• San Martín: Gerüchte über beinahe-Verhaftung von Sendero Luminoso-Führer „Artemio“

    Der peruanische Terrorist Eleuterio „Artemio“ Flores Hala, Anführer der Huallaga-Fraktion des Leuchtenden Pfades (Sendero Luminoso, SL), entkam gestern offenbar nur knapp einer Sondereinheit der peruanischen Polizei. Wie der Journalist Gustavo Gorriti von IDL-Reporteros, der erst vor wenigen Monaten ein Interview mit Flores Hala geführt hatte, gegenüber diversen Tageszeitungen erleuterte, versuchten offenbar mehrere SL-Anhänger ihren Anführer, auf den ein Kopfgeld in Höhe von mehreren Millionen Nuevos Soles ausgesetzt ist, an zuvor informierte Polizeieinheiten auszuliefern. Bei dieser Aktion wurde „Camarada Artemio“ offensichtlich durch ein Schuss stark verletzt, konnte aber dennoch mit seinen engsten Begleitern vor der Polizei flüchten, die nach Angaben örtlicher Medien mit zahlreichen Hubschraubern im Einsatz war.

    Der Einsatz fand nach Informationen von IDL-Reporteros in der Nähe von Santa Rosa de Mishollo statt. Eine der letzten Personen, die „Artemio“ bei Santa Rosa de Mishollo sah, war wohl ein Mitarbeiter des örtlichen Gesundheitspostens, der von Sendero Luminoso-Mitgliedern gerufen worden war, um dessen Wunden zu behandeln. Trotz der schweren Wunden ihres Anführers flüchteten die Terroristen entlang des -hochwasserführenden- Mishollo-Flusses bis Puerto Pizana. Dort fand die Polizei wenige Stunden später mehrere blutgetränkte Kleidungsstücke und einen Rucksack. Danach verlor sich offenbar jede Spur. Die Polizei vermutete Eleuterio Flores Hala bereits seit längerem im Umland von Santa Rosa de Mishollo.

    Teile des Huallaga-Tals sowie mehrere Nebentäler sind berühmt und berüchtigt für den großflächigen Anbau von Coca für die Drogenproduktion. Das Dorf Santa Rosa de Mishollo liegt bezeichnenderweise im Distrikt Pólvora (dt. Schwarzpulver), Provinz Tocache, in der Region San Martín, und hat rund 600 Einwohnerinnen und Einwohner. Die flussabwärts liegende Stadt Puerto Pizana, über die „Artemio“ offensichtlich flüchtete, ist ungefähr doppelt so groß.

  • Ungewöhnlich starke Regenfälle führen zu Überschwemmungen in allen Teilen Perus

    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.
    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao (Amazonas). Foto: Diario Ahora.

    Starke Regenfälle sind für Ostperu um diese Jahreszeit nichts ungewöhnliches, ist der Sommer doch schließlich gleichzeitig „Regenzeit“. In diesem Jahr fällt diese allerdings besonders heftig aus. Aus allen Teilen Perus werden nun Überschwemmungen, Erdrutsche und kollabierende Häuser gemeldet.

    In Cajamarca führten die starken Regenfälle der vergangenen Tage – teilweise 12 Stunden ohne Unterlass – zu Überschwemmungen und Erdrutschen, besonders betroffen waren die Provinzen San Ignacio, Cutervo, Chota, Hualgayoc, Celendín, Cajabamba, San Marcos, San Miguel und Cajamarca. Die Außenstelle des peruanischen Wetter- und Hydrologiedienstes SENAMHI in Cajamarca maß allein am Dienstag durchschnittlich 28 Liter pro Quadratmeter. Mit den 51 Litern pro Quadratmeter, die sich in den ersten Tagen des Februars 2012 ansammelten, liegt die Regenmenge nur wenig unter dem Durchschnittswert der Regenmenge in den Februaren der vergangenen Jahre. Da regnete es durchschnittlich 75 Liter pro Quadratmeter. Bereits im Januar 2012 kündigte sich ein Jahr der Extreme an: Dort regnete es 154 Liter pro Quadratmeter, der Durchschnittswert der vergangenen Jahre liegt bei 60 Litern.

    Auch in La Libertad kam es zu Problemen, hier sind insbesondere die Provinzen Sánchez Carrión, Santiago de Chuco, Otuzco und Julcán betroffen. Neben mehreren Erdrutschen und unpassierbaren Straßen macht der Regen bereits der Landwirtschaft zu schaffen: Große Kartoffel- und Maisanbauflächen sind zu feucht und drohen zu verfaulen.

    In Lambayeque regnete es ebenfalls überdurchschnittlich. In Chiclayo führte ein sechstündiger Dauerregen zu Verkehrsproblemen.

    Besonders hart traf es auch die Region Ica, die erst vor wenigen Tagen von einem Erdbeben heimgesucht worden war. Der río Pisco trat über die Ufer und zerstörte bei Cuchilla Vieja, San Ignacio und Montesierpe (Distrikt Humay), Dos Palmas (Distrikt Independencia), Caucato (Distrikt San Clemente) und Pueblo Figueroa (Distrikt Pisco, alle Provinz Pisco) zahlreiche Baumwollanbauflächen. Die Regionalregierung Ica rief deshalb bereits den Notstand aus. Dadurch ist es möglich, besonders schweren Schäden am „üblichen bürokratischen Genehmigungsprozess vorbei“ zu begegnen.

    In San Martín trat im Distrikt Yuracyacu (Provinz Rioja) der Río Yuracyacu über die Ufer und überflutete bislang 18 Häuser, sowie 40 Hektar gesäte Ackerfläche.

    Hochwasser: Utcubamba in der Provinz Bongará
    Hochwasser: Utcubamba in der Provinz Bongará

    In Arequipa kam es durch Schnee- und Regenfälle ebenfalls zu Problemen, in den Distrikten Tuti, Sibayo, Madrigal, Callalli, Huambo und Tisco (Provinz Caylloma) wurden mehrere Häuser und Ackerflächen zerstört. Mehrere Straßen sind unpassierbar. Im Distrikt Tuti rutschte ein Teil des cerro Ipacota ab. Im Distrikt Cocachacra (Provinz Islay) brach ein Deich, ebenso in den Distrikten Dean Valdivia und Punta de Bombón (Prov. Islay). Über 160 Häuser wurden beschädigt.

    In Amazonas sind mehrere Straßen unpassierbar, zahlreiche Häuser stürzten ein. Der Süden der Region ist weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Mehr!

    In Huánuco führte das Hochwasser am río Huallaga zu Überschwemmungen, insbesondere in der Provinz Leoncio Prado wurden zahlreiche Häuser zerstört.

    Überschwemmungen in Urubamba. Foto: INDECI.
    Überschwemmungen 2010 in Urubamba. Foto: INDECI.

    In Lima Provincias stürzten zahlreiche Gebäude ein, zahlreiche Straßen sind derzeit unpassierbar. In der Provinz Yauyos stürzten mehrere Häuser ein, ebenso erging es einer Schule, mehreren Brücken und Straßen und einem Rathaus. Die Straße Cañete – Yauyos – Huancayo ist unterbrochen, nachdem der río Cañete über die Ufer trat. In der Provinz Cañete kam es ebenfalls zu Überschwemmungen, hier trat der río Mala über die Ufer. In der Provinz Cajatambo ist die Straße Pativilca-Cahua-Cajatambo nach einer Gerölllawine unterbrochen. Die Gorgor-Brücke im Distrikt Cajatambo wurde beschädigt.

    Auch in allen verbleibenden Regionen kam es zu Überschwemmungen.

     

  • Wegen Regenfällen: Region Amazonas weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten

    Hochwasser: Utcubamba in der Provinz Bongará
    Hochwasser: Utcubamba in der Provinz Bongará. Foto: COER Amazonas

    Die starken Regenfälle der vergangenen Wochen haben in der Region Amazonas große Schäden angerichtet und weite Teile der Region von der Außenwelt abgeschnitten. Aus allen Teilen der Region werden eingestürzte Häuser gemeldet, zahlreiche Erdrutsche unterbrachen wichtige Zufahrtsstraßen. Wie der Zivilschutz heute Nacht bekannt gab, ist die Straße von Chachapoyas nach Pedro Ruiz (Provinz Bongará), die den Süden der Region mit der peruanischen Küste verbindet, bei Churuja zerstört worden und bis auf weiteres unpassierbar. Ähnlich ist die Situation bei Shipamarca, einem Straßendorf zwischen dem Achamaqui-Kreuz (Kreuzung Chachapoyas-Pedro Ruiz-Balsas) und Tingo und auf der Straße von Tingo nach Kuélap. Auch der Abschnitt Huincucho – Colcamar, der Colcamar an das Straßennetz anbindet, ist derzeit nicht befahrbar. Bereits seit einigen Tagen kann auch die Straße von Pipus nach Cheto nicht befahren werden und die Straße von Chachapoyas nach Rodríguez de Mendoza ist ebenfalls nur unter Lebensgefahr passierbar. Auch die Straße, die westlich von Chachapoyas Luya mit dem Dorf Trita verbindet, ist unterbrochen. Die Straße von Pedro Ruiz nach Bagua Grande ist noch immer nur eingeschränkt befahrbar, nachdem ihr Untergrund teilweise vom Utcubamba-Fluss so weit erodiert worden war.

    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.
    Fernstraße Fernando Belaúnde Terry bei El Salao. Foto: Diario Ahora.

    Allein in Chachapoyas stürzten bislang 10 Häuser ein, in einem Schulzentrum mehrere Toiletten. Auch in La Jalca (Provinz Chachapoyas) stürzten mehrere Häuser ein, über 50 Meerschweinchen und ein dutzend Schweine verendeten in den Wassermassen. Im nahegelegenen Yerba Buena (ebenfalls La Jalca / Provinz Chachapoyas) trat der Utcubamba über die Ufer und überflutete mehrere Wohnhäuser. Auch in Cajaruro (Provinz Utcubamba) stürzten bislang vier Häuser ein. In Churuja (Provinz Bongará) wurden mehrere Häuser überschwemmt, die örtlichen Hochwasserschutzmauern wurden teilweise zerstört. Zudem hat sich nach Angaben des Zivilschutzes im Flussbett eine große Menge Kies angesammelt, was die Gefahr weiterer Überschwemmungen erhöht. Ähnliche Meldungen kommen aus allen Teilen der Region.

    Die Regionalregierung Amazonas verfügte nun, dass alle ihrer Mitarbeiter auch am Valentinstag, der in diesem Jahr peruweit eigentlich ein freier Feiertag ist, bereit stehen müssen.

  • Wasser-Protestmarsch: Wenn ehemalige Extremisten angebliche Extremisten des Extremismus bezichtigen

    Kommentar

    Hätte der Protestmarsch zum Schutz der Wasserressourcen von Cajamarca, der Morgen in der peruanischen Hauptstadt Lima eintreffen soll, vor einem Jahr stattgefunden, wäre die Partei von Präsident Ollanta Humala vermutlich unter den Organisatoren gewesen. Heute fallen aus den Reihen der Regierungspartei Begriffe wie „nicht hilfreich“, „unkonstruktiv“ – oder eben, wie heute von Freddy Otárola, „Extremistenmarsch“. Das ist es, was in Peru mit dem Sprichwort „das eine Lied mit Gitarre, das andere mit Cajón“ ausgedrückt wird: Was geht mich mein Gerede aus meiner Zeit als Kandidat an.

    Im Juni 2009, wenige Tage nach den Zusammenstößen mit über 30 Toten in der Umgebung des nordperuanischen Bagua, hatten Abgeordnete von Otárolas linksnationalistischer Partei PNP den Plenarsaal des peruanischen Parlaments besetzt, um für die Rücknahme mehrerer Regierungsdekrete zu demonstrieren. Abgeordnete aus dem Lager der 2009 regierungsnahen Fujimoristen nannten ihn und seine Parteikollegen dafür „Extremisten“. Fredy Otárola wurde damals öffentlich für seine Unterstützung der Plenarsaal-Besetzung gerügt. Heute steht er der Verfassungskommission des Kongresses vor und erklärte gegenüber dem Fernsehsender Willax TV, der Marsch für das Wasser sei ein „Marsch von Extremisten“, der mit extremen Mitteln dem Bergbau die Tür verschließen wolle.

    Viele derjenigen, die den Protestmarsch begleiteten, seien lediglich darauf aus, politisch Fuß zu fassen, so Otárola weiter und wünschte den Organisatoren „Misserfolg“. Bei so manchem Marsch-Beteiligten liegt er dabei wohl gar nicht so falsch. Der suspendierte Priester, Umweltaktivist und Parteigründer Marco Arana ist vorn mit dabei, nachdem er und seine Partei im vergangenen Wahlkampf weitgehend in der Bedeutungslosigkeit versunken waren. Cajamarcas Regionalpräsident Gregorio Santos, dem ebenfalls Ambitionen auf einen politischen Sprung in die Hauptstadt Lima nachgesagt werden, begleitet derweil den Protestmarsch durch Lobbybesuche bei anderen Regionalregierungen. Schaffen könnten er den Sprung. Otárolas Parteichef, Präsident Ollanta Humala, hatte sich, bis er in der heißen Phase des Wahlkampfs 2011 auf brasilianische PR- und Kampagnenberater zurückgriff, ebenfalls gerne durch Proteste und Demonstrationen nach oben spülen lassen.

    Der „Wassermarsch“

    Der Protestmarsch zum Schutz von Wasserressourcen von Cajamarca in die peruanische Hauptstadt Lima, dem nach unbestätigten Medienberichten derzeit rund 1.000-2.000 Personen folgen kommt Morgen (Donnerstag) in Lima an. Die Teilnehmer fordern, die Nutzung von Wasser zunächst für den menschlichen Gebrauch sicherzustellen. Auslöser des Marsches war der Streit um das Bergbauprojekt Conga in der peruanischen Provinz Celendín (Cajamarca).

    Unterstützt wird der Protestmarsch von rund 120 sozialen und Umweltorganisationen vorwiegend aus Nord- und Nordostperu.

  • César Villanueva: Gesetz zur Abwahl von Bürgermeistern und Regionalpräsidenten muss auf den Prüfstand

    César Villanueva, Regionalpräsident von San Martín. Foto: RRPP Region San Martín.
    César Villanueva, Regionalpräsident von San Martín. Foto: RRPP Region San Martín.

    Das peruanische Gesetz, das die vorzeitige Abwahl von Ratsabgeordneten, Regionalpräsidenten und jeder Art von Bürgermeistern erlaubt, muss nach Ansicht des frisch gewählten Vorsitzenden der Versammlung peruanischer Regionalregierungen und Regionalpräsidenten von San Martín, César Villanueva, auf den Prüfstand. Hintergrund ist, dass in allen Regionen Perus derzeit Unterschriften gesammelt werden, um – das notwendige Quorum von 25% der Wahlberechtigten vorausgesetzt – im Rahmen einer dann vorgesehenen Volksabstimmung die Regionalpräsidenten zu stürzen. Ursprünglich zur besseren Kontrolle der gewählten Autoritäten gedacht, wurde das Instrument der Abwahl in den vergangenen Jahren zur politischen Rache von Wahlverlierern und geriet deshalb in Verruf. Bestes Beispiel: Die Unterschriftensammlung zur Abwahl von Limas Bürgermeisterin Susana Villaran wird von Personen angeführt, die Limas ehemaligem Bürgermeister, dem gescheiterten Präsidentschaftskandidaten Luis Castañeda Lossio nahe stehen.

    Für Villanueva sollte deshalb das Gesetz, mit dem die Abwahl eingeführt wurde, nach dem Ende der angelaufenen Abwahlprozesse überprüft werden, um dann gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen, die den Missbrauch eingrenzen könnten. Die Abwahl torpediere die Arbeit der Regionalregierungen und Stadtverwaltungen, so Villanueva, hunderte Bürgermeister und mehrere Regionalpräsidenten fehle die Zeit für wichtige Projekte, da sie sich um den Abwahlprozess kümmern müssten. Er selbst überstand bereits einen Abwahlprozess politisch und wurde mehrfach wiedergewählt.

    Erst vor wenigen Tagen wurde César Villanueva zum Vorsitzenden der Versammlung peruanischer Regionalregierungen (ANGR) gewählt.

    Der kommende Abwahlprozess ist landesweit für den 30. September angesetzt. Dafür haben bei der peruanischen Wahlbehörde ONPE bereits 1.736 Personen offizielle Listen zum Sammeln der Unterschriften zur Abwahl von Büergermeistern, Räten oder Regionalpolitikern erworben. In den meisten Fällen geht es dabei um die Abwahl von Distriktbürgermeistern und -räten (1.364 Unterschriftenlisten) und Provinzbürgermeistern und -räten (286 Unterschriftenlisten). Lediglich 2001 war die Zahl höher, damals wurden 5.087 Unterschriftenlisten erworben. Peru teilt sich derzeit in 195 Provinzen auf – in zahlreichen Provinzen sammeln also offensichtlich zwei oder mehr Personen parallel Abwahl-Unterschriften. Die Unterschriftenlisten werden allerdings am Ende nicht summiert, jeder muss für sich selbst also 25% der Wahlberechtigten – bzw. mindestens 400.000 Personen – zur Unterschrift bringen. Normalerweise kann bei der anschließenden Prüfung durch die Wahlbehörde dann nur bei einem Bruchteil der gesamten Unterschriften die Echtheit bestätigt werden – der Erfolg der Abwahlprozesse ist deshalb insbesondere in großen Städten eher durchwachsen.

  • Leitungsstörung führt zu Blackout in Südperu

    Stromausfälle sind in vielen Teilen Perus noch immer keine Seltenheit, selten war allerdings der Umfang eines Stromausfalls, der große Teile Südperus betraf. Wie die Sociedad Eléctrica del Sur Oeste (SEAL) aus Arequipa in einer Pressemitteilung erklärte, waren gestern Nachmittag nach einer Störung der Hochspannungsleitung Mantaro-Socabaya große Teile der Regionen Tacna, Moquegua, Puno, Cusco und Arequipa für mehr als eine Stunde ohne Strom. Gegen 16:20 Uhr (Ortszeit) soll das Problem dann behoben gewesen sein.

  • Wegen unterbrochener Straße: Chachapoyas stellt vorrübergehend die Müllabfuhr ein

    Starke Regenfälle und Erdrutsche haben die Straße zur städtischen Müllkippe („Rondón“) von Chachapoyas vorrübergehend unbefahrbar gemacht. Deshalb stellte die Stadtverwaltung Chachapoyas den Müllabtransport vorrübergehend ein. In einer Pressemitteilung bat die zuständige Stelle alle Anwohnerinnen und Anwohner, den Müll vorrübergehend zu Hause zu lagern, bis die Straße zur Müllkippe wieder befahrbar ist.

    Bereits gestern war bei Rondón ein Lastwagen umgekippt, fünf Personen wurden dabei verletzt. Der Lastwagenfahrer hatte keinen Führerschein.

  • Regionalpräsident von San Martín führt künftig Versammlung der Regionalregierungen

    César Villanueva, Regionalpräsident von San Martín. Foto: RRPP Region San Martín.
    César Villanueva, Regionalpräsident von San Martín. Foto: RRPP Region San Martín.

    Der Regionalpräsident der nordostperuanischen Region San Martín, César Villanueva Arévalo, wurde zum neuen Vorsitzen der Versammlung der Regionalregierungen (ANGR) gewählt. Villanueva Arévalo, ein stiller und fleissiger, vor allem aber erfolgreicher Regionalpräsident, der bereits mehrfach wiedergewählt wurde, kündigte nach seiner Wahl an, die Zusammenarbeit mit der Zentralregierung intensivieren zu wollen. Zur Lösung anstehender Probleme, so der Regionalpräsident in Richtung der peruanischen Regierung, sei ein „rationaler und intelligenter Dialog“ notwendig. Gleichzeitig forderte er seine Amtskollegen auf, stärker in Bildung zu investieren und den Kampf gegen die Unterernährung bei Kindern zu verstärken. Zudem sollten die Regionalregierungen „gemeinsam der  Gefahr kommender Finanzkrisen“ begegnen, so César Villanueva Arévalo.

    Zur Seite stehen werden Villanueva Arévalo der Regionalpräsident von Ayacucho, Wilfredo Oscorima, von Puno, Mauricio Rodríguez, von Moquegua, Martín Vizcarra, von Piura, Javier Atkins, von Pasco, Kléver Meléndez, sowie von Amazonas, José Arista. Im Rahmen ihrer Versammlung stellten sich die Regionalpräsidenten auch hinter den Amtskollegen aus Cajamarca, Gregorio Santos Guerrero. Es sei ein Akt der „Erpressung“ gewesen, der Regionalregierung wegen der Proteste gegen das Bergbauprojekt Conga den Zugang zu Bankkonten zu sperren, so die ANGR in einer Pressemitteilung.

    Peru ist kein föderaler, sondern ein (eines Tages) dezentralisierter Einheitsstaat. Die 2009 gegründete Versammlung der Regionalregierungen kann lediglich Empfehlungen aussprechen oder im Konsensprinzip Entscheidungen treffen, die im Kompetenzbereich der Regionalregierungen liegen.

    Die Amtszeit von César Villanueva Arévalo endet mit dem Jahr 2012.

  • Peru: Regierung schnürt Gesetzespaket gegen illegalen Bergbau

    Eine Reihe von Gesetzen zur effektiveren Bekämpfung des illegalen Bergbaus bereitet derzeit die peruanische Regierung vor. Insbesondere das Umwelt-, Arbeits- und Innenministerium planen, den Rechtsrahmen zu erneuern und so den Kampf gegen die Verschmutzung von Flüssen, den Transport illegaler Chemikalien, sowie menschenunwürdige Arbeitsbedingungen zu erleichtern. Rund um den illegalen Bergbau hat sich in Peru eine Schattenwirtschaft entwickelt, die nach Ansicht der peruanischen Regierung pro Jahr rund eine Milliarde US-$ umsetzt, dabei aber weder Steuern abführt, noch Arbeits- oder Umweltrecht beachtet. Im vergangenen Dezember hatte der peruanische Kongress der Regierung bis Ende April das Recht eingeräumt, an den Parlamentariern vorbei Gesetze zu erlassen, um den Rechtsrahmen entsprechend anzupassen.

    Im Umweltbereich ist geplant, die stockenden Raumordnungsverfahren fortzuführen, um beispielswese Gebiete ausweisen zu können, in denen Bergbau generell verboten wird. Zudem werden Wiederaufforstungsprojekte für vom illegalen Bergbau zerstörte Wälder geplant.

    Das Innenministerium arbeitet derweil an einer Reihe von Vorschriften, die Beschlagnahme und Zerstörung von Geräten und Chemikalien ermöglichen sollen, die für den illegalen Bergbau genutzt werden. Das beinhaltet beispielsweise die Zerstörung von Schwimmbaggern und Goldwaschanlagen. Mehrere Großoffensiven zur Zerstörung solcher Anlagen mussten in den vergangenen Monaten wiederholt gestoppt werden, weil die Rechtsgrundlage nicht immer klar war. Zudem soll die Polizei künftig bei Umweltdelikten und bei Ausbeutung jeder Art früher einschreiten. Auch das Geldwäschegesetz soll verschärft werden.

    Das Arbeitsministerium beschäftigt sich mit den sozialen Folgen des härteren Vorgehens gegen illegale Goldwäscher. So plant das Ministerium, diverse Beschäftigungsprogramme aufzulegen, um den Umstieg in den legalen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Zunächst soll dafür eine Koordinationsstelle eingerichtet werden. Im informellen Bergbausektor sind nach Regierungsschätzungen rund 100.000 Menschen beschäftigt.

    Das Landwirtschaftsministerium plant, die Wasserbehörde ANA (Autoridad Nacional de Agua) zu stärken.

    In fast allen Regionen Perus wird illegal nach Gold und anderen Mineralien geschürft, am stärksten betroffen sind allerdings die Regionen Madre de Dios, Puno, Piura, Arequipa, Cusco, Lima, La Libertad und Apurímac. Auch im Norden der der Region Amazonas haben sich in den vergangenen Monaten, wie die Wasserbehörde Bagua Grande gegenüber INFOAMAZONAS bestätigte, zahlreiche informelle Goldwäscher niedergelassen.

  • Huánuco: Río Huallaga tritt über die Ufer

    Die starken Regenfälle der vergangenen Wochen an den Oberläufen der Flüsse las Pavas und Huallaga haben auch in der Region Huánuco zu Überschwemmungen geführt. Wie der Zivilschutz Huánuco berichtet, verschwanden in den Distrikten Luyando und Rupa Rupa (Provinz Leoncio Prado) bislang rund 60 Häuser in den Fluten. Über 300 Menschen mussten deshalb in Notunterkünften übernachten, die in einer nahegelegenen Schule eingerichtet wurden. Auch die Startbahn des Flughafens von Tingo María, der im Distrikt Rupa Rupa liegt, wurde auf einer Länge von einem Kilometer beschädigt.

    Im Distrikt Mariano Dámaso Beraún (ebenfalls Leonio Prado) kam es ebenfalls zu Überschwemmungen. Neben mehreren Häusern wurde auch ein Abschnitt der Carretera Central beschädigt. Zivilschutz und Distriktverwaltung haben bereits mit der Verteilung von Zelten und Decken begonnen.