Schlagwort: Landwirtschaft

  • Mehr als zwei Millionen Landwirte: INFOAMAZONAS-Dossier zu Perus Agrarzensus

    Nach 18 Jahren Pause wurden in Peru Mitte November 2012 wieder einmal alle Landwirtinnen und Landwirte gezählt, unabhängig von Besitzgröße, Lage und Ausrichtung von Feldern, Wiesen, sowie der Zahl der Tiere. Ein wichtiger Schritt für das Land, das nicht nur ein Bevölkerungswachstum, sondern auch eine anhaltende Landflucht verzeichnet. Grund genug, neben den Hintergründen auch einzelne Ergebnisse unter die Lupe zu nehmen. Dafür bietet das INFOAMAZONAS-Spezial „Peru zählt seine Landwirte“ reichlich Platz. Sie finden es hier!

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    INFOAMAZONAS-Spezial Agrarzensus 2012/2013Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Dossiers „Peru zählt seine Landwirte – Agrarzensus 2012“. Umfassende Informationen zum Thema finden Sie dort.

  • Peru: Zehnjähriges Gentechnik-Moratorium in Kraft

    Peruanische Maiskolben. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Vermutlich Gentechnikfrei: peruanische Maiskolben. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Mit der Verabschiedung des Reglements durch den Ministerrat ist seit vergangener Woche das vom peruanischen Kongress beschlossene 10jährige Einfuhr- und Herstellungs-Moratorium für genetisch modifizierte Organismen in Kraft getreten. Das Reglement, von Umweltschützern seit langem gefordert, sieht Kontrollen und Strafen vor, letztere bis zu einer Höhe von 10.000 UIT-Steuereinheiten (derzeit etwa 36,5 Millionen Nuevos Soles, rund 11 Millionen Euro). Zudem lege es erstmals spezifische Zuständigkeiten für die Kontrolle fest, so Umweltminister Manuel Pulgar Vidal.

    Demnach sind künftig vor allem das Umwelt-, sowie das Landwirtschaftsministerium zuständig, aber auch der Zoll und das Außenhandels- und Tourismusministerium, so der Minister. Agrarverbände wie Conveagro und der Unternehmerverband CONFIEP, sowie Vertreter von Umweltschutzverbänden sollen bei der Implementierung der Kontrollen unterstützen. Neben Kontrollen und dem vorübergehenden Einfuhrverbot setzt das Umweltministerium vor allem auf Bildung und Wertschätzung des vorhandenen Artenreichtums: Es sei wichtig, die technischen Grundlagen zu erwerben, die heimische Biodiversität zu untersuchen und zu schützen, so Pulgar Vidal.

    Moratorium stand auf der Kippe

    Zuletzt hatte es ausgesehen, als ob das geplante Moratorium scheitern würde, der damalige Präsident Alan García Pérez verweigerte Mitte 2011 seine Unterschrift. Der Kongress beharrte allerdings darauf und beschloss vor rund einem Jahr das 10jährige Moratorium.

  • Nach 18 Jahren: Peru zählt wieder seine Bauern

    Landwirt bei Montevideo (Alto Utcubamba). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Landwirt bei Montevideo (Alto Utcubamba). Foto: D. Raiser.

    Der peruanische Kongress debattiert regelmäßig darüber, ob es eine Größenbegrenzung von Agrarland geben sollte, gleichzeitig weiß aber niemand, wie groß die Felder und Ländereien peruanischer Landwirtinnen und Landwirde eigentlich sind – und, wie viele von ihnen es eigentlich gibt. Deshalb führt das peruanische Nationalinstitut für Statistik und Informatik (INEI) in den kommenden Wochen nun nach 18 Jahren Pause den vierten Landwirtschafts-Zensus durch.

    Das war dringend nötig, da sind sich auch die meisten politischen Kräfte im Land einig. Denn: In den vergangenen Jahren hat sich in der peruanischen Agrarwirtschaft einiges getan. Die Landflucht verlangsamte sich zwar, hielt aber an, an der Küste entstehen mitten in der Wüste durch gigantische Bewässerungsanlagen Flächen für Landwirtschaft im großen Stil, manchmal auch auf Kosten von Kleinbauern. Der Agrarchemie- und Landmaschinenmarkt ist im Höhenflug und erreicht heute auch abgelegene Regionen. Und während mancherorts industrielle Landwirtschaft betrieben wird, gibt es nicht nur in den Hochanden Substistenzlandwirte und andere, die auf traditionelle Art und Weise häufig ökologisch und in relativ kleinen Mengen produzieren – manchmal in Eigenregie, in seltenen Fällen auch als Kooperativen.

    Peruanische Maiskolben. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Maiskolben. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    In den vergangenen Jahren wurde mehrmals versucht, über staatliche Programme Landwirten in geographisch schwieriger Lage den Marktzugang zu ermöglichen. So wurden beispielsweise Züge voll Kartoffeln aus den Anden nach Lima transportiert – die Breitenwirkung war aber eher mäßig. Diese begrenzte Wirkung lag vermutlich auch an kulturellen Eigenarten des Agrargeschäfts in den Hochanden und an fehlender Infrastruktur, es fehlten aber auch belastbare Daten, um richtig planen zu können. Die sollen nun erhoben werden: Neben Agrarflächen, die per GPS registriert werden sollen, sammeln die INEI-Mitarbeiter auch Informationen über Vieh, den Zugang zu Wasser, den Einsatz von Agrarchemikalien, die angebauten Feldfrüchte, sowie allgemeine Daten über Landwirtinnen und Landwirte.

    Reisfeld und Palmen in der Provinz Utcubamba. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Reisfeld in der Provinz Utcubamba. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Diese Daten werden wohl auch zu einem Wiederaufflammen der Diskussion über eine Größenbegrenzung von Agrarland führen. Im Moment stehen mehrere Vorschläge im Raum, von denen einige den Ruf haben, „leyes con nombre propio“ zu sein – also Gesetzesinitiativen, die sich gegen einen bestimmten Agrarkonzern richten. Vielleicht war auch die Angst vor dieser Diskussion ein Grund dafür, warum seit 1994 kein Landwirtschafts-Zensus mehr durchgeführt wurde.

    Insgesamt besteht der Fragebogen der Erhebung aus 122 Fragen, die, darauf weist das INEI ausdrücklich hin, geschlechtsneutral formuliert sind. So waren bei der Befragung vor 18 Jahren Landwirtinnen offenbar noch nicht vorgesehen. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Fragen, die Situationsabhängig gestellt werden, da sie beispielsweise die Situation in indigenen Gemeinschaften oder der industriellen Hühner- oder Meerschweinchenmast betreffen. Das INEI kündigte an, im Rahmen des „IV Censo Nacional Agropecuario“ selbst das abgelegendste Feld zu registrieren. In wieweit das gelingt, wird sich spätestens Mitte November zeigen, wenn die Datenerhebung beendet wird. Wann mit ersten Ergebnissen zu rechnen ist, ist noch nicht bekannt.

    INFOAMAZONAS-Spezial Agrarzensus 2012/2013Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Dossiers „Peru zählt seine Landwirte – Agrarzensus 2012“. Umfassende Informationen zum Thema finden Sie dort.

  • Amazonas / Peru: Landwirte steigern Produktion

    Steueraufkommen in der Region Amazonas 2004-2010. Bild: INFOAMAZONAS.Die Landwirte der nordperuanischen Region Amazonas haben die Produktion von Lebensmitteln in den vergangenen Monaten stark gesteigert. Das geht aus dem jüngsten Bericht zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region hervor, der gestern vom peruanischen Nationalinstitut für Statistik und Informatik (INEI) herausgegeben wurde. So lag beispielsweise die  Maisproduktion im Februar 2012 30% über dem Wert im Vorjahreszeitraum. Auch die Reisernte lief offenbar gut, mit 14.947 Tonnen im Februar 2012 lagen die Reisbauern 12,3% über dem Vorjahreswert. Dazu, so das INEI, trug, neben einem für den Reisanbau günstigen Klima, vor allem die voranschreitende Technifizierung der regionalen Landwirtschaft bei.

    Während bei der Mango-, Avokado- und Kartoffelproduzenten Einbußen verkraften werden mussten, konnte die Kakaoproduktion um rund 20% gesteigert werden. Die produzierte Yuca (Maniok)-Menge lag im Februar mit rund 10.500 Tonnen ungefähr auf Höhe des Vorjahres.

    Milchproduktion steigt um 12,8%

    Auch bei den tierischen Produkten ließ sich ein Anstieg feststellen. So stieg die Milchproduktion auf 6.436 Tonnen an, ein Anstieg von 12,8% im Vergleich zum Februar 2011. Die Produktion von Schweinefleisch stieg dagegen um 22,8%, die von Schafsfleisch um 16,6% und die von Ziegenfleisch um 9,7%. Lediglich die Zucht von Hühnern und anderem Geflügel ging um mehr als 20% zurück.

    Höhere Steuereinnahmen dank florierender Landwirtschaft

    Die insgesamt gute Lage der bis heute vor allem durch viele Kleinst- und wenige mittelgroße Unternehmen geprägte Landwirtschaft der Region schlug sich auch im Steueraufkommen nieder: Nach Angaben der peruanischen Steuerbehörde SUNAT lagen die Steuereinnahmen in der Region Amazonas bei 1.399.000 Nuevos Soles – 3,1% höher als noch im Februar des Vorjahres.

    Das bestätigt einen langfristigen Trend: Seit 2004 ist ein steter Anstieg des Steueraufkommens in der Region Amazonas zu verzeichnen. Konnte die SUNAT im gesamten Jahr 2004 noch 7,8 Millionen Nuevos Soles an Steuern einnehmen, waren es 2010 bereits 23,8 Millionen. Und das, obwohl bis heute in der Region keine Mehrwertsteuer erhoben wird.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Peru: Exporteure von Bio-Lebensmitteln erwarten starken Umsatzanstieg

    Lager der Kaffee-Kooperative Rodriguez de Mendoza. Foto: M. Brugger.
    Lager der Kaffee-Kooperative Rodriguez de Mendoza. Foto: M. Brugger.

    Eine Steigerungsrate um 20% erwarten die peruanischen Exporteure von biologisch produzierten Lebensmitteln für das Jahr 2011. Nach Schätzungen der Agrarsparte der Exporteursvereinigung ADEX werden die Umsätze der rund 50.000 in diesem Bereich tätigen Landwirte dieses Jahr ca. 250 Millionen US-$ betragen. Beatriz Tubino, Agrarexpertin von ADEX, führt die Steigerung auf eine weltweit weiter zunehmende Nachfrage nach gesunden und Umweltschonend produzierten Lebensmitteln zurück. Peru bediene damit eine wichtige Marktlücke.

    Wichtigster Bio-Exportartikel bleibt dabei weiterhin der Kaffee, der im vergangenen Jahr mit 108 Millionen US-$ im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte des Bio-Exports ausmachte. Damit konnte Peru seine Stellung als größter Bio-Kaffee-Exporteur weiter festigen. Gleichzeitig wurden Bananen im Wert von 57 Millionen US-$, sowie Kakao mit einem Wert von 27 Millionen US-$ exportiert, wobei das Land damit jeweils unter den weltweit fünf größten Exporteuren in diesen Sparten liegt. An vierter Stelle standen diverse andine Getreidesorten, insbesondere Quinua (4 Millionen US-$).

    Hauptabnehmer der peruanischen Bio-Produktion bleiben Länder der Europäischen Union, in denen 2010 rund 64% der peruanischen Exporte gekauft wurden. Das peruanische Landwirtschaftsministerium plant, diese Stellung weiter aszubauen.

    Kaffeeexporte insgesamt im Aufschwung
    Kaffee, frisch gepflückt, in San Miguel de Poro Poro. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.Nach Ansicht des peruanischen Dachverbandes der Kaffeeproduzenten könnten Peru in diesem Jahr Kaffee im Wert von mehr als einer Milliarde US-$ exportieren. Im vergangenen Jahr wurde Kaffee im Wert von insgesamt rund 880 Millionen US-$ exportiert, für Peru das bislang beste Ergebnis in der Geschichte. Das Landwirtschftsministerium erwartet sogar noch ein stärkeres Wachstum und rechnet mit 1,2 Milliarden US-$. Der größte Abnehmer peruanischen Kaffees bleibt weiterhin Deutschland (35%), dahinter die USA (21%), sowie Belgien (11%). Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums wird 95% des produzierten Kaffees exportiert, nur 5% werden in Peru selbst konsumiert.

    Die größten peruanischen Kaffeeexport-Reginen sind Junín (24%), Cajamarca (21%), San Martín (20%), Cusco (14%) und Amazonas (12%).

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Regierung Humala brüskiert Kaffee-Kooperativen

    In Peru sind tausende Agrar-Kleinstproduzenten zusammengeschlossen, um ihre Produkte auf dem Weltmarkt anbieten zu können, insbesondere inKaffee- oder Kakao-Kooperativen. Um sie wettbewerbsfähiger zu machen, verabschiedete der peruanische Kongress vor drei Monaten ein Gesetz, das die Geschäfte zwischen den gemeinnützigen Kooperativen und ihren Mitgliedern von der Mehrwertsteuer(IGV)  befreit. Zugestimmt hat damals auch die Partei des peruanischen Präsidenten Ollanta Humala. Dennoch ist es ausgerechnet die Regierung Humala, die nun den Kongress zur Rücknahme des Gesetzes auffordert.

    Als Hauptgrund für ihre Haltung nennt die Regierung einen Formfehler. So gebe das Gesetz 29863 vor, den Inhalt des Kooperativengesetz (29683) zu präzisieren, indem es die dort festgelegten Steuererleichterungen auch auf die Mehrwertsteuer auszuweiten. Dabei handle es sich aber, so die Regierung, um keine Präzisierung, sondern um eine ganz neue Regelung. Das Gesetz könne somit vor dem Verfassungsgericht nicht bestehen (Art. 103 d. peruanischen Verfassung). Zudem befürchten die Verfasser der Regierungsinitiative, die Regelung könne Nachahmer auf den Plan rufen, ebenfalls Mehrwertsteuerbefreiungen zu fordern. Hierdurch würde ein negativer Präzedenzfall geschaffen.

    Die Kooperativen  fürchten nun Wettbewerbsnachteile. Die peruanische Agrarkonvention (CONVEAGRO) warnt vor dem Zerbrechen zahlreicher Genossenschaften. CONVEAGRO-Präsidentin Lucila Quintana erklärte gegenüber der Tageszeitung „Diario16“, die zusätzliche Besteuerung würde bei den Kooperativen zu „Verlusten in Millionenhöhe“ führen.

    Nun ist der peruanische Kongress am Zug – er muss der Vorlage der Regierung zustimmen.

  • Peruanische Regierung knickt vor Gentechnik-Lobby ein

    Die peruanische Regierung hat einem Beschluss des peruanischen Parlaments die Unterschrift verweigert, der ein 10jähriges Einfuhrmoratorium für genetisch modifizierte lebende Organismen (OVM) vorsah. Damit tritt das Moratorium vorerst nicht in Kraft und wird erneut den Kongressabgeordneten vorgelegt. Landwirtschaftsminister Jorge Villasante erklärte, ein 5jähriges Moratorium reiche vollkommen aus, um ein System zur Kontrolle der gentechnisch veränderten Organismen aufzubauen. Zudem verhindere das Moratorium die Einfuhr von Impfstoffen auf Basis von OVM und werde dem Handel mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Uruguay und Argentinien, sowie den CAN-Staaten Bolivien und Kolumbien schaden.

    Am 7. Juni hatte der peruanische Kongress beschlossen, den Import genetisch veränderter Organismen für Anbau und Züchtung für die kommenden 10 Jahre zu untersagen. Während dieser Zeit sollten neue Erkenntnisse gewonnen werden, ob OVM die peruanische Biodiversität beeinträchtigen. Im peruanischen Ministerkabinett gewann offenbar mit der nun erfolgten Entscheidung Landwirtschaftsminister Oberhand gegenüber Umweltminister Antonio Brack, der sich wiederholt für ein „Gentechnikfreies Peru“ ausgesprochen hatte. In der Landwirtschaftskommission des Kongresses hatte Brack betont, Peru sei technisch nicht in der Lage, Gentechnik zu kontrollieren. Unterstützt wurde er dabei von zahlreichen Gentechnik-Gegnern, darunter die Gastronomievereinigung Apega, zahlreiche Landwirtschaftsverbände, sowie das Forum „Peru frei von Gentechnik“.

    Der peruanische Kongress könnte nun auf dem 10jährigen Moratorium beharren, damit würde es auch ohne Unterschrift des Präsidenten in Kraft treten. Wahrscheinlich ist das nicht, da sich die Regierungspartei APRA, die im Moment auch den Kongresspräsidenten stellt, von Beginn an für ein kürzeres Moratorium ausgesprochen hatte und deshalb wohl versuchen wird, die Entscheidung weiter hinauszuzögern. Dann würde sich – wenn überhaupt – erst der neu zusammentretende Kongress nach dem 28. Juli wieder des Themas annehmen.

    Kürzlich war bekannt geworden, dass einer der Berater des Landwirtschaftsministers in Fragen der Gentechnik, Alexander Grobman Tversqui, gleichzeitig über die NGO PeruBiotec Lobbyarbeit für die Gentechnik-Industrie betreibt. Das Ministerium trennte sich inzwischen von dem Berater.

  • Peru erklärt den Grieben-Tag

    Nach dem Grillhähnchen und dem Briefträger hat nun auch das gut durchgegarte Schweinefleisch seinen eigenen Gedenktag. Per Regierungsresolution verfügte Landwirtschaftsminister Jorge Villasante, dass ab jetzt Jahr für Jahr der dritte Junisamstag zum „Día Nacional del Chicharrón“ zu erklären sei. Hinter der Resolution des Ministers stehen dabei knallharte Interessen. Derzeit werden in Peru, so Villasante gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA, pro Person und Jahr vier Kilo Schweinefleisch gegessen. Das soll mittelfristig auf 6 Kilo steigen. Damit bleibe man aber noch immer weit hinter dem Durchschnittschilenen zurück, der auf 25 Kilo pro Jahr komme, so der Minister.

  • Peru: Umweltministerium veröffentlicht Karte der Maisarten

    Maiskarte. Bild: MINAM.
    Maiskarte. Bild: MINAM.

    Das peruanische Umweltministerium (MINAM) hat eine Karte veröffentlicht, auf der die zahlreichen peruanischen Maissorten, sowie ihr Verbreitungsgebiet verzeichnet sind. Mit mehr als 50 verschiedenen Sorten verfügt Peru über die größte Maisartenvielfalt weltweit. Am weitesten verbreitet ist die Sorte „Cusco Riesenmais“, die in 22 der 25 Regionen Perus angebaut wird. Mais ist für auch ein wichtiges Exportprodukt. Nach Daten der Agraruniversität La Molina wurde allein im Jahr 2009 Cusco-Riesenmais im Wert von fast 10 Millionen US-$ exportiert. Die verschiedenen Maissorten unterscheiden sich nicht nur in der Größe und Bissfestigkeit, sondern auch in der Farbe. Berühmt ist insbesondere der „Maíz Morado“, dessen Lilafarbene Frucht nicht nur der Chicha Morada und der Mazamorra Morada Farbe, Geschmack und Konsistenz verleiht, sondern auch in großem Stil als Lebensmittelfarbstoff nach Japan exportiert wird.

     

  • Peru: Landwirtschafts- und Umweltministerium streiten über Gentechnik

    Der Streit über eine Verordnung des peruanischen Landwirtschaftsministeriums, durch die der Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) geregelt wurde, wird immer schärfer. Als die Verordnung 003, die unter anderem den Weg für die Einfuhr und den Anbau solcher Organismen unter Auflagen frei macht, vergangene Woche veröffentlicht wurde, kam es zunächst zu einem Aufschrei unter denjenigen, die sich in Peru für mehr ökologische Landwirtschaft einsetzen. Wortführer war zunächst Starkoch Gaston Acurio, dessen Stimme allerdings etwas leiser wurde, nachdem Vorwürfe laut wurden, auch manche Produkte seines Unternehmens wären nicht frei von Gentechnik. Seinem Ruf aber folgten zahlreiche Umwelt- und Agrarorganisationen.

    Auch Crisólogo Cáceres, Vorsitzender der Verbraucherschutzorganisation ASPEC, bedauerte das Vorgehen des Landwirtschaftsministeriums. „Während [GVO] in anderen Ländern verboten werden, wird hier die Einfuhr erlaubt, anstatt die Biodiversität zu schützen“, so Cáceres gegenüber der Tageszeitung „La República“. ASPEC kritisiert zudem, dass das im vergangenen Jahr in Kraft getretene peruanische Verbraucherschutzgesetz bislang nicht konsequent umgesetzt wird. So sind bislang viele nicht Gentechnik-freie Lebensmittel noch immer nicht ausreichend gekennzeichnet.

    Nach mehreren Tagen seltsamer Ruhe hat sich nun auch das peruanische Umweltministerium zu der Verordnung geäußert. Das Ministerium von Antonio Brack, der sich in der Vergangenheit wiederholt für ein „gentechnik-freies“ Peru ausgesprochen hatte, veröffentlichte auf seiner Internetseite eine Verlautbarung, in der es sich zwar nicht direkt gegen die Einfuhr gentechnisch veränderter Organismen ausspricht, aber darauf hinweist, dass diese peruanischen Landwirten in keinster Weise Vorteile, dagegen aber Nachteile und neue Abhängigkeiten bringen. Zudem, so die Verlautbarung, sei ökologische Landwirtschaft mit GVO unvereinbar, obwohl sie für Peru eine sehr wichtige Einnahmequelle darstelle.

    Die Reaktion des Landwirtschaftsministeriums ließ nicht lange auf sich warten. Nur wenige Stunden später wurde ebenfalls eine Verlautbarung ins Internet gestellt, in der darauf hingewiesen wurde, man habe die Gentechnik-Verordnung vorab mit dem Umweltministerium abgestimmt und bewege sich im Rahmen der aktuellen Rechtslage. Zudem habe man das hauseigene Agrarforschungszentrum INIA mit einem Labor ausgestattet, das gentechnisch veränderte Organismen identifizieren könne, so das Ministerium.

    Worin sich beide einig sind, ist, dass eine Regelung des Umgangs mit solchen Organismen nötig war, da für eine effiziente Kontrolle bislang die Rechtsgrundlage fehlte. Auch der peruanische Kongress hätte wiederholt die Möglichkeit gehabt, ein mehrjähriges Moratorium festzulegen, durch das ein Einfuhrverbot zugunsten neuer Forschungen hätte erreicht werden können. Entsprechende Gesetzesinitiativen gingen unter.