• Amazonas-Wasserstand weiter kritisch niedrig

    Der Hafen von Iquitos, 2005. Bild: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Der Hafen von Iquitos, 2005. Bild: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Der Wasserspiegel des Amazonas liegt noch immer kritisch niedrig. Das berichtet die Außenstelle Loreto des peruanischen Wetterdienstes SENAMHI. Dadurch ist nicht nur die Wasserversorgung diverser Orte der nordostperuanischenRegion Loreto in Gefahr, auch der Flussverkehr, auf den die Region angewiesen ist, wird fast unmöglich. Inzwischen wurde gar der Rekordstand von 105.48 Metern über dem Meeresspiegel vom vergangenen 5. September um 18 Zentimeter unterboten.

    Derzeit sinkt der Wasserspiegel um durchschnittlich 10 cm pro Tag, so Marco Paredes, Chef des SENAMHI Loreto. Den niedrigen Wasserstand führt Paredes auf ausbleibende Regenfälle und eine extreme Hitzewelle zurück, die der Regionalhauptstadt Iquitos bereits seit Wochen Temperaturen über 35°C beschert. Erst für November rechnet er mit einer Entspannung der Lage.

    Für die kommenden Tage hat die politische Führung der Region Loreto gemeinsam mit Fachleuten ein Krisentreffen angekündigt.

    Hinweis: Aufgrund der vielen Nachfragen finden Sie hier eine kurze Anleitung, wo sie aktuelle Pegelstände des Amazonas und anderer peruanischer Flüsse finden.

  • Mario Vargas Llosa bekommt den Literaturnobelpreis

    Mario Vargas Llosa. Foto: ANDINA/Rubén Grández.
    Mario Vargas Llosa. Foto: ANDINA/Rubén Grández.

    Bereits seit Jahren ist er hoch gehandelter Anwärter, diesmal hat es endlich geklappt: Der peruanische Schrifsteller, Politiker und Journalist Mario Vargas Llosa bekommt den Literaturnobelpreis verliehen. In einer ersten Reaktion erklärte Vargas Llosa, er habe die Ankündigung zunächst für einen Scherz gehalten.

    Der peruanische Präsident Alan García gratulierte Vargas Llosa und sprach von einem „großen Tag für Peru“. Es sei „nur gerecht“, einem solchen Peruaner internationalen Formates den Literaturnobelpreis zukommen zu lassen, so García.

    Mario Vargas Llosa wurde 1936 in der südperuanischen Stadt Arequipa geboren. Als Kind ging er für mehrere Jahre auf eine Militärschule in der peruanischen Hafenstadt Callao, eine Erfahrung, die ihn sehr prägte und die er unter anderem in seinem Roman „La Ciudad y los Perros“ verarbeitet. Wie dieses setzen sich viele seiner Bücher kritisch mit der peruanischen Realität auseinander. Zunächst links orientiert, rückte Vargas Llosa immer mehr ins politische Zentrum – 1990 gar bis zur Präsidentschaftskandidatur – , wo er vorwiegend marktliberale Positionen vertrat und vertritt.

    Abseits politischer Linien steht aber vor allem ein Thema im Mittelpunkt von Vargas Llosas Werk: Die [politische] Freiheit. Egal ob gegen die Fujimori-Diktatur oder Chávez-Venezuela wird er nicht müde, diese Freiheit einzufordern.

    Der mit 10 Millionen schwedischen Kronen dotierte Preis wird am 10. Dezember in Schweden überreicht.

  • Peru: Wahlleiterin gibt Verlußt von Wahlurkunden zu

    Die Leiterin der peruanischen Wahlbehörde ONPE, Magdalena Chu, hat Medienberichte bestätigt, nach denen im Verlauf der Regional- und Lokalwahl, sowie der gleichzeitigen Volksabstimmung am vergangenen Sonntag 166 Wahlurkunden verschwunden sind. In die Wahlurkunden tragen Wahlhelferinnen und Wahlhelfer neben dem Endergebnis des Wahllokals alle besonderen Vorkommnisse des Wahltages ein.

    Obwohl das Wahlergebnis dank Kopien des peruanischen Wahltribunals JNE auch ohne die fehlenden Urkunden festgestellt werden konnte, wurden noch am Wahltag Zweifel am sauberen Ablauf der Wahl laut.

    ONPE-Leiterin Chu schloss zwar aus, dass es zu Wahlfälschungen kam, nutzte das Thema aber gleich, um ihre langjährige Forderung nach der Einführung computergestützter Wahlsysteme zu erneuern. Zudem kündigte sie an, lokale Wahlkoordinatoren würden in Zukunft besser bezahlt.

  • Vargas Llosa-Kommission wird de Szyslo-Kommission

    Die Kommission zur Planung der Erinnerungsstätte für die Opfer des Terrors im Peru der 80er und 90er Jahre hat einen neuen Kopf. Wenige Wochen nach dem Rücktritt des Schriftstellers Mario Vargas Llosa übernahm jetzt der bildende Künstler Fernando de Szyslo dessen Amt.

    In einer ersten Stellungnahme versprach de Szyslo, bis Juli kommenden Jahres würden die ersten Ausstellungsräume fertiggestellt.

  • Zoo Lima eröffnet neues Raubkatzengehege

    Löwe im bisherigen Gehege des "Parque de las leyendas", Lima. Foto: D. Raiser.

    Der Zoo Lima, bekannt als „Parque de las Leyendas“, ist um eine Attraktion reicher. Seit heute verfügt der Tierpark, der sich innerhalb archäologischer Ausgrabungsstätten befindet, über ein vergrößertes Außengehege für Löwen, Tiger, Jaguare und Pumas. Nach Angaben der Zooverwaltung verfügt nun jede der genannten Tierarten über 1-1,5 km² für den Auslauf.

    Bislang waren die Raubkatzen in kleinen Käfigen aus Beton und Stahl untergebracht, in Zukunft gehören Grünflächen, Wasserfälle und Teiche zu ihrer Unterbringung. Damit Besucherinnen und Besucher einen Einblick in das Zooleben der Tiere erhalten können, wurden Panzerglasscheiben in die Gehegeumzäunungen eingebaut.

    Der „Parque de las Leyendas“ liegt im Distrikt San Miguel (Lima).

  • Limas noch-Bürgermeister bereitet sich auf Präsidentschaftswahl vor

    Castañeda erklärt einen Tunnel. Foto: ANDINA/Jorge Paz
    Castañeda erklärt einen Tunnel. Foto: ANDINA/Jorge Paz

    Die Stimmen der Wahl seiner Nachfolgerin sind noch nicht fertig ausgezählt, da kündigt Limas noch-Bürgermeister Luis Castañeda Lossio bereits seinen Rücktritt für kommenden Montag an – und das, obwohl die Amtsübergabe erst am 1. Januar 2011 stattfinden wird. Grund für den Rücktritt ist, dass nach peruanischem Recht Regionalpräsidenten, Bürgermeister, Minister und Vizeminister, die an den Kongress- und Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr teilnehmen wollen, sechs Monate vor der Wahl zurücktreten müssen. Gleiches gilt auch für das Andenparlament. Bis Anfang des kommenden Jahres übernimmt dann wohl Castañeda Vize, Marco Parra Sánchez, das Ruder.

    Dass die Partei Solidaridad Nacional für die Wahl am 10. April 2010 ihren Gründer Castañeda Lossio als Präsidentschaftskandidaten aufstellen wird, gilt als sicher.

    Mit der 6-Monate Regel soll verhindert werden, dass Kandidatinnen und Kandidaten ein politisches Amt für ihren Wahlkampf missbrauchen. Die Angst vor dieser Art von Wahlkampf ist nicht aus der Luft gegriffen. Denn die geplante Eröffnung des pompös restaurierten Stadttheaters von Lima ist für den 7. Oktober geplant. Da ist Castañeda dann gerade noch im Amt.

    Regierungspartei APRA war schneller

    Doch nicht nur Luis Castañeda, auch andere Politiker haben bereits ihren Rückzug angekündigt, um an den Wahlen teilnehmen zu können. Während die meisten davon wohl ebenfalls bis Ende der Woche warten werden, hat die derzeitige Regierungspartei APRA bereits Mitte September Nägel mit Köpfen gemacht. Der damalige Premier Velásquez Quesquén, möglicher APRA-Präsidenschaftskandidat, trat bereits dort zurück.

    MEHR Artikel zu den Wahlen in Peru finden Sie im INFOAMAZONAS-Wahl-Spezial!

  • Drogenhandel füllt peruanische Gefängnisse (Serie Drogenprobleme)

    In peruanischen Gefängnissen sitzen derzeit fast 11.000 Menschen wegen Drogenhandels ein. Der größte Teil davon sind Ausländer. Nach Angaben des peruanischen Justizministeriums entspricht dies einem Viertel aller peruanischen Gefängnisinsaßen. Neben bereits verurteilten Drogenschmugglerinnen und Drogenschmugglern sind dabei auch diejenigen eingerechnet, gegen die noch ein Prozess anhängig ist.

    Insbesondere wegen der hohen Zahl an Ausländern rief die peruanische Justizministerin Rosario Fernandez dazu auf, Probleme im Zusammenhang mit Drogen nicht als rein peruanische Probleme zu sehen und anzugehen, sondern in Koordination mit anderen Ländern zu arbeiten.

    Auch zahlreiche Deutsche und andere Europäerinnen und Europäer sitzen derzeit Haftstrafen wegen versuchten Drogenschmuggels in peruanischen Gefängnissen ab.

    Nach Angaben des peruanischen Gefängnisinstitutes INPE sitzen derzeit insgesamt 45.184 Menschen eine Haftstrafe ab oder erwarten ihr Urteil.

    KORREKTUR:
    In einer ersten Version des Artikels war von 11 Millionen Insaßen die Rede. Das kann natürlich, wie aufmerksame Leser von INFOAMAZONAS bemerkt haben, gar nicht sein, zumal die Gesamtgefängnispopulation bei 45.184 Personen liegt. Vielen Dank für den Hinweis!

    INFOAMAZONAS-Spezial Drogenprobleme und DrogenkonflikteMehr Informationen zum Thema „Peru“ und „Drogen“ finden Sie im Infoamazonas-Dossier Drogenprobleme.

  • Peru: Wahlergebnisse lassen auf sich warten / Stichwahl in zahlreichen Regionen wahrscheinlich

    Zwei Tage nach der Distrikt-, Provinz- und Regionalwahl in Peru lassen die Ergebnisse weiter auf sich warten. Nach Angaben der peruanischen Wahlbehörde ONPE wurden bislang rund 90% der Stimmen ausgezählt. Obwohl es aus den meisten Regionen – das ist die höchste Verwaltungseinheit unterhalb der peruanischen Zentralregierung – bislang keine Endergebnisse gibt, zeichnen vielerorts bereits Stichwahlen ab.

    Nach peruanischem Recht kommt es in den Regionen zu einer Stichwahl mit den beiden bestplatzierten Kandidaten, wenn in der ersten Wahlrunde kein Kandidat die 30% der gültigen abgegebenen Stimmen erreicht. Um Regionalpräsident zu werden, muss also nicht nur die relative Mehrheit, sondern auch ein Ergebnis von über 30% erreicht werden. Grund für die Einführung dieser Regel, die erst während des bereits laufenden Wahlkampfes Anfang des Jahres beschlossen wurde, war die große Anzahl von Teilnehmern bei den Regionalwahlen. Ohne die 30%-Hürde wäre es bislang möglich gewesen, bei einer entsprechenden Anzahl von Gegenkandidaten mit 10% der Stimmen oder weniger Regionalpräsident zu werden.

    Ein Beispiel dafür ist die Region Arequipa, wo sich 18 Kandidaten um den Stuhl des Regionalpräsidenten kämpfen. Amtsinhaber Juan Manuel Guillen Benavides, derzeit mit 31% knapp an erster Stelle und Oberhalb der Hürde, müsste eigentlich keine Stichwahl fürchten. Da aber noch fast 20% der Stimmen auszuzählen sind, kann er sich seines Sieges noch nicht sicher sein. 13 der 18 Kandidaten kommen nicht einmal auf 5%, 7 liegen bislang unter 1%. In Ayacucho liegt der erstplatzierte Rofilio Neyra Haumani genau bei 30%. Aber auch müssen noch gut 20% der Stimmen ausgezählt werden. Bereits sicher ist die Stichwahl in Tumbes, wo nach der Auszählung von fast zwei Drittel der Stimmen kein Kandidat mehr als 18% auf sich vereinigen konnte.

    Für Distrikte und Provinzen – jede Provinz besteht aus mehreren Distrikten – ist keine Stichwahl vorgesehen, die einfache (relative) Mehrheit genügt. Bei Präsidentschaftswahlen in Peru gilt sogar die Regel der absoluten Mehrheit, die Kandidaten müssen also mindestens 50% der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinigen.

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  • La Libertad: Archäologen entdecken Spuren ausgestorbener Indígena-Sprache

    Das Manuskript. Foto: ANDINA / Oscar Paz.
    Das Manuskript. Foto: ANDINA / Oscar Paz.

    Archäologen haben in der peruanischen Region La Libertad Spuren einer ausgestorbenen Indígena-Sprache entdeckt. Bei Ausgrabungen in einer Kirche, die auf den Überresten mehrerer Lehmpyramiden des „El Brujo“-Komplexes errichtet worden war, hatte Harvard-Archäologe Jeffrey Quilter ein Manuskript aus dem 16. Jahrhundert gefunden. Es handelt sich dabei vermutlich um Aufzeichnungen des Dominikanermönchs Bartolomé de Vargas aus der frühen Kollonialzeit, so der peruanische Archäologe Régulo Franco.

    Das Manuskript, bestehend aus einer Reihe von Wörtern und Zahlen auf Spanisch und einer bislang unbekannten Sprache, diente wohl als eine Art Kaufvertrag. Ab kommender Woche soll es im Museo Cao auch für Besucher zugänglich gemacht werden, das zum archäologischen Komplex „El Brujo“ in der Provinz Áscope (Region La Libertad) gehört.

    Bereits der Heilige Santo Toribio de Mogrovejo hatte zu Lebzeiten (1538-1606) eine „Fischersprache“ erwähnt, die ein Mönch namens Bartolomé de Vargas gesprochen haben soll. Das nun gefundene Schriftstück ist 21×12 Zentimeter groß und enthält unter anderem die Zahlen von 1 bis 10, sowie die Zahlen 21, 30, 100 und 200.

  • Peru: Erste Ergebnisse in kleinen Distrikten / Lima weiter ohne klare Tendenz

    Aus mehreren kleinen peruanischen Distrikten hat die peruanische Wahlorganisationsbehörde ONPE bereits Ergebnisse veröffentlicht. Aus den großen Distrikten, aus Provinzen und den Regionen sind bislang nur Zwischenergebnisse bekannt. In der peruanischen Hauptstadt Lima zeichnet sich noch immer keine klare Siegerin ab. Dass Susana Villaran und Lourdes Flores die Wahl unter sich ausmachen, ist aber bereits abzusehen. Humberto Lay von der Partei „Restauración Nacional“ liegt abgeschlagen bei 8,5% der Stimmen, während sich Villaran und Flores stetig den 40% annähern.

    In der Provinz Chachapoyas liegt bei den bislang ausgezählten 25% der Stimmen Fuerza Amazonense-Kandidat Diógenes Zavaleta Tenorio weit vor dem derzeit zweitplatzierten Nano Rojas. In Huancas wurde die Stimmzählung bereits abgeschlossen, Amtsinhaber Asunción Inga konnte auch diese Wahl für sich entscheiden.

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