• Peru: Inca-Weg Qhapaq Ñan bald Weltkulturerbe?

    Projekt Qhapaq Ñan. Bild: Ministerio de Cultura.
    Projekt Qhapaq Ñan. Bild: Ministerio de Cultura.

    Bei seinem Besuch in der Zentrale der UNESCO hat Perus Präsident Ollanta Humala vergangene Woche offiziell die Verleihung des Weltkulturerbe-Status für den peruanischen Teil des als „Qhapaq Ñan“ bekannten Inca-Wegenetzes beantragt. Der peruanische Qhapaq Ñan, bereits heute eine auch bei Reisenden beliebte Route, erstreckt sich über tausende Kilometer, vor allem durch die Andenregionen. Die Chancen auf Erfolg stehen dabei gut: Das Wegnetz zieht sich bis ins nordöstliche Nachbarland Kolumbien – wo die UNESCO den Qhapaq Ñan bereits als Weltkulturerbe anerkannte.

    Gemeinsame Strategie für 23.000 Kilometer Wege

    Dabei ist der Antrag einer größeren Strategie: Auch Teile Argentiniens, Boliviens und Ecuadors gehörten vormals zum Reich der Inca – und werden vom Qhapaq Ñan durchzogen. 2009 beschlossen diese Länder bei einem Treffen in der peruanischen Hauptstadt Lima, den Welterbestatus für das komplette Inca-Wegnetz anzustreben. Welche der im 15. Jahrhundert insgesamt bis zu 23.000 Kilometer messenden Wege noch begehbar sind, wird derzeit vielerorts von den Kulturbehörden geprüft.

    Die peruanischen Behörden erwarten, dass die Entscheidung über den Antrag noch über ein Jahr auf sich warten lassen wird. Bis dahin prüft die UNESCO unter anderem Kartenmaterial, den Zustand der Wege, sowie den historischen Wert.

    Juan Diego Flores wird UNESCO-Botschafter

    Im Rahmen seines Besuchs der UNESCO-Zentrale in Paris gab Perus Präsident Humala bekannt, man habe den peruanischen Tenor Juan Diego Flores als UNESCO-Botschafter vorgeschlagen. Der Sänger bestätigte den Vorschlag inzwischen auf seiner Internetseite. Juan Diego Flores unterstützt regelmäßig soziale Initiativen in Peru, die meist mit Musik und musikalischer Bildung zu tun haben.

  • Perus zweite Metro-Linie startet 2013 in Huancayo

    Die peruweit zweite lokale Schnellbahnverbindung soll im März 2013 in der zentralperuanischen Andenstadt Huancayo ihren Betrieb aufnehmen. Sie wird dann Chilca mit Huancayo, sowie Tambo verbinden, eine Strecke von rund sieben Kilometern, die bei einer Geschwindigkeit von rund 45km/h in ungefähr 15 Minuten zurückgelegt werden soll. Inzwischen kamen die Triebwagen in der Hauptstadt Lima an, wo sie gestern von einem von stolz erfüllten Dimas Aliaga, Bürgermeister von Huancayo, der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Betrieben wird die Strecke von der Eisenbahngesellschaft Ferrocarril Central Andino (FCCA), der Streckenverlauf soll einen Teil der bereits vorhandenen Bahnstrecke, sowie einige neu zu bauende Trassen umfassen.

    Insgesamt sechs Triebwagen, die bereits Ende Oktober per Schiff den Hafen von Callao erreichten, sollen zu Beginn rund 10.000 Fahrgäste pro Tag über die sieben bislang geplanten Haltestellen hinweg transportieren – um schließlich auf die angepeilten bis zu 30.000 Fahrgäste pro Tag zu kommen. Der allgemeine Fahrpreis soll bei einem Nuevo Sol liegen. Betreiberunternehmen und Rathaus erhoffen sich von der „Metro Wanka“, wie die Metro von Huancayo auch genannt wird, eine Entlastung der Straßen.

    Nach Angaben der Provinzverwaltung von Huancayo handelt es sich bei den Triebwagen um als Y-Tog bekannte Schienenbusse deutscher Fabrikation (DÜWAG), die mit Motoren von Mercedes Benz ausgestattet sein sollen. Beide Projektträger investieren zusammen insgesamt rund 10 Millionen Nuevos Soles in das Projekt.

    Eisenbahngesellschaft plant weitere Routen

    Bislang war die FCCA vor allem im Transport von Waren und Mineralien aktiv, auch wenn bereits bisher vereinzelte Touristen- und Fahrgastrouten angeboten werden. Das soll sich nun offenbar ändern: FCCA plant derzeit an Regionalzügen, die Tambo mit Concepción und Jauja verbinden sollen. Auch international werden Ambitionen gezeigt: Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen an einem Konsortium beteiligt, das den brasilianischen Hafen von Santos mit dem peruanischen Hafen von Paita per Eisenbahn verbinden möchte.

    Erste Metro in Lima

    Erst vor wenigen Monaten hat die erste peruanische Metro-Strecke ihren Betrieb aufgenommen: Die Linie 1 der Metro Lima. Derzeit wird am zweiten Streckenabschnitt gebaut.

  • Challapalca / Tacna: Geiselnahme in Perus höchstgelegenem Gefängnis

    Im peruanischen Hochsicherheitsgefängnis Challapalca ist es heute Nacht offenbar zu einer Geiselnahme gekommen. Wie der Nachrichtensender Canal N berichtet, hat eine Gruppe von Insaßen noch immer zwischen 15 und 17 Mitarbeiter der Gefängnisbehörde INPE in ihrer Gewalt, darunter eine Sozialarbeiterin, andere Quellen sprechen von 14 Geiseln. Nach Medienberichten fordern die Häftlinge die Schließung des auf 4.600 Metern Höhe leigenden Gefängnisses. Inzwischen sollen sich Spezialeinheiten der peruanischen Nationalpolizei vor Ort befinden. Ob zum Zeitpunkt der Geiselnahme Mitarbeiter des Challapalca-Gefägnisses im Streik waren, ist bislang unbekannt, seit gestern streiken vielerorts INPE-Mitarbeiter für eine bessere Bezahlung

    Erst kürzlich waren 43 verurteilte Straftäter von Socabaya (Region Arequipa) nach Challapalca verlegt worden, nachdem sie einen Gefängnisaufstand angezettelt hatten. Eigentlich bietet das Gefängnis von Challapalca nach Daten des INPE Platz für 214 Insaßen, wie Pachamama Radio aus Puno berichtet, sind derzeit allerdings nicht alle Wärterstellen besetzt, weswegen das Gefängnis zuletzt unterbelegt war.

    Das Challapalca-Gefängnis liegt in der südperuanischen Region Tacna, nahe der Grenze zur Nachbarregion Puno. Wegen seiner extremen Lage wurde das Gefängnis von Amnesty International, sowie die Inter-Amerikanische Kommission für Menschenrechte bereits mehrfach gerügt. Der Grund: Challapaca liegt auf über 4600 Metern. Neben der extremen Klimabedingungen klagten Insaßen gegenüber Amnesty International auch über Misshandlungen. Daneben wurde das Gefängnis auch wegen der Abgelegenheit kritisiert, da es den Insaßen fast unmöglich ist, Kontakt mit der Familie oder einem Rechtsanwalt aufzunehmen. In Reaktion darauf richtete die Gefängnisbehörde INPE einen kostenlosen Fahrdienst ein.

    Errichtet wurde das Gefängnis 1997, geschlossen werden sollte es eigentlich 11 Jahre später, entsprechende Pläne wurden allerdings wieder zurückgenommen.

    In peruanischen Gefängnissen kommt es immer wieder zu Aufständen und Geiselnahmen, zuletzt Anfang des Monats im Gefängnis von Puno (Ex-Yanamayo). Meist sind Überbelegung und Haftbedingungen die Ursache.

    NACHTRAG (15.11.2012 11:19): Acht Geiseln frei

    Wie Pachamama Radio aus Puno unter Berufung auf INPE berichtet, wurden offenbar gestern Abend acht Geiseln freigelassen, darunter die Sozialarbeiterin. Sechs weitere sollen sich noch immer in der Gewalt der Geiselnehmer befinden.

    NACHTRAG (15.11.2012 17:17): Offenbar alle Geiseln frei

    Wie INPE-Chef José Pérez Guadalupe vor wenigen Minuten gegenüber der peruanischen Hauptstadtpresse vermeldete, haben die Geiselnehmer nach langwierigen Verhandlungen offenbar die verbliebenen Geiseln gehen lassen. Dabei sei keine Gewalt angewendet worden, so Pérez Guadalupe.

  • Peru: Schulabbruch meist wegen Armut oder Schwangerschaft

    Jede und jeder Fünfte peruanische Jugendliche geht nicht zur Schule, die meisten davon aus finanziellen Gründen: Sie können entweder notwendige Materialien nicht bezahlen oder müssen arbeiten. Aber nicht nur Armut bringt Jugendliche zum Abbruch der Schulbildung: Jeder Vierte der 1.163.528 Schulabbrüche liegt nach Angaben des peruanischen Gesundheitsministeriums in einer Schwangerschaft begründet.

    Dagegen plant das Ministerium nun verstärkt vorzugehen. Man strebe an, durch die Verteilung von und Aufklärung über Verhütungsmittel alle Volljährigen, sowie durch Aufklärung der Minderjährigen die Zahl schwangerer Minderjähriger bis 2021 um 20% zu senken, so die Expertin Lucy del Carpio, die für ein entsprechendes Programm des Gesundheitsministeriums arbeitet.

    Weiterer Grund: Schlechte Zugänglichkeit

    Ein weiterer Grund, der zu frühem Schulabgang führt, ist fehlende oder schlechte Infrastruktur. Davon ist insbesondere der ländliche Raum betroffen, wo vielerorts – wenn überhaupt – lediglich Grundschulen vorhanden sind, während weiterführende Schulen nur durch zurücklegen hoher Distanzen erreicht werden können, was häufig zusätzlich durch schlechte Wege weiter erschwert wird.

  • 200.000 INFOAMAZONAS-Besucherinnen und Besucher!

    INFOAMAZONAS Peru-Nachrichten, Neuigkeiten aus PeruLiebe Besucherin, lieber Besucher,

    soeben hat das Peru-Nachrichtenportal INFOAMAZONAS die Grenze von 200.000 Besucherinnen und Besuchern* durchbrochen. Das ist nicht nur schön und ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur ersten Million. Es zeigt auch, dass Peru-relevante Themen im deutschsprachigen Raum offenbar auf Interesse stoßen. Dabei begann INFOAMAZONAS – zu Beginn noch CHACHABLOG – 2006 relativ klein. Im ersten Monat wurden gerade einmal 31 Besucherinnen und Besucher verzeichnet, einige Monate später waren es bereits rund 200. Steil bergauf ging es dann ab Februar 2009, als der Goldene Bär an den peruanisch-spanischen Film „Eine Perle Ewigkeit“ (sp. La Teta Asustada) ging. Erstmals wurde die 1.000er-Marke überschritten – und seitdem nie wieder unterschritten. Weitere Höhepunkte waren schließlich die Kommunal- und Regionalwahlen 2010, dem Jahr, in dem aus dem CHACHABLOG schließlich INFOAMAZONAS wurde, sowie die Kongress- und Präsientschaftswahlen Anfang 2011, die wiederum alle Rekorde brach – über 15.000 Besucherinnen und Besucher in einem Monat, allein die Wahl-Sonderseite verzeichnete bislang über 9.000 Aufrufe: Danke, Präsident Humala!

    Nun sinds also 200.000. Reicht das? Sollte die Million noch erreicht werden? Was sollte an INFOAMAZONAS besser werden? Was fehlt? Was ist überflüssig? Antworten gerne per Facebook, E-Mail oder unten über das Kommentarformular.

    Mit herzlichsten Glückwünschen zur getätigten Lektüre:

    D. Raiser

     

    Chachablog wird INFOAMAZONAS.de
    inzwischen historische Grafik!

    *Seit dem Beginn der Messungen im Juni 2008, also rund 2 Jahre nach dem Start des CHACHABLOG. Es handelt sich dabei um eindeutige Besucherinnen und Besucher, nicht um Zugriffe).

  • Perus Nationalradio bietet künftig Nachrichten auf Quechua

    Foto: Radio Nacional.
    Foto: Radio Nacional.

    Quechua ist in Teilen Perus nach der Verfassung Amtssprache, dennoch sind staatliche Publikationen und tagesaktuelle Informationen bisher kaum in der Sprache verfügbar.

    Zwar gibt es mehrere Initiativen wie das „Red Quechua Peruana“ des Radioverbundes CNR, sowie mehrere Lokalsender, die Programme in der Sprache anbieten, in den meisten landesweiten Fernseh- und Radiostationen findet man Quechua, wenn überhaupt, im Bereich „Folkloremusik“. Der staatliche Rundfunk will das, zumindest für seinen Radiosender „Radio Nacional“, künftig ändern. Wie der Sender gestern mitteilte, konnte man die zweisprachige Journalistin Karina Benites gewinnen, eine regelmäßige Nachrichtensendung in Quechua zu konzipieren und durchzuführen.

    Quechua bislang fast nur in lokalen Medien

    Der Marktanteil von Radio Nacional liegt – ähnlich wie beim Staatsfernsehen – zumindest dort, wo es Konkurrenz gibt, für gewöhnlich weit abgeschlagen hinter den privaten Sendern. Gleichzeitig ist der Sender für gute Kulturprogramme bekannt, sowie für ausgewogene Nachrichten – letzteres allerdings nur, solange die Regierung nicht betroffen ist. Dennoch ist es ein Signal, dass nun einer der peruanischen Radiosender mit der höchsten Reichweite nun Wortbeiträge auf Quechua anbietet. In der Vergangenheit warfen peruanische Regierungen von NGOs geförderten Kleinradiosendern öfter vor, die Bevölkerung im Umfeld größerer Projekte in den Bereichen Bergbau oder Wasserkraft „falsch“ zu informieren – Versuche, selbst Informationen in der entsprechenden Sprache bereit zu stellen, blieben in den meisten Fällen aber aus.

    13,2% Quechua-Muttersprachler

    Auch in anderen Bereichen setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass dem Staat eine Vorreiterrolle bei der Förderung von Quechua und den zahlreichen weiteren in Peru verbreiteten Sprachen zukommt. Und das nicht von ungefähr: Selbst in der Hauptstadt Lima gaben bei der Volkszählung 2007 6,31% der Einwohnerinnen und Einwohner Quechua als Muttersprache an – die wirkliche Zahl liegt wohl noch ein ganzes Stück darüber, machen doch Linguisten und Soziologen bei Quechua-Muttersprachlerinnen und -sprachlern immer wieder ein Gefühl von Scham vor ihrer Sprache aus. Peru-weit liegt der Wert mehr als doppelt so hoch: 13,2% der über-5-jährigen gab an, mit Quechua aufgewachsen zu sein. Lässt man die großen Städte außen vor, liegt der Anteil sogar bei über 30%. In Regionen wie Apurímac und Huancavelica sind die Spanisch-Muttersprachler gar klar in der Unterzahl: in Apurímac wuchsen fast drei Viertel der Bevölkerung mit Quechua auf, in Huancavelica 64,6%.

    Diverse staatliche Initiativen

    Hilaria Supa Huamán. Foto: Congreso de la República.
    Ehemalige Leiterin der Bildungskommission: Hilaria Supa Huamán. Foto: Congreso de la República.

    Auch deshalb wurden einige Initiativen gestartet, den Staat fit für Quechua zu machen – auch wenn noch ein langer Weg zu gehen ist. Die Verfassung wurde übersetzt, während der vergangenen Legislaturperiode übernahm erstmals eine bekennende Quechua-Muttersprachlerin die Leitung der Bildungskommission des Parlaments, einige staatliche Stellen müssen (eigentlich…) Übersetzerinnen und Übersetzer vorhalten und für einige Sprachen werden erstmals Lehrmaterialien entwickelt. Auch die Privatwirtschaft startet erste Initiativen. So gibt es beispielsweise von den großen Telefongesellschaften Werbespots auf Quechua. Dennoch sind Quechua-Sprecherinnen und Sprecher bis heute Diskriminierung ausgesetzt, beispielsweise machte sich eine Tageszeitung – auf Initiative einer Fujimoristen-Abgeordneten – über die prekären Spanischkenntnisse einer Quechua-Muttersprachlerin im peruanischen Kongress lustig.

    Alles wird der Staatsrundfunk mit seiner Nachrichtensendung  nicht ändern können. Aber mit seinem Schritt zeigt der Sender zumindest, dass dem peruanischen Radio- und Fernsehinstitut (IRTP) die Problematik zumindest bewusst ist.

    Hinweis:
    Einen interessanten Beitrag zum Thema „Quechua in Peru“, insbesondere die peruanische Quechua-Politik finden Sie im Blog von Sabrina Železný.

  • Peru: Dengue-Notstand in Regenwaldmetropole Pucallpa

    Mehr als 800 Personen mussten in den vergangenen Wochen in der Hauptstadt der peruanischen Region Ucayali wegen einer Dengue-Erkrankung behandelt werden, sechs starben an der Erkrankung – nun hat der Regionalrat den Notstand ausgerufen. Die Zahlen seien besorgniserregend, zumal man von einer hohen Dunkelziffer ausgehe, dass es eine hohe Dunkelziffer gebe, so Cayo Leveau Bartra, Epidemologie-Verantwortlicher bei der regionalen Gesundheitsbehörde.

    Derzeit denken Gesundheitsexperten darüber nach, den kommenden 15. November zum arbeitsfreien Tag zu erklären, um Straßen und öffentliche Einrichtungen gründlich reinigen zu können. Auch wird über den vermehrten Einsatz von Insektengiften nachgedacht. Für entsprechende Maßnahmen habe der Regionalrat bereits eine Million Nuevos Soles bereitgestelt, so Leveau Bartran.

    Bereits vergangene Woche mussten die Krankenhäuser von Pucallpa weitere Betten besorgen, um dem großen Ansturm begegnen zu können. Dabei besteht für das medizinische Personal ebenfalls großes Risiko: Eine während der Arbeit mit dem Dengue-Virus infizierte Krankenschwester musste inzwischen in die Hauptstadt Lima verlegt werden.

    NACHTRAG (14.11): ZAHL DER INFIZIERTEN STEIGT AUF 1081 / weiteres Todesopfer

    Wie die Gesundheitsbehörde der Region heute mitteilte, hat die Infektionswelle ein weiteres Todesopfer gefordert. Zudem stieg die Zahl der Dengue-Erkrankten weiter an, nach Angaben der Regionalregierung Ucayali wurden inzwischen 1.081 Personen mit Dengue in einem der regionalen Krankenhäuser behandelt.

    Dengue wird von Mücken übertragen. Es löst starkes Fieber, Hautausschlag und Gliederschmerzen aus. Das Auswärtige Amt schreibt dazu in seinen Reisehinweisen zu Peru:

    Dengue wird landesweit durch tagaktive Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende.

    In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern der Lokalbevölkerung zum Teil schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Diese sind jedoch bei Reisenden insgesamt extrem selten.

    . Abers (vgl. 2000: 161) unterscheidet deshalb zwischen vertikalen und horizontalen Nachbarschaftsorganisationen: Erstere waren eher Deckmäntel für Patronage, wurden oft über Jahre oder gar Jahrzehnte von einer einzigen, häufig wohlhabenden und einflussreichen Person geführt, die versprach, sich für bestimmte Investitionsprojekte einzusetzen – dies dann aber oft gar nicht oder gezielt langsam verwirklichte, um die von Abhängigkeit geprägte Machtposition nicht zu gefährden. Genannt wird beispielsweise ein bekannter Arzt, sowie ein Großgrundbesitzer. Im Gegenzug für das Versprechen des Patrons mussten die Klienten zusagen, ihn[1] bei nachfolgenden Wahlen zu unterstützen. Ein Verfahren, das häufig erfolgreich eingesetzt wurde – selbst in den Anfangsjahren des Bürgerhaushalts (vgl. ebd.: 163). Wirkliche Beteiligung innerhalb der vertikalen Nachbarschaftsorganisationen fand kaum statt. Die horizontalen Nachbarschaftsorganisationen dagegen verlassen sich nicht einzig auf den vermeintlichen Einfluss eines Patrons, sondern möchten die Definition ihrer Prioritäten, sowie die Auswahl der Umsetzungsmöglichkeiten bei ihren Mitgliederinnen und Mitgliedern halten. Wie Abers beschreibt, ist es möglich, dass sich unter bestimmten Umständen horizontale Nachbarschaftsorganisationen in vertikale verwandeln – und umgekehrt.



    [1] Es gab und gibt bestimmt auch Patroninnen, in den von Abers dort genannten Beispielen ist allerdings ausdrücklich von Patronen die Rede.

  • Stierkämpfe als Kunst? Perus Kulturministerium bringt Tierschützer gegen sich auf

    INFOAMAZONAS Peru-Nachrichten, Neuigkeiten aus PeruPerus Kulturministerium hat mit einer Gesetzesinitiative, die eine Anerkennung von Stierkämpfern als Künstler zum Ziel hat, bei Tierschutzorganisationen heftigen Unmut ausgelöst. Der Gesetzestext, der unter vielen anderen auch Sängerinnen und Sänger, Clowns, Mentalistinnen und Mentalisten, sowie angehörige des Schauspielberufs nennt, wurde von dem Ministerium zur öffentlichen Diskussion ins Internet gestellt.

    Stierkampfgegner Roger Torres von der Organisation Perú Antitaurino erklärte gegenüber der Tageszeitung La República, es sei unglaublich, dass ein Ministerium, das die Kultur fördern solle, ein so blutiges Spektakel für eine „künstlerische Aktivität“ halte. In der peruanischen Hauptstadt Lima gibt es mit der „Plaza de Acho“, in der seit gestern die Stierkämpfe der „Feria del Sr. de los Milagros“ laufen, eine große Stierkampfarena, auch in vielen kleineren Städten – beispielsweise Chota in der Region Cajamarca – gibt es zu besonderen Anlässen Stierkampfturniere. Zu den Befürwortern des Stierkampfs gehört -unter anderen- der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa.

    Kein Stierkampf für Kinder und Jugendliche?

    Derweil beschäftigt sich der peruanische Kongress auch mit Initiativen mehrerer Abgeordneten, die Minderjährigen den Einlass in Stierkampfarenen verbieten wollen. Durch die Initiative wolle man die psychische und moralische Integrität der Minderjährigen schützen, so der Fujimoristen-Abgeordnete Julio Rosas. Ausgegangen war die Initiative aber von dem Abgeordneten und ehemaligen Verteidigungsminister José Urquizo aus dem Lager der Regierungsfraktion der Nationalisten. Dessen Vorschlag ging sogar noch weiter: Er möchte Minderjährige auch den Zugang zu den populären Hahnenkämpfen verwehren.

    Kulturministerium will soziale Absicherung und Besitzrechte neu regeln

    Die scharfe Kritik aus diversen politischen Lagern hat das Kulturministerium offenbar überrascht, wohl auch deshalb, weil es sich beim Thema „Stierkampf“ eher um eine Nebenbaustelle handelt. Denn in erster Linie soll durch das geplante Gesetz die soziale Absicherung von Künstlerinnen und Künstlern, sowie das Besitz- und Verwertungsrecht künstlerischer Produktion auf eine neue Grundlage gestellt werden. So soll das geplante Gesetz Kunstschaffenden beispielsweise vereinfachen, ihre Forderungen durchzusetzen, wenn Konzert- oder Ausstellungsorganisatoren sich im Nachhinein weigern zu bezahlen.

  • Peru: höhere Bußgelder für schwarze Schafe im Bergbausektor

    INFOAMAZONAS Peru-Nachrichten, Neuigkeiten aus PeruWie aus dem neuen Umwelt-Bußgeldkatalog für Begbaubetriebe hervorgeht, den das peruanische Umweltministerium gestern veröffentlichte, wurde die Höchststrafe für nicht umgesetzte Umweltauflagen um den Faktor 1.000 erhöht. Waren -nach der 2012 gültigen Steuereinheit UIT – in jedem Fall 36.500 Nuevos Soles (10 UIT) fällig, können nun Bußgelder von bis zu 36.500.000 Nuevos Soles (10.000 UIT) verhängt werden. Im Gegensatz zum Vorwert ist die Strafe aber nicht mehr genau festgelegt, sie errechnet sich vielmehr durch den entstandenen Schaden.

    Abschreckende Wirkung

    Zuständig für die Anwendung des neuen, aus 12 Kategorien bestehenden Bußgeldkataloges ist bei großen und mittelgroßen Bergbauprojekten die Evaluierungs- und Umweltkontrollbehörde OEFA, die dem Umweltministerium unterstellt ist. Nach Angaben des Umweltministeriums soll durch die Anhebung der Bußgelder vor allem eine abschreckende Wirkung erreicht werden.

    Bergbau in Peru: Ein kontroverses Thema

    In Peru ist das Thema Bergbau ein sehr kontroverses. Immer wieder kommt es zu Konflikten, häufig mischen sich dabei Umweltbedenken – oder gar Schäden – mit sozialen Faktoren wie extremer Armut im Umfeld von legalen und illegalen Bergbauaktivitäten. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt beispielsweise das Conga-Projekt in der Region Cajamarca. Dort will das Unternehmen Yanacocha S.R.L., das in der Nähe bereits Gold im Tagebau fördert, vor allem Kupfer fördern. Derzeit liegt das Projekt nach Druck der peruanischen Regierung auf Eis – Yanacocha treibt vorarbeiten wie den Bau mehrerer Wasserreservoirs gleichzeitig weiter voran.

    Umweltministerium möchte mehr Kompetenzen

    Da bislang zahlreiche Kompetenzen der Umweltverträglichkeitsprüfung über diverse Ministerien verteilt sind, legte das peruanische Umweltministerium kürzlich ein Gesetzesprojekt vor, mit dem die Gründung der Zertifizierungsbehörde SENACE angestrebt wird. Diese Behörde soll in erster Linie dem Umweltministerium unterstehen. Die Initiative passierte bereits mehrere Kongresskommissionen durchlaufen und wird wohl demnächst in einer Plenarsitzung thematisiert.

    OEFA-Tribunal bestätigt Bußgeld wegen Nachlässigkeiten bei Conga-Projekt

    Die höchste OEFA-Verwaltungebene hat ein gegen das Bergbauunternehmen Yanacocha S.R.L. verhängtes Bußgeld in Höhe von 127,75 UIT-Steuereinheiten bestätigt. Das bedeutet, das Unternehmen muss 466.287,50 Nuevos Soles an den Staat überweisen. Zuvor hatte die Kontrollbehörde festgestellt, dass mehrere in der Umweltverträglichkeitsstudie für das geplante Conga-Projekt gemachte Versprechen nicht eingehalten wurden. So wurde offenbar der Mindestabstand von 50 Metern zwischen Untersuchungsplattformen des Unternehmens, Feuchtgebieten und Wasserläufen nicht eingehalten und damit der Lebensraum von Flora und Fauna gestört – obwohl diese als „fragile Ökosysteme“ gelten und deshalb unter Schutz stehen. Yanacocha S.R.L. kündigte an, das Bußgeld zu begleichen und gegen die Entscheidung nicht gerichtlich vorzugehen.  Dennoch teile man die Auffassung negativer Auswirkungen auf die Umwelt in den bemängelten Fällen nicht, so Yanacocha in einer Pressemitteilung.

    Logo des Dossiers "Wasserkonflikte".

    Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Dossiers „Wasserkonflikte in Peru“, sowie „Bergbaukonflikte“.

  • Starkes Erdbeben in Ostperu / auch in Lima zu spüren

    Epizentrum: südwestlich von Pucallpa. Karte: IGP.
    Epizentrum: südwestlich von Pucallpa. Karte: IGP.

    Im Osten Perus hat soeben (09:57 Uhr Ortszeit) ein Erdbeben der Stärke 6,0 auf der Richterskala den Boden erzittern lassen. Nach Angaben des peruanischen Institutes für Geophysik (IGP) lag das Epizentrum 45 Kilometer östlich von Aguaytia in einer Tiefe von 146 Kilometern. Obwohl bislang keine Schadensmeldungen vorliegen, geht das IGP von schweren Schäden aus, die Auswirkungen in der Nähe des Epizentrums wurden mit IV-V auf der modifizierten Mercalliskala angegeben.

    Nach Berichten peruanischer Medien war das Beben bis in die Hauptstadt Lima zu spüren.

    Canal N: Panik in Tingo María

    Nach Berichten eines Reporters des Nachrichtensenders Canal N brach in der ostperuanischen Regenwaldstadt Tingo María (Provinz Leoncio Prado / Region Huánuco) im Moment des Bebens Panik aus. Inzwischen hat sich die Lage offenbar wieder etwas beruhigt. Berichte über Schäden liegen weiter keine vor. Auch in Aguaytía selbst gab es nach Berichten von RPP Noticias keine Schäden.

    Bereits über 180 Erdbeben in diesem Jahr

    Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.
    Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.

    In Peru sind Erdbeben häufig – wenn auch nicht in dieser Stärke. Vor der peruanischen Küste schiebt sich die Nazca-Platte unter die südamerikanische Platte und löst damit die Erdbeben aus. Allein im laufenden Jahr verzeichnete das peruanische Institut für Geophysik über 180 Erdbeben. Am häufigsten bebt die Erde in Lima und der Region Ica. Mehr zum Thema!