"La Oroya" darf wohl weiter schmutzig bleiben

Die peruanische Regierung möchte dem Bergbauunternehmen Doe Run 20 weitere Monate einräumen, damit dieses sein Umweltreinigungs- und Schutzprogramm (PAMA) durchführen kann. Das gab gestern der peruanische Umweltminister Antonio Brack am Rande eines Bergbaukongresses bekannt, der derzeit in Arequipa stattfindet. Doe Run hatte mehrfach einen Aufschub gefordert und auch bekommen, um mit der Reinigung der Umgebung des als einer der schmutzigsten Orte der Welt bekannten „La Oroya“ zu beginnen. Dieses Mal hatte der Eigentümer die peruanischen Behörden mit der Aussage erpresst, die Durchführung des Umweltprogrammes werde zahlreiche Arbeitsplätze kosten. Doe Run hatte 36 Monate mehr gefordert. Eine Expertenkommission hatte 20 Monate empfohlen. Diese muss nun noch vom peruanischen Kongress bestätigt werden.

Gleichzeitig kritisierte Umweltminister Antonio Brack die Informationspolitik von Doe Run. Das Geld für die übergroßen Zeitungsanzeigen, in denen Doe Run regelmäßig seine Positionen darlegt, solle „besser für die Verbesserung und Fertigstellung des PAMA (Umweltprogramms)“ verwendet werden.

Doe Run beschäftigt derzeit nach Angaben des Ministers 3.500 Personen direkt. Die Verschmutzung von „La Oroya“ ist dabei nicht die alleinige Schuld des Unternehmens: Bereits über ein Jahrhundert werden in der Umgebung der Andenstadt abwechselnd von staatlichen und privaten Bergbauunternehmen Mineralien gefördert und weiterverarbeitet.

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