• Erdbeben lässt Barranca erzittern

    Ein Erdbeben der Stärke 4,2 auf der Richterskala hat heute Morgen gegen 4:20 Uhr (Ortszeit) die Region nördlich der peruanischen Hauptstadt Lima erzittern lassen. Nach Angaben des peruanischen Instituts für Geophysik (IGP) lag das Epizentrum 39 Kilometer westlich von Barranca in einer Tiefe von 34 Kilometern. Am stärksten war das Beben in Barranca selbst zu spüren. Ob es Schäden gegeben hat, ist bislang unbekannt.

  • Peru: Frauenministerium MIMDES heißt jetzt MIMP

    Nach der Gründung eines eigenen Sozialministeriums war der Name „Ministerium für Frauen und Sozialentwicklung“, kurz MIMDES, obsolet geworden, seit heute heißt das von Ána Jara geleitete Haus „Ministerium für Frauen und gefährdete Bevölkerungsteile“ (MIMP). Es soll sich, wie aus einem entsprechenden Dekret hervorgeht, in Zukunft um die Frauenpolitik, aber auch um Kinder-, Jugend- und Seniorenpolitik, sowie Politik für Menschen mit Behinderung und Inlandsmigranten kümmern.

  • Peru: Wahltribunal versagt Sendero-Ableger erneut die Parteiregistrierung

    Das peruanische Wahltribunal (JNE) hat dem politischen Arm der Terrororganisation Sendero Luminoso, der Organisation MOVADEF, erneut die Registrierung als Partei verweigert. Bereits vor einigen Tagen hatte das Parteienregister (ROP) wegen dem Bezug auf das „Gedankengut Gonzalos“ (Presidente Gonzalo lässt sich der inzwischen gefangene Anführer der Terrororganisation Leuchtender Pfad, Abimael Gúzman, nennen) im Programm des MOVADEF die Registrierung verweigert. Die Entscheidung wurde allerdings in höherer Instanz aufgehoben. Das Parteienregister beschäftigte sich erneut mit dem Fall und entdeckte weitere Ungereimtheiten, die offensichtlich ausreichende Gründe für eine weitere Weigerung boten. Diesmal begründen die Mitglieder des Wahltribunals ihre Entscheidung mit fehlenden Parteikomitees, fehlenden Angaben zu internen Wahlen und der Angabe falscher Adressen. Zudem enthielt der Abschnitt des Organisationsstatutes zum Austritt von Mitgliedern Regelungen, die nach Ansicht des Tribunals nicht mit dem peruanischen Wahlgesetz vereinbar sind. MOVADEF werden nun erneut fünf Tage Zeit gegeben, die Entscheidung anzufechten.

    Einer der Vorsitzenden von MOVADEF ist Alfredo Crespo Bragayrac, bislang Anwalt von Terrorführer Abimael Gúzman.

  • Chachapoyas / Amazonas: Erdrutsch verschüttert Straße nach Balsas

    Ein Erdrutsch hat die Straße Cruce Achamaqui-Balsas, die Chachapoyas mit der Region Cajamarca verbindet, bei Streckenkilometer 363 + 500 verschüttet. Auslöser waren die schweren Regenfälle der vergangenen Tage. Nach Angaben des Zivilschutzes von Chachapoyas sind bereits mehrere Räumfahrzeuge vor Ort und versuchen, die Befahrbarkeit der Straße wiederherzustellen. Auch bei Yerba Buena (Distrikt La Jalca / Provinz Chachapoyas), einige Kilometer weiter südlich, kam es zu Problemen, als der Utcubamba-Fluss über die Ufer trat und mehrere Bauten zum Hochwasserschutz mitriss, sowie zwei Häuser überflutete, wobei 10 Schweine und rund 50 Meerschweinchen getötet wurden.

    Erst vor wenigen Tagen war ein Teil der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße bei El Salao (Distrikt Jamalca / Provinz Utcubamba / Region Amazonas) abgebrochen. Mitarbeiter des Straßenkonzessionärs IIRSA Norte arbeiten noch an einem alternativen Straßenverlauf.

  • Peru: 18 Monate auf Bewährung für Polizeigeneral, der Blutbad verhinderte

    Ein Militärgericht hat den peruanischen Polizeigeneral a.D. Alberto Jordán Brignole wegen Befehlsverweigerung zu 18 Monaten Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Nuevos Soles verurteilt. Die Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Jordán im Juni 2008 den Befehl missachtet hatte, eine von über 20.000 Personen besetzte Brücke gewaltsam zu räumen, blieben aber dennoch hinter der Forderung der Militärstaatsanwaltschaft. Diese hatte eine zweijährige Freiheitsstrafe, sowie die Zahlung von 20.000 Nuevos Soles gefordert. Teile der Bevölkerung Moqueguas hatten 2008 gegen eine Schlechterstellung bei der Verteilung von Bergbau-Steuern protestiert und deshalb eine Straße und eine Brücke besetzt. Der Polizeigeneral a.D. zog es vor, entgegen dem ausdrücklichen Befehl der Polizeiführung direkt mit den Brückenbesetzern zu verhandeln und verhinderte damit vermutlich ein Blutbad ähnlich dem in Bagua.

    Am Nachmittag des 15. Juni hatte ihn der damalige Innenminister Luis Alva Castro aufgefordert, mit rund 400 unbewaffneten Polizisten die betroffene Montalvo-Brücke „unter Beachtung der Menschenrechte“  zu räumen. Als die Polizisten in der Nähe der Brücke auf die Menschenmenge trafen, beschloss General Jordán, den Einsatz abzubrechen. Wenig später kam über den damaligen Polizeichef Octavio Salazar der Befehl „von Alan García“ (damals Präsident), die Brücke mit Waffengewalt zu Räumen. Noch einmal widersetzte sich der mutige Polizeigeneral a.D. und setzte sich am nächsten Morgen unter Vermittlung des Bischofs von Tacna und Moquegua, Marco Antonio Cortez Lara, mit Vertretern der Brückenbesetzer an einen Tisch. Während noch verhandelt wurde, begannen andere Polizeieinheiten, mit Tränengasgranaten die Menschenmassen auf der Montalvo-Brücke auseinanderzutreiben.

    Alberto Jordán Brignole eilte mit einer Gruppe von 25 Polizisten zur Brücke, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Dabei wurde er mit seinen Begleitern von der aufgebrachten Menschenmenge als Geisel genommen, nach mehreren Stunden auf Drängen des Bischofs aber wieder freigelassen. „Die [Regierung] wollte einen Gorilla, der Befehle ausführt und sich gegen das Volk stellt, aber da sind sie an den Falschen geraten“, so Jordán in einem Interview kurz vor der Verhandlung. Er werde das Urteil anfechten, notfalls auch vor internationalen Gerichten. Die Bevölkerung Moqueguas verspricht ihm dafür Unterstützung. Das Bündnis, das 2008 die Protestaktionen anführte, sammelt derzeit Unterschriften.

    Der Fall des Polizeigenerals a.D. Alberto Jordán Brignole ist in Peru als „Moqueguazo“ bekannt.

    NACHTRAG (11.06.2012): Jordán rehabilitiert

    Ein Berufungsgericht hat in der vergangenen Woche das Urteil gegen Alberto Jordán aufgehoben und das Innenministerium verpflichtet, ihn wieder an seiner vormaligen Dienststelle mit gleichem Rang in Dienst zu nehmen.

  • Andahuaylas / Apurimac: Mehrere Orte nach Erdrutsch von der Außenwelt abgeschnitten

    Ein Erdrutsch hat am vergangenen Dienstag Teile der Straße nach San Juan de Kula und Ccapcca (Distrikt San Antonio de Cachi / Provinz Andahuaylas / Region Apurimac) mitgerissen und beide Orte dadurch von der Außenwelt abgeschnitten. Über 1.000 Menschen, die in San Juan de Kula und Ccapcca leben, sind davon betroffen. Nach Angaben des peruanischen Zivilschutzes begann die Provinzverwaltung bereits mit den Räumarbeiten.

    Regenfälle auch in Piura
    Auch in höhergelegenen Teilen der Region Piura kam es zu Problemen wegen der anhaltenden Regenfälle. Wie der Zivilschutz berichtet, wurden im Distrikt Carmen de la Frontera (Provinz Huancabamba) mehrere Gebäude beschädigt, darunter auch der Gesundheitsposten von El Hormiguero, die Rosarios Bajos-Brücke, sowie auch die Straßenabschnitte El Carmen-Monchoruco-Hormigueros.

    In Yacupampa (Distrikt und Provinz Ayabaca) wurde ein Wohnhaus durch eine Schlamm- und Steinlawine zerstört, die durch starke Regenfälle ausgelöst worden war. Im nahegelegenen Ayabaca kam es ebenfalls zu einer solchen Lawine, die im Außenviertel Pueblo Libre II Etapa eine Hauswand zum Einsturz brachte. Obwohl sich zum Zeitpunkt der Lawine Personen im Haus aufhielten, wurde niemand verletzt.

    San Miguel / Cajamarca: Straße zwischen Catilluc und Tongod beschädigt
    Als in der Provinz San Miguel (Region Cajamarca) der Chaugallón-Fluss über die Ufer trat, riss er nach Angaben des Zivilschutzes auch Teile der Straße, die die Distrikte Catilluc und Tongod verbindet, mit sich. Die Distriktverwaltungen haben bereits mit den Reparaturarbeiten begonnen.

    Ticlio-Pass wegen Schneefall nur eingeschränkt befahrbar
    Schneefälle und Eisbildung haben den Ticlio-Pass (Distrikt Chicla / Provinz Huarochirí / Region Lima) zeitweise unpassierbar gemacht. Inzwischen sind Räumfahrzeuge der Zentralandinen Eisenbahngesellschaft im Einsatz.

  • INEI: Limas Bevölkerung steigt auf 8.481.415

    Die Bevölkerung der peruanischen Haupstadt steigt weiter an, ebenso der limenische Anteil an der Gesamtbevölkerung. Nach Schätzungen des peruanischen Institutes für Statistik und Informatik INEI wohnen inzwischen 8.481.415 Menschen in Lima, was 28,14% der peruanischen Gesamtbevölkerung entspricht. Von den 8,5 Millionen Limeños wiederum sind 4,12 Millionen Frauen und 4,37 Millionen Männer. Die Distrikte mit der höchsten Bevölkerungszahl sind San Juan de Lurigancho (1,26 Millionen) und San Martín de Porres (659.613). Dabei ist nicht alles in Lima so dicht bevölkert. So hat der Distrikt Santa María del Mar gerade einmal 1.220 Einwohner. Rund 52% der Bevölkerung Limas ist jünger als 39 Jahre.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Utcubamba / Amazonas: Erdrutsch reißt 200 Meter Straße mit / Chachapoyas zeitweise abgeschnitten

    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.
    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.

    Die Wassermassen des Utcubamba-Flusses haben bei El Salao (Distrikt Jamalca / Provinz Utcubamba / Region Amazonas) den Berghang unterhalb der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße (Interoceanica Norte) unterspült und damit einen Erdrutsch ausgelöst, der rund 200 Meter der Straße weitgehend zerstört hat. Damit sind große Teile des peruanischen Nordostens weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten, betroffen ist vor allem die Umgebung der Regionalhauptstadt Chachapoyas. Gleichzeitig stauen die Erdmassen noch immer Teile des Utcubambas auf – den Orten, die flußabwärts von El Salao liegen, droht eine Flutwelle.

    El Salao liegt nördlich der Stadt Bagua Grande, mit dem Auto rund 25 Minuten Fahrtzeit. Wie Radio La Voz berichtet, warten mehr als 500 Autos auf beiden Seiten der unterbrochenen Straße auf Durchlass. Der Straßenkonzessionär IIRSA Norte versucht derweil, eine provisorische Alternativroute zu bauen, um zumindest kleineren Fahrzeugen das Durchkommen zu ermöglichen. Dies ist allerdings nicht so einfach, da nicht zuletzt wegen der anhaltenden Regenfälle der Berghang immer wieder nachrutscht.

    Eine ähnliche Situation hatte es in den vergangenen Jahren wiederholt im Umfeld des Dorfes „Aserradero“ gegeben, wo nach mehreren Erdrutschen ein ganzes Dorf umgesiedelt, sowie eine alternative Route für die Straße gefunden werden musste.

    Probleme auch in Puerto Motupe

    Auch in Puerto Motupe, rund 15 Fahrminuten von Bagua Grande entfernt, kam es zu Problemen wegen der anhaltenden Regenfälle. Auch hier konnte die Straße für mehrere Stunden nicht befahren werden, erst eine Baumaschine von IIRSA Norte konnte den gestrandeten Fahrzeugen die Weiterfahrt ermöglichen.

  • Santa / Áncash: Überfall auf Überlandbus

    Bei dem Überfall auf einen Überlandbus des Unternehmens Yungay Express erbeutete gestern eine Gruppe bewaffneter Räuber Schmuck, 3.000 Nuevos Soles in Bar, sowie weitere Wertgegenstände der Passagiere. Als sich kurze Zeit später die Polizei an ihre Fersen heftete, flüchteten sie und schwammen durch den Santa-Fluss. Die Räuber hatten die Straße von Huaraz nach Chimbote mit mehreren Betonblöcken versperrt, um den Bus zum anhalten zu zwingen. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf.

  • Peru: Omar Chehade bleibt im Kongress

    Der ehemalige zweite peruanische Vizepräsident Omar Chehade darf schon in wenigen Monaten wieder sein Mandat als Kongressabgeordneter wahrnehmen. Gestern war er knapp einer weiteren Untersuchung durch den Kongress entgangen. Die Abstimmung darüber ging zu seinen Gunsten aus, nachdem eine Gruppe von Abgeordneten, die zuvor ihre Unterstützung für weitere Untersuchungen angekündigt hatten, nicht im Kongress erschienen waren. Darunter war auch der Abgeordnete Carlos Bruce, der nur Stunden zuvor den Abgeordneten des Regierungsbündnisses Gana Perú vorgeworfen hatte, Chehade um jeden Preis halten zu wollen. Im Endeffekt wäre er das Zünglein an der Waage für eine weitere Untersuchung des Vorwurfs der Vorteilsnahme im Amt gewesen.

    Dass Chehade gegen den Ethik-Kodex des Parlaments verstieß, stellten die Abgeordneten – inklusive seiner Parteikollegen – bereits Anfang Dezember 2011 fest. Sie suspendierten ihn für einen Zeitraum von 120 Tagen. Chehades Parteifreund Jaime Delgado Zegarra erklärte nach der gestrigen Abstimmung, Chehade habe einen „dummen politischen Fehler“ begangen, der mit der 120tägigen Suspendierung allerdings ausreichend bestraft sei. Omar Chehade selbst sprach von einem „Anfängerfehler“, blieb allerdings bei seiner Version der Dinge.

    Ex-Vizepräsident Omar Chehade wird vorgeworfen, seinen Einfluss genutzt zu haben, um die seiner Familie nahestehende Unternehmensgruppe Wong dabei zu unterstützen, mit Hilfe der Polizei die Kontrolle über die von Arbeitern besetzte Zuckerfabrik Andahuasi zu übernehmen. Hierfür soll er Kontakte zwischen Polizeioberen und Abgesandten von Wong hergestellt haben. Im Spiel ist weiters eine richterliche Räumungsanordnung von Andahuasi, die vermutlich nicht auf formell korrektem Wege erstellt wurde, sowie die Frühpensionierung eines Polizeigenerals, der andeutete, seine vorzeitige Zwangspensionierung stehe im Zusammenhang mit der Ablehnung, die -offensichtlich fehlerhafte- Räumungsandordnung umzusetzen.

    Chehade selbst beharrt auf seiner Unschuld und erklärte wiederholt, bei den Treffen mit diversen Polizeigenerälen sei es um das Thema „innere Sicherheit“ im Allgemeinen und einen toten Fußballfan gegangen. Dennoch bliebe er bei seinem Rücktritt vom Amt des zweiten Vizepräsidenten, um „die Präsidentschaft Ollanta Humalas nicht zu stören“, so Chehade nach der Abstimmung.