Schlagwort: Inpe

  • Mehr ausländische Häftlinge sollen peruanische Haftstrafen im Heimatland absitzen können

    Originaltext ley 29305. Quelle: El Peruano
    Originaltext ley 29305. Quelle: El Peruano

    Nachdem gestern zahlreiche  ausländische Häftlinge, die in peruanischen Gefängnissen ihre Haftstrafe abstaßen, begnadigt und abgeschoben wurden, hat nun das peruanische Gefängnisinstitut INPE mit Diplomaten verschiedener Länder Regeln ausgearbeitet, nach denen in Zukunft diese Häftlinge ihre Strafen in ihrem Heimatland absitzen können. Das solle den Häftlingen bei ihrer „Resozialisierung“ helfen, so Jorge León Ballén, der Direktor des INPE. Demnach kann der Bürger eines Staates, mit dem Peru  ein Kooperationsabkommen in diesem Bereich abgeschlossen hat, seine Verlegung beantragen. Bisher bestehen solche Kooperationsabkommen mit Groß Britannien,  Spanien, Italien, Brasilien,Panamá, México, der dominikanischen Republik, Cuba, Paraguay, Ecuador, Argentinien, Bolivien, Venezuela, Kanada und den Vereinigten Staaten von Amerika. Im Falle von Staaten, mit denen kein solches Abkommen besteht, wird das Prinzip der Gegenseitigkeit angewandt: Wer die Verbüßung einer Strafe im Heimatland des Straftäters erlaubt, kann diese im Gegenzug auch von Peru erbitten.

    Ausgenommen davon sind Verurteilte wegen Terrorismus, wegen Attentaten gegen die nationale Sicherheit, Vaterlandsverat und Köpfe von Drogenschmugglerbanden.

  • Gefängniswärter mit neuem Chef

    Die peruanische Gefängniswärtereinheit INPE hat einen neuen Chef. Jorge León Ballén löst den bisherigen Chef ab, der vergangene Woche nach der Freilassung mehrerer in Drogendelikte verwickelter Häftlinge mit gefälschten richterlichen Anordnungen durch Mitarbeiter seiner Behörde in Bedrängnis geraten war. Außerdem war bekannt geworden, dass in einem südperuanischen Gefängnis Gefängniswärter mehrere Insaßinnen vergewaltigt hatten. León Ballén versprach lückenlose Aufklärung der Vorfälle und engere Zusammenarbeit mit der Justiz, um solche Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern. Außerdem sollen die Gefangenen besser auf die verschiedenen Gefängnisse aufgeteilt werden. Derzeit gäbe es halb leere Gefängnisse, denen doppelt oder dreifach überfüllte Gefängnisse gegenüberständen. Zudem stünden derzeit 43.000 Gefangenen nur 23.000 Haftplätze zur Verfügung, wie León Ballén gegenüber der amtlichen Agentur ANDINA erklärte.

  • Gefängnis Challapalca (4600m) wird geschlossen

    Im Rahmen des Neubaus 15 neuer peruanischer Gefängnise wird das Hochsicherheitsgefängnis Challapalca geschlossen. Das kündigte die peruanische Justizministerin Fernández an. Amnesty International und die Inter-Amerikanische Kommission für Menschenrechte hatten schon vor Jahren die Schließung des Gefängnisses Challapaca gefordert. Challapaca liegt auf über 4600 Metern in der Region Tacna. Neben der extremen Klimabedingungen klagten Insaßen gegenüber Amnesty International auch über Misshandlungen. Gebaut 1997, wurde das Gefängnis auch wegen der abgelegenheit kritisiert, die es den Insaßen fast unmöglich machte, Kontakt mit der Familie oder einem Rechtsanwalt aufzunehmen. Auch die Volksanwaltschaft (Defensoría del Pueblo) begrüßte den Schritt, die Gefangenen in andere Einrichtungen zu verlegen. Der Bau der neuen Gefängnisse soll bis 2017 abgeschlossen sein.

    In Peru gibt es nach Angaben des Justizministeriums in den 79 Gefängnisen des Landes derzeit 22.589 Plätze, die von 43.317 Gefangenen belegt werden. Justizministerin Fernández macht unter anderem die langsame Justiz für die Überfüllung der Gefängnisse verantwortlich.

    Der vermutliche prominenteste Gefangene derzeit ist Ex-Präsident Alberto Fujimori.

    Die überfülltesten Gefängnisse Perus sind:

    Überbelegung (Ort)

    432.80% (Chorrillos)
    362.59% (Callao)
    219.29% (San Pedro)

    Quelle: ANDINA, Amnesty International, Ministerio de Justicia