Cenepa-Bergbaukonflikt spitzt sich angeblich zu

Cenepa. Foto: MEM

Cenepa. Foto: MEM

Indígena, die im Cenepa-Gebirge an der Grenze zu Ecuador in der nordperuanischen Region Amazonas leben, haben nach Angaben der Indígena-Dachorganisation AIDESEP mehrere Angestellte des Bergbauunternehmens Iamgold Peru als Geiseln genommen. Der Geschäftsführer von Iamgold verneinte dies gegenüber der Nachrichtenagentur Efe. Alle Mitarbeiter seien mit einem Hubschrauber nach Jaén (Cajamarca) geflogen worden, so der Geschäftsführer.

Bereits seit mehr als einem Jahr machen diverse in der Provinz Condorcanqui aktive Indígena-Organisationen darauf aufmerksam, dass in ihrem Gebiet mit Iamgold und Sierra Dorada SAC gleich zwei Bergbauunternehmen ohne entsprechende Erlaubnis aktiv sind, was das peruanische Energie- und Bergbauministerium MEM nun in einer Stellungnahme noch einmal bestätigt hat.

Felipe Ramirez Delpino, Direktor für Umweltangelegenheiten des Ministeriums erklärte gegenüber der staatlichen Agentur ANDINA, das Ministerium für Energie und Bergbau habe den Bergbauunternehmen im Cenepa-Gebiet keinerlei Erlaubnis für Voruntersuchungen und Ausbeutung erteilt. Demnach sei das, was diese dort betrieben, illegal.

Nach Angaben von AIDESEP befinden sich ein Bergbauingenieur, ein Übersetzer und ein Maschinenführer in der Gewalt. Zudem weitere Mitarbeiter von Sierra Dorada SAC.

Am 5. Juni waren nicht weit entfernt in der Nähe der Stadt Bagua und in der Erdölpumpstation 6 bei schweren Zusammenstößen zwischen Indígena und der Polizei über 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Indígena und ihre Unterstüzter hatten im Protest gegen neue gesetzliche Regelungen, in denen es vor allem um die Umwidmung von Ländereien ging, eine Straße und eine Erdölpumpstation besetzt. Nach den Zusammenstößen hatte das Parlament die entsprechenden Gesetze wieder einkassiert, gleichzeitig wurde vom Justizministerium ein Verbotsverfahren gegen AIDESEP eingeleitet. Dieses wurde vergangene Woche ebenfalls eingestellt.