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Anguía / Cajamarca: Dutzende Familien obdachlos nach Erdrutsch

22. Februar 2010
By D. Raiser
Erdrutsch in der Provinz Chota. Bild: peruanischer Zivilschutz INDECI.

Erdrutsch in der Provinz Chota. Bild: peruanischer Zivilschutz INDECI.

Bis zu 90 Häuser stürzten ein, als am Samstag gegen 13 Uhr Ortszeit der Rodeopampa-Gipfel (cerro “El Calabozo de Rodeopampa”) im Distrikt Anguía (Prov. Chota / Region Cajamarca) abrutschte. Am stärksten betroffen sind die Ortschaften Ushun (Rodeopampa), sowie Chilac und Casián (Cutervo). Das berichtet aus Chota Radio Santa Mónica. Erste Berichte über ein  Todesopfer konnten bisher nicht bestätigt werden, eine Person gilt noch als vermisst. Der Erdrutsch riss nicht nur Häuser mit sich, er zerstörte auch um Rodeopampa (Chota) und San Luis de Lucma (Cutervo) zahlreiche Felder. Zudem stauten Erde und Geröll den Sócota-Fluss, wodurch Überschwemmungen in flussnahen Ortschaften erwartet werden.

Anwohner hatten von einer großen Explosion berichtet, die dem Erdrutsch vorangegangen sei. Dann aber habe eine dichte Staubwolke jegliche Sicht verhindert, so ein Korrespondent von Radio Santa Mónica. Kurz nach dem Erdrutsch waren Gerüchte umgegangen, es habe sich um einen Vulkanausbruch gehandelt, was Miguel Alva, Direktor des Zivilschutz Cajamarca, klar verneint. Der Krach und die Staubwolke sei durch das Abrutschen der Fläche von 40 Hektar selbst entstanden, so Alva gegenüber ANDINA.

Erdrutsch in Rodeopampa (Chota). Foto: Radio Santa Mónica.

Erdrutsch in Rodeopampa (Chota). Foto: Radio Santa Mónica.

Der Bürgermeister von Anguía äußerte auch Sorge um das Wasserkraftwerk Guineamayo (Cutervo), das durch den gebildeten Stausee Schaden erleiden könnte. Zudem gestand er ein, dass der örtliche Zivilschutz -- dem er als Bürgermeister vorsteht -- nicht über die nötigen Mittel verfügt, um notwendige Maßnahmen zu treffen. Inzwischen habe man vom Zivilschutz Chota zwar mehrere Zelte bekommen, aber die Anzahl sei ungenügend, so Irigoin Montenegro gegenüber “Radio Santa Mónica”.

Im Nachbardistrikt San Luis de Lucma sollen nun zahlreiche Familien evakuiert werden, deren Häuser von einer möglichen Flutwelle des Sócota getroffen werden könnten. Nach Angaben des Korrespondenten von Radio Santa Mónica waren die Anwohner bereits mehrere Tage vor dem Erdrutsch gewarnt worden, die betroffenen Familien hätten aber ihre Häuser nicht verlassen wollen.

Auch aus den Nachbarprovinzen Cajabamba und Celendín werden mehrere kleine Erdrutsche gemeldet, bei denen mehrere Häuser zerstört wurden.

Die Ortschaft Rodeopampa liegt auf 2.211 Metern über dem Meeresspiegel. 2007 wurden 313 feste Einwohner gezählt.


(von Enlace Nacional)

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