In der Nordostperuanischen Region San Martín ist gestern das private Kleinflugzeug eines Palmölherstellers verschwunden. Nach Angaben der Flugsicherung war es auf dem Weg vom Flugfeld Palmas de Shanusi nach Tarapoto, als der Kontakt über dem „Cerro Escalera“ plötzlich aus noch ungeklärter Ursache abbrach. Die Flugsicherung vermutet, dass das Flugzeug abstürzte. Wegen der Dunkelheit konnte die Luftwaffe erst heute Morgen mit der Suche beginnen. Nach ersten Informationen befanden sich vier Personen an Bord des Kleinflugzeugs. Nach Angaben des Verkehrsministeriums wurde das Flugzeug erst kürzlich technisch überprüft und befand sich in guten Zustand.
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Lima: Kampagne gegen Feuerwerkskörper in Reisebussen
Mehrere Behörden der peruanischen Hauptstadt Lima haben eine Kampagne gegen den illegalen Transport von Feuerwerkskörpern – insbesondere in Reisebussen – gestartet. Durch öffentliche Auftritte, vor allem aber durch verstärkte Kontrollen wollen die Verkehrssicherheitsbehörde SUTRAN und die Generaldirektion zur Kontrolle von Waffen und Sprengstoffen zur zivilen Nutzung DICSCAMEC verhindern, dass es in der Vorweihnachtszeit weitere Un- und Todesfälle durch explodierende Feuerwerkskörper gibt. Zu großen Festen, insbesondere zu Weihnachten und Neujahr, werden überall in Peru gigantische Feuerwerke gezündet. Häufig kommt es dabei, oder bereits bei Herstellung und Transport, zu schweren Unfällen, wenn sich die Feuerwerkskörper unkontrolliert entzünden. Die Kampagne mit dem Namen „Fuego Caleta“ wurde heute Morgen in Yerbateros gestartet, einem wichtigen Busterminal in der peruanischen Hauptstadt.
Bei ihrem Besuch im Terminal Yerbateros kündigte SUTRAN-Chefin Elvira Moscoso an, die Kampagne auch auf andere Städte ausweiten zu wollen. Dafür werde das städtische Personal entsprechend geschult, so Moscoso.
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Trotz vorläufigem Stopp: Proteste gegen Bergbauprojekt „Conga“ gehen weiter
Die Protestaktionen gegen das Bergbauprojekt Conga gehen in der Provinz Celendín (Region Cajamarca) auch nach der Ankündigung des Unternehmens Yanacocha, das Projekt vorläufig auf Eis zu legen, weiter. Der vorläufige Stopp habe an der Situation „nichts geändert, so Wilfredo Saavedra, einer der Anführer der Proteste, gegenüber dem Nachrichtensender RPP. Die Demonstranten fordern, dem „Conga“-Projekt, in dessen Rahmen Gold gefördert werden soll, endgültig die Genehmigung zu entziehen. Sie fürchten irreversible Beeinträchtigungen für die Umwelt, insbesondere Wasserverminderung und -verschmutzung.
Seit nun 7 Tagen kommt es in verschiedenen Teilen der Region Cajamarca zu Protesten. Mehrere Straßen sind blockiert. Nicht nur der Personen-, auch der Nahrungsmitteltransport wird dadurch erschwert, lokale Medien sprechen bereits von steigenden Preisen und leeren Regalen. Der Flughafen stellte vorrübergehend seinen normalen Flugbetrieb ein, lediglich eine Reihe von Flugzeugen der Luftwaffe konnten starten und landen, in denen sowohl militärisches Personal, als auch Zivilisten mit dringenden Reisegründen transportiert wurde.
Auch die peruanische Bischofskonferenz forderte die Demonstranten auf, ihre Proteste beizulegen. Alle Möglichkeiten, einen gerechten, ausgeglichen, konstruktiven und tolleranten Dialog in einer Kultur des Friedens zu ermöglichen müssten ausgeschöpft werden, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Mons. Miguel Cabrejos Vidarte. Zudem forderte er Bevölkerung und Sicherheitskräfte auf, auf Gewalt zu verzichten.
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Yanacocha kündigt vorrübergehenden Stopp des Bergbauprojekts „Conga“ an
httpv://www.youtube.com/watch?v=iaijzOoHu_g
Nach sechs Streiktagen ist den Gegnern des von Yanacocha geplanten Bergbauprojektes „Conga“ ein Zwischenerfolg gelungen. Wie sowohl Yanacocha, als auch Premierminister Salomón Lerner Ghitis in Pressemitteilungen erklärten, wurden die Arbeiten vorrübergehend eingestellt, um mit Hilfe internationaler Vermittler und Prüfer einen neuen Dialogprozess in Gang zu setzen. Den Erklärungen vorausgegangen waren Verhandlungen zwischen Yanacocha und der peruanischen Regierung.Ob der vorrübergehende Stopp allerdings wirklich zu einer Befriedung der aufgeheizten Situation in Cajamarca führt ist fraglich. Erst gestern wurden bei Zusammenstößen zwischen Conga-Gegnern und der Polizei mehrere Personen verletzt. Regionalpräsident Gregorio Santos Guererro, selbst Bergbaukritiker, erklärte gegenüber América Noticias, er erwarte, dass die Regierung das Projekt als Undurchführbar einstufe. Damit ist im Moment nicht zu rechnen.
Insbesondere in den Provinzen Cajamarca und Celendín (Region Cajamarca) kam es in den vergangenen Wochen verstärkt zu Protestaktionen gegen das Bergbauprojekt „Conga“, in dessen Rahmen im Tagebau Gold gefördert werden soll. Insbesondere die Trockenlegung von vier Bergseen – zwei davon für den Tagebau, zwei weitere für Abraum – sorgt für Konflikte. Viele Anwohner fürchten um Qualität und Menge des künftigen Trink- und Bewässerungswassers. Yanacocha konnte diese Sorgen offensichtlich bislang nicht glaubhaft zerstreuen.
Hinweis:
INFOAMAZONAS empfiehlt die Lektüre eines hervorragenden Diskussionsbeitrages zum Thema der erfahrenen (u.a.) Peru-Journalistin Hildegard Willer. -
Cajamarca: 6. Streiktag gegen Bergbauprojekt „Conga“
Große Teile der Region Cajamarca befinden sich weiter im Streik gegen das von Yanacocha (Newmont etc.) geplante Bergbauprojekt „Conga“. Während diverse Akteure – darunter die Volksanwaltschaft – bislang erfolglos versuchen zu vermitteln, hat der Flughafen von Cajamarca seinen Betrieb vorrübergehend eingestellt. Regelmäßig kommt es zu Protestaktionen vor Yanacocha-Einrichtungen oder im Umfeld der Bergseen, die für das „Conga“-Projekt weichen müssten. Neuen Wind und möglicherweise erste Ansätze für eine Lösung des Konfliktes brachte vor wenigen Tagen Umweltminister Giesecke. Ein Papier seines Hauses bescheinigt der Umweltverträglichkeitsprüfung zahlreiche Mängel. Diese wurde allerdings bereits unter der Vorgängerregierung abgenickt. Für das Bergbauprojekt müssen vier Bergseen verlegt und durch künstliche Resservoirs ersetzt werden – unter zwei soll nach Gold gegraben werden, die anderen beiden sollen als Schlackebecken dienen. Bewohner der Ortschaften unterhalb des „Conga“-Gebietes fürchten eine Abnahme der Wassermenge und Wasserverschmutzung.
Während Präsient Humala zu weiterem Dialog aufruft, der statt „Gold oder Wasser“ „Gold und Wasser“ ermöglichen soll, glauben dem Versprechen, dass Bergbau ohne Verschmutzung des Wassers funktionieren kann, nur wenige. In der peruanischen Hauptstadtpresse werden die Demonstranten häufig als „manipuliert“, „fehlinformiert“ oder „Extremisten“ bezeichnet. In einigen Fällen mag das sogar zutreffen, das Mißtrauen gegenüber Bergbauaktivitäten insgesamt wird aber aus traurigen Erfahrungen gespeißt. Denn nicht erst seit Yanacocha kam es wiederholt zu Boden- und Wasserverschmutzung. Schon als Peru noch spanische Kolonie wurde vielerorts Bergbau betrieben. Oftmals wurden (und werden) nach dem Ende der Bergbauaktivitäten keinerlei Anstrengungen unternommen, den Umwelt-Schaden zumindest ansatzweise zu bereinigen. Erst seit wenigen Jahren müssen Bergbauunternehmen dafür aufkommen. Und die Studie des Umweltministeriums sieht auch hier Versäumnisse in der Umweltverträglichkeitsprüfung für „Conga“. Die vorgesehenen Mittel seien viel zu niedrig angesetzt.
Mit einer schnellen Lösung ist wohl nicht zu rechnen. Mit dem Rückzug von Vizeumweltminister José de Echave forderte der Konflikt sein erstes politisches Opfer.
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Bagua Grande: Polizei beschlagnahmt 123 Kilo Kokain
Die Kolonne aus zwei PKW und einem Minivan kamen ihnen verdächtig vor: Bei einer Verkehrskontrolle sind der Straßenpolizei Bagua Grande gestern Drogenschmuggler mit insgesamt 123 Kilogramm Kokain im Gepäck ins Netz gegangen. Wie die Lokalzeitung „Ahora“ berichtet, fuhr, wie es bei Drogentransporten üblich ist, einer der PKW voraus, um vor Polizeikontrollen zu warnen. Offensichtlich schafften sie es nicht mehr rechtzeitig, die Warnung abzusetzen. Beide PKW entkamen, der mit den Drogen beladene Minivan, sowie sein Inhalt wurden aber beschlagnahmt. Die zwei Insaßen wurden festgenommen, gaben allerdings zu Protokoll, lediglich die „Fahrer“ und „Beifahrer“ gewesen zu sein und die Namen der Hintermänner nicht zu kennen. Ziel der Drogenschmuggler soll Chiclayo gewesen sein.
Die Polizeikontrolle ereignete sich bei Streckenkilometer 236 der Fernando Belaúnde Terry-Fernstraße, nur wenige Kilometer von Bagua Grande entfernt. Die Polizei überprüft nun mit Hilfe der Videoaufnahmen der Überwachungskamera einer nahegelegenen Mautstation, ob der Minivan bereits in der Vergangenheit auf der Route unterwegs war. Die Drogen waren in backsteinförmigen Bündeln verpackt und mit gelber Folie eingewickelt worden.
Mehr Informationen zum Thema „Peru“ und „Drogen“ finden Sie im Infoamazonas-Dossier Drogenprobleme. -
Puno: Kirche ausgeraubt
In der südperuanischen Stadt Puno (Region Puno) haben unbekannte Übeltäter gestern mehrere Gold- und Silberobjekte im Wert von über 40.000 Nuevos Soles gestohlen. Wie der Diözesansender „Onda Azúl“ berichtet, töteten die Diebe in den frühen Morgenstunden zunächst zweiWachhunde auf der Rückseite der San Antonio de Padua-Kirche und ließen sich mit einem Seil vom Dach herab. Aus der Kirche stahlen sie mehrere Objekte aus Silber und Gold, darunter den Rahmen des in Peru sehr verehrten „Señor de los Milagros“, den silbernen Besen des peruanischen heiligen Martin von Porres und die goldene Krone der „Virgen María de la Candelaria“.
Bereits Ende Mai war es zu Diebstählen in der San Antonio de Padua-Gemeinde gekommen, damals war der Sachschaden allerdings wesentlich geringer gewesen. Die Diebe wurden bis heute nicht gefasst. Die Kirche liegt neben dem Justizpalast, rund 100 Meter von einer Polizeistation entfernt.
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Apurímac: Zusammenstößen wegen ausbleibender Ergebnisse im Bergbau-Dialog / Zahlreiche Verletzte
In der peruanischen Region Apurímac kam es gestern nach der Abreise der Ministerdelegation, die an einem runden Tisch zu einem Bergbau-Konflikt teilgenommen hatte, zu Zusammenstößen mit der Polizei. In der Provinz Andahuaylas wurde ein Verwaltungsgebäude der Regionalregierung angezündet, es brannte vollständig aus. Wie Oscar Rojas Palomino, Provinzbürgermeister von Andahuaylas, gegenüber RPP Noticias erklärte, war es zur Eskalation gekommen, nachdem Landwirtschaftsminister Miguel Caillaux und Energie- und Bergbauminister Carlos Herrera abgereist waren, ohne zuvor das Protokoll der vorangegangenen vierstündigen Verhandlungen zu unterzeichnen. Bei den Zusammenstößen mit der Polizei wurden rund ein dutzend Demonstranten, sowie 16 Polizisten verletzt. Erste Berichte, es habe auch Todesopfer gegeben, wurden inzwischen dementiert.
In den vergangenen Tagen hatte es zahlreiche Protest- und Blockadeaktionen gegeben, mit denen Einwohner der Region Apurímac gegen die Vergabe von Bergbaukonzessionen in Quellregionen von Flüssen und Bächen demonstrierten.
In einer gemeinsamen Erklärung sprach das Umwelt-, sowie das Landwirtschaftsministerium gestern von vorhandener „Desinformation“ bei den Bergbaugegnern. So sei derzeit kein Inhaber einer Bergbaukonzession in einer der Quellregionen der Provinz Andahuaylas aktiv. Die vorhandene Verschmutzung von Wasserwegen und die Zerstörung von Ackerflächen sei vielmehr ein Produkt des illegalen Bergbaus, zitiert die Pressemitteilung Landwirtschaftsminister Caillaux.
Die Region Apurímac liegt in Südperu, zwischen den Regionen Ayacucho, Cusco und Arequipa. Nach Ergebnissen der Volkszählung 2007 arbeiten rund 1,7% aller ArbeitnehmerInnen im Bergbau-Bereich.
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Peru: Landwirte, Umweltschützer, Baumwollpflücker und Goldwäscher kündigen Streiks und Demonstrationen an
Die ersten 100 Tage der Regierung von Präsident Ollanta Humala sind vorbei, nun kündigt sich ein heißer Sommer an. Nicht im Sinne des Wetterberichts, vielmehr haben diverse Gremien in verschiedenen Teilen Perus für die kommenden Tage und Wochen Streiks angekündigt. Denn einige ehemalige Humala-Verbündete sind enttäuscht von der bisherigen Regierungsarbeit. Das breite Bündnis aus Umweltschützern, Menschenrechtlern, Personen aus der Schattenwirtschaft – inklusive den Goldwäschern -, linken und rechten Nationalisten, Gewerkschaftern und Teilen der Polizei und des Militärs zeigt Risse, die sich auch innerhalb der Regierung abzuzeichnen beginnen. Sichtbar wurde dies beispielsweise an der Kontroverse über eine von Arbeitsminister Rudecindo Vega geforderte „Generalamnestie“ für Militärs und Terroristen, die während des internen Konfliktes in Peru während der 80er und 90er Jahre Menschenrechte verletzten. Nach Protesten mehrerer Kabinettskollegen war das Thema bald vom Tisch.
Noch deutlicher zeigt sich die Unzufriedenheit allerdings an den zahlreichen Streiks und Protesten, die dieser Tage in vielen Teilen Perus aufflammen. So protestieren in Cajamarca Anwohner gegen das geplante Bergbauprojekt „Conga“ und wollen die Region im Protest lahmlegen. Studierende der Universität Cajamarca besetzten ihren Uni-Campus. In Áncas kam es zu Straßenblockaden im Protest gegen mutmaßlich nicht eingehaltene Zusagen zur Finanzierung sozialer Projekte durch ein Bergbauunternehmen. (Nicht nur) In Madre de Dios ist für den 24. November ein Streik der Goldwäscher geplant, die nicht nur einen Stopp der Militär- und Polizeiaktionen gegen ihre technischen Einrichtungen wie Baggerschiffen fordern, sondern auch ein offizielles Goldwäscher-Register. In Apurímac wird bereits seit einigen Tagen gegen die Vergabe weiterer Bergbaukonzessionen demonstriert und die Baumwollproduzenten aus Ica, Lambayeque und Piura kündigen Proteste an, sollten kürzlich aufgehobene Importbeschränkungen für indische Baumwolle nicht wieder eingeführt werden.
Umweltminister Ricardo Giesecke hatte nach seiner Ernennung betont, es dürfe „keine weiteren Toten wegen (sozialen und Umwelt-) Konflikten mehr geben, und Projekte dürften nicht „um jeden Preis“ durchgezogen werden. Die Regierung von Präsident Ollanta Humala selbst hat sich „Dialog“ und „Konsultation“ auf die Fahnen geschrieben und in einigen Fällen bereits Verhandlungen angestrengt. Wie ernst es ihr und den protestierenden Organisationen damit ist, werden die kommenden Tage zeigen.