• PERU: VIZEPRÄSIDENT CHEHADE ZURÜCKGETRETEN

    Tritt zurück: Perus Vizeräsident Omar Chehade. Foto: Carlos Lezama / ANDINA
    Tritt zurück: Perus Vizeräsident Omar Chehade. Foto: Carlos Lezama / ANDINA

    Wegen des Vorwurfs der Vorteilsnahme im Amt hat der zweite peruanische Vizepräsident Omar Chehade seinen Rücktritt angekündigt. Zuvor war bekannt geworden, dass im peruanischen Kongress heute wohl ausreichend Stimmen für ein Amtsenthebungsverfahren zusammen gekommen wären. Dem kam Chehade nun zuvor. Bereits Anfang Dezember 2011 hatte der Kongress ihn mit überwältigender Mehrheit von seinen Pflichten als Abgeordneter suspendiert, Präsident Humala hatte seinen zweiten Vize in einer Fernsehansprache indirekt zum Rücktritt aufgefordert. Der Präsident kann nach der peruanischen Verfassung allerdings keinen Vize absetzen, dies kann lediglich der Kongress – entweder auf eigene Faust oder auf Bitten des „Rücktrittswilligen“ selbst. Chehade selbst beharrt auf seiner Unschuld und sieht sich als Opfer einer Kampagne.

    Vizepräsident Omar Chehade wird vorgeworfen, seinen Einfluss genutzt zu haben, um die seiner Familie nahestehenden Unternehmensgruppe Wong dabei zu unterstützen, mit Hilfe der Polizei die Kontrolle über die von Arbeitern besetzte Zuckerfabrik Andahuasi zu übernehmen. Hierfür soll er Kontakte zwischen Polizeioberen und Abgesandten von Wong hergestellt haben. Im Spiel ist weiters eine richterliche Räumungsanordnung von Andahuasi, die vermutlich nicht auf formell korrektem Wege erstellt wurde, sowie die Frühpensionierung eines Polizeigenerals, der andeutete, seine vorzeitige Zwangspensionierung stehe im Zusammenhang mit der Ablehnung, die -offensichtlich fehlerhafte- Räumungsandordnung umzusetzen. Chehade selbst beharrt auf seiner Unschuld und erklärte wiederholt, bei den Treffen mit diversen Polizeigenerälen sei es um das Thema „innere Sicherheit“ im Allgemeinen gegangen. Dennoch ließ er sein Amt seit Anfang November ruhen, um das Ende der Untersuchungen abzuwarten.

    Der Untersuchung durch den Kongress kann Chehade übrigens auch mit seinem Rücktrittsgesuch nicht entgehen. Sollte die Mehrheit der Abgeordneten heute gegen Chehade stimmen, wäre der Weg frei, dass auch die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnimmt.

    Omar Chehade ist Anwalt und arbeitete in der Vergangenheit vor allem über das Thema Korruptionsbekämpfung. Am 28. Juli 2011, schwor er seinen Amtseid auf „Gott und den Kampf gegen die Korruption“. Den letzteren hat er nach Ansicht der Kongressabgeordneten wohl in seinem eigenen Fall verloren.

    NACHTRAG: Humala leitet Rücktrittsgesuch an den Kongress weiter

    Wie Radio „Exitosa“ aus Lima berichtet, hat das Büro von Präsident Humala das schriftliche Rücktrittsgesuch von Vizepräsident Chehade an den Kongress weitergeleitet, der sich heute mit dem Thema befassen wird.

  • Wegen Senderos Ambitionen: Peruanische Politik debattiert Änderung des Parteiengesetzes

    Der Antrag des politischen Flügels der Terrororganisation „Leuchtender Pfad“ (spansich Sendero Luminoso), als Partei zugelassen zu werden, hat in der peruanischen Politik zu einer Debatte über mögliche Verschärfungen des Parteiengesetzes geführt. Die Gruppierung mit dem Namen MOVADEF (spanisch Movimiento Por Amnistía y Derechos Fundamentales) hatte kürzlich am peruanischen Parteienregister (ROP), das dem peruanischen Wahltribunal (JNE) zugeordnet ist, die Zulassung als Partei beantragt, war hier aber zunächst abgewiesen worden. Der Grund: Mit dem Verweis auf das „Gedankengut Gonzalos“ (Deckname des Sendero-Führers Abimael Guzman), beinhalte das MOVADEF-Programm „notwendigerweise Gewalt“. MOVADEV focht diese Entscheidung erfolgreich an, das Wahltribunal erklärte die Begründung der Antrags-Abweisung für ungültig. MOVADEF könne nicht mit der kommunistischen Partei Perus (Sendero Luminoso) gleichgesetzt werden, so das Tribunal.

    Eine breite Front aus Parteien, Institutionen und Menschenrechtsgruppen kritisierte die JNE-Entscheidung scharf. Selbst die Volksanwaltschaft und das Justizministerium forderten das Wahltribunal auf, die Entscheidung zu überdenken. Gleichzeitig wurden zahlreiche Vorschläge eingebracht, wie die Registrierung von MOVADEF, sowie zukünftige Registrierungen dieser Art unterbunden werden können. Die Wahlbehörde ONPE schlug vor, höhere Anforderungen an Gruppierungen zu stellen, die Partei werden wollen, insbesondere was die Anzahl der Basiskomitees angeht. Der linke Kongressabgeordnete Javier Diez Canseco, selbst Mitglied einer Sonderkommission zur Reform des Parteirechts, forderte gestern, vor allem die Parteiinterne Demokratie stärker in den Vordergrund zu stellen und dies bei der Parteiregistrierung auch einzufordern. Justizminister Juan Jiménez Mayor kündigte ebenfalls eine Gesetzesinitiative seines Ministeriums an, um die Registrierung von Gruppen, die Terrororganisationen nahe stehen, künftig zu verhindern. Wie genau die Initiative aussehen wird, ist derzeit noch nicht bekannt.

    Kritisch zeigte sich auch Salomón Lerner Febres, ehemals Vorsitzender der Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR), die den Peru-internen Konflikt der 70er, 80er und 90er Jahre aufgearbeitet hat. Der leuchtende Pfad habe „keinen Platz im politischen Leben Perus“, so Lerner Febres gegenüber der Agentur ANDINA. Gleichzeitig sprach er sich gegen die von MOVADEF vorgeschlagene „Generalamnestie“ aus. Diese sei „Synonym für Amnesie und Vergessen“ aber Peru dürfe „das Passierte nicht vergessen“, so der Soziologe.

    MOVADEF sieht sich selbst dagegen als Opfer einer Kampagne, mit der „soziale Proteste kriminalisiert“ werden sollen, fordert aber statt einer Beibehaltung des aktuellen Parteigesetzes lieber die Freilassung von Sendero-Führer Guzman, sowie die Generalamnestie für Militärs und Terroristen. Für die Zulassung als Partei hatte MOVADEF eine Liste mit 360.000 Unterschriften vorgelegt. Bei der anschließenden Überprüfung stellte sich über die Hälfte der Unterschriften als ungültig heraus, mit rund 160.000 Unterschriften lag MOVADEF dennoch über der für die Registrierung als Partei notwendigen Anzahl.

    Nach Schätzungen der Wahrheits- und Versöhnungskommission, die den internen Konflikt in Peru von den 70er- bis in die 90er-Jahre aufgearbeitet hat, war der Leuchtende Pfad für ungefähr die Hälfte der geschätzt 69.280 Morde verantwortlich. Zahlreiche MOVADEF-Mitglieder sind Sendero-Mitglieder, die ihre Haftstrafen inzwischen abgesessen haben.

  • Starker Regen führt zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Stromausfällen in Tumbes, Cusco und San Martín

    Starke Regenfälle haben am Wochenende in den peruanischen Regionen Tumbes, Cusco und San Martín für Stromausfälle gesorgt, mehrere Straßen unpassierbar gemacht und Häuser, sowie Ackerflächen unter Wasser gesetzt. Wie aus einem vorläufigen Lagebericht des Zivilschutzes hervorgeht, trat im Distrikt Pachiza (Region San Martín / Provinz Mariscal Cáceres) der Huayabamba-Fluss über die Ufer und überschwemmte rund 60 Häuser. Das Ausmaß der zerstörten Ackerflächen ist derzeit noch nicht abzusehen. Im Distrikt Huayopata (Provinz La Convención / Region Cusco) kam es bereits am Samstag wegen der starken Regenfälle zu mehreren Erdrutschen. Einer dieser Erdrutsche riss einen Teil der Straße Quillabamba-Alfamayo mit sich und beschädigte die Alfamayo-Brücke. Hier sind die Reparaturarbeiten bereits im vollen Gange.

    Im Distrikt Zarumilla (Provinz Zarumilla / Region Tumbes) kollabierte das Abwassersystem wegen der starken Regenfälle, zudem kam es zu mehreren Kurzschlüssen in der Elektrizitätsversorgung, weswegen der Stadtteil San José, sowie Fonavi noch immer ohne Strom sind.

  • Erdbeben lässt Ica erzittern

    Ein Erdbeben der Stärke 4,7 auf der Richterskala hat heute kurz nach Mitternacht (00:13h Ortszeit) die peruanische Region Ica erzittern lassen. Nach dem jüngsten Erdbebenreport des peruanischen Instituts für Geophysik (IGP) lag das Epizentrum 81 Kilometer südwestlich von Ica in einer Tiefe von 33 Kilometern. Am stärksten war das Beben in Ica selbst zu spüren. Berichte über Schäden liegen bislang nicht vor.

  • Peru: Politischer Flügel des leuchtenden Pfades will Partei werden

    Der politische Flügel der Terrororganisation Sendero Luminoso (leuchtender Pfad), das „MOVADEF“-Bündnis, hat einen Antrag auf Zulassung als Partei gestellt und damit eine Debatte über Zulassungsregeln für Parteien ausgelöst. Die Gruppierung, die unter Anderem die Freilassung des Terror-Führers und Sendero-Gründers Abimael Guzman, sowie eine Generalamnestie für Terroristen und Sicherheitskräfte fordert, führt als ideologische Grundsätze neben Marxismus und Leninismus auch das „Gedankengut Gonzalos“. Dabei bezieht sie sich auf diverse Schriften Abimael Guzmans, der sich in den Reihen der Terroristen „Presidente Gonzalo“ nennen lässt. Der Protest fast aller Parteien aus dem demokratischen Spektrum ließ nicht lange auf sich warten. Und auch Menschenrechtsverbände haben sich gegen eine Zulassung von MOVADEF als Partei ausgesprochen, insbesondere wegen der Forderung der Generalamnestie.

    Das Parteienregister (ROP), das dem peruanischen Wahltribunal (JNE) zugeordnet ist, hatte die Zulassung zunächst mit Verweis auf das „Gedankengut Gonzalos“, das „notwendigerweise Gewalt beinhalte“, zurückgewiesen. Das Wahltribunal selbst hob diese Entscheidung allerdings gestern wieder auf, kritisierte die Gleichsetzung des MOVADEF mit der kommunistischen Partei Perus (Sendero Luminoso) und ordnete an, eine neue, besser begründete Entscheidung zu treffen.

    Die Wahlbehörde ONPE startete derweil eine Gesetzesinitiative, um die Hürden zur Registrierung von Parteien zu erhöhen. Nach dem ONPE-Vorschlag sollen Parteien künftig erst zugelassen werden können, wenn sie in mindestens der Hälfte aller Provinzen, sowie in zwei Dritteln aller Regionen über eine Basis verfügen. Bislang ist lediglich die Präsenz in einem Drittel aller Provinzen notwendig.

    Nach Schätzungen der Wahrheits- und Versöhnungskommission, die den internen Konflikt in Peru von den 70er- bis in die 90er-Jahre aufgearbeitet hat, war der Leuchtende Pfad für ungefähr die Hälfte der geschätzt 69.280 Morde verantwortlich. Zahlreiche MOVADEF-Mitglieder sind Sendero-Mitglieder, die ihre Haftstrafen inzwischen abgesessen haben.

    MOVADEF bedeutet ausgeschrieben „Movimiento Por Amnistía y Derechos Fundamentales“

  • Nach Volksabstimmung: Rückzahlung von Wohnbaufonds-Geldern in Sichtweite

    Der staatliche peruanische Wohnbaufonds FONAVI wurde 1998 geschlossen, bis Mitte 2011 sah es noch so aus, als würden die inzwischen als „Fonavistas“ bekannten Einzahler ihr Geld nie wieder sehen – doch nun macht sich Hoffnung breit. Nach langen Verhandlungen zwischen dem Finanzministerium und dem Fonavista-Dachverband soll schon in den kommenden Tagen mit der Registrierung der Personen begonnen werden, die Anspruch auf eine Rückzahlung haben.

    Als im vergangenen Jahr bei einer Volksabstimmung die Mehrheit der peruanischen Wahlberechtigten für die Rückzahlung der FONAVI-Gelder stimmte, war die Angst unter den Finanzexperten der Parteien groß. Der damalige Finanzminister warnte vor den finanzellen Folgen für den Staatshaushalt, sein vormaliger Vize, der heutige Finanzminister Luis Miguel Castilla setzte sich dagegen noch 2011 mit dem Fonavista-Verband zusammen. Ohne Frage, nicht ganz freiwillig, denn das Volk hatte entschieden – aber auch ohne offenen Widerstand. In den kommenden Tagen werde nun das Registrationsreglement veröffentlicht, anschließend beginne der Prozess der Registrierung und Überprüfung, der für alle Betroffenen kostenlos sei, so Castilla. Zuerst sollen die Anträge von Betroffenen von über 60 Jahren bearbeitet werden. Über die Anträge selbst entscheidet dann eine Ad-Hoc-Kommission, deren Zusammensetzung derzeit noch nicht bekannt ist.

    Wie Andrés Alcántara Paredes, Präsident der peruanischen Fonavista-Vereinigung ANFPP heute Morgen im Rahmen einer Großveranstaltung seiner Organisation erklärte, hat Finanzminister Castilla das Reglement des durch die Volksabstimmung angenommenen Gesetzes Nº 29625 bereits unterzeichnet. Auch der aktuelle Präsident Ollanta Humala hatte sich – nach der Bekanntgabe des Volksentscheid-Ergebnisses aber vor seiner Wahl zum Präsidenten – für die Rückzahlung der FONAVI-Gelder ausgesprochen.

    Während der Regierungszeit von Ex-Diktator Alberto Fujimori wurde 1998 ein Gesetz beschlossen, das dem peruanischen Staat die freie Verfügung über das FONAVI-Vermögen einräumte. Gleichzeitig wurden alle Schulden (Ley 26969) erlassen, die FONAVI-Teilnehmer noch bei dem Fonds hatten. Im Streit um die Rückzahlung der FONAVI-Gelder hatten die Fonavistas nicht nur einen Volksentscheid angestrengt, sondern auch eine Partei gegründet, deren Kandidat bei der Wahl im vergangenen Jahr allerdings kaum Zuspruch erhielt.

  • Nebel in Lima sorgt für Chaos auf peruanischen Flughäfen

    Starker Nebel rund um den limenischen Flughafen Jorge Chávez hat in den vergangenen Tagen wiederholt für Chaos auf diversen Flughäfen gesorgt. Flüge mussten abgesagt, verschoben oder auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Normalerweise verfügt der Flughafen über ein System, das auch Starts und Landungen bei Nebel ermöglicht, dieses ist aber wegen Wartungs- und Modernisierungsarbeiten noch bis zum 20. Januar außer Betrieb. Bei den Reisenden führte das zu Unmut, so landete ein Flugzeug, das eigentlich nach Lima fliegen sollte, in Arequipa, andere kamen zumindest bis Pisco. Für die Passagiere war dies allerdings ebenfalls keine gute Nachricht, denn sie durften ihre Flugzeuge in Pisco nicht verlassen – außerhalb der regulären Abflug- und Landezeiten befinden sich am Flughafen keine Mitarbeiter der Migrationsbehörde und auch das Bodenpersonal, das den Ausstieg hätte organisieren müssen, hatte bereits Feierabend. Ein sofortiger Weiterflug nach Lima war ebenfalls nicht möglich, denn die Flugzeugbesatzungen mussten ihre vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten. Drei volle Flugzeuge der Fluggesellschaft LAN mussten deshalb nach Berichten der Tageszeitung El Comercio mehr als 12 Stunden auf dem Flughafen ausharren. Fünf weitere Flugzeuge waren bereits nach Auflösung des Nebels über der Hafenstadt Callao (bei Lima) losgeflogen.

    Starker Nebel ist für Januar im Callao eher ungewöhnlich.

  • Chimbote nach dem Großbrand: 302 Familien obdachlos

    Drei Tage nach dem Großbrand, der am Rande der peruanischen Hafenstadt Chimbote einen Großteil des Viertels Luis Sánchez Milla (Provinz Santa / Region Ancash) zerstörte, wird nun das Ausmaß der Zerstörung deutlich. Nach dem letzten Report des peruanischen Zivilschutzes (INDECI) zerstörte das Feuer insgesamt 302 Häuser und Hütten. 1.149 Menschen verloren ihr Dach über dem Kopf, 16 Personen wurden verletzt. Die meisten der – mutmaßlich größtenteils illegal errichteten – Häuser bestanden aus Holz und geflochtenem Schilf.

    Auf einer nahegelegenen Sportanlage wurden 60 Zelte aufgestellt, um zumindest einen Teil der nun Obdachlosen vorrübergehend aufzunehmen. Lokale Behörden, NGOs und Unternehmen stellten derweil Matratzen und Essen zur Verfügung.

  • Härtere Strafen, stärkere Kontrolle: Weniger Tote durch Verkehrsunfälle in Peru

    Peruanische Verkehrskontrollbehörde SUTRAN. Peruanische Verkehrskontrollbehörde SUTRAN. Foto: ANDINA/Carlos Lezama.
    Peruanische Verkehrskontrollbehörde SUTRAN. Peruanische Verkehrskontrollbehörde SUTRAN. Foto: ANDINA/Carlos Lezama.

    Die Einführung drastischer Strafen und die strenge Kontrolle des peruanischen Fernbusverkehrs scheint zu wirken: Nach Angaben der Verkehrs- und Transportkontrollbehörde SUTRAN lag die Anzahl der Personen, die durch einen Verkehrsunfall ihr Leben verloren 2011 23% unter dem Wert von 2010. Seit Ende 2010 müssen Überlandbusse ein GPS-Gerät an Bord haben, mit dessen Hilfe kontrolliert werden kann, dass die Geschwindigkeit von 90km/h nicht überschritten wird. Wer sich nicht daran hält, wird mit einer Strafe in Höhe von 432 Nuevos Soles belegt – offensichtlich eine wirksame Abschreckung. Auch die Zahl der im Straßenverkehr verletzten sank um 10%. Sorgen macht SUTRAN-Chefin Elvira Moscoso allerdings die Zunahme kleinerer Fahrzeuge wie den Mototaxis, die eigentlich nicht für Fernstraßen geeignet und zugelassen sind, diese aber dennoch nutzen.

    Allein zwischen Januar und Oktober 2011 starben auf Perus Straßen 439 Menschen – im Vorjahreszeitraum waren es 546 gewesen. Interessanterweise nahm die Zahl der Unfälle – nicht zuletzt auf Grund der Zunahme der Fahzeugflotte – 2011 im Vergleich zum Vorjahr leicht zu.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.

  • Perus „Anti-Drogen-Zar“ Soberón muss abtreten

    Mit neuer Chefin: DEVIDA. Foto: DEVIDA.
    Mit neuer Chefin: DEVIDA. Foto: DEVIDA.

    Eine Personalie hatte überrascht, als Ende vergangenen Jahres große Teile der peruanischen Regierung ausgewechselt worden waren: Der Chef der Anti-Drogen-Behörde DEVIDA, Ricardo Soberón, war im Amt geblieben. Soberón, ein Spezialist für Drogen- und Cocapolitik, war bereits kurz nach seinem Amtsantritt wegen vermeintlicher Nähe zu diversen Cocabauern-Dachverbänden scharf angegriffen worden, hatte aber immer Rückendeckung von Präsident Humala, sowie dem vormaligen Premier Salomón Lerner Ghitis erhalten. Obwohl nie direkt angegriffen, hatte der heutige Premierminister Oscar Valdés in der Vergangenheit mehrmals sein Unbehagen über die häufig unorthodoxen Ansätze Soberóns an der Spitze von DEVIDA zum Ausdruck gebracht. Offiziell wurde Soberón nun nicht vor die Türe gesetzt, es wurde vielmehr erst jetzt über den „bei der Kabinettsumbildung angebotenen Rücktritt entschieden“.

    Soberón hatte wiederholt die bisherigen Strategien zur Eindämmung der Coca- und Kokainproduktion kritisiert, in deren Rahmen vor allem Cocafelder zerstört wurden. Im Gegenzug forderte er einen breiteren Ansatz, der nach Soberón insbesondere die Kontrolle von Chemikalien für die Kokainproduktion, den Kampf gegen die Geldwäsche, sowie die Umschulung von Cocabauern und finanzielle Anreize für den Umstieg von der Cocaproduktion auf andere landwirtschaftliche Produkte enthalten sollte.

    Nachfolgerin von Ricardo Soberón wird die Psychologin Carmen Masías Claux, die bislang an der Privatuniversität San Martin de Porres lehrte und für diverse Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Projekte und Studien zum Thema Drogenkonsum ausarbeitete und durchführte. Zuletzt arbeitete Masías Claux für die NGO CEDRO, die sich im Bereich Drogenprävention und in geringerem Maße auch mit Projekten in entsprechenden Regionen im Kampf gegen die Drogenproduktion betätigt.

    (Resolución Suprema N° 013-2012-PCM)

    INFOAMAZONAS-Spezial Drogenprobleme und DrogenkonflikteMehr Informationen zum Thema „Peru“ und „Drogen“ finden Sie im Infoamazonas-Dossier Drogenprobleme.