Kategorie: Peru

Artikel, die das Andenland im allgemeinen betreffen.

  • 200.000 INFOAMAZONAS-Besucherinnen und Besucher!

    INFOAMAZONAS Peru-Nachrichten, Neuigkeiten aus PeruLiebe Besucherin, lieber Besucher,

    soeben hat das Peru-Nachrichtenportal INFOAMAZONAS die Grenze von 200.000 Besucherinnen und Besuchern* durchbrochen. Das ist nicht nur schön und ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur ersten Million. Es zeigt auch, dass Peru-relevante Themen im deutschsprachigen Raum offenbar auf Interesse stoßen. Dabei begann INFOAMAZONAS – zu Beginn noch CHACHABLOG – 2006 relativ klein. Im ersten Monat wurden gerade einmal 31 Besucherinnen und Besucher verzeichnet, einige Monate später waren es bereits rund 200. Steil bergauf ging es dann ab Februar 2009, als der Goldene Bär an den peruanisch-spanischen Film „Eine Perle Ewigkeit“ (sp. La Teta Asustada) ging. Erstmals wurde die 1.000er-Marke überschritten – und seitdem nie wieder unterschritten. Weitere Höhepunkte waren schließlich die Kommunal- und Regionalwahlen 2010, dem Jahr, in dem aus dem CHACHABLOG schließlich INFOAMAZONAS wurde, sowie die Kongress- und Präsientschaftswahlen Anfang 2011, die wiederum alle Rekorde brach – über 15.000 Besucherinnen und Besucher in einem Monat, allein die Wahl-Sonderseite verzeichnete bislang über 9.000 Aufrufe: Danke, Präsident Humala!

    Nun sinds also 200.000. Reicht das? Sollte die Million noch erreicht werden? Was sollte an INFOAMAZONAS besser werden? Was fehlt? Was ist überflüssig? Antworten gerne per Facebook, E-Mail oder unten über das Kommentarformular.

    Mit herzlichsten Glückwünschen zur getätigten Lektüre:

    D. Raiser

     

    Chachablog wird INFOAMAZONAS.de
    inzwischen historische Grafik!

    *Seit dem Beginn der Messungen im Juni 2008, also rund 2 Jahre nach dem Start des CHACHABLOG. Es handelt sich dabei um eindeutige Besucherinnen und Besucher, nicht um Zugriffe).

  • Perus Nationalradio bietet künftig Nachrichten auf Quechua

    Foto: Radio Nacional.
    Foto: Radio Nacional.

    Quechua ist in Teilen Perus nach der Verfassung Amtssprache, dennoch sind staatliche Publikationen und tagesaktuelle Informationen bisher kaum in der Sprache verfügbar.

    Zwar gibt es mehrere Initiativen wie das „Red Quechua Peruana“ des Radioverbundes CNR, sowie mehrere Lokalsender, die Programme in der Sprache anbieten, in den meisten landesweiten Fernseh- und Radiostationen findet man Quechua, wenn überhaupt, im Bereich „Folkloremusik“. Der staatliche Rundfunk will das, zumindest für seinen Radiosender „Radio Nacional“, künftig ändern. Wie der Sender gestern mitteilte, konnte man die zweisprachige Journalistin Karina Benites gewinnen, eine regelmäßige Nachrichtensendung in Quechua zu konzipieren und durchzuführen.

    Quechua bislang fast nur in lokalen Medien

    Der Marktanteil von Radio Nacional liegt – ähnlich wie beim Staatsfernsehen – zumindest dort, wo es Konkurrenz gibt, für gewöhnlich weit abgeschlagen hinter den privaten Sendern. Gleichzeitig ist der Sender für gute Kulturprogramme bekannt, sowie für ausgewogene Nachrichten – letzteres allerdings nur, solange die Regierung nicht betroffen ist. Dennoch ist es ein Signal, dass nun einer der peruanischen Radiosender mit der höchsten Reichweite nun Wortbeiträge auf Quechua anbietet. In der Vergangenheit warfen peruanische Regierungen von NGOs geförderten Kleinradiosendern öfter vor, die Bevölkerung im Umfeld größerer Projekte in den Bereichen Bergbau oder Wasserkraft „falsch“ zu informieren – Versuche, selbst Informationen in der entsprechenden Sprache bereit zu stellen, blieben in den meisten Fällen aber aus.

    13,2% Quechua-Muttersprachler

    Auch in anderen Bereichen setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass dem Staat eine Vorreiterrolle bei der Förderung von Quechua und den zahlreichen weiteren in Peru verbreiteten Sprachen zukommt. Und das nicht von ungefähr: Selbst in der Hauptstadt Lima gaben bei der Volkszählung 2007 6,31% der Einwohnerinnen und Einwohner Quechua als Muttersprache an – die wirkliche Zahl liegt wohl noch ein ganzes Stück darüber, machen doch Linguisten und Soziologen bei Quechua-Muttersprachlerinnen und -sprachlern immer wieder ein Gefühl von Scham vor ihrer Sprache aus. Peru-weit liegt der Wert mehr als doppelt so hoch: 13,2% der über-5-jährigen gab an, mit Quechua aufgewachsen zu sein. Lässt man die großen Städte außen vor, liegt der Anteil sogar bei über 30%. In Regionen wie Apurímac und Huancavelica sind die Spanisch-Muttersprachler gar klar in der Unterzahl: in Apurímac wuchsen fast drei Viertel der Bevölkerung mit Quechua auf, in Huancavelica 64,6%.

    Diverse staatliche Initiativen

    Hilaria Supa Huamán. Foto: Congreso de la República.
    Ehemalige Leiterin der Bildungskommission: Hilaria Supa Huamán. Foto: Congreso de la República.

    Auch deshalb wurden einige Initiativen gestartet, den Staat fit für Quechua zu machen – auch wenn noch ein langer Weg zu gehen ist. Die Verfassung wurde übersetzt, während der vergangenen Legislaturperiode übernahm erstmals eine bekennende Quechua-Muttersprachlerin die Leitung der Bildungskommission des Parlaments, einige staatliche Stellen müssen (eigentlich…) Übersetzerinnen und Übersetzer vorhalten und für einige Sprachen werden erstmals Lehrmaterialien entwickelt. Auch die Privatwirtschaft startet erste Initiativen. So gibt es beispielsweise von den großen Telefongesellschaften Werbespots auf Quechua. Dennoch sind Quechua-Sprecherinnen und Sprecher bis heute Diskriminierung ausgesetzt, beispielsweise machte sich eine Tageszeitung – auf Initiative einer Fujimoristen-Abgeordneten – über die prekären Spanischkenntnisse einer Quechua-Muttersprachlerin im peruanischen Kongress lustig.

    Alles wird der Staatsrundfunk mit seiner Nachrichtensendung  nicht ändern können. Aber mit seinem Schritt zeigt der Sender zumindest, dass dem peruanischen Radio- und Fernsehinstitut (IRTP) die Problematik zumindest bewusst ist.

    Hinweis:
    Einen interessanten Beitrag zum Thema „Quechua in Peru“, insbesondere die peruanische Quechua-Politik finden Sie im Blog von Sabrina Železný.

  • Peru: Dengue-Notstand in Regenwaldmetropole Pucallpa

    Mehr als 800 Personen mussten in den vergangenen Wochen in der Hauptstadt der peruanischen Region Ucayali wegen einer Dengue-Erkrankung behandelt werden, sechs starben an der Erkrankung – nun hat der Regionalrat den Notstand ausgerufen. Die Zahlen seien besorgniserregend, zumal man von einer hohen Dunkelziffer ausgehe, dass es eine hohe Dunkelziffer gebe, so Cayo Leveau Bartra, Epidemologie-Verantwortlicher bei der regionalen Gesundheitsbehörde.

    Derzeit denken Gesundheitsexperten darüber nach, den kommenden 15. November zum arbeitsfreien Tag zu erklären, um Straßen und öffentliche Einrichtungen gründlich reinigen zu können. Auch wird über den vermehrten Einsatz von Insektengiften nachgedacht. Für entsprechende Maßnahmen habe der Regionalrat bereits eine Million Nuevos Soles bereitgestelt, so Leveau Bartran.

    Bereits vergangene Woche mussten die Krankenhäuser von Pucallpa weitere Betten besorgen, um dem großen Ansturm begegnen zu können. Dabei besteht für das medizinische Personal ebenfalls großes Risiko: Eine während der Arbeit mit dem Dengue-Virus infizierte Krankenschwester musste inzwischen in die Hauptstadt Lima verlegt werden.

    NACHTRAG (14.11): ZAHL DER INFIZIERTEN STEIGT AUF 1081 / weiteres Todesopfer

    Wie die Gesundheitsbehörde der Region heute mitteilte, hat die Infektionswelle ein weiteres Todesopfer gefordert. Zudem stieg die Zahl der Dengue-Erkrankten weiter an, nach Angaben der Regionalregierung Ucayali wurden inzwischen 1.081 Personen mit Dengue in einem der regionalen Krankenhäuser behandelt.

    Dengue wird von Mücken übertragen. Es löst starkes Fieber, Hautausschlag und Gliederschmerzen aus. Das Auswärtige Amt schreibt dazu in seinen Reisehinweisen zu Peru:

    Dengue wird landesweit durch tagaktive Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende.

    In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern der Lokalbevölkerung zum Teil schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Diese sind jedoch bei Reisenden insgesamt extrem selten.

    . Abers (vgl. 2000: 161) unterscheidet deshalb zwischen vertikalen und horizontalen Nachbarschaftsorganisationen: Erstere waren eher Deckmäntel für Patronage, wurden oft über Jahre oder gar Jahrzehnte von einer einzigen, häufig wohlhabenden und einflussreichen Person geführt, die versprach, sich für bestimmte Investitionsprojekte einzusetzen – dies dann aber oft gar nicht oder gezielt langsam verwirklichte, um die von Abhängigkeit geprägte Machtposition nicht zu gefährden. Genannt wird beispielsweise ein bekannter Arzt, sowie ein Großgrundbesitzer. Im Gegenzug für das Versprechen des Patrons mussten die Klienten zusagen, ihn[1] bei nachfolgenden Wahlen zu unterstützen. Ein Verfahren, das häufig erfolgreich eingesetzt wurde – selbst in den Anfangsjahren des Bürgerhaushalts (vgl. ebd.: 163). Wirkliche Beteiligung innerhalb der vertikalen Nachbarschaftsorganisationen fand kaum statt. Die horizontalen Nachbarschaftsorganisationen dagegen verlassen sich nicht einzig auf den vermeintlichen Einfluss eines Patrons, sondern möchten die Definition ihrer Prioritäten, sowie die Auswahl der Umsetzungsmöglichkeiten bei ihren Mitgliederinnen und Mitgliedern halten. Wie Abers beschreibt, ist es möglich, dass sich unter bestimmten Umständen horizontale Nachbarschaftsorganisationen in vertikale verwandeln – und umgekehrt.



    [1] Es gab und gibt bestimmt auch Patroninnen, in den von Abers dort genannten Beispielen ist allerdings ausdrücklich von Patronen die Rede.

  • Stierkämpfe als Kunst? Perus Kulturministerium bringt Tierschützer gegen sich auf

    INFOAMAZONAS Peru-Nachrichten, Neuigkeiten aus PeruPerus Kulturministerium hat mit einer Gesetzesinitiative, die eine Anerkennung von Stierkämpfern als Künstler zum Ziel hat, bei Tierschutzorganisationen heftigen Unmut ausgelöst. Der Gesetzestext, der unter vielen anderen auch Sängerinnen und Sänger, Clowns, Mentalistinnen und Mentalisten, sowie angehörige des Schauspielberufs nennt, wurde von dem Ministerium zur öffentlichen Diskussion ins Internet gestellt.

    Stierkampfgegner Roger Torres von der Organisation Perú Antitaurino erklärte gegenüber der Tageszeitung La República, es sei unglaublich, dass ein Ministerium, das die Kultur fördern solle, ein so blutiges Spektakel für eine „künstlerische Aktivität“ halte. In der peruanischen Hauptstadt Lima gibt es mit der „Plaza de Acho“, in der seit gestern die Stierkämpfe der „Feria del Sr. de los Milagros“ laufen, eine große Stierkampfarena, auch in vielen kleineren Städten – beispielsweise Chota in der Region Cajamarca – gibt es zu besonderen Anlässen Stierkampfturniere. Zu den Befürwortern des Stierkampfs gehört -unter anderen- der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa.

    Kein Stierkampf für Kinder und Jugendliche?

    Derweil beschäftigt sich der peruanische Kongress auch mit Initiativen mehrerer Abgeordneten, die Minderjährigen den Einlass in Stierkampfarenen verbieten wollen. Durch die Initiative wolle man die psychische und moralische Integrität der Minderjährigen schützen, so der Fujimoristen-Abgeordnete Julio Rosas. Ausgegangen war die Initiative aber von dem Abgeordneten und ehemaligen Verteidigungsminister José Urquizo aus dem Lager der Regierungsfraktion der Nationalisten. Dessen Vorschlag ging sogar noch weiter: Er möchte Minderjährige auch den Zugang zu den populären Hahnenkämpfen verwehren.

    Kulturministerium will soziale Absicherung und Besitzrechte neu regeln

    Die scharfe Kritik aus diversen politischen Lagern hat das Kulturministerium offenbar überrascht, wohl auch deshalb, weil es sich beim Thema „Stierkampf“ eher um eine Nebenbaustelle handelt. Denn in erster Linie soll durch das geplante Gesetz die soziale Absicherung von Künstlerinnen und Künstlern, sowie das Besitz- und Verwertungsrecht künstlerischer Produktion auf eine neue Grundlage gestellt werden. So soll das geplante Gesetz Kunstschaffenden beispielsweise vereinfachen, ihre Forderungen durchzusetzen, wenn Konzert- oder Ausstellungsorganisatoren sich im Nachhinein weigern zu bezahlen.

  • Peru: höhere Bußgelder für schwarze Schafe im Bergbausektor

    INFOAMAZONAS Peru-Nachrichten, Neuigkeiten aus PeruWie aus dem neuen Umwelt-Bußgeldkatalog für Begbaubetriebe hervorgeht, den das peruanische Umweltministerium gestern veröffentlichte, wurde die Höchststrafe für nicht umgesetzte Umweltauflagen um den Faktor 1.000 erhöht. Waren -nach der 2012 gültigen Steuereinheit UIT – in jedem Fall 36.500 Nuevos Soles (10 UIT) fällig, können nun Bußgelder von bis zu 36.500.000 Nuevos Soles (10.000 UIT) verhängt werden. Im Gegensatz zum Vorwert ist die Strafe aber nicht mehr genau festgelegt, sie errechnet sich vielmehr durch den entstandenen Schaden.

    Abschreckende Wirkung

    Zuständig für die Anwendung des neuen, aus 12 Kategorien bestehenden Bußgeldkataloges ist bei großen und mittelgroßen Bergbauprojekten die Evaluierungs- und Umweltkontrollbehörde OEFA, die dem Umweltministerium unterstellt ist. Nach Angaben des Umweltministeriums soll durch die Anhebung der Bußgelder vor allem eine abschreckende Wirkung erreicht werden.

    Bergbau in Peru: Ein kontroverses Thema

    In Peru ist das Thema Bergbau ein sehr kontroverses. Immer wieder kommt es zu Konflikten, häufig mischen sich dabei Umweltbedenken – oder gar Schäden – mit sozialen Faktoren wie extremer Armut im Umfeld von legalen und illegalen Bergbauaktivitäten. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt beispielsweise das Conga-Projekt in der Region Cajamarca. Dort will das Unternehmen Yanacocha S.R.L., das in der Nähe bereits Gold im Tagebau fördert, vor allem Kupfer fördern. Derzeit liegt das Projekt nach Druck der peruanischen Regierung auf Eis – Yanacocha treibt vorarbeiten wie den Bau mehrerer Wasserreservoirs gleichzeitig weiter voran.

    Umweltministerium möchte mehr Kompetenzen

    Da bislang zahlreiche Kompetenzen der Umweltverträglichkeitsprüfung über diverse Ministerien verteilt sind, legte das peruanische Umweltministerium kürzlich ein Gesetzesprojekt vor, mit dem die Gründung der Zertifizierungsbehörde SENACE angestrebt wird. Diese Behörde soll in erster Linie dem Umweltministerium unterstehen. Die Initiative passierte bereits mehrere Kongresskommissionen durchlaufen und wird wohl demnächst in einer Plenarsitzung thematisiert.

    OEFA-Tribunal bestätigt Bußgeld wegen Nachlässigkeiten bei Conga-Projekt

    Die höchste OEFA-Verwaltungebene hat ein gegen das Bergbauunternehmen Yanacocha S.R.L. verhängtes Bußgeld in Höhe von 127,75 UIT-Steuereinheiten bestätigt. Das bedeutet, das Unternehmen muss 466.287,50 Nuevos Soles an den Staat überweisen. Zuvor hatte die Kontrollbehörde festgestellt, dass mehrere in der Umweltverträglichkeitsstudie für das geplante Conga-Projekt gemachte Versprechen nicht eingehalten wurden. So wurde offenbar der Mindestabstand von 50 Metern zwischen Untersuchungsplattformen des Unternehmens, Feuchtgebieten und Wasserläufen nicht eingehalten und damit der Lebensraum von Flora und Fauna gestört – obwohl diese als „fragile Ökosysteme“ gelten und deshalb unter Schutz stehen. Yanacocha S.R.L. kündigte an, das Bußgeld zu begleichen und gegen die Entscheidung nicht gerichtlich vorzugehen.  Dennoch teile man die Auffassung negativer Auswirkungen auf die Umwelt in den bemängelten Fällen nicht, so Yanacocha in einer Pressemitteilung.

    Logo des Dossiers "Wasserkonflikte".

    Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Dossiers „Wasserkonflikte in Peru“, sowie „Bergbaukonflikte“.

  • Starkes Erdbeben in Ostperu / auch in Lima zu spüren

    Epizentrum: südwestlich von Pucallpa. Karte: IGP.
    Epizentrum: südwestlich von Pucallpa. Karte: IGP.

    Im Osten Perus hat soeben (09:57 Uhr Ortszeit) ein Erdbeben der Stärke 6,0 auf der Richterskala den Boden erzittern lassen. Nach Angaben des peruanischen Institutes für Geophysik (IGP) lag das Epizentrum 45 Kilometer östlich von Aguaytia in einer Tiefe von 146 Kilometern. Obwohl bislang keine Schadensmeldungen vorliegen, geht das IGP von schweren Schäden aus, die Auswirkungen in der Nähe des Epizentrums wurden mit IV-V auf der modifizierten Mercalliskala angegeben.

    Nach Berichten peruanischer Medien war das Beben bis in die Hauptstadt Lima zu spüren.

    Canal N: Panik in Tingo María

    Nach Berichten eines Reporters des Nachrichtensenders Canal N brach in der ostperuanischen Regenwaldstadt Tingo María (Provinz Leoncio Prado / Region Huánuco) im Moment des Bebens Panik aus. Inzwischen hat sich die Lage offenbar wieder etwas beruhigt. Berichte über Schäden liegen weiter keine vor. Auch in Aguaytía selbst gab es nach Berichten von RPP Noticias keine Schäden.

    Bereits über 180 Erdbeben in diesem Jahr

    Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.
    Erdbeben, schematische Darstellung. Bild: IGP.

    In Peru sind Erdbeben häufig – wenn auch nicht in dieser Stärke. Vor der peruanischen Küste schiebt sich die Nazca-Platte unter die südamerikanische Platte und löst damit die Erdbeben aus. Allein im laufenden Jahr verzeichnete das peruanische Institut für Geophysik über 180 Erdbeben. Am häufigsten bebt die Erde in Lima und der Region Ica. Mehr zum Thema!

  • Arequipa / Peru: Zahl der Colca-Tal-Besucher trotz Euro-Krise stabil

    Obwohl Touristen aus Europa den größten Teil der Besucher des Colca-Canyons in den südperuanischen Anden ausmachen, ist von der Euro-Schuldenkrise dort bislang nichts zu spüren. Nach Angaben der Tourismusverwaltung Autocolca blieb die Besucherzahl zwischen Januar und Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 139.788 weitgehend stabil. Bis zum Jahresende erwartet Autocolca-Direktor Fredy Jiménez Barrios noch über 50.000 Colca-Reisende mehr. Das könnte zu schaffen sein, beginnen vor Weihnachten doch die Sommerferien – und damit die Reisesaison.

    Vor allem inlands- und europäische Touristen zieht es ins Colca-Tal, nach Daten der Colca-Verwaltungsbehörde vor allem aus Italien, Frankreich, Spanien und Deutschland, wobei in den vergangenen Jahren auch der Anteil von Reisenden aus den USA, sowie anderen südamerikanischen Ländern wie Argentinien, Chile, Brasilien und Bolivien stetig ansteigt. Der Colca-Canyon, der das Tal durchzieht, ist einer der größten seiner Art.

    Das Colca-Tal ist für seine spektakulären Landschaften, architektonischen Kleinode und häufigen Sichtungen von Andenkondoren mit großer Spannweite berühmt.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=sTw1rNVLQ7k

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Weitere Hinweise und Informationen finden Sie dort.

  • Arequipa / Peru: Zwei Bergleute sterben in informellem Gold-Bergwerk

    Bei einer Explosion sind gestern Abend in der südperuanischen Region Arequipa zwei Bergleute von herabfallenden Felsbrocken getötet worden. Das berichtet die peruanische Nationalpolizei.

    Die beiden Kumpel, im Alter von 22 und 23 Jahren, arbeiteten offenbar in einem ungenehmigten Stollen bei Secocha (Distrikt Mariano Nicolas Valcarcel / Provinz Camaná), als in einem anderen, nahegelegenen Stollen eine zu groß dimensionierte Sprengladung gezündet wurde. Der improvisierte Stollen mit dem Namen Santa Rosa N° 1 de Secocha stürzte in sich zusammen und begrub die Bergleute unter sich.

    Secocha: Bergbaustadt mit schlechtem Ruf

    Secocha hat in Peru einen schlechten Ruf: Um das Jahr 2004 von Glücksrittern auf der Suche nach Gold gegründet, gilt es als wichtiges Zentrum des illegalen und halb-legalen Bergbaus. Kriminalität, Prostitution und der illegale Handel mit Sprengstoffen sind nach Berichten peruanischer Medien an der Tagesordnung. Unglücke gab es in der Vergangenheit immer wieder, nicht nur in improvisierten Bergwerken: Vor fast zwei Jahren starben 12 Bergleute – als der Kleinbus, in dem sie unterwegs waren, von der Straße abkam und einen Abhang hinabstürzte.

    Häufig Unfälle in illegalen Bergwerken

    Auch sind Unglücke dieser Art leider nicht ungewöhnlich. Erst im vergangenen April war es zu einem Unfall in einer improvisierten Kupfermine in der Region Ica gekommen. Dutzende Bergleute mussten mehr als vier Tage eingeschlossen unter großen Mengen Geröll ausharren, bis sie gerettet werden konnten. Die derzeitige peruanische Regierung versucht, all jene zu registrieren, die im informellen Bergbau beschäftigt sind, um in einem weiteren Schritt eine Formalisierung, Weiterbildung und die Einhaltung von Umweltstandards zu ermöglichen – ein schwieriges Unterfangen, dem sich manche Dachverbände illegaler Mineralienschürfer widersetzen. Auch der Einsatz giftiger Chemikalien führt immer wieder zu Problemen.

    Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf

    Wie der Nachrichtensender RPP berichtet, sind inzwischen mehrere Mitarbeiter der zuständigen Staatsanwaltschaft vor Ort, um sich des Falls anzunehmen. Ob die Leichname bereits geborgen werden konnten, ist zur Stunde noch nicht bekannt.

  • Peru: Mehrheit für Wahlrechtsreform zeichnet sich ab

    Die von der peruanischen Regierung angestoßene Wahlrechtsreform bekommt Unterstützung: Die Generalsekretäre von 6 im Kongress vertretenen Parteien haben sich gestern darauf geeinigt, das derzeit noch geltende personalisierte Verhältniswahlrecht, das in seiner peruanischen Form zu einer Schwächung der Parteien führt, aufzuheben.

    Der peruanische Kongress (Congreso de la República). Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Der peruanische Kongress. Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Das geltende Wahlrecht sieht vor, dass in den Wahlkreisen Parteien je nach Bevölkerungszahl mehrere Kandidatinnen und Kandidaten aufstellen – und der Wahlkampf damit nicht nur zwischen Parteien, sondern auch innerhalb einer Partei selbst stattfindet. Zudem forderten einige der Parteichefs von der anwesenden Verfassungskommission des Kongresses Änderungen am geltenden Parteiengesetz, um für mehr Stabilität zu sorgen.

    Parteichefs gegen Genderquote

    Einen weiteren Vorschlag lehnten die Generalsekretäre von APRA, Perú Posible, Acción Popular, Alianza Por el Progreso, Unión por el Perú, sowie dem Partido Popular Cristiano allerdings einhellig ab: die von Premierminister Juan Jiménez vorgeschlagene Quotenregelung. Diese sieht vor Wahllisten immer abwechselnd mit Männern und Frauen zu besetzen. Damit sollte nicht nur dem relativ geringen Frauenanteil im peruanischen Parlament entgegen gewirkt, sondern auch den Befürwortern des personalisierten Mehrheitswahlrechts der Boden entzogen werden. Denn vergangene Initiativen zur Wahlrechtsänderung scheiterten vor allem daran, dass Frauen für gewöhnlich kaum auf aussichtsreiche Listenplätze kommen. Die bislang bestehende Möglichkeit, Kandidatinnen und Kandidaten aus dem unteren Teil der Wahlliste auszuwählen, bietet Kandidatinnen zumindest in der Theorie die Möglichkeit, trotz eines schlechten Listenplatzes gewählt zu werden. Auch werden die oberen Plätze gerne an wohlhabende Kandidaten vergeben, die viel Geld in den Wahlkampf investieren können – weswegen das geltende Wahlrecht 2011 beispielsweise dem Awajún Eduardo Nayap Kinin ins Amt verhalf.

    Kompromiss mit Gana Perú?

    Juan Jiménez Mayor, Perus Premierminister. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / Andina.
    Für die Gender-Quote: Perus Premier Juan Jiménez. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / Andina.

    Die Mehrheit im Kongress haben auch die sechs Parteien zusammen nicht, sollten sie sich aber mit der Regierungsfraktion Gana Perú auf einen Kompromis einigen können, der auch eine Antwort auf die Gender-Problematik enthält, ist eine Verabschiedung möglich.

    Peruanisches Parteisystem extrem zersplittert

    Das peruanische Parteiensystem ist -nicht nur, aber auch wegen des Wahlrechts- extrem zersplittert. Häufig sind Parteien nicht mehr als unverbindliche Wahlvereine, Ad Hoc-Koalitionen sozialer Bewegungen mit teils sehr unterschiedlichen Zielen oder Privat- oder Familienunternehmen, die mit dem klaren Ziel gegründet werden, nach der Wahl Kapital aus dem Amt zu schlagen – im wahrsten Sinne des Wortes. Als Kandidaten werden häufig Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nomminiert, die keinerlei politische Erfahrung haben, aber ob ihrer Berühmtheit dennoch gewählt werden. Der Begriff „Familienunternehmen“ ist ebenfalls wörtlich zu nehmen – ein großer Teil der Parteigründer und heutigen Führungspersönlichkeiten der Präsidentenpartei PNP kommen aus der Familie von Präsident Ollanta Humala, sowie seiner Frau Nadine Heredia. Auch ist es nicht ungewöhnlich, dass Kongressabgeordnete während der Legislaturperiode die Partei wechseln (sp. „transfugismo„) – oder gar eine neue Gründen. Anläufe, dies per Gesetz zu unterbinden, sind bereits mehrere Male gescheitert.

  • Peru: Vier Journalisten bei Autounfall getötet

    Beim Absturz ihres Vehikels sind gestern in den Bergen der peruanischen Region Junín vier Journalisten ums Leben gekommen. Das Fahrzeug der Journalisten, auf Reportagereise in die Provinz Chanchamayo, kam in den frühen Morgenstunden aus noch ungeklärter Ursache von der Straße ab und stürzte über 100 Meter in die Tiefe, bevor es im Tarma-Fluss auseinanderbrach und liegen bliebt.

    Unter den Toten befindet sich neben dem 67jährigen Javier Ascue, der sich als Reporter der Tageszeitung El Comercio für besonders gefährliche Missionen einen Namen gemacht hatte, auch María Gilda Gómez, Provinzvorsitzende des Journalistenverbandes ANP. Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschten offenbar widrige Wetterverhältnisse, ob diese Ursache des Unfalls waren, ist bislang nicht bekannt.