Minensucher bei der Arbeit. Bild: SINGE / Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
Im Cenepa-Krieg 1995 vergraben, bis heute eine Gefahr: Peru und Ecuador sind seit Jahren damit beschäftigt, Minen im gemeinsamen Grenzgebiet, der Cordillera del Cóndor, unschädlich zu machen. Inzwischen gibt es offenbar Fortschritte zu vermelden, die die Hoffnung nähren, noch in diesem Jahr die Räumarbeiten abzuschließen. Ecuadors Verteidigungsministerin María Espinoza Garcés erklärte gestern, man befinde sich im Zeitplan und hoffe, diesen trotz der schwierigen Klimaverhältnisse und Zugänglichkeit einhalten zu können.
Seit 1998 herrscht Frieden zwischen Peru und Ecuador, mit der Minenräumung wurde aber erst wesentlich später begonnen.
Sind die Minen an der Grenze zu Ecuador geräumt, verbleibt lediglich ein Minen-Problem an der Grenze zum südlichen Nachbarn Chile.
Die starkem Regenfälle der vergangenen Tage haben in der nordperuanischen Provinz Condorcanqui (Region Amazonas) zu Überschwemmungen geführt, mehrere Häuser beschädigt oder gar zerstört und dutzende Felder unter Wasser gesetzt. Wie der peruanische Zivilschutz berichtet, sind insbesondere die Ortschaften Bashuim, Mamayakim und Saasa im Distrikt El Cenepa betroffen, wo insgesamt mindestens 6 Wohnhäuser weitgehend zerstört wurden. Nach ersten Berichten wurden dadurch mindestens 28 Personen obdachlos. Insgesamt 8,5 Hektar Ackerland stehen teils noch immer unter Wasser, lokale Landwirte hatten dort vor allem Bananen, Mais und Kakao angebaut. Wie der Zivilschutz weiter berichtet, hat die Provinz Condorcanqui bereits mit den Aufräumarbeiten begonnen. Die zuständige Landwirtschaftsbehörde prüft derzeit den Umfang der Schäden.
Regenfälle und Sturm in Nordcajamarca
Besonders hart trafen die Regenfälle auch die Provinz San Ignacio im Norden der Region Cajamarca, wo die Regenfälle von starken Windböen begleitet waren. In der Ortschaft Puerto Tamborapa (Distrikt Chirinos) deckten die Windstöße nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes die Dächer von 32 Wohnhäusern ab, insgesamt 150 Personen mussten evakuiert werden, weil die extremen Regenfälle die Substanz der Wohnhäuser bedrohten. Die Distriktverwaltung Chirinos versucht derweil, die Zahl der notwendigen Wellbleche durch die Sammlung und Reparatur der davongeflogenen zu minimieren.
Überschwemmungen und starke Regenfälle sind für die betroffenen Provinzen leider nicht ungewöhnlich, beginnt doch demnächst die alljährliche Regenzeit.
Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben auf der Straße zwischen Bagua und Santa María de Nieva mehrere Erdrutsche ausgelöst und so die nordperuanische Provinz Condorcanqui weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Wie Radio Nieva berichtet, ist vor allem der Abschnitt zwischen Wawik (Wawiko) und Puente Nievas (Distrikt Imaza / Provinz Bagua) auf einer Länge von rund 8 Kilometern betroffen. Zudem sollen achtzehn Häuser, sowie die Wasserversorgung von Wawik stark beschädigt worden sein.
Probleme auch in Cumba
Auch etwas weiter südlich, im Distrikt Cumba (Provinz Utcubamba) kam es aufgrund der Regenfälle zu Problemen. Der gestiegene Wasserstand des Marañón lässt derweil nur eingeschränkt Verkehr durch den Distrikt zu, der wichtige Ortschaften wie Lonya, Camporredondo und Ocallí mit der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße verbindet.
Bei Überschwemmungen in der Provinz Condorcanqui (Region Amazonas / Nordperu) sind nach Angaben des peruanischen Zivilschutzes bislang 5 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 404 Häuser wurden bislang zerstört. Schwere Regenfälle hatten seit dem 18. September mehrere Flüsse zum überlaufen gebracht. Starke Winde verschärften die Situation zusätzlich.
Betroffen ist insbesondere der Distrikt Río Santiago im Norden der Provinz Condorcanqui.
Während die Regenfälle für den Beginn des peruanischen Frühlings normal sind, seien die starken Winde zu dieser Jahreszeit eher ungewöhnlich, so Marco Paredes, Spezialist des peruanischen Wetterdienstes SENAMHI gegenüber der Agentur ANDINA.
In Condorcanqui gefangene Fledermaus. Foto: DIRESA
In der nordperuanischen Regenwaldprovinz Condorcanqui (Region Amazonas) ist erneut ein Kind an einer Tollwuterkrankung gestorben, nachdem es von einer Fledermaus gebissen worden war. Das gab heute die Gesundheitsdirektion Amazonas (DIRESA) bekannt. Damit stieg die Zahl der Tollwut-Toten zwischen fünf und zehn Jahr in diesem Jahr allein in der Provinz Condorcanqui auf fünf.
Die Gesundheitsdirektion fürchtet nun, dass es noch mehr solcher tragischen Todesfälle geben könnte. Allein im Umfeld der Orte Oracuza und Río Santiago seien in diesem Jahr rund 3.500 Fledermausbisse verzeichnet worden, so der DIRESA-Mitarbeiter Fernando Borjas Roa. Inzwischen habe man die Regionalregierung aufgefordert, über Condorcanqui den Notstand zu verhängen, um möglichst unbürokratisch große Mengen der notwendigen Impfstoffe erwerben zu können.
In der Provinz Condorcanqui leben Angehörige der Ethnien Awajún und Wampis, sowie zahlreiche Siedler. Auch wegen der großen Armut in der Provinz verfügen die meisten Häuser nicht über notwendige Fliegengitter, die auch Fledermäuse erfolgreich abhalten.
Logo Regionalregierung Amazonas – Gobierno Regional Amazonas
Die Regionalregierung Amazonas hat die Ureinwohner-Sprachen Awajún, Wampis und Quechua als offizielle Amtssprachen anerkannt. Die Entscheidung des Regionalrates fußt auf dem Artikel 55 der peruanischen Verfassung, in dem festgelegt ist, dass in erster Linie Spanisch, aber in Regionen, wo Ursprachen vorherrschen, auch diese Amtssprache sind.
In den Distrikten Imaza und Aramango (Provinz Bagua), sowie in der Provinz Condorcanqui gehören rund 90% der Bevölkerung zu den Awajún oder den Wampis. Insbesondere im Süden der Region wird in einigen Orten bis heute Quechua gesprochen.
Die Anerkennung bedeutet, dass vermehrt Lehrer für diese Sprachfamilien ausgebildet und eingesetzt werden können. Zudem bedeutet der Schritt eine Selbstverpflichtung der Regionalregierung, auch Gesundheitspersonal mit entsprechenden Sprachkenntnissen einzusetzen. Bei Gerichtsprozessen müssen entsprechende Übersetzer gestellt werden.
Aus welchen Mitteln die entsprechenden Fortbildungen finanziert werden sollen geht aus dem Beschluss des Regionalrates nicht hervor. Da Ende des Jahres eine neue Regionalregierung ihre Arbeit aufnehmen wird, ist von einer baldigen Durchsetzung deshalb nicht auszugehen.
Ein Erdbeben der Stärke 4,0 auf der Richterskala hat gestern in den frühen Morgenstunden die peruanische Regenwaldstadt Santa María de Nieva erschüttert. Das berichtet das peruanische geophysische Institut (IGP). Das Epizentrum lag rund 80 Kilometer nördlich von Santa María de Nieva in einer Tiefe von 50 Metern. In Nieva (Region Amazonas) und San Ignacio (Region Cajamarca) war das Beben mit der Stärke III auf der modifizierten Merkalliskala zu spüren.
Fast ein Uhr Morgens (Ortszeit) war es, als heute ein Erdbeben der Stärke 5,0 auf der Richterskala die nordperuanische Provinz Condorcanqui (Region Amazonas) erschütterte. Nach Angaben des peruanischen Geophysischen Institutes (IGP) lag das Epizentrum 86 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Santa María de Nieva in einer Tiefe von 160 Kilometer.
Über Schäden ist noch nichts bekannt.
Vor der peruanischen Küste schiebt sich die Nazca-Platte unter die südamerikanischen Platte, weswegen es sehr häufig zu Erdbeben kommt.
Das peruanische Energie- und Bergbauministerium MEM hat dem Bergbauprojekt „Minera Afrodita“ in der Cordillera del Cóndor (Condorcanqui / Amazonas) weitere Bodenuntersuchungen untersagt. Das berichtet die staatliche peruanische Nachrichtenagentur ANDINA. Demnach hatte das Bergbauunternehmen nicht nachweisen können, wirklich Besitzer des Geländes zu sein, wo Bergbauaktivitäten bereits begonnen hatten. Wie der peruanische Premierminister Javiér Velásquez Quesquén erklärte, sei für die Entscheidung von der zuständigen Kontrollbehörde Osinergmin getroffen worden. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Entscheidung von der Regierung getroffen wurde, um einem angekündigten Protest diverser Indígena-Organisationen aus dem Cenepa-Tal zuvorzukommen.
Indígena, die im Cenepa-Gebirge an der Grenze zu Ecuador in der nordperuanischen Region Amazonas leben, haben nach Angaben der Indígena-Dachorganisation AIDESEP mehrere Angestellte des Bergbauunternehmens Iamgold Peru als Geiseln genommen. Der Geschäftsführer von Iamgold verneinte dies gegenüber der Nachrichtenagentur Efe. Alle Mitarbeiter seien mit einem Hubschrauber nach Jaén (Cajamarca) geflogen worden, so der Geschäftsführer.
Bereits seit mehr als einem Jahr machen diverse in der Provinz Condorcanqui aktive Indígena-Organisationen darauf aufmerksam, dass in ihrem Gebiet mit Iamgold und Sierra Dorada SAC gleich zwei Bergbauunternehmen ohne entsprechende Erlaubnis aktiv sind, was das peruanische Energie- und Bergbauministerium MEM nun in einer Stellungnahme noch einmal bestätigt hat.
Felipe Ramirez Delpino, Direktor für Umweltangelegenheiten des Ministeriums erklärte gegenüber der staatlichen Agentur ANDINA, das Ministerium für Energie und Bergbau habe den Bergbauunternehmen im Cenepa-Gebiet keinerlei Erlaubnis für Voruntersuchungen und Ausbeutung erteilt. Demnach sei das, was diese dort betrieben, illegal.
Nach Angaben von AIDESEP befinden sich ein Bergbauingenieur, ein Übersetzer und ein Maschinenführer in der Gewalt. Zudem weitere Mitarbeiter von Sierra Dorada SAC.
Am 5. Juni waren nicht weit entfernt in der Nähe der Stadt Bagua und in der Erdölpumpstation 6 bei schweren Zusammenstößen zwischen Indígena und der Polizei über 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Indígena und ihre Unterstüzter hatten im Protest gegen neue gesetzliche Regelungen, in denen es vor allem um die Umwidmung von Ländereien ging, eine Straße und eine Erdölpumpstation besetzt. Nach den Zusammenstößen hatte das Parlament die entsprechenden Gesetze wieder einkassiert, gleichzeitig wurde vom Justizministerium ein Verbotsverfahren gegen AIDESEP eingeleitet. Dieses wurde vergangene Woche ebenfalls eingestellt.