• Verfassungsgericht: Peruanisches Bergbauministerium handelt verfassungswidrig

    Das peruanische Energie- und Bergbauministerium hätte bereits vor Jahren ein Verfahren einführen müssen, durch das Ureinwohner vor dem Beginn von Bergbauarbeiten konsultiert werden. So urteilte jetzt das peruanische Verfassungsgericht. Im 47. Absatz des Urteilsspruchs wird sogar darauf hingewiesen, dass das Versäumnis der Reglementierung der Übereinkunft 169 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, das den Konsultationsprozess vorsieht, den peruanischen Staat zum Mitschuldigen an den schweren Zusammenstößen zwischen Ureinwohnern und der Polizei 5. Juni 2009 in der Nähe der peruanischen Stadt Bagua („Baguazo“) macht. Entsprechende Regeln hätten zudem, ohne große Kosten, mindestens sieben weitere soziale Konflikte verhindern können, so das Verfassungsgericht.

    In dem Urteil wurde das Energie- und Bergbauministerium verpflichtet, ein entsprechendes Konsultationsverfahren einzuführen, dessen Grundlagen die Verfassungsrichter ebenfalls festlegten. Zudem wird der peruanische Kongress aufgefordert, auf dem Gesetzestext zu beharren, der im Mai von den Parlamentariern verabschiedet, von Präsident García allerdings nicht unterschrieben worden war.

    Geklagt hatte im August 2007 die Indígena-Organisation AIDESEP.

    Das vollständige Urteil kann hier abgerufen werden (peruanisches Verfassungsgericht).

  • Peru: Erdbeben der Stärke 4,9 erschüttert San Martín und Loreto

    Ein Erdbeben der Stärke 4,9 auf der Richterskala hat heute um 8:28 Uhr Ortszeit Perus Nordosten erschüttert. Das gab das peruanische geophysische Institut (IGP) bekannt. Das Epizentrum lag rund 40 Kilometer östlich von Tarapoto, Hauptstadt der Region San Martín, in einer Tiefe von 50 Kilometern. In Tarapoto war das Beben deshalb auch besonders stark zu spüren. Das IGP ermittelte für Tarapoto den Wert III auf der modifizierten Merkalliskala, für Lamas II.

  • Erdbeben der Stärke 4,4 an Perus Grenze zu Ecuador

    Ein Erdbeben der Stärke 4,4 auf der Richterskala hat gestern Morgen die peruanische Region Tumbes an der Grenze zum Nachbarland Ecuador erschüttert. Das gab das peruanische geophysische Institut bekannt. Das Epizentrum lag rund 9 Kilometer südlich von Tumbes in einer Tiefe von 64 Kilometern. Über Schäden ist bislang nichts bekannt.

  • Provinz-, Distrikt und Regionalwahlen Peru 2010: Sind Sie Wahlhelfer?

    Wer in Peru nicht zur Wahl geht, muss – wegen der Wahlpflicht – ein Ordnungsgeld bezahlen. Noch höher fällt dieses Ordnungsgeld allerdings aus, wenn man als Wahlhelferin oder Wahlhelfer ausgelost wurde. Dies betrifft insbesondere peruanische Migranten, die weiterhin in ihrem Heimatort gemeldet sind.
    Wenn Sie herausfinden möchten, ob für die Wahl am kommenden 3. Oktober das Los auf Sie gefallen ist, können Sie dies beim peruanischen Nationalbüro für Wahlprozesse (Oficina Nacional de Procesos Electroales, ONPE) tun.
    Die Adresse ist:
    http://www.elecciones2010.onpe.gob.pe/consultamm/consulta_erm.php

    Sie benötigen nur ihre Personalausweisnummer (DNI).

    MEHR Artikel zu den Wahlen in Peru finden Sie im INFOAMAZONAS-Wahl-Spezial!

  • Polizei identifiziert mutmaßliche Nazca-Flugzeugentführer

    Spezialisten der peruanischen Nationalpolizei haben vier der sechs Personen identifiziert, die im vergangenen Juni in Nazca (Ica/Peru) ein Flugzeug entführt hatten. Einer der Entführer war am Mittwoch in Lima mit einer Drogenladung, sowie mehreren Schusswaffen festgenommen worden.

    Die Entführer hatten als Touristen getarnt einen Rundflug über die Nazca-Linien gebucht, um das ultramoderne Kleinflugzeug in ihre Gewalt zu bringen. Wenige Tage später wurden die beiden Rundflug-Piloten mitten im peruanischen Regenwald in der Grenzregion zwischen Peru und Brasilien ausgesetzt. Von dem Flugzeug fehlt bislang jede Spur, die Polizei geht davon aus, dass es sich in der Hand von Drogenschmugglern befindet.

    Das Flugzeug mit insgesamt neun Personen an Bord war am Morgen des 10. Juni in der südperuanischen Region Ica verschollen. Wie die peruanische Tageszeitung La República berichtete, war die Cessna Caravan der Fluglinie Aerodiana um 7:30 Uhr (Ortszeit) vom Maria Reiche-Flughafen Nazca gestartet. Schon kurz nach dem Start brach der Pilot den Kontakt zum Tower ab. Die Rückkehr war ursprünglich für 8:15 Uhr angesetzt.

  • 14 Tote bei Bus-Crash in Cajamarca

    Beim Zusammenstoß zweier Kleinbusse kamen heute Morgen in der nordperuanischen Region Cajamarca 14 Menschen ums Leben. Das berichtet der Nachrichtensender RPP. Die Unfallursache ist noch nicht geklärt.

    Nach Angaben von RPP war einer der Busse von Trujillo nach Cajamarca unterwegs, der zweite von Cajamarca nach Chiclayo.

    15 Verletzte wurden in das Krankenhaus von Chepén (La Libertad) eingeliefert.

    Hinweis: Zunächst war in diesem Beitrag von 12 Tote verzeichnet gewesen. Die Zahl der Toten erhöhte sich aber im Verlauf des Tages.

  • Peru: Awajún, Wampis und Quechua jetzt Amtssprachen der Region Amazonas

    Logo Regionalregierung Amazonas - Gobierno Regional Amazonas
    Logo Regionalregierung Amazonas – Gobierno Regional Amazonas

    Die Regionalregierung Amazonas hat die Ureinwohner-Sprachen Awajún, Wampis und Quechua als offizielle Amtssprachen anerkannt. Die Entscheidung des Regionalrates fußt auf dem Artikel 55 der peruanischen Verfassung, in dem festgelegt ist, dass in erster Linie Spanisch, aber in Regionen, wo Ursprachen vorherrschen, auch diese Amtssprache sind.

    In den Distrikten Imaza und Aramango (Provinz Bagua), sowie in der Provinz Condorcanqui gehören rund 90% der Bevölkerung zu den Awajún oder den Wampis. Insbesondere im Süden der Region wird in einigen Orten bis heute Quechua gesprochen.

    Die Anerkennung bedeutet, dass vermehrt Lehrer für diese Sprachfamilien ausgebildet und eingesetzt werden können. Zudem bedeutet der Schritt eine Selbstverpflichtung der Regionalregierung, auch Gesundheitspersonal mit entsprechenden Sprachkenntnissen einzusetzen. Bei Gerichtsprozessen müssen entsprechende Übersetzer gestellt werden.

    Aus welchen Mitteln die entsprechenden Fortbildungen finanziert werden sollen geht aus dem Beschluss des Regionalrates nicht hervor. Da Ende des Jahres eine neue Regionalregierung ihre Arbeit aufnehmen wird, ist von einer baldigen Durchsetzung deshalb nicht auszugehen.

  • Loreto / Peru: Amazonasschiffer klagen über Wassermangel / Trinkwasserrationierung in Iquitos

    Der Hafen von Iquitos, 2005. Bild: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Der Hafen von Iquitos, 2005. Bild: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Schwierige Zeiten für Amazonasschiffer: Der Wasserstand des Amazonas im Hafen von Iquitos (Region Loreto) hat mit 106,83 einen neuen Jahrestiefstand erreicht. Das berichtet der peruanische Wetterdienst SENAMHI. Nördlich der Regionalhauptstadt Iquitos ist an mehreren Stellen derzeit kein Fracht- und Personenschiffsverkehr möglich. Zudem musste die Trinkwasserversorgung in verschiedenen Teilen von Iquitos vorrübergehend eingeschränkt werden. Inzwischen wurden 9 Notfalltanks aufgestellt, die den Wasserbedarf aber nicht vollständig stillen können. Zudem wurden mehrere Tankwagen bereitgestellt, um die Wasserversorgung zu unterstützen.

    Der Wasserspiegel von 106,83 Metern über dem Meeresspiegel im Hafen von Iquitos lag 3,59 Meter unter der für die Trockenzeit normalen Höhe von 110,42 Metern. Der bislang niedrigste gemessene Wasserstand war 2005 mit 106,46 Metern. Große Schiffe müssen derweil an anderer Stelle ankern.

    Nach Angaben des peruanischen Wetterdienstes sind für den niedrigen Wasserstand vor allem ausbleibende Regenfälle verantwortlich.

    Hinweis: Aufgrund der vielen Nachfragen finden Sie hier eine kurze Anleitung, wo sie aktuelle Pegelstände des Amazonas und anderer peruanischer Flüsse finden.

  • Peru: Erdbeben der Stärke 4,6 erschüttert Pucallpa

    Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.
    Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.

    Ein Erdbeben der Stärke 4,6 auf der Richterskala hat die Umgebung der peruanische Regenwaldstadt Pucallpa (Region Ucayali) erschüttert. Das berichtet das peruanische geophysische Institut (IGP). Das Epizentrum lag rund 82 Kilometer Nordwestlich von Curimana (Ucayali) in der Region Loreto in einer Tiefe von 60 Kilometern.

    Das Beben war in Curimana, Contamana und Pucallpa mit der Stärke II bzw. III auf der modifizierten Merkalliskala zu spüren. Die United States Geological Survey (USGS) gab die Stärke des Bebens mit 5,1 auf der Richterskala an.

    Über Schäden liegen bislang keine Berichte vor.

  • Peru: Waldbrände bedrohen mehrere Ortschaften

    Brandrodung bei Magdalena (Amazonas/Peru). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Brandrodung bei Magdalena (Amazonas/Peru). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Auch in der diesjährigen Trockenzeit werden viele Teile Perus von großen Waldbränden heimgesucht. Wie der peruanische Zivilschutz mitteilt, sind im Distrikt Oxapampa in der gleichnamigen Provinz (Region Pasco) die Ortschaften San Marcos, Llamaquizu und Miraflores von Flammen bedroht. Im Distrikt Pichari (Provinz La Convención / Region Cusco) sind nach außer Kontrolle geratenen Brandrodungen drei Großbrände noch immer nicht gelöscht. Dort sind insbesondere Nueva Esperanza, Libertad und Cruz Pata betroffen. Ein Helfer wurde bei dem Versuch, ein Feuer zu löschen, schwer verletzt.

    Allein aus dem Distrikt Pichari werden zerstörte Anbauflächen von rund 40 Hektar gemeldet, vorwiegend Bananen-, Ananas-, Coca und Kakaofelder. Inzwischen sind nach Angaben des Zivilschutzes Polizei- und Militärkräfte vor Ort eingetroffen, um die lokale Feuerwehr bei ihren Löscharbeiten zu unterstützen.

    Aus Oxapampa werden rund 30 Hektar zerstörte Anbauflächen gemeldet.

    Auch in anderen Teilen Perus kam es zu Waldbränden. So wird aus der Region Amazonas berichtet, im Umfeld der Chachapoya-Festung Kuélap habe ein Feuer gewütet. Nach Informationen von Radio Horizonte (Chachapoyas) ist das Feuer aber inzwischen vollständig gelöscht, ohne an den Ruinen selbst Schaden anzurichten. Die örtliche Polizei geht von außer Kontrolle geratener Brandrodung aus. Die Regionalregierung Amazonas hat inzwischen einen Krisenstrab eingerichtet, um den Feuern Einhalt zu gebieten. Nach Angaben der lokalen Umweltbehörde waren in den vergangenen Tagen Brände in Omia, Limabamba, Longar, María und Taquia registriert worden. Insgesamt 300 Hektar Wald- und Ackerfläche wurden dabei nach Schätzungen der Regionalregierung zerstört.