• Lima: Makabrer Fund am Rimac-Ufer

    Mit einem gehörigen Schrecken in den Knochen kamen gestern mehrere peruanische Recycling-Arbeiter zur örtlichen Polizeistation. Sie hatten in einem Außenviertel der Hauptstadt Lima, am Rande des Rimac-Flusses, insgesamt vier Plasticksäcke mit grausigem Inhalt gefunden. Insgesamt 30 Schädel, 17 Unterkiefer und verschiedene andere, mutmaßlich menschliche Knochen zählte eine sofort alarmierte Spezialeinheit der peruanischen Kriminalpolizei.

    Die Knochen werden nun in einem Kriminalistiklabor untersucht.

  • Starkes Erdbeben vor Ica lässt auch Lima erzittern

    Ein Erdbeben der Stärke 5,7 auf der Richterskala hat heute Nacht um 3 Uhr Ortszeit Süd- und Westperu erschüttert. Insbesondere in Tambo de Mora, Pisco und Chincha (Region Ica) war das Beben zu spüren. Das Epizentrum lag nach Angaben des peruanischen geophysischen Institutes IGP 39 Kilometer westlich von Tambo de Mora unter dem Meer in einer Tiefe von 65 Kilometern.

    Der US-Erdbebendienst gab gar die Stärke 5,9 an.

    Am stärksten war das Beben dann auch in Tambo de Mora zu spüren, mit der Stärke IV auf der modifizierten Merkalliskala. Aber auch in der peruanischen Haupstadt Lima war es mit der Stärke III noch stark zu spüren.

    Nach Angaben des peruanischen Zivilschutzes fiel nach dem Beben in Teilen Icas der Strom aus. An verschiedenen Orten soll das Mobilfunknetz vorrübergehend zusammengebrochen sein. Mehrere Hütten, insbesondere auf dem Land, sind eingestürzt.

    Bereits gestern Erdbeben in Arequipa

    Gestern Morgen (Ortszeit) hatte ein Erdbeben der Stärke 4,0 auf der Richterskala Teile der südperuanischen Region Arequipa erzittern lassen. Nach Angaben des peruanischen Zivilschutzes waren dabei keine Schäden zu beklagen.

  • Wenn Sie in Perus Tageszeitungen über die kommende Wahl lesen…

    … ist es hilfreich, ein wenig über ihre Position gegenüber bestimmten Kandidaten zu wissen. Denn insbesondere bei der Bürgermeisterwahl in Lima haben sich die meisten ganz eindeutig positioniert.

    So unterstützen insbesondere die wirtschaftsliberalen  Tageszeitungen „El Comercio„, „Peru21“ und „Gestión“ die Kandidatin der konservativen christlichen Volkspartei (PPC), Lourdes Flores. Die selbe Gruppe ist auch einer der Anteilseigner des Nachrichtenkanals „Canal N“.

    Die Zeitung „La República„, ebenfalls Anteilseigner von „Canal N“, sowie die linke Tageszeitung „La Primera“ haben sich für diese Wahl auf die Seite der linksliberalen Fuerza-Social-Kandidatin Susana Villaran gestellt. Zweitere publiziert unter anderem anonyme Beiträge gegen Lourdes Flores.

    Ähnlich geht die rechtskonservative Zeitung „Correo„, sowie ihre Revolver-Ableger „Nuevo Ojo“ und „Ajá“ vor. Sie beschäftigen sich in erster Linie damit, Susana Villaran durch den Schmutz zu ziehen – ähnlich wie „La Primera“ mit Lourdes Flores. Auf dieser Linie, allerdings etwas besser recherchiert, steht auch der „Expreso„.

    MEHR Artikel zu den Wahlen in Peru finden Sie im INFOAMAZONAS-Wahl-Spezial!
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  • Rund 20.000 Bäckereien in Peru, „Dunkelziffer“ höher

    Bäckerei bei Mendan: Garantiert in deiner Aspan-Statistik. Foto: Damian Raiser / INFOAMAZONAS.
    Bäckerei bei Mendan: Garantiert in keiner Aspan-Statistik. Foto: Damian Raiser / INFOAMAZONAS.

    In Peru gibt es rund 20.000 Bäckereien, in denen insgesamt rund 200.000 Menschen arbeiten. Das geht aus Daten der peruanischen Vereinigung der Bäckerei- und Konditoreiunternehmer (ASPAN) hervor. Knapp die Hälfte davon sei in Lima angesiedelt, so der ASPAN-Vorsitzende Pío Pantoja. Zudem konsumiere der Durschnittsperuaner pro Jahr insgesamt 28 Kilo Brot, so Pantoja weiter, und weise damit etwas mehr als ein Viertel des jährlichen Brotkonsums eines Durschnittsdeutschen auf.

    Dabei muss aber darauf hingewiesen werden, dass die „Dunkelziffer“ an Bäckereien und produzierten, sowie konsumierten Broten wesentlich höher liegt. Insbesondere im ländlichen Raum Perus gibt es sehr lange Brotbacktraditionen, die nur selten ihren Weg in offizielle Statistiken finden. Die möglichen Gründe sind vielfältig:

    Traditionelle Brote in Colcamar (Amazonas / Peru). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Traditionelle Brote in Colcamar (Amazonas / Peru). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Viele Bäcker haben ihr Gewerbe gar nicht angemeldet, oder backen vorwiegend in ihrer „Freizeit“ und arbeiten eigentlich woanders. An anderen Orten wird das Brot nicht mit Geld bezahlt, sondern in Naturalien – oder ist eben direkt für religiöse oder gesellschaftliche Zeremonien gedacht. Und weil in Peru jeder zumindest dort, wo die nächste Gesundheitsbehörde weit entfernt ist, einfach eine Bäckerei eröffnen kann, wer sich mit Teig auskennt und einen Ofen hat, kann die ASPAN-Statistik durchaus als „löchrig“ angesehen und die wahre Zahl an Bäckereien als wesentlich höher angenommen werden.

    Aaus diesem „Graubereich“ kommen sie meist, die „Innovationen“, die dann in Lima präsentiert werden, als ob sie gerade erst erfunden worden wären: Die Chutas aus Cusco, die Anís-Brötchen aus Junín, die Wawas aus Ayacucho oder das inzwischen dank staatlicher Förderung allerorts bekannte „Papapan“ mit Kartoffeln.

    Denn dort, fernab der peruanischen Sternerestaurants und Kochschulen, wird wirklich experimentiert, mit allem, was Perus Landwirtschaft zu bieten hat: Kiwicha, Quinua, Mais, Kürbis, Yucca, jeder Art von Früchten und Gemüse, mit Weizen – und natürlich Kartoffeln.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Alans neue Freunde: Peruanisches Kabinett unter Premier Chang vereidigt

    Vor allem eines hat Perus Präsident Alan García gestern getan: Parteilose Minister gegen APRA-Genossen ausgetauscht. Insgesamt acht Ministerinnen und Minister verließen die Regierung. Neben dem bereits erwarteten Ausscheiden von Verteidigungsminister Rey und Justizminister García, sowie dem Rückzug von Finanz- und Wirtschaftsministerin Aráoz, Außenhandels- und Tourismusminister Pérez, Innenminister Salazar, Frauen- und Sozialministerin Vílchez und Landwirtschaftsminister de Córdova, die für den Kongress kandidieren möchten,  gehört überraschend auch Produktionsminister Nicanor Gonzales dem neuen Kabinett nicht mehr an.

    Mit Jose Antonio Chang wurde einer der treuesten Minister der García-Regierung neuer Premier. Er war bereits seit Anfang der Legislaturperiode Bildungsminister.

    Neu sind nun Fernando Barrios, der das Innenministerium übernimmt, der Bankmanager und Agrar-Industrielle Ismael Benavides (Finanz- und Wirtschaftsministerium), Rechtsanwalt und Ex-Wettbewerbshüter Jaime Thorne León (Verteidigungsministerium), Virginia Borra (Frauen- und Sozialministerium), Rosario Fernández (Justizministerium), Artischocken-, Spargel- und Geflügelproduzent Rafael Quevedo (Landwirtschaftsministerium), Jorge Villasante (Produktionsministerium) und Eduardo Ferreyros (Außenhandels- und Tourismusministerium).

    Vier davon sind alte bekannte: Borra, Fernández, Villasante und Benavides waren bereits Minister der García-Regierung.

  • Amnestie-Dekret vom Tisch, Verteidigungsminister abgesägt

    Im Schnellverfahren hat das peruanische Parlament das Umstrittene „Amnestie-Dekret“ 1097 zurückgenommen. Gleichzeitig wurde mit Jaime Thorne León der Nachfolger von Verteidigungsminister Rafael Rey vereidigt, der das Dekret bis zum Schluss verteidigt hatte. Entgegen aller Gepflogenheiten blieb Rey der Vereidigung fern. Die Gesetzesvorlage, die die Rückname des Dekretes möglich machte, hatte die peruanische Regierung am Ende selbst eingebracht.

    Jaime Thorne León ist Rechtsanwalt und war zuvor Direktor der peruanischen Wettbewerbs- und Patentbehörte INDECOPI.

  • Amnestie-Dekret: García macht Rückzieher

    Nach der anhaltenden Kritik der vergangenen Tage  hat die peruanische Regierung dem Parlament eine Gesetzesvorlage übersandt, die die Rücknahme des umstrittenen Dekretes 1097 vorsieht, das von einer breiten Front aus Menschenrechtlern, Oppositionspolitikern, Intellektuellen und zuletzt auch von Regierungsmitgliedern selbst scharf kritisiert worden war.

  • Protest gegen Amnestie-Dekret: Vargas Llosa verlässt Gedenkstätten-Kommission

    Als Zeichen des Protestes gegen das gesetzgebende Dekret 1097, das die Verjährung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit möglich macht, hat der peruanische Schriftsteller die nach ihm benannte Kommission zur Planung einer Gedenkstätte für die Opfer des Terrors während der 80er und 90er Jahre verlassen. Das Dekret sei stelle eine „schlecht verkleidete Amnestie“ für eine nicht unerhebliche Anzahl an Personen, die der Fujimori-Diktatur nahe standen und wegen „Verbrechen gegen die Menschenrechte – wie Morde, Folter oder Verschleppen verurteilt oder angeklagt wurden – darunter auch den Ex-Diktator selbst“, sowie sein rechter Arm, Vladimiro Montesinos.

    Mit dem Rückzug Vargas Llosas wird Präsident García international bloßgestellt. Der Schrifsteller hatte bislang insbesondere den wirtschaftsliberalen Kurs der García-Regierung gelobt. Sein Rückzug ist deshalb nicht nur ein herber Rückschlag für den von Deutschland unterstützten Bau der Gedenkstätte, sondern auch für García und seine APRA-Partei, deren Chancen für die kommenden Wahlen durch das umstrittene Dekret wohl noch weiter gesunken sind.

    Verschiedene Fraktionen im peruanischen Kongress haben bereits angekündigt, ein Gesetz zur Rücknahme des Dekretes vorzulegen. Die Linksnationalisten haben eine Normenkontrollklage beim peruanischen Verfassungsgericht eingereicht.

    Stärkster Verteidiger des Dekretes ist Verteidigungsminister Rafael Rey. Dieser musste inzwischen zugeben, bei der Formulierung des Dekretes den Anwalt des Ex-Diktators Fujimori, Cesar Nakazaki, konsultiert zu haben.

    Ermächtigungsgesetze unter der APRA-Regierung

    Möglich war die Erlassung des Dekretes 1097 erst durch ein Ermächtigungsgesetz, durch das der peruanische Kongress der Regierung die Möglichkeit einräumte, im Bereich der inneren Sicherheit am Parlament vorbei Gesetze zu erlassen. Ein ähnlicher Vorgang war bereits vorher in einer Katastrophe geendet. Zur Einführung eines Freihandelsabkommens zwischen Peru und den USA hatte der Kongress ein Ermächtigungsgesetz beschlossen, um das peruanische Recht dem Abkommen entsprechend anzupassen. Dabei wurden mehrere Gesetze erlassen, die die Umwidmung von Ureinwohner-Territorium für andere Zwecke, beispielsweise den Anbau von Pflanzen für die Biosprit-Produktion oder die Extraktion von Bodenschätzen, ermöglichte. Beim Versuch der Polizei, bei Bagua (Nordperu) eine Straßenblockade von Ureinwohnern, die gegen diese Gesetze protestierten, aufzulösen, kamen dort und bei einer anschließenden Racheaktion von Ureinwohnern am 5. Juni 2009 mehr als 30 Menschen ums Leben.

    HINTERGRUND:

    Wegen Ermächtigungsgesetz: Menschenrechtsverletzungen könnten ungesühnt bleiben (Peru)

    Garcia kündigt neue Minister an

    Peruanische Regierung will Ermächtigungsgesetz für innere Sicherheit

  • García kündigt neue Minister an

    Staudamm "El Limón" des Olmos-Projektes, Präsident García im Schlauchboot. Foto: Sepres / ANDINA
    Langsam ist die Luft raus aus seiner Regierung: Präsident García im Schlauchboot. Foto: Sepres / ANDINA

    Der peruanische Präsident Alan García hat angekündigt, morgen mehrere Ministerposten neu zu besezten. Wie die Tageszeitung „La República“ berichtet, werden insgesamt 6 Minister ihren Hut nehmen, um an den Kongress- und Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr teilnehmen zu können. Dafür ist ein Rücktritt mindestens 6 Monate vor der Wahl notwendig.

    Bei den neu zu besetzenden Posten soll es sich um den des Premierministers Javiér Velásquez, sowie um den von Finanz- und Wirtschaftsministerin Mercedes Aráoz, die als mögliche Präsidentschaftskandidaten im kommenden Jahr gehandelt werden handeln. Zudem wird über den Abgang von Sozial- und Frauenministerin Nidia Vílchez, Landwirtschaftsminister Adolfo de Córdova, Innenminister Octavio Salazar und Außenhandels- und Tourismusminister Martín Pérez spekuliert. Auch Justizminister Victor García Toma wird wohl nach Verstimmungen mit seinen Kabinettskollegen über ein gesetzgebendes Dekret, das die Verjährung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit möglich macht, zurücktreten. Er hatte sich dazu wiederholt kritisch geäußert.

    Ob das neue Kabinett allerdings wirklich das letzte der Regierung García sein wird, ist wegen der hohen Volatilität auf peruanischen Ministerposten eher fraglich.

    Die Nachfolgespekulationen um den Posten des Premierministers drehen sich derzeit vorwiegend um Rosario Fernández, sowie um Transport- und Kommunikationsminister Enrique Cornejo und Bildungsminister Antonio Chang. Beide sind, als einzige, seit Beginn der Regierung García auf ihrem Posten.

  • Endlich: Ab 1. Oktober wird Flughafensteuer in Lima und Cusco beim Ticketkauf bezahlt

    Flughafen Chachapoyas - Wartehalle und Check-In-Bereich. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Flughafen Chachapoyas – Wartehalle und Check-In-Bereich. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Ab dem 1. Oktober gehört zumindest eine der langen Schlangen am Jorge Chávez-Flughafen in Lima, sowie am Flughafen von Cusco der Vergangenheit an. Ab dann werden die Flughafensteuern (TUUA) auch dort, wie international üblich, beim Ticketkauf und nicht mehr mühsam am Schalter im Flughafen bezahlt. In den kommenden Jahren soll das System dann auch auf die weiteren peruanischen Flughäfen übertragen werden, zunächst wird diese Möglichkeit den von Aeropuertos del Peru (AdP) verwalteten Flughäfen angeboten, zu denen auch der Flughafen Chachapoyas (Region Amazonas) gehört.

    Nach Angaben der Betreiberkonsortiums des Flughafens von Lima (LAP) fallen für die Umstellung Kosten in Höhe von rund 250.000 US$ an. Diese könnten aber schon bald durch eine Zunahme der Touristentröme wieder eingespielt werden, so die peruanische Finanz- und ehemalige Tourismusministerin Mercedes Araóz.

    Derzeit liegt die Flughafensteuer am Flughafen Lima, die noch bis zum 1. Oktober an den Schaltern im Flughafen selbst entrichtet werden muss, für internationale Flüge bei 31 US$, für Inlandsflüge bei 6,82 US$.
    (Stand: 12.09.2010)