• Perus Polizeichef tritt zurück

    Der Druck war zu groß: Der Direktor der peruanischen Nationalpolizei, Raúl Salazar, ist zurückgetreten. Er tue dies im Angesicht einer „Kampagne“, die von „dunklen Interessen“ getrieben werde und seine „Moral, den guten Namen und die Gesundheit der Familie“ und um Schaden von der Institution, der er vorstand, abzuwenden, erklärte Salazar in seinem Rücktrittsgesuch.

    Salazar steht seit Monaten im Kreuzfeuer der Kritik. So wurde  sein Verhalten im Zusammenhang mit dem Skandal um die illegal erstellte Genehmigung zur Räumung einer besetzten Zuckerfabrik, die damals den peruanischen Vizepräsidenten Omar Chehade das Amt kostete, nie ganz geklärt. Dann kam es bei dem Versuch der Polizei, den La Parada-Großmarkt in Lima zu räumen zu gravierenden Fehlplanungen – und mehreren Todesopfern. Kritiker sehen die Verantwortung dafür bei Raúl Salazar. Überbordend wurde der Druck schließlich während der vergangenen Wochen, als eine Serie von Mordfällen an berühmten Persönlichkeiten und Politikern das Land erschütterten. Gestern musste sich Innenminister Wilfredo Pedraza deshalb gestern den Abgeordneten des Kongresses stellen, von denen zahlreiche Salazars Abgang forderten.

    Hinzu kam, dass Salazars Verbleib an der Polizeispitze mit familiären Bindungen zur First Lady Nadine Heredia in Verbindung gebracht wurde – was von beiden Seiten dementiert wurde. Auch wurde bereits länger darüber spekuliert, dass Salazar und Innenminister Pedraza sich persönlich nicht gut verstehen. Darauf deutet auch hin, dass der bisherige Polizeichef in seinem Rücktrittsgesuch zwar Präsident Humala, nicht aber Innenminister Pedraza für das Vertrauen dankt. Salazar selbst bezeichnete seine Amtszeit unter Anderem als transparent und aufrichtig,

    Mehr in Kürze.

  • La Libertad / Peru: Neun Tote bei Kleinflugzeug-Absturz

    Bei dem Absturz eines Kleinflugzeuges sind gestern in der nordwestperuanischen Region La Libertad neun Menschen ums Leben gekommen. Wie die peruanische Flugaufsicht CORPAC mitteilte, handelt es sich bei den Toten um die Besatzung, sowie Mitarbeiter eines Bergbauunternehmens, die vom Hauptstadtflughafen Jorge Chávez unterwegs waren zum Flugfeld Pías. Den letzten Funkkontakt zum Pilot hatte offenbar der Tower des Flughafens von Trujillo kurz vor 8 Uhr am Morgen. 42 Minuten später entdeckten Rettungskräfte das Wrack des Flugzeugs, das nur wenige Flugminuten von seinem Ziel entfernt abgestürzt war. Über die Ursachen des Absturzes gibt es bislang keine Angaben.

  • Wegen Tod von Hugo Chávez: Perus Regierung dekretiert dreitägige Staatstrauer

    Der peruanische Präsident Ollanta Humala hat wegen des Todes seines venezolanischen Amtskollegen Hugo Chávez Frías, der zeitweise sein Förderer und Mentor war, eine dreitägige Staatstrauer dekretiert. In dem entsprechenden Dekret heisst es, wegen der Trauer über den Tod des Präsidenten der bolivarianischen Republik Venezuela, Hugo Rafael Chávez Frías, gelte für den 7., 8. und 9 März Staatstrauer. Demnach wird die peruanische Flagge vor allen öffentlichen Einrichtungen auf Halbmast gehisst.

    Ollanta Humala wird bereits heute nach Carácas fliegen, um an den Trauerfeiern teilzunehmen.

  • Innere Sicherheit: Perus Premier Jiménez fordert Ende anonymer SIM-Karten

    Eigentlich müssen peruanische Handynetzbetreiber seit mehreren Jahren dafür sorgen, dass die Daten ihrer Kunden korrekt und aktuell sind. Diverse Medienberichte über Handy-Käufe mit falschen Daten haben in den vergangenen Wochen aber wieder deutlich gemacht, dass die bisherigen Regelungen nicht ausreichen. Anonyme Handykarten werden immer wieder für Straftaten genutzt, insbesondere bei der Schutzgelderpressung. Zwar sind die SIM-Karten auf einen Namen registriert, häufig handelt es sich dabei aber um Strohmänner, die ihren Namen für den Handy-Kauf hergeben und dafür Geld kassieren – oder aber gefälschte Daten, beispielsweise von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

    Juan Jiménez Mayor, Perus Premierminister. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / Andina.
    Premierminister Juan Jiménez. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / Andina.

    Besondere Relevanz hat das Thema für den Präsidenten des peruanischen Ministerkabinetts Juan Jiménez Mayor: Dieser erklärte kürzlich bei einer Pressekonferenz, auf seinen Namen seien drei Mobiltelefone angemeldet worden, von denen er gar nichts wisse. Einer der „Großen“ ist er dabei allerdings nicht: Es gibt Strohleute, bei denen sich die Zahl registrierter Mobiltelefone auf bis zu 2.000 Stück beläuft. Spitzenreiterin ist eine Frau, auf deren Namen insgesamt 13.000 Mobiltelefone laufen. Dem sollten Mobilfunkbetreiber möglichst bald Einhalt gebieten, so Jiménez Mayor.

    Immer wieder werden bei Razzien in peruanischen Gefängnissen Handys und entsprechende SIM-Karten gefunden, die häufig dazu genutzt werden, Personen außerhalb der Gefängnisse zu erpressen. Die punktuelle Installation von Störsendern brachte bislang kaum Erfolge. Jiménez Mayor selbst war vor seiner Zeit als Premier Justizminister – und damit für die Verwaltung der Gefängnisse zuständig.

    FALLS SIE WISSEN MÖCHTEN, ob in Peru auf ihre Ausweisnummer ein Handy registriert ist, können Sie dies auf den Seiten der Netzbetreiber tun (Sie verlassen INFOAMAZONAS dann in einem neuen Fenster):

    CLARO

    MOVISTAR

    NEXTEL

  • Bongará / Amazonas: Erdrutsch verschüttet Straße nach Chachapoyas

    Eine gewaltige Lawine aus Geröll und Schlamm hat heute die Straße zwischen Pedro Ruiz und Chachapoyas vorübergehend unpassierbar gemacht. Auf beiden Seiten des unpassierbaren Straßenstücks sammelten sich dutzende Fahrzeuge, die ihre Reise bislang nicht fortsetzen können. Der Erdrutsch ereignete sich offenbar nach mehr als 24stündigen Regenfällen nahe der Ortschaft Nuevo Horizonte im Distrikt Churuja (Provinz Bongará). Die südlichen Provinzen der Region Amazonas sind damit – sieht man von der prekären Straßenverbindung in Richtung Cajamarca ab – derzeit von der Außenwelt abgeschnitten. Noch immer gehen kleinere Erdrutsche nieder, berichten lokale Radiosender übereinstimmend. Mehrere Räumfahrzeuge sind im Einsatz.

  • Peru: Piuras Regionalpräsident Atkins führt künftig Versammlung der Regionalregierungen

    Javier Atkins Lerggios, Regionalpräsident von Piura. Foto: regionpiura.gob.pe.
    Javier Atkins Lerggios, Regionalpräsident von Piura. Foto: regionpiura.gob.pe.

    Die Präsidenten aller 25 peruanischen Regionen haben Javier Fernando Miguel Atkins Lerggios, den Regionalpräsident der nordwestlichen Küstenregion Piura, zum neuen Vorsitzenden ihres Dachverbandes, der Versammlung der Regionalregierungen (ANGR), gewählt. Atkins löst César Villanueva ab, der seit Jahren die Region San Martín führt und dem es wiederholt gelungen war, Forderungen der Regionalregierungen auf die Agenda zu setzen.

    Der Ökonom Atkins Lerggios, für das Regionalbündnis Alianza Unidos Construyendo gewählt, ist 1956 in Piura geboren, ging auf eine Schule des Salesianer-Ordens und studierte an der Universidad de Piura, sowie der Texas Southern University. Zwischen 1979 und 2008 war er als Geschäftsführer diverser Großbanken tätig, zuletzt zudem als Berater der Stadtverwaltung von Piura.

    Obwohl die Versammlung der Regionalregierungen keine wirklichen Entscheidungskompetenzen hat, werden ihre Vorschläge und Beschlüsse in der Regel gehört. So wurde beispielsweise im vergangenen Jahr eine Gesetzesinitiative zur Beschneidung der Kompetenzen der Regionalregierungen gestoppt, nachdem das Gremium sich dagegen ausgesprochen hatte.

    Gegen Abwahl-Missbrauch

    In einer ersten Stellungnahme griff Atkins Lerggios gleich ein Thema auf, das derzeit hochaktuell ist und auch seinem Amtsvorgänger sehr am Herzen lag: Die Rücknahme oder Veränderung der Gesetze, die es erlauben, Bürgermeisterinnen, Bürgermeister, Regionalpräsidentinnen und Regionalpräsidenten nebst den jeweiligen Ratsleuten abzuwählen. Die aktuellen Regeln erlaubten es, dass Personen diese Möglichkeit missbrauchten, um selbst an die Macht zu kommen – und so die Regierbarkeit des Landes torpedierten, so Atkins Lerggios, der damit den aktuellen Abwahlprozess in der Hauptstadt Lima kommentierte. Zudem brachte er seine Besorgnis über die innere Sicherheit Perus zum Ausdruck. Es müsse Regionalregierungen erleichtert werden, Mittel zur Unterstützung der Polizeiarbeit bereit zu stellen, erklärte der ANGR-Vorsitzende.

  • Sommerferien vorbei: Fast 9 Millionen peruanische Kinder drücken wieder die Schulbank

    Perus Bildungsministerin Patricia Salas. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / ANDINA.
    Perus Bildungsministerin Patricia Salas. Foto: Juan Carlos Guzmán Negrini / ANDINA.

    Die zwei Monate sind vorbei, ab heute wird es wieder ernst: Für fast 9 Millionen peruanische Jungen und Mädchen fängt heute die Schule wieder an. Obwohl in manchen Orten der Schulbetrieb wegen der Abgelegenheit oder widrigen Wetterverhältnissen wohl erst in den kommenden Wochen aufgenommen werden kann, gibt sich Bildungsministerin Patricia Salas optimistisch. Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer und verbesserte Lehrpläne sollen helfen, so die Ministerin.

    Für zahlreiche Schülerinnen und Schüler waren die Ferien übrigens deutlich kürzer, nämlich dort, wo Lehrerinnen und Lehrer am letztjährigen Streik teilgenommen hatten. Sie mussten den Unterricht -notfalls bis in die Ferien hinein- nachholen.

    Allein in diesem Jahr plant das peruanische Bildungsministerium Ausgaben in Höhe von 250 Millionen Nuevos Soles für Schulbücher und 1 Milliarde Nuevos Soles für Instandhaltungsarbeiten der Schulgebäude.

  • Peruanische Sicherheitskräfte verkünden Zerstörung von Terror-Camp

    In Vizcatán (Provinz Huanta / Region Ayacucho), im peruanichen Tal der Flüsse Apurímac, Éne und Mantaro (kurz VRAEM), haben peruanische Sicherheitskräfte offenbar ein Camp der Terrororganisation Sendero Luminoso ausgehoben und zerstört. Es soll sich dabei um ein Versteck von „Camarada Raúl“ gehandelt haben, der Nummer drei in der Hierarchie der VRAE-Fraktion des Sendero Luminoso. Es wurden Gerätschaften, Dokumente und persönliche Gegenstände diverser Sendero Luminoso-Mitglieder beschlagnahmt, die „Camarada Raúl“ gehört haben sollen, darunter sein Radio, Geschenke von Unsterstützerinnen und Unterstützern, USB-Sticks, Computerteile, sowie seine Gitarre.

    Wie genau Polizei- und Militärkräfte von dem Terror-Camp erfuhren ist bislang nicht bekannt, allerdings wurden die Bewohner offenbar von den per Hubschrauber eingeflogenen 300 Einsatzkräften überrascht. Dennoch leisteten sie Widerstand, eine Frau aus ihren Reihen wurde dabei nach offiziellen Angaben getötet. Die meisten weiteren Camp-Bewohner konnten fliehen.

    Das Tal der Flüsse Apurímac, Éne und Mantaro (VRAEM) ist in Peru als Rückzugsort eines Armes des Sendero Luminoso, sowie der Drogenmafia bekannt, die dort in großen Mengen Coca anbauen lässt.

    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.
    Lage des Flusses Apurímac, später Éne. Grafik: D. Raiser / INFOAMAZONAS.

    Nähere Informationen zum Thema finden Sie daher auch in den Beiträgen „Das VRAE heißt nun VRAEM“, sowie „Peru: Was ist und wo liegt das VRAE?“

  • Ecuador und Peru planen, Minenräumarbeiten noch 2013 abzuschließen

    Minensucher  bei der Arbeit. Bild: SINGE / Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS
    Minensucher bei der Arbeit. Bild: SINGE / Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Im Cenepa-Krieg 1995 vergraben, bis heute eine Gefahr: Peru und Ecuador sind seit Jahren damit beschäftigt, Minen im gemeinsamen Grenzgebiet, der Cordillera del Cóndor, unschädlich zu machen. Inzwischen gibt es offenbar Fortschritte zu vermelden, die die Hoffnung nähren, noch in diesem Jahr die Räumarbeiten abzuschließen. Ecuadors Verteidigungsministerin María Espinoza Garcés erklärte gestern, man befinde sich im Zeitplan und hoffe, diesen trotz der schwierigen Klimaverhältnisse und Zugänglichkeit einhalten zu können.

    Seit 1998 herrscht Frieden zwischen Peru und Ecuador, mit der Minenräumung wurde aber erst wesentlich später begonnen.

    Sind die Minen an der Grenze zu Ecuador geräumt, verbleibt lediglich ein Minen-Problem an der Grenze zum südlichen Nachbarn Chile.

  • Erdrutsche und Überschwemmungen in Cajamarca: Straße Chiclayo-Chota/Santa Cruz unbefahrbar

    Mehrere durch Regenfälle ausgelöste Erdrutsche und Gerölllawinen haben Teile der Straßen verschüttet, die Chiclayo (Lambayeque) mit den Provinzen Chota und Santa Cruz (beide Region Cajamarca) verbinden. Dutzende Fahrzeuge stecken auf den Straßen fest, einzelne Passagiere versuchen, die betroffenen Stellen zu Fuß zu umgehen.

    Besonders betroffen ist offenbar die Provinz Chota, wo in der Ortschaft Lajas die Anaximandro Vega-Sekundarschule vom Río Chotano fast vollständig überflutet wurde.