Huancavelica: Konflikt um Universitätsgründung eskaliert

In der peruanischen Region Huancavelica ist ein Konflikt um die Ausgründung einer Universität ausgebrochen, der bereits ein Todesopfer gefordert hat. Nach dem Beschluss des peruanischen Kongresses, aus der Zweigstelle der Universidad Nacional de Huancavelica in Pampas (Prov. Tayajaca) eine eigenständige Universität zu machen, kam es in der Regionalhauptstadt Huancavelica zu Ausschreitungen gegen verschiedene öffentliche Einrichtungen. Studierende und Dozenten der Universität von Huancavelica wehren sich gegen die Abspaltung, insbesondere deswegen, weil ein Teil der Finanzmittel und der Dozenten ihrer Universität auf die „Universidad Nacional Autónoma de Tayacaja Daniel Hernández Morillo“ übergehen soll. Sie fordern Präsident Alan García auf, das Gesetz 04690, mit dem die Ausgründung beschlossen wurde, nicht zu unterzeichnen. Bei den Protesten wurde gestern ein Teil der Regionalverwaltung Huancavelica in Brand gesetzt, bei dem Versuch die örtliche Polizeistation zu besetzen wurden 28 Personen verletzt, ein 23jähriger Berufsschüler kam ums Leben. Die örtliche Polizei macht für die Ausschreitungen nicht die Demonstranten, sondern „infiltrierte Gewalttäger“ verantwortlich.

Als Reaktion auf die Aktionen in Huancavelica kam es auch in Pampas-Tayacaja zu Demonstrationen, um die Gründung der eigenen Universität zu unterstützen. Vertreter beider Seiten drohten mit der Besetzung des Mantaro-Wasserkraftwerks, dem größten Energieproduzenten Perus. Derweil zogen (Nach Veranstalterangaben) 1.200 Studierende in die peruanische Haupstadt Lima, um dort für die Einheit der Universität Huancavelica mit ihren Zweigstellen zu kämpfen.

NACHTRAG 22.06.2011 13:06MEZ:

Wie der Nachrichtensender RPP berichtet, ist ein weiteres Todesopfer zu beklagen. Dabei soll es sich um einen 30jährigen Mann handeln, der als Sicherheitsmann in einem Projektbüro der Regionalregierung arbeitete. Nach Angaben von RPP erlag er im Krankenhaus einer Schussverletzung.

NACHTRAG 22.06.2011 22:26 MEZ:

Die peruanische Premierministerin Rosario Fernandez hat angekündigt, die Regierung werde ausreichend Mittel für die Finanzierung der neuen Universität bereitstellen, eine Verringerung der Mittel der Universität Huancavelica finde also nicht statt. Zugleich kritisierte Fernández die Kongressabgeordneten Saldaña und Miró Ruiz, die die Gesetzesvorlage in den Kongress eingebracht hatten. Deren verabschiedete Vorlage enthielt den Entwurf, nach dem Gelder von der Universität Huancavelica zu Gunsten der Universität Tayacaja abgezogen werden sollten.

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