Madre de Dios: Großoffensive gegen illegale Goldwäscher

informeller Bergbau in Madre de Dios. Foto: El Comercio 10.11.2009

informeller Bergbau in Madre de Dios. Foto: El Comercio 10.11.2009

Im Rahmen einer großangelegten Offensive hat heute die peruanische Kriegsmarine gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft eine Offensive gegen illegale Goldwäscher auf den Flüssen Madre de Dios und Inaambari begonnen. Bei einer Pressekonferenz auf dem Luftwaffenstützpunkt Puerto Maldonado erklärte Umweltminister Antonio Brack Egg, man wolle mindestens 250 Baggerschiffe und Schwimmbagger unschädlich machen, die vorab identifiziert worden seien. Mit den Schwimmbaggern, sowie mit den zum Gold schürfen genutzten Chemikalien wurden und werden in den Gebieten um den Madre de Dios gigantische Umweltschäden angerichtet. Zudem hat sich um das illegale Goldgewerbe eine Reihe anderer zwielichtiger Wirtschaftszweige breit gemacht, Menschenrechtsorganisationen berichteten in der Vergangenheit wiederholt von Ausbeutung und sexuellem Kindesmissbrauch in großem Stil.

Beschlagnahmtes Floß in Madre de Dios. Foto: ANDINA/Marina de Guerra del Perú.

Beschlagnahmtes Floß in Madre de Dios. Foto: ANDINA/Marina de Guerra del Perú.

Kritisch zu der Offensive äußerte sich allerdings Luis Aguirre Pastor, Regionalpräsident von Madre de Dios. Zwar sei auch er gegen den illegalen Goldabbau, die Militäraktion könne aber zu Protesten und sozialen Spannungen in seiner Region führen, so Aguirre Pastor.  Zudem kritisierte er, in die Planungen nicht vorab einbezogen worden zu sein.

Nach Schätzungen des peruanischen Umweltministeriums werden pro Jahr allein in Madre de Dios illegal zwischen 16 und 18 Tonnen Gold mit einem Wert von rund 800 Millionen US-$ gefördert.

  2 comments for “Madre de Dios: Großoffensive gegen illegale Goldwäscher

  1. holzhiasl
    20. Februar 2011 at 01:26

    Ist ja wohl ein Hammer. Keine Steuern fuer 800 Mio Dollar Gold … Was wurde denn fuer die Bewohner von Madre de Dios in den letzten Jahren vom Staat gemacht? Wofuer zahlt man denn Steuern? Die Transamazonica wurde hauptsaechlich von Brasilien finanziert … Diese 800 Mio werden von rund 40,000 Mineros (UND IHREN MITARBEITERN)gefoerdert – rund 20.000 Dollar pro Minero im Jahr, von denen er auch seine Leute bezahlt … Was eine Steuerhinterziehung, nicht wahr. Gefahr fuer die Gesundheit? Ist Hunger nicht auch eine Gefahr fuer die Gesundheit? Die derzeitige Aktion, die zum Konflikt zwischen Staat und Volk fuehrt, ist wie mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen. Das wird den Umweltminister Antonio Brack Egg den Stuhl kosten, – und zu guter Recht.

  2. Michael M.
    20. Februar 2011 at 13:52

    Da haettest du wohl gar nicht so unrecht, wennwirklich jeder 20.000 dollar am Ende bekommt. Stimmt aber nicht. Ausserdem, von was fuer Geld soll der Staat auch was machen, wenn keiner Steuern zahlt.

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