinosaurierzahns gefunden. Den rund 400 Gramm schweren Zahn, der nur zur Hälfte aus dem Erdreich ragte, hielt Altamirano Delgado zunächst für einen beliebigen Tierknochen. Er habe aber vorsichtshalber ein paar Bekannte konsultiert, so der Landwirt und Viehzüchter. Einer davon habe ihn auf mehrfach Funde von Dinosaurierknochen und diversen Fossilien in der Umgebung aufmerksam gemacht, weswegen der Rat eines Fachmanns eingeholt wurde, so Altamirano Delgado weiter.

    Bestätigt wurde der Fund schließlich von Benedicto Pérez Goycochea, der als Lehrer arbeitet und sich seit Jahren für die regionale Kulturbehörde engagiert. Pérez Goycochea, der in der Vergangenheit zahlreiche Ruinen-Entdeckungen und Dinosaurier-Funde begutachten musste, erkannte die Bedeutung des Fundes sofort. Auf sein betreiben hin wurde das Fundstück registriert und der regionalen Kulturbehörde übergeben.

    In der näheren Umgebung werden gibt es seit Jahrzehnten immer wieder Berichte über Fossilienfunde, einige davon sind in einem kleinen Museum in Bagua Grande ausgestellt.

    Die Ortschaft La Crúz gehört zum 592-Einwohner-Ort Buenavista, das im Distrikt Bagua Grande in der Provinz Utcubamba (Region Amazonas) liegt. Das umliegende Tal ist wegen der häufigen Funde auch als „Valle de los Dinosaurios“, also „Dinosauriertal“ bekannt.

    Hinweis: Informationen über und Fotos weiterer Funde finden Sie unter folgender Adresse: http://paleontologiadebagua.blogspot.de (Sie verlassen INFOAMAZONAS in einem neuen Fenster!).