• Peru produziert mehr Bier … und trinkt es auch

    Peruanische Brauereien werden in diesem Jahr wohl rund 12 Millionen Hektoliter Bier produzieren, wie die peruanischen SABMiller-Ableger Backus y Johnston heute in Lima bekannt gaben. Als Quasi-Monopolist produziert allein Backus (deckt nach eigenen Angaben fast 90% des peruanischen Biermarktes ab) 11 Millionen Hektoliter Bier pro Jahr. In den vergangenen Jahren ist der Konsum dabei parallel zur Kaufkraft angestiegen. Jede Peruanerin und jeder Peruaner trinkt derzeit durchschnittlich 42 Liter Bier pro Jahr. Damit hat Peru zwar zugelegt, liegt aber dennoch hinter Kolumbien (50 Liter/Person/Jahr), Venezuela (80 Liter/Person/Jahr) und Mexiko (60 Liter/Person/Jahr) zurück.

    Ginge es nach den peruanischen Bierbrauern, würde diese Zahl wohl weiter ansteigen.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Nordperu: Erdbeben lassen Paita und Chiclayo erzittern

    Zwei Beben der Stärke 4,2 und 4,0 auf der Richterskala haben gestern den Nordwesten Perus erzittern lassen. Das erste, etwas leichtere Beben ereignete sich am Nachmittag um 16: 25 Uhr Ortszeit in der Nähe der Hafenstadt Paita. Ein zweites Beben erschütterte dann um 21:21 Uhr Ortszeit die Umgebung von Chiclayo. Das Epizentrum lag hier nach Angaben des peruanischen geophysischen Institutes IGP 32 Kilometer nördlich von Chepén in einer Tiefe von 85 Kilometern.

    Über Schäden ist bislang nichts bekannt. In Chiclayo war das Beben mit einer Stärke von II auf der modifizierten Mercalliskala zu spüren.

  • Chiclayo / Lambayeque: 6 Tote bei Explosion in Feuerwerksfabrik

    Bei einer Explosion in einer Werkstatt für Feuerwerkskörper in der nordperuanischen Stadt Chiclayo sind heute Morgen nach Angaben der peruanischen Polizei sechs Menschen ums Leben gekommen, darunter auch der 50jährige Besitzer der Fabrik. Sechs weitere Menschen wurden schwer verletzt, darunter ein Baby im Alter von 8 Monaten. Acht Häuser in der Nachbarschaft wurden teilweise zerstört.

    Warum die Feuerwerkskörper zu brennen begannen, ist bislang noch ungeklärt. Carlos Balarezo, Vorsitzender des Zivilschutzes Lambayeque, wies darauf hin, dass die Werkstatt über keinerlei Lizenz zur Produktion von Feuerwerkskörpern besaß. Kein einziger der zahlreichen Produzenten von Feuerwerkskörpern in Chiclayo habe eine Lizenz, ebenso sei es in Ferreñafe und Lambayeque, so Balarezo.

    Die Explosion ereignete sich in Nuevo Cerropón, einem noch jungen Stadtviertel am Rande von Chiclayo.

  • Peruanische Handynummern jetzt kürzer

    Landwirtin mit Mobiltelefon in Colcamar (Amazonas). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Landwirtin mit Mobiltelefon in Colcamar (Amazonas). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Wer derzeit aus dem peruanischen Ausland versucht, peruanische Mobiltelefone zu erreichen, macht eine unerfreuliche Überraschung: Die bisherigen Nummern sind nicht zu erreichen. Grund dafür ist eine Umstellung in der Tarifgestaltung peruanischer Mobilfunkanbieter. Dadurch gibt es in Zukunft nicht mehr eigene Handytarife für Orts- oder Fernmobilfunkgespräche, sondern ein einziges nationales „virtuelles Mobilnetz“ (AVM). Zudem werden Anrufe von Handys auf Festnetztelefone zum Ortstarif abgerechnet, egal, in welcher peruanischen Region das Mobiltelefon registriert wurde.

    Das bedeutet bei Anrufen aus dem Ausland, dass die Ortsvorwahl wegfällt. Das ist beispielsweise für die peruanische Hauptstadt Lima die „1“ nach dem „0051“, für die Region Amazonas die „41“ oder in Cusco die „84“.

    Aus 0051/41/999999999 würde also 0051/999999999.

    Außerdem müssen Mobiltelefonierer in Peru ab jetzt auch für Gespräche in die eigene Ortschaft die Vorwahl wählen.

    Die peruanische Telekommunikations-Kontrollbehörde OSIPTEL verspricht sich von dieser Maßnahme eine einfachere Mitnahme von Telefonnummern, auch bei einem Anbieterwechsel.

    Landwirtin mit Mobiltelefon in Colcamar (Amazonas). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Landwirtin mit Mobiltelefon in Colcamar (Amazonas). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Weitere Informationen zum Thema Mobilfunk und Handys in Peru finden Sie im Dossier „Mobilfunkanbieter und Mobilfunkfrequenzen in Peru„.

  • Cajamarca: Universität Jaén nimmt Form an

    Jaén, Region Cajamarca. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Jaén, Region Cajamarca. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Die Universität Jaén nimmt immer festere Formen an. Im Beisein der Vorsitzenden des peruanischen Rates zur Betriebsgenehmigung von Universitäten CONAFU wurde gestern im Rahmen eines Festaktes Alcibiades Heli Miranda Chávez als Präsident der vorläufigen Universitätsleitung eingesetzt. Damit ist es der damit gegründeten Universität möglich, unter der Kontrolle des CONAFU Stück für Stück Geld und Personal zu bekommen. Das erste Zulassungsverfahen für Studienanwärter soll bereits im März 2011 statt finden.

    Die neue Universität soll zu Beginn insgesamt über 5 Fächer verfügen, darunter Zivilingeneurwesen, Forstwirtschaft, Elektrotechnik und Ernährungsindustriewesen.

  • Kuelap erwartet neuen Besucherrekord

    Kuelap, Außenmauer. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Kuelap, Außenmauer. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Die Chachapoya-Festung Kuelap in den nordperuanischen Anden wird in diesem Jahr wohl einen neuen Besucherrekord präsentieren können. Nach Angaben des archäologischen Direktors des Kuelap-Restaurationsprojektes, Alfredo Narváez, könnten es bis zu 25.000 Besucherinnen und Besucher werden. Das wäre ein Zuwachs von 20%. Die höchsten Zuwachsraten gebe es bei Touristen aus den USA, aus Deutschland, aus Frankreich und aus Spanien.

    Die Chachapoya-Festung wurde vermutlich um das Jahr 800 errichtet und liegt auf 3.000 Metern Höhe. Sie besteht aus drei verschiedenen Plattformen, die sich über eine Fläche von 6 Hektar hinziehen. Kuelap liegt südwestlich von Chachapoyas, der Hauptstadt der Region Amazonas im Norden Perus.

  • Wegen Ermächtigungsgesetz: Menschenrechtsverletzungen könnten ungesühnt bleiben (Peru)

    Selbst Ex-Diktator Alberto Fujimori könnte schon bald das Gefängnis verlassen. Denn „dank“ eines vom peruanischen Kongress -mit den Stimmen der Regierung und den Fujimori-Parteien-  verabschiedeten Ermächtigungsgesetzes kann die peruanische Regierung für 60 Tage Gesetze aus den Bereichen Strafrecht und Strafprozessordnung ändern und erlassen. Die Regierung unter Präsident Alan García, insbesondere das Haus des Ultrarechtskonservativen Verteidigungsministers Rafael Rey, machen davon reichlich Gebrauch. So wurde bereits ein Reglement erlassen, das die Einführung einer eigenen Polizei- und Militärgerichtsbarkeit vorsieht. Auch der „legale Einsatz von Gewalt“, insbesondere im Zusammenhang mit Polizeieinsätzen und Militäraktionen im Landesinnern wurde rechtlich abgesichert.

    Die problematischste Neuerung ist aber ein vor wenigen Tagen in Kraft getretenes gesetzgebendes Dekret, das den Beginn der Anwendung einiger Paragraphen der erst kürzlich erlassenen neuen Strafprozessordnung vorzieht. In den Paragraphen geht es vor allem um die zulässige Zeit der Untersuchungshaft im Falle von Prozessen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sowie um kürzere Verjährungsfristen.

    Erste Colina-Verbrecher haben Entlassung schon beantragt

    Peruanische Verfassungsrechtler, sowie zahlreiche Menschenrechtsorganisationen sehen hinter dem Gesetz einen Versuch, nicht nur die ehemaligen Mitglieder der Colina-Gruppe, einer Spezialeinheit des peruanischen Geheimdienstes während der Fujimori-Diktatur in den 90er Jahren, die für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verantwortlich ist, sondern auch den Diktator selbst aus dem Gefängnis zu holen und eine Art Amnestie durchzusetzen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation APRODEH haben inzwischen rund 20 ehemalige Colina-Mitglieder und andere, verurteilte Ex-Militärs angekündigt, ihre Freilassung zu beantragen.

    Im Text des gesetzgebenden Dekretes 1097, das die Unterschrift des Präsidenten, des Premierministers Velásquez Quesquén, des Verteidigungsministers, des Innenministers Salazar Miranda, sowie des Justizministers García Toma trägt, steht, die Konvention über die Unverjähbarkeit von Verbrechen gegen die Menschlichkeit sei erst für Taten nach dem 9.11.2003 anzuwenden. Damit würden in Fällen, die vor diesem Datum lagen, Verurteilungen auf Basis dieser Konvention Nichtig.

    Carlos Rivera, Rechtsanwalt bei der Menschenrechtsorganisation IDL, sieht in dem Dekret ein erneutes Amnestiegesetz, ähnlich dem, das unter der Fujimori-Diktatur 1995 eingeführt wurde. Ein wenig raffinierter, aber mit dem selben Effekt, so Rivera.

    Justizminister vor Rücktritt

    Innerhalb der peruanischen Regierung soll dabei keine Einigkeit über den genauen Gesetzestext geherrscht haben. Wie Justizminister García Toma gegenüber dem Nachrichtensender RPP erklärte, schließe die Vorlage seines Ministeriums die Freilassung beispielsweise der Colina-Mitglieder ausdrücklich aus. Für den Fall, dass der Vorlage des Verteidigungsministeriums nun Vorrang eingeräumt worden sein sollte, kündigte er seinen Rücktritt an.

  • Peruanische Überlandbusse ab jetzt mit GPS-Pflicht

    Peruanische Verkehrskontrollbehörde SUTRAN. Peruanische Verkehrskontrollbehörde SUTRAN. Foto: ANDINA/Carlos Lezama.
    Peruanische Verkehrskontrollbehörde SUTRAN. Peruanische Verkehrskontrollbehörde SUTRAN. Foto: ANDINA/Carlos Lezama.

    Peruanische Busunternehmen sind verpflichtet, alle ihre Überlandbusse mit einem GPS-Ortungssystem auszustatten. Wie aus Daten der peruanischen Fernverkehrsüberwachungszentrale SUTRAN hervorgeht sind bereits 70% der legalen Reisebusse mit den Geräten ausgestattet.

    Mit Hilfe des Ortungssystems sollen von der Überwachungszentrale aus die Einhaltung der Routen, die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h, sowie Halte außerhalb der genehmigten Terminals kontrolliert und sanktioniert werden. Nach Angaben der SUTRAN-Chefin Elvira Moscoso wurden allein in den ersten beiden Betriebstagen über 400 solcher Vorkommnisse registriert. Herausgerechnet sind dabei bereits die 5minütigen Toleranzzeiten. So darf ein Bus kurzfristig die Geschwindigkeit von 90km/h überschreiten, wenn er beispielsweise links überholen muss.

    Die Busunternehmen, die bislang kein entsprechendes Ortungssystem eingebaut haben, können, nach einer ersten Verwarnung, die Lizenz für eine bestimmte Reiseroute verlieren. Bislang wird das System nur auf den Personenfernverkehr angewandt. Für die Zukunft ist auch eine GPS-Pflicht für den Güterfernverkehr geplant.

    Durch die verstärke Kontrolle des Fernverkehrs soll die extrem Hohe Zahl von Verkehrstoten in Peru gesenkt werden. Gleichzeitig wird der Diebstahl und Überfall von Reisebussen erschwert.

  • Peru: Erdbebenserie erschreckt Ica

    Eine Reihe von Erdbeben hat heute Morgen die südperuanische Region Ica erzittern lassen und die Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Zunächst hatte in den frühen Morgenstunden ein Erdbeben der Stärke 4,4 auf der Richterskala Palpa und Nazca erschüttert, dabei aber keine Schäden angerichtet. Um 6:29 Uhr Ortszeit lies dann ein Beben der Stärke 4,8 auf der Richterskala Erinnerungen an das schwere Beben am 15. August 2007 wach werden, das zahlreiche Gebäude und Straßen in der Region Ica zerstört hatte. Es lag mit einer Tiefe von nur 21 Kilometern relativ nah an der Erdoberfläche und war in Pisco und Chincha mit der Stärke III auf der modifizierten Merkalliskala zu spüren.

  • Perus erster Kulturminister heißt Juan Ossio

    Mit Juan Ossio Acuña wir heute Perus erster Kulturminister vereidigt. Der Anthropologe und Historiker, der zuletzt einen Lehrstuhl an der Pontificia Universidad Católica del Perú, wird heute vereidigt. Ossio hat in den USA, Großbritanien, Frankreich, Peru und Spanien studiert. Sein Spezialgebiet ist die Kultur andiner Völker. Bereits bisher war Ossio als Berater des peruanischen Präsidenten Alan García tätig, insbesondere zu Ureinwohner-Fragen. Derzeit ist er auch Mitglied der Vargas-LLossa-Kommission, die ein Konzept für die Gedenkstätte für die Opfer des peruanischen Bürgerkrieges während der 80er und 90er Jahre ausarbeitet.

    Ossio ist unter anderem wegen seiner Mitwirkung an der Untersuchung des Mordes an acht Journalisten 1983 in Ayacucho bekannt.