• Arequipa / Peru: Zahl der Colca-Tal-Besucher trotz Euro-Krise stabil

    Obwohl Touristen aus Europa den größten Teil der Besucher des Colca-Canyons in den südperuanischen Anden ausmachen, ist von der Euro-Schuldenkrise dort bislang nichts zu spüren. Nach Angaben der Tourismusverwaltung Autocolca blieb die Besucherzahl zwischen Januar und Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 139.788 weitgehend stabil. Bis zum Jahresende erwartet Autocolca-Direktor Fredy Jiménez Barrios noch über 50.000 Colca-Reisende mehr. Das könnte zu schaffen sein, beginnen vor Weihnachten doch die Sommerferien – und damit die Reisesaison.

    Vor allem inlands- und europäische Touristen zieht es ins Colca-Tal, nach Daten der Colca-Verwaltungsbehörde vor allem aus Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland, wobei in den vergangenen Jahren auch der Anteil von Reisenden aus den USA, sowie anderen südamerikanischen Ländern wie Argentinien, Chile, Brasilien und Bolivien stetig ansteigt. Der Colca-Canyon, der das Tal durchzieht, ist einer der größten seiner Art.

    Das Colca-Tal ist für seine spektakulären Landschaften, architektonischen Kleinode und häufigen Sichtungen von Andenkondoren mit großer Spannweite berühmt.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=sTw1rNVLQ7k

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Weitere Hinweise und Informationen finden Sie dort.

  • Arequipa / Peru: Zwei Bergleute sterben in informellem Gold-Bergwerk

    Bei einer Explosion sind gestern Abend in der südperuanischen Region Arequipa zwei Bergleute von herabfallenden Felsbrocken getötet worden. Das berichtet die peruanische Nationalpolizei.

    Die beiden Kumpel, im Alter von 22 und 23 Jahren, arbeiteten offenbar in einem ungenehmigten Stollen bei Secocha (Distrikt Mariano Nicolas Valcarcel / Provinz Camaná), als in einem anderen, nahegelegenen Stollen eine zu groß dimensionierte Sprengladung gezündet wurde. Der improvisierte Stollen mit dem Namen Santa Rosa N° 1 de Secocha stürzte in sich zusammen und begrub die Bergleute unter sich.

    Secocha: Bergbaustadt mit schlechtem Ruf

    Secocha hat in Peru einen schlechten Ruf: Um das Jahr 2004 von Glücksrittern auf der Suche nach Gold gegründet, gilt es als wichtiges Zentrum des illegalen und halb-legalen Bergbaus. Kriminalität, Prostitution und der illegale Handel mit Sprengstoffen sind nach Berichten peruanischer Medien an der Tagesordnung. Unglücke gab es in der Vergangenheit immer wieder, nicht nur in improvisierten Bergwerken: Vor fast zwei Jahren starben 12 Bergleute – als der Kleinbus, in dem sie unterwegs waren, von der Straße abkam und einen Abhang hinabstürzte.

    Häufig Unfälle in illegalen Bergwerken

    Auch sind Unglücke dieser Art leider nicht ungewöhnlich. Erst im vergangenen April war es zu einem Unfall in einer improvisierten Kupfermine in der Region Ica gekommen. Dutzende Bergleute mussten mehr als vier Tage eingeschlossen unter großen Mengen Geröll ausharren, bis sie gerettet werden konnten. Die derzeitige peruanische Regierung versucht, all jene zu registrieren, die im informellen Bergbau beschäftigt sind, um in einem weiteren Schritt eine Formalisierung, Weiterbildung und die Einhaltung von Umweltstandards zu ermöglichen – ein schwieriges Unterfangen, dem sich manche Dachverbände illegaler Mineralienschürfer widersetzen. Auch der Einsatz giftiger Chemikalien führt immer wieder zu Problemen.

    Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf

    Wie der Nachrichtensender RPP berichtet, sind inzwischen mehrere Mitarbeiter der zuständigen Staatsanwaltschaft vor Ort, um sich des Falls anzunehmen. Ob die Leichname bereits geborgen werden konnten, ist zur Stunde noch nicht bekannt.

  • Peru: Mehrheit für Wahlrechtsreform zeichnet sich ab

    Die von der peruanischen Regierung angestoßene Wahlrechtsreform bekommt Unterstützung: Die Generalsekretäre von 6 im Kongress vertretenen Parteien haben sich gestern darauf geeinigt, das derzeit noch geltende personalisierte Verhältniswahlrecht, das in seiner peruanischen Form zu einer Schwächung der Parteien führt, aufzuheben.

    Der peruanische Kongress (Congreso de la República). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Der peruanische Kongress. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Das geltende Wahlrecht sieht vor, dass in den Wahlkreisen Parteien je nach Bevölkerungszahl mehrere Kandidatinnen und Kandidaten aufstellen – und der Wahlkampf damit nicht nur zwischen Parteien, sondern auch innerhalb einer Partei selbst stattfindet. Zudem forderten einige der Parteichefs von der anwesenden Verfassungskommission des Kongresses Änderungen am geltenden Parteiengesetz, um für mehr Stabilität zu sorgen.

    Parteichefs gegen Genderquote

    Einen weiteren Vorschlag lehnten die Generalsekretäre von APRA, Perú Posible, Acción Popular, Alianza Por el Progreso, Unión por el Perú, sowie dem Partido Popular Cristiano allerdings einhellig ab: die von Premierminister Juan Jiménez vorgeschlagene Quotenregelung. Diese sieht vor Wahllisten immer abwechselnd mit Männern und Frauen zu besetzen. Damit sollte nicht nur dem relativ geringen Frauenanteil im peruanischen Parlament entgegen gewirkt, sondern auch den Befürwortern des personalisierten Mehrheitswahlrechts der Boden entzogen werden. Denn vergangene Initiativen zur Wahlrechtsänderung scheiterten vor allem daran, dass Frauen für gewöhnlich kaum auf aussichtsreiche Listenplätze kommen. Die bislang bestehende Möglichkeit, Kandidatinnen und Kandidaten aus dem unteren Teil der Wahlliste auszuwählen, bietet Kandidatinnen zumindest in der Theorie die Möglichkeit, trotz eines schlechten Listenplatzes gewählt zu werden. Auch werden die oberen Plätze gerne an wohlhabende Kandidaten vergeben, die viel Geld in den Wahlkampf investieren können – weswegen das geltende Wahlrecht 2011 beispielsweise dem Awajún Eduardo Nayap Kinin ins Amt verhalf.

    Kompromiss mit Gana Perú?

    Juan Jiménez Mayor, Perus Premierminister. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / Andina.
    Für die Gender-Quote: Perus Premier Juan Jiménez. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / Andina.

    Die Mehrheit im Kongress haben auch die sechs Parteien zusammen nicht, sollten sie sich aber mit der Regierungsfraktion Gana Perú auf einen Kompromis einigen können, der auch eine Antwort auf die Gender-Problematik enthält, ist eine Verabschiedung möglich.

    Peruanisches Parteisystem extrem zersplittert

    Das peruanische Parteiensystem ist -nicht nur, aber auch wegen des Wahlrechts- extrem zersplittert. Häufig sind Parteien nicht mehr als unverbindliche Wahlvereine, Ad Hoc-Koalitionen sozialer Bewegungen mit teils sehr unterschiedlichen Zielen oder Privat- oder Familienunternehmen, die mit dem klaren Ziel gegründet werden, nach der Wahl Kapital aus dem Amt zu schlagen – im wahrsten Sinne des Wortes. Als Kandidaten werden häufig Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nomminiert, die keinerlei politische Erfahrung haben, aber ob ihrer Berühmtheit dennoch gewählt werden. Der Begriff „Familienunternehmen“ ist ebenfalls wörtlich zu nehmen – ein großer Teil der Parteigründer und heutigen Führungspersönlichkeiten der Präsidentenpartei PNP kommen aus der Familie von Präsident Ollanta Humala, sowie seiner Frau Nadine Heredia. Auch ist es nicht ungewöhnlich, dass Kongressabgeordnete während der Legislaturperiode die Partei wechseln (sp. „transfugismo„) – oder gar eine neue Gründen. Anläufe, dies per Gesetz zu unterbinden, sind bereits mehrere Male gescheitert.

  • Peru: Vier Journalisten bei Autounfall getötet

    Beim Absturz ihres Vehikels sind gestern in den Bergen der peruanischen Region Junín vier Journalisten ums Leben gekommen. Das Fahrzeug der Journalisten, auf Reportagereise in die Provinz Chanchamayo, kam in den frühen Morgenstunden aus noch ungeklärter Ursache von der Straße ab und stürzte über 100 Meter in die Tiefe, bevor es im Tarma-Fluss auseinanderbrach und liegen bliebt.

    Unter den Toten befindet sich neben dem 67jährigen Javier Ascue, der sich als Reporter der Tageszeitung El Comercio für besonders gefährliche Missionen einen Namen gemacht hatte, auch María Gilda Gómez, Provinzvorsitzende des Journalistenverbandes ANP. Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschten offenbar widrige Wetterverhältnisse, ob diese Ursache des Unfalls waren, ist bislang nicht bekannt.

  • Erdbeben in Peru: Allein 2012 schon über 180

    Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.
    Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.

    Wenn der peruanische Zivilschutz einmal im Jahr eine landesweite Erdbeben- und Tsunami-Übung durchführt, kommt für wenige Stunden das ganze Land zum Stehen. Und das ist gut so: Vor der peruanischen Küste schiebt sich die sogenannte Nazca-Platte unter die südamerikanische Platte – ein Vorgang, der nicht nur das Andengebirge auftürmt, sondern auch dafür sorgt, dass die Erde immer wieder bebt. Nach Angaben des peruanischen Institutes für Geophysik (IGP) ist das keine Seltenheit: Allein in den ersten 11 Monaten diesen Jahres verzeichneten die Erdbebenforscher 189 kleinere und größere Erdbeben – der Erdbebenreichste Monat war bislang der Juli mit indsgesamt 25 Stück. Der November setzt aber gerade an, den Juli zu überholen: In der Hauptstadt Lima passieren Erdbeben derzeit im Tagestakt.

    Obwohl keine Region des Landes von dem Phänomen ausgenommen ist, sind manche Orte stärker betroffen als andere. So wurden in diesem Jahr allein in der Region um die Hauptstadt Lima 39 Erdbeben gemessen, gefolgt von der Region Ica mit 32 Stück, der Region also, in der Mitte 2007 ein Erdbeben der Stärke 7,9 auf der Richterskala große Zerstörung anrichtete. 91.240 Familien verloren damals ihr Obdach, 597 Menschen wurden getötet. Die Schäden, die das Beben anrichtete, sind bis heute nur teilweise repariert. Auch in diesem Jahr wurde Ica wieder von einem relativ starken Beben heimgesucht, am 30. Januar erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,3 auf der Richterskala die Region. Glücklicherweise lag das Epizentrum nahe Chincha in großer Tiefe – der Schaden hielt sich in Grenzen.

    IGP warnte vor Erdbebenvorhersagen durch „Ufologen“

    Bagua Grande (Utcubamba): Zerstörtes Haus nach dem Erdbeben. Bild: INDECI
    Durch Erdbeben 2010 zerstörtes in Bagua Grande. Bild: INDECI

    Die Hauptstadt Lima selbst, die in ihrer Geschichte bereits mehrfach durch Erdbeben weitgehend zerstört wurde, kam in diesem Jahr glimpflich davon. Lediglich ein Beben kam auf die Stärke 5 auf der Richterskala, der Rest lag im Durchschnitt bei dem Wert 4. Dennoch ist die Angst ein stetiger Begleiter, nicht zuletzt auch wegen der Nähe zum Meer – insbesondere „La Punta“ in der Provinz Callao ist durch Tsunamis besonders gefährdet  -, sondern auch wegen wiederkehrenden Warnungen durch selbsternannte Hellseher und Pseudowissenschaftler. Erst für den vergangenen 21. September hatten zwei selbsternannte russische „Ufologinnen“ vor einem Beben gewarnt – die Prognose dann, nach Nichteintritt, auf den 22. September korrigiert. Es passierte wieder nichts, aber in den sozialen Netzwerken kursierten trotz Aufklärung durch Geologen die Gerüchte weiter.

    Beben in großer Tiefe häufig mit schwächeren Auswirkungen

    Aserradero: Straße nach dem Erdbeben. Bild: Stadtverwaltung Chachapoyas.
    Straße nach Erdbeben 2010. Bild: Stadtverwaltung Chachapoyas.

    Die Wissenschaftler des Institutes für Geophysik sagen keine Beben voraus und verlassen sich statt dessen auf ihre Messungen: Das stärkste Beben des Jahres wurde am 2. August in Pucallpa gemessen. Das Institut gab dessen Stärke mit 6,4 auf der Richtserskala an. Auch hier lag das Epizentrum in großer Tiefe – obschon das Beben auch in umliegenden Regionen zu spüren war, hielten sich die Schäden glücklicherweise in Grenzen.

    Hernando Tavera: Erdbebenhäufigkeit „nichts außergewöhnliches“

    Hernando Tavera, Direktor der Seismik-Abteilung des Institutes für Geophysik, sieht an der Zahl von 189 Erdbeben sowieso nichts dramatisches. „Wir leben in einem Land der Erdbeben, das muss man verstehen“, so Tavera, die Erdbebenhäufigkeit in Peru sei  nichts außergewöhnliches. Auch deshalb ist der peruanische Zivilschutz so erpicht darauf, immer wieder zu üben, wie im Falle eines Erdbebens vorgegangen werden muss. Denn eines macht Erdbeben wirklich gefährlich: Panik.

  • Peru: Kritik an Ausweitung möglicher Geheimkäufe für Militär und Polizei

    Per Dekret hat Ende Oktober die peruanische Regierung verfügt, Polizei und Streitkräften im Falle eines Ausnahmezustandes zu ermöglichen Waffen und andere Objekte zu kaufen, ohne öffentlich darüber Rechenschaft ablegen zu müssen. Mehrere Abgeordnete der Opposition kritisieren den Vorgang heftig. Bereits seit 2001 sind entsprechende Regelungen in Kraft – die Liste kaufbarer Güter wurde nun aber stark erweitert und enthält beispielsweise Medikamente, Baumaterialien und Fahrzeuge.

    Perus Verteidigungsminister Pedro Cateriano. Foto: Carlos Lezama / ANDINA.
    Perus Verteidigungsminister Pedro Cateriano. Foto: Carlos Lezama / ANDINA.

    Während der Fujimori-Regierung in den 90er Jahren wurden viele Käufe des Verteidigungministeriums ebenfalls geheim abgewickelt, eine Modalität, die überbordender Korruption Tür und Tor öffnete und sich weitgehend der Kontrolle entzog. Daran erinnerten nun die Kritiker des Dekretes*, von dem offenbar bereits Gebrauch gemacht wurde. So gestand Verteidigungsminister Pedro Cateriano ein, den Bau und die Einrichtung zahlreicher neuer Polizei- und Militärstützpunkte in den als „VRAEM“ bekannten Tälern der Flüsse Apurímac, Éne und Mantaro „geheim“ abgewickelt zu haben. Die VRAEM gelten als Rückzugsort von Terroristen des Leuchtenden Pfades (Sendero Luminoso) und der Drogen-Mafia, sowie als eines der zentralen peruanischen Coca-Anbaugebiete. Das Vorgehen war dabei von dem Dekret gedeckt: In den VRAEM gilt seit einem Jahr der Ausnahmezustand, die vorhandenen Polizeiposten sind schlecht ausgestattet und deshalb oft selbst Opfer von Terror-Attacken. Zudem könnte das Wissen über die gekauften Güter einen Rückschluss auf Taktik und Umfang der Planungen erlauben – ein weiteres Kriterium des Regierungsdekretes.

    García Belaúnde: Dekret ein „Desaster“

    Der limenische Kongressabgeordnete für die Acción Popular-Partei Víctor Andrés García Belaúnde nennt das Dekret ein Desaster. „Ich bin schwer enttäuscht von der Entscheidung, bei Geheimkäufen ist keine Kontrolle möglich“, so García Belaúnde gegenüber RPP Noticias. Luis Iberico Núñez, für die oppositionelle Alianza Para el Gran Cambio im Kongress und Vizepräsident der Verteidigungskommission, warnte Verteidigungsminister Cateriano davor, einen großen „Fehler“ zu machen. Diese Art von Kaufoperationen sollten sehr transparent gehandhabt werden, so Iberico Núñez. Der APRA-Abgeordnete und Politikveteran Mauricio Mulder forderte Cateriano auf, mit seinem Amt dafür zu garantieren, dass es keine Korruption und kein Schmiergeld gebe. Kritik wurde aber auch an dem erweiterten Einkaufskatalog geübt, insbesondere an der Möglichkeit, Fahrzeuge, Essensrationen, Flugzeuge und Medikamente zu erwerben.

    Rechnungshof prüft vorab

    Ganz ohne Kontrolle dürfen Innen- und Verteidigungsministerium allerdings selbst im Ausnahmezustand nicht auf Einkaufstour gehen. So muss der Rechnungshof zuvor alle geplanten geheim-Käufe abnicken. Die Institution hat sich in der jüngeren Vergangenheit einen Ruf als Korruptionsbekämpfer erarbeitet. Verteidigungsminister Cateriano kündigte zudem an, es gebe derzeit keine Pläne, Medikamente oder Essen zu kaufen. Für die Zukunft schloss er es allerdings nicht aus.

    Häufig Korruption bei Käufen von Militär und Polizei

    Die Kritik wäre wohl wesentlich weniger hart ausgefallen, gäbe es in Peru nicht eine lange Geschichte ausgeprägter Korruption bei Käufen für Militär und Polizei. In den vergangenen Jahren mussten dutzende Ausschreibungen annuliert und Ausschreibungsgewinner disqualifiziert werden, weil Korruption und Vetternwirtschaft nachgewiesen werden konnte. Betroffen war beispielsweise der geplante Kauf von Polizeiautos, Polizeiuniformen, Armeetransportern, koreanischen Flugzeugen und der Reparatur  russischer Kampfhubschrauber.

    Kritik aus Chile

    Auch in Perus südlichem Nachbarland Chile stieß das Dekret auf Ablehnung. Für den Vorsitzenden des Ausschusses für Außenpolitik im chilenischen Parlament, Jorge Tarud, bereitet sich Peru damit auf ein für das Land negatives Urteil des internationalen Gerichtshofes in Den Hag vor. Dort wird derzeit über den Verlauf der Seegrenze zwischen Peru und Chile verhandelt – ein Thema, das in beiden Ländern regelmäßig die Gemüter erhitzt. Auch Chile ist nicht gerade ein Beispiel für Transparenz bei Rüstungsausgaben. Allerdings ist Peru das Land, das sich seit Jahren für Transparenz und Kontrolle im militärischen Bereich einsetzt. Kritik wurde in Chile vor allem daran geübt, dass das Dekret auch Geheimhaltung beim Bau von Militäranlagen in Grenzgebieten ermöglicht. Verbalkonflikte dieser Art sind zwischen den beiden Nachbarländern allerdings – trotz inzwischen enger wirtschaftlicher Bindung – sehr häufig.

    *Es handelt sich um das Decreto Supremo N° 205-2012-EF, das von Verteidigungsminister Cateriano, Innenminister Pedraza, Wirtschafts- und Finanzminister Castilla, Premier Juan Jiménez, sowie Präsident Humala unterzeichnet wurde.

  • Peru: Zwei Tote bei Auseinandersetzungen im Gefängnis von Puno (ex-Yanamayo)

    Bei Auseinandersetzungen zwischen Insaßen des Gefängnisses der Provinz Puno (früher Yanamayo, Region Puno) sind gestern nach Angaben der Polizei zwei Personen getötet worden. Drei weitere wurden verletzt, darunter zwei Mitarbeiter der Gefängnisbehörde INPE. Der genaue Auslöser der Auseinandersetzungen, hinter dem nach Polizeiangaben ein Konflikt zwischen rivalisierenden Banden im Innern der Haftanstalt steht, ist bislang nicht geklärt. Wie der Nachrichtensender RPP berichtet, brachte die Polizei die Lage inzwischen unter Kontrolle.

    Im Hochsicherheitsgefängnis von Puno, das wegen seiner extremen Lage auf fast 4.000 Metern über dem Meeresspiegel von Menschenrechtlern kritisiert wird, gab es in der Vergangenheit bereits mehrere Konflikte und Aufstände. International bekannt wurde es vor allem durch dort inhaftierte Köpfe der Terrororganisation Sendero Luminoso, insbesondere die US-Amerikanerin Lori Berenson.

    Yanamayo und Puno wiederholt in der Kritik

    Der peruanische Staat wurde wegen des Gefängnisses in der Provinz Puno, sowie wegen des Challapalca-Gefängnisses bereits mehrfach gerügt, unter Anderem von der interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH). Das international als „Yanamayo“-Gefängnis bekannte Gefängnis in Puno bietet Platz für 352 Personen, ist derzeit aber mit 445 Personen überbelegt. Im peruanischen Schnitt ist die Situation damit allerdings noch verhältnismäßig gut. So bietet beispielsweise das Gefängnis von Callao Platz für 572 Häftlinge – derzeit sitzen dort allerdings 2.753 Personen ein.

  • Lima / Peru: Massives Polizeiaufgebot bei Schließung von Großmarkt „La Parada“ / offenbar erneut Tote

    Der Umzug des früheren Großmarktes „La Parada“ im Viertel La Victoria der peruanischen Hauptstadt Lima ist seit Monaten beschlossene Sache, bei dem Versuch von Metropolverwaltung und Polizei, die Zufahrtswege mit Betonblöcken zu versperren, kamen es gestern zu Ausschreitungen, zwei Menschen wurden getötet, mehr als 100 verletzt. In diesem Moment unternimmt die Metropolverwaltung einen neuen Anlauf, der von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet wird. 5.000 Polizeikräfte sollen sich vor Ort befinden. Die Hintergründe des Konflikts lesen Sie hier.

    Offenbar zwei weitere Todesopfer

    Wie Innenminister Wilfredo Pedraza gegenüber RPP Noticias bestätigte, wurden bei erneuten Zusammenstößen wieder zwei Personen getötet. Einer wurde offenbar im Innern von „La Parada“ durch einen Schuss getötet, der zweite durch eine Stichwaffe. Innenminster Pedraza sprach von 78 Festgenommenen und 21 Verletzten. RPP Noticias berichtet von anhaltenden Kämpfen zwischen Polizei, Anwohnern und Händlern von „La Parada“.

    8 von 12 Zufahrtsstraßen sind gesperrt

    Weiter erklärte der Innenminister, 8 von 12 Zufahrtswegen seien inzwischen mit Betonblöcken mit einem Gewicht von je 8 Tonnen versperrt worden. Mit den Blöcken soll verhindert werden, dass der frühere Markt „La Parada“ weiter beliefert wird.

    Metro-Haltestelle Gamarra bleibt geschlossen

    Wegen des anhaltenden Konfliktes im Distrikt La Victoria bleibt die Metro-Haltestelle des Textilviertels Gamarra weiter geschlossen.

    Polizei setzt Tränengas und Gummigeschosse ein

    An einer der Zufahrtsstraßen sind offenbar erneut Polizei und Demonstranten aufeinandergetroffen. Die Polizei setzt massiv Tränengas ein, sowie Gummigeschosse. Aus den Reihen der Demonstranten werden Steine und Feuerwerkskörper geworfen. Es sind Feuer zu sehen.

    Händler kündigen rechtliche Schritte an

    Margarita Valladolid, Vertreterin der in „La Parada“ verbliebenen Händlerinnen und Händlern, kündigt an, die Metropolverwaltung wegen der Sperrung der Zufahrtsstraßen anzuzeigen. Zudem sprach sie den Angehörigen der Todesopfer ihr Beileid aus, erklärte aber gleichzeitig, ihre Händlerorganisation werde sich auf den Rechtsweg beschränken. Mit den gewaltsamen Ausschreitungen habe ihre Organisation nichts zu tun, so Valadolid.

    Bürgermeisterin Villarán kündigt Pressekonferenz an

  • Lima / Peru: Verkehrsministerium beschließt Umsiedlungsplan für Flughafenausbau

    Das peruanische Verkehrs- und Kommunikationsministerium (MTC) hat einen Plan vorgelegt, der die Umsiedlung von insgesamt 758 Familien vorsieht, die derzeit auf dem Gelände des geplanten neuen Terminals des Hauptstadtflughafens Jorge Chávez leben. Nach dem Plan sollen die betroffenen Familien, die dort teils schon seit mehr als 40 Jahren leben, entweder eine finanzielle Entschädigung, oder direkt ein neues Grundstück mit Haus erhalten. Entsprechende Vorgaben hatte der peruanische Kongress gemacht, als er die Flughafenerweiterung für „dringlich“ erklärte.

    Der Flughafen Lima, der sich auf Gelände der Hafenstadt Callao befindet, ist bereits jetzt der größte internationale Flughafen Perus und verzeichnet ein seit Jahren steigendes Passagieraufkommen. Durch die Erweiterung sollen ab Anfang 2015 bis zu zehn Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden können. Dafür werden unter anderem sieben neue Gates gebaut und der Tower modernisiert. Der Flugbetrieb soll dabei nach den Plänen der Flughafenbetreiber (u.a. Fraport AG) nicht eingeschränkt werden.

  • Lima / Peru: Zwei Tote bei Ausschreitungen wegen Großmarkt-Schließung

    INFOAMAZONAS Peru-Nachrichten, Neuigkeiten aus PeruViele Händler des limenischen Großmarktes La Parada weigern sich noch immer, in den neuen Großmarkt Lima umzuziehen – als die Hauptstadtverwaltung Lima deshalb die Zufahrtsstraßen blockierte, kam es gestern zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen, bei denen zwei junge Männer getötet wurden. Fast 100 Personen mussten mit Verletzungen medizinisch versorgt werden, darunter nach Angaben von Perus Polizeichef Raúl Salazar 66 Polizisten, sowie ein Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes. Einer der Toten, ein 32jähriger Mann, starb nach Angaben des peruanischen Gesundheitsministeriums durch eine Schussverletzung. Ein Polizeipferd wurde so stark verletzt, dass es eingeschläfert werden musste.

    La Parada: Händler wollen nicht umziehen

    Die von Bürgermeisterin Susana Villarán geführte Stadtverwaltung möchte das Aus von La Parada, weil der Zugang für große Lastwagen schwierig, die hygienischen Verhältnisse kritisch und der Brandschutz mangelhaft ist, und auf dem Gelände einen öffentlichen Park errichten. Das Problem dabei: Neben den Großhändlern, die in La Parada im für seine informelle Geschäftstüchtigkeit berühmten und berüchtigten Stadtteil La Victoria weiter ihrer Arbeit nachgehen, gibt es auch zahlreiche, die nicht in großem Stil, sondern für den Hausgebrauch verkaufen. Auch sie wehren sich gegen die Umsiedlung, hat ihre Präsenz doch „La Parada“ zu einem beliebten Einkaufsziel für Normalverbraucher gemacht. Für Villarán, die als Menschenrechtlerin für eine linke Partei gewählt worden war und sich stets den Dialog auf die Fahnen geschrieben hatte, eine schwierige Situation.

    Zufahrtsstraßen mit Betonblöcken versperrt

    Dabei verliefen die Proteste offenbar zunächst friedlich. So spricht die Polizei dann auch trotz mehrerer tausdend Demonstranten von lediglich 21 Gewalttätern, die inzwischen identifiziert und festgenommen worden seien. Bei den Gegnern der La Parada-Verlegung kam das nicht so an, sie sprechen von „Einschüchterungsversuchen“ durch die Metropolverwaltung Lima, sowie La Victorias Distriktbürgermeister Alberto Sánchez Aizcorbe. Die Organisation der protestierenden Händler spricht von „Aggression“ von Seiten der Polizei. Diese habe unverhältnismäßig Gummigeschosse und Tränengas eingesetzt, so Organisationsvizepräsident Hermógenes Véliz, der gestern noch öffentlich erklärt hatte, seine Organisation werde ihre Marktstände um jeden Preis verteidigen. Die Polizei, die im Umkreis von 10 Wohnblöcken den Großmarkt die ganze Nacht hindurch abgeriegelt hält, erklärte gestern Abend, es habe keinen Befehl zur Räumung des Marktes gegeben, man habe lediglich die Aufstellung großer Betonblöcke auf den Straßen rund um La Parada absichern wollen. Mit diesen Betonblöcken möchte die Metropolverwaltung verhindern, dass die Marktstände weiter per Lastwagen beliefert werden können. Ein Sprecher von Bürgermeisterin Villarán erklärte, bei den Gewalttätern hätte es sich nicht um Händler von La Parada gehandelt, sondern um „kriminelle“. Von der Bürgermeisterin selbst gab es bislang keine Stellungnahme, sie halte sich „aus privaten Gründen“ außerhalb der Hauptstadt auf, ließ sie verlautbaren.

    Plünderungen in Gamarra

    In Folge der Zusammenstöße kam es offenbar zu Plünderungen in angrenzenden Vierteln und Märkten. Betroffen war insbesondere das Textilviertel Gamarra, nachdem dort tätige Polizisten zur Unterstützung ihrer Kollegen abgezogen worden waren. Inzwischen ist die Lage nach Berichten peruanischer Medien wieder unter Kontrolle.

    Schwarzer Tag für Limas Bürgermeisterin

    Dabei war der gestrige Tag für Limas Bürgermeisterin sowieso schon ein schwieriger. Am Vormittag war es den Initiatoren eines Abwahlreferendums gelungen, die für ein solches notwendigen 400.000 Unterschriften von Wahlberechtigten zu erreichen. Ob und wann es zu einem Abwahlreferendum kommt, ist bislang aber noch unklar.

    NACHTRAG: Ruhe kehrt zurück

    Nach einer Nacht angespannter Stille kehrt nach peruanischen Medienberichten auf dem Großmarkt wieder etwas wie Normalität ein. Obwohl die Polizei noch immer sehr präsent ist, haben die meisten Marktstände geöffnet – und ausreichend Produkte zum handeln. Der Nachrichtensender RPP berichtet von mehreren Lastwagen, die heute in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) Lebensmittel geliefert haben sollen.

    NACHTRAG: Bürgermeisterin Villarán übernimmt Verantwortung

    In einem ersten Statement gegenüber der Presse hat Limas Bürgermeisterin Susana Villarán die Verantwortung für das Aufstellen der Betonbarrieren übernommen, die zu den Auseinandersetzungen geführt hatten. „Ich bin die Verantwortliche, die Person, die entschieden hat, was zu tun ist, La Parada ist kein Großmarkt mehr“, so Villarán.

    NACHTRAG: Trauriges Twitter

    Während in Lima über Lösungen nachgedacht wird, beschäftigen sich die Nutzer der Plattform Twitter vor allem mit dem Schicksal des Polizeipferdes.