Schlagwort: Schule

  • Peru: Schulabbruch meist wegen Armut oder Schwangerschaft

    Jede und jeder Fünfte peruanische Jugendliche geht nicht zur Schule, die meisten davon aus finanziellen Gründen: Sie können entweder notwendige Materialien nicht bezahlen oder müssen arbeiten. Aber nicht nur Armut bringt Jugendliche zum Abbruch der Schulbildung: Jeder Vierte der 1.163.528 Schulabbrüche liegt nach Angaben des peruanischen Gesundheitsministeriums in einer Schwangerschaft begründet.

    Dagegen plant das Ministerium nun verstärkt vorzugehen. Man strebe an, durch die Verteilung von und Aufklärung über Verhütungsmittel alle Volljährigen, sowie durch Aufklärung der Minderjährigen die Zahl schwangerer Minderjähriger bis 2021 um 20% zu senken, so die Expertin Lucy del Carpio, die für ein entsprechendes Programm des Gesundheitsministeriums arbeitet.

    Weiterer Grund: Schlechte Zugänglichkeit

    Ein weiterer Grund, der zu frühem Schulabgang führt, ist fehlende oder schlechte Infrastruktur. Davon ist insbesondere der ländliche Raum betroffen, wo vielerorts – wenn überhaupt – lediglich Grundschulen vorhanden sind, während weiterführende Schulen nur durch zurücklegen hoher Distanzen erreicht werden können, was häufig zusätzlich durch schlechte Wege weiter erschwert wird.

  • Peru: Schwangere Schülerinnen dürfen wieder in die Schule

    Schwangere Schülerinnen dürfen in Zukunft nicht mehr an der Unterrichtsteilnahme gehindert werden. Das hat der peruanische Kongress entschieden. Bislang mussten werdende Mütter ihre Klasse verlassen, um für ihre Mitschülerinnen kein „schlechtes Vorbild“ zu sein.

    Wie die Abgeordnete Hilaria Supa, Vorsitzende der Bildungskommission des peruanischen Kongresses, in ihrem Redebeitrag erklärte, wird duch das nun verabschiedete Gesetz die zweithäufigste Ursache für einen Schulabbruch in Peru abgeschafft.

    Das Gesetz wurde von allen politischen Gruppen im Parlament unterstützt und wurde ohne Gegenstimme verabschiedet.

  • Wegen Kältewelle: Puno verschiebt Schulbeginn um 30 Minuten

    Wegen der großen Kälte hat die Schulbehörde der südperuanischen Andenregion Puno angeordnet, den Schulbeginn in Schulen über 3.800 Metern Höhe um 30 Minuten zu verschieben. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA. So müssen Schülerinnen und Schüler nun erst um 8 Uhr in die Schule. Mehrere Provinzen Punos traf der Winter in diesem Jahr besonders hart, besonders Carabaya, El Collao und Sandia, wo es Schulen in einer Höhe von über 4.800 Metern über dem Meeresspiegel gibt.

    Von der Regelung, die bis zum 31. August gilt, sind Schulen und Kindergärten aller Stufen betroffen, so Jesús Figueroa von der Schulbehörde Puno. Zudem wurden Schüler und Eltern aufgefordert, sich um Jacken und Pullover zu kümmern. Hierfür wurde sogar der Schuluniformzwang gelockert, die Kleidungsstücke müssen nicht zwingend die für gewöhnlich vorgeschriebene Farbe der Uniform haben. Zudem dürfen vorrübergehend an Schulkiosks keine gekühlten Getränke und Lebensmittel mehr verkauft werden.

    In manchen Orten Carabayas, El Collaos und Sandias werden im Winter bis zu -20°C gemessen.

  • Schuljahresbeginn für acht Millionen peruanische Schüler

    Über acht Millionen peruanische Schülerinnen und Schüler werden ab heute bis Ende Dezember wieder die Schulbank drücken. Auch die Schulen, die – wie beispielsweise in Cusco – bei den schweren Regenfällen der vergangenen Monate beschädigt wurden, sollen, wenn nötig auch in anderen Räumlichkeiten, innerhalb der kommenden 10 Tage der Unterricht beginnen, so Vizebildungsminister Idel Vexler.

  • Staatliche Elitesekundarschule "Presidente del Perú" nimmt Form an

    Am 1. März startet die peruanische Elitesekundarschule „Presidente del Perú“. In der staatlichen Bildungseinrichtung werden dann 873 Schülerinnen und Schüler aus ganz Peru, die schwere Zugangsprüfungen ablgegen mussten, um sich gegen tausende Mitbewerberinnen und Mitbewerber durchzusetzen. Seit Monaten bereits wartet das peruanische Bildungsministerium regelmäßig mit neuen Superlativen auf. Es sei nicht nur die absolute Elite an Schülern, zudem seien auch die besten Lehrer des Landes angeheuert worden. Auf dem Stundenplan stehen (laut dem Ministerium) Kommunikation (Sprachuntericht, Chinesisch, Englisch, Kultur und Gesellschaft,…), Mathematik, Wissenschaft und Technik (inkl. Geschichte, Geografie, Rechnungswesen, Robotik, Biologie, etc.), Kunst (Theater, Musik, Bildhauerei, Fotografie, Grafikdesign, etc.). Dazu sollen dann noch zusätzliche Arbeitsgemeinschaften wie Zirkus-AG, Journalismus-AG, Kampfsport-AG, Sozialkompetenz-AG, Event-AG, etc. geboten werden. Der Vollständigkeit halber sollen auch regelmäßig „internationale Experten“ in verschiedenen Themen Vorträge halten.

    Schuluniformen, Verpflegung, Lernmaterialien und Schuhe sollen ebenfalls gestellt werden. Dafür müssen die Schülerinnen und Schüler aber auch einiges leisten, die Schulwoche geht von Montag bis Samstag und ist weitgehend durchgeplant. Aus der Projektbeschreibung geht beispielsweise hervor, dass pro Woche drei Stunden für Körperpflege eingeplant sind. Für das „schulische Leben“ sind 11,75 Stunden vorgesehen – 4,25 Stunden weniger als für den Mathematikunterricht.

    Eingerichtet wird die Schule in Chaclacayo. Zweck des „Colegio Mayor Secundario Presidente del Perú“ ist, „repräsentative Führungspersönlichkeiten aus allen Regionen des Landes“ herauszubilden, die in ihrem Lernprozess ein „Vorbild für ihre Altersgenossen in ihrer Heimat“ werden sollen. Das Experiment beginnt in einer Woche.

  • Chiclayo / Lambayeque: Regenfälle lassen historisches Schulgebäude einstürzen

    Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Regen nicht Mitte Februar, sondern Anfang März niedergegangen wäre:
    In der nordwestperuanischen Provinz Chiclayo stürzte am Montag Nachmittag ein Teil der Sekundarschule Pedro A. Labarthe in sich zusammen. Personenschäden gab es nicht. Nach Einschätzung des peruanischen Zivilschutzes waren die Wände aus Lehmziegeln während der schweren Regenfälle der vergangenen Wochen so feucht geworden, dass sie schließlich, wie Anwohner berichten, unter ohrenbetäubendem Krach in sich zusammenstürzten. Ob in dem hinteren Teil des denkmalgeschützten Gebäudes  im März Unterricht möglich sein wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Die hinteren Klassenzimmer sind nach Angaben des Zivilschutzes aus Stein gebaut und sind etwas jünger als der 93 Jahre alte Eingangsbereich im Zentrum von Chiclayo. Eine weitere Einrichtung der Schule, die sich an der Straße in Richtung Pimentel befindet, kann nach Angaben der Agentur ANDINA seit 2006 nicht verwendet werden, weil sie über keinen Anschluss an das Wasser- und Abwassernetz verfügt. Auch Strom sei noch nicht installiert, so ANDINA.

    Schäden in ganz Lambayeque

    Dabei war die Sekundarschule Pedro A. Labarthe nicht das einzige Gebäude, dem der Regen schwer zugesetzt hatte. Insgesamt 23 Wohnhäuser in der Region stürzten ein, 247 wurden teils schwer beschädigt. Von den zerstörten Wohnhäusern standen acht in Pueblo Nuevo de Ferreñafe, acht in Tumán, vier in Mochumí, zwei in Jayanca und eines in Suazo de Chiclayo.

  • Kurz vor Schulbeginn: Skandal um fehlerhafte Lehrbücher

    Nur wenige Tage fehlen noch, dann werden ab Anfang März mit dem Ende der Sommerferien wieder tausende peruanische Schülerinnen und Schüler wieder die Schulbank drücken. Doch der Beginn des neuen Schuljahres wird vielerorts nicht ganz reibungslos von statten gehen. In einigen Gebieten, in denen die schweren Regenfälle Anfang des Jahres schwere Schäden angerichtet hatten, wird das Schuljahr nicht pünktlich beginnen können, zahlreiche Schulgebäude sind einsturzgefährdet. Aber auch ein anderes Problem bewegt derzeit zahlreiche Peruaner. Denn, so der peruanische Kongressabgeordnete Santos Carpio, fast eine Million Schulbücher sollen von Fehlern nur so durchsetzt sein. Mehrere unverständliche Aufgabenstellungen, aber vor allem hunderte Grammatik- und Rechtschreibfehler fänden sich in den Texten, so Carpio gegenüber der Presse.

    Wie die Tageszeitung „La República“ berichtet, liegen die meisten Fehler im Bereich „tildación“ (´) und in der Verwechslung der (im peruanischen Spanisch gleich klingenden) Buchstaben „B“ und „V“.

    Das peruanische Bildungsministerium (MINEDU) plant derweil die Einrichtung einer Untersuchungskommission, die entsprechende Schulbücher auf Fehler untersuchen soll. Vizeminister Idel Vexler erklärte, die für die Texte verantwortlichen Personen müssten sich auf drastische Konsequenzen gefasst machen.

    Bei dem entsprechenden Schulbuch handelt es sich um ein Leseübungsbuch für die dritte Klasse der peruanischen Sekundarschule, das seit Anfang 2009 an Schüler im ganzen Land verteilt wird.

    Kritisiert wird auch ein Foto des peruanischen Präsidenten Alan García auf der vorderen Umschlaginnenseite der Bücher.

  • Puno: 360 Schulen einsturzgefährdet

    In der südperuanischen Region Puno sind mindestens 360 Schulgebäude stark einsturzgefährdet. Das erklärte der zuständige Regionaldirektor für Bildung, Germán Condori. Grund dafür sind die starken Regenfälle der vergangenen Wochen. Die Wassermassen hatten die Wände aus gestampftem Lehm, Lehmziegeln oder einfachen Steinkonstruktionen aufgeweicht und teilweise zum Einsturz gebracht.

    Besonders betroffen ist die Grenzregion zum Nachbarland Bolivien, allein 150 der gefährdeten Schulgebäude sind hier angesiedelt. Viele der Schulgebäude wurden bereits vor mehr als 40 Jahren errichtet. Im März, nach Ende der Sommerferien, sollen in den Gebäuden wieder Tag für Tag 409.000 Schülerinnen und Schüler lernen. Obwohl es sich bei staatlichen peruanischen Schulgebäuden normalerweise um Bauwerke einfacher Bauart handelt, ist nicht davon auszugehen, dass rechtzeitig zum neuen Schuljahr alle betroffenen Schulen neu errichtet wurden. Dafür wären Mittel in Höhe von 21.294.000 Nuevos Soles notwendig, so Germán Condori, der angab, dazu bereits erste Absprachen mit der zuständigen Regionalregierung getroffen zu haben.

  • "Schulfernsehen" soll bis Ende 2009 5000 Schulen versorgen

    Bis zum Ende des kommenden Jahres sollen 5000 weiterführende Schulen in ganz Peru per Satelit einen Zugang zum 2007 gegründeten „Schulfernsehen per Satelit“ (Televisión Educativa Satelital) des Bildungsministeriums haben. Das erklärte Victor Castillo, Generaldirektor des Büros für Bildungstechnologie des Bildungsministeriums heute in einer Pressemitteilung. Damit sollen Lehrer durch Inhalte anerkannter Produzenten von Bildungsfernsehen, wie z.B. der Discovery Channel, der History Channel oder NatGeo, ihren Unterricht auflockern, so Castillo. Im Moment haben rund 3.070 Schulen Zugang zu dem Satelitenkanal. Bis 2011 sollen die rund 177.340 Klassenzimmer der 31.088 staatlichen weiterführenden Schulen (Colegios Excolares Estatales) angeschlossen sein. Mitte 2007 wurde das Projekt erstmals getestet. Jede angeschlossene Schule braucht neben einer zentralen Satelitenempfangsanlage sowohl Kabel in jedes Klassenzimmer, als auch die ensprechenden Fernseher in den Klassenzimmern. Die einzelnen Sendungen werden von den oben genannten Fernsehkanälen aufgenommen und über einen eigenen Satelitenkanal des Bildungsministeriums ausgestrahlt.