• Peru: Starke Regenfälle an der Nordküste sorgen für Überschwemmungen

    Starke Regenfälle haben in der Nacht auf Mittwoch in den nordwestperuanischen Küstenregionen Lambayeque und Tumbes mehrere Bäche und Flüsse über die Ufer treten lassen, wobei zahlreiche Häuser und Ackerflächen zerstört wurden. Nach Informationen des peruanischen Zivilschutzes stürzten in den Orten Cañaveral und Huaquillas (Distrikt Casitas / Provinz Contralmirante Villar / Region Tumbes) 24 Gebäude vollständig ein, 50 weitere wurden beschädigt, darunter zwei Schulen. Auch Stromversorgung und Telefonnetz fielen vorrübergehend aus. Rund 6 Hektar Ackerfläche wurde weggespült.

    In Lambayeque wurden nach Angaben des regionalen Zivilschutzes ebenfalls rund 30 Häuser zerstört und zahlreiche weitere beschädigt. 375 Personen mussten ihre Häuser vorrübergehend verlassen. Besonders betroffen waren hier die Provinzen Lambayeque und Chiclayo.

    Die Regenfälle begannen am vergangenen Mittwoch Morgen gegen 2 Uhr (Ortszeit) und hielten rund sechs Stunden an.

  • Erdbeben in Nordperu lassen Piura und Amazonas erzittern

    Zwei Erdbeben haben gestern die nordperuanischen Regionen Piura und Amazonas erschüttert. Das berichtet das peruanische Institut für Geophysik. Zunächst kam es um 13:22 Uhr Ortszeit zu einem Beben der Stärke 5,0 auf der Richterskala, dessen Epizentrum nordöstlich der Stadt Santa María de Nieva (Provinz Condorcanqui) in einer Tiefe von 134 Kilometern lag. Um 14:59 kam es dann zu einem zweiten Beben, diesmal mit der Stärke 4,1 aus der Richterskala. Das Epizentrum lag dabei 51 Kilometer südlich der Stadt Piura in einer Tiefe von 40 Kilometern. Wegen der geringeren Tiefe war es wesentlich stärker zu spüren, als das Beben in Amazonas.

    Berichte über Schäden liegen bislang nicht vor.

  • Wegen Vorwurf der Vetternwirtschaft: Perus Vizepräsident Chehade lässt Amt ruhen

    Unter Druck: Perus Vizeräsident Omar Chehade. Foto: Carlos Lezama / ANDINA
    Unter Druck: Perus Vizeräsident Omar Chehade. Foto: Carlos Lezama / ANDINA

    Der peruanische Vizepräsident Omar Chehade hat in einer öffentlichen Stellungnahme angekündigt, bis zum Ende der Untersuchungen gegen ihn wegen mutmaßlicher Vetternwirtschaft sein Amt vorläufig ruhen zu lassen.  Bislang hatte sich die Regierung hinter den ehemaligen Korruptionsbekämpfer gestellt, vor zwei Tagen hatte aber auch Präsident Humala in einer Fernsehansprache seinem zweiten Stellvertreter den Rücktritt nahegelegt.

    Vizepräsident Omar Chehade wird vorgeworfen, seinen Einfluss genutzt zu haben, um die seiner Familie nahestehenden Unternehmensgruppe Wong dabei zu unterstützen, mit Hilfe der Polizei die Kontrolle der Zuckerkooperative Andahuasi zu übernehmen. Hierfür soll er, so berichtet die investigativjournalistische Internetplattform IDL-Reporteros, Kontakte zwischen Polizeioberen und Abgesandten von Wong hergestellt haben. Im Spiel ist weiters eine richterliche Räumungsanordnung von Andahuasi, die vermutlich nicht auf formell korrektem Wege erstellt wurde, sowie die Frühpensionierung eines Polizeigenerals, der andeutete, seine Pensionierung stehe möglicherweise im Zusammenhang mit seiner Ablehnung, die Räumungsandordnung umzusetzen. Chehade selbst beharrt auf seiner Unschuld und erklärte wiederholt, bei den Treffen mit diversen Polizeigenerälen sei es um das Thema „innere Sicherheit“ im Allgemeinen gegangen.

    Während die Opposition nun seit mehreren Tagen den Kopf Chehades fordert, sprach dieser von einem medialen und politischen „Lynchprozess“ und sieht sich in einer Reihe mit dem Chef der Antidrogenbehörde DEVIDA, Ricardo Soberón und Frauenministerin Aida García, die in den vergangenen Monaten ebenfalls mit aller Härte von den Medien angegangen worden waren. Deshalb verwies er in der nun veröffentlichten Stellungnahme auf der Unschuldsvermutung und bat die Staatsanwaltschaft, sowie drei Untersuchungskommissionen des peruanischen Parlaments, um eine „objektive und vollständige Untersuchung“ der Vorwürfe.

    Chehades Amt als zweiter Vizepräsident wird nun vorläufig vom Präsidenten des peruanischen Kongresses, Daniel Abugattas, wahrgenommen. Sein Mandat als Kongressabgeordneter wird er weiterführen.

  • Rallye Dakar 2012 endet in Lima

    Route der Rallye Dakar 2012. Bild: dakar.com.
    Route der Rallye Dakar 2012. Bild: dakar.com.

    Das Ziel der Rallye Dakar 2012, die im argentinischen Mar de Plata starten wird, ist das Stadtzentrum der peruanischen Hauptstadt Lima. Das gaben gestern die Veranstalter des Events bekannt, in dem sich die Besatzungen von insgesamt 466 Fahrzeugen messen wollen. Die Strecke mit einer Länge von 8.500 Kilometernsoll in der Zeit vom 1. bis zum 15. Januar 2012 bewältigt werden und führt dabei von der Atlantik- zur Pazifikküste.

  • Bagua Grande: Leiche aus dem Sarg gestohlen

    Hier lag sie, die Leiche. Foto: Radio La Voz.
    Hier lag sie, die Leiche. Foto: Radio La Voz.

    Unbekannte haben am vergangenen Wochenende in Bagua Grande (Provinz Utcubamba / Region Amazonas) eine Grabwand gewaltsam geöffnet und eine Frauenleiche gestohlen. Das berichtet die Regionalausgabe der Tageszeitung „Ahora“. Die Grabschänder öffneten das Grab mit Hammer und Meißel und nahmen die sterblichen Überreste von Clara Rosa Barboza Guevara mit, die im Juli 1996 verstorben war. Wohin die Leiche verschwand und warum sie gestohlen wurde, stellt die Polizei bislang vor ein Rätsel. Um einen Scherz zu Halloween handelte es sich offenbar nicht.

  • Peru startet Einführung von Armen-Grundrente

    Die peruanische Regierung hat in Huancavelíca mit der Einführung der unter dem Namen „Pension 65“ im Wahlkampf von Präsident Ollanta Humala angekündigten Grundrente begonnen, von der Senioren über 65 Jahren profitieren sollen, die nie oder nicht ausreichend in eine Rentenkasse eingezahlt haben. Zunächst in Huancavelíca, dann auch in Apurímac, Ayacucho, Huancavelica, Puno, Ica, Huánuco und in den kommenden Jahren in allen Teilen Perus, bekommen Personen aus dieser Personengruppe, die nachweisen können in extremer Armut zu leben, in Zukunft 125 Nuevos Soles pro Monat. Verwaltet wird das Programm vom neu gegründeten Sozialministerium.

    Zum Nachweis „extremer“ Armut muss zunächst ein SISFOH-Zertifikat (Sistema de Focalización de Hogares) beantragt und der Nachweis erbracht werden, keine Rente oder Sozialhilfe (außer PRONAMA) zu beziehen und wenn überhaupt nur bei der staatlichen Grundkrankenversicherung SIS (Sistema Integral de Salud) versichert zu sein. Außerdem muss ein Personalausweis (DNI) vorgelegt werden. Wer alle Voraussetzungen erfüllt, bekommt ein kostenloses Konto mit Bankkarte der peruanischen Nationalbank (BN), auf das dann Monat für Monat die Rente überwiesen wird. Wie genau das in den Fällen funktionieren soll, in denen die nächste Nationalbank-Filiale mehrere Tagesreisen entfernt ist, ist bislang nicht bekannt. Über die Verwendung des Geldes müssen die BezieherInnen keine Rechenschaft ablegen. Außerdem wird jedeR Pension 65-BezieherIn automatisch Mitglied der staatlichen Krankenversicherung SIS.

    Die Einführung der Grundrente stieß in Peru auf ein sehr positives Echo. Große Teile der peruanischen Wirtschaft funktionieren noch immer auf informeller Basis. Trotz der Anstrengungen der vergangenen Regierungen arbeiten viele noch immer ohne Arbeitsvertrag.

  • Celendín / Cajamarca: Bergbauprojekt „Conga“ sorgt weiter für Streit

    Das von Yanacocha geplante Bergbauprojekt „Conga“, das in den Distrikten Huasmín und Sorochuco (Provinz Celendín), sowie Encañada (Provinz Cajamarca) durchgeführt werden soll, sorgt weiter für Konflikte in der Region. Grund ist, dass viele Anwohner befürchten, durch das Wassermanagement von Yanacocha könnte die Wassermenge diverser Flüsse und Bewässerungsanlagen abnehmen und der natürliche Wasserkreislauf gestört werden. Insbesondere der Plan, vier Bergseen zu verlegen, die sich auf dem Gebiet des geplanten Tagebaus befinden, stößt bei vielen auf Ablehnung. Dabei achten einige der Protestführer darauf, nicht als orthodoxe Bergbaugegner dargestellt zu werden. Der Landwirt Daniel Gil Terrones aus Lirio (Distrikt Huasmín) erklärte gegenüber der Tageszeitung La República, den Einwohnern seines Dorfes gehe es bei den derzeitigen Protestaktionen lediglich um das Wasser. Yanacocha seinerseits setzt auf weitere Informationskampagnen und spricht dabei nicht nur von mehreren Wasserreservoirs, sondern auch von zusätzlichen finanziellen Mitteln in Millionenhöhe für die betroffenen Distrikte. Dabei kommt es auch zwischen einzelnen Ortschaften zu Meinungsverschiedenheiten, da Orte, die Näher am geplanten Conga-Projekt liegen, finanziell stärker profitieren sollen. Die Regierung hält sich aus dem Streit bislang weitgehend heraus, Präsident Ollanta Humala erklärte allerdings gestern in einer Fernsehansprache, die Konflikte müssten friedlich gelöst werden. Sollte das Unternehmen (Yanacocha) allerdings alle rechtlichen Vorgaben einhalten, werde der „Staat seine Autorität (zugunsten von Yanacocha) durchsetzen“, so Humala.

    Inzwischen kündigten diverse Organisationen und Gewerkschaften aus Cajamarca einen Generalstreik für den kommenden 9. November an.

  • Madre de Dios: Militär und Polizei gehen wieder gegen Goldschürfer vor

    Beschlagnahmtes Floß in Madre de Dios. Foto: ANDINA/Marina de Guerra del Perú.
    Beschlagnahmtes Floß in Madre de Dios. Foto: ANDINA/Marina de Guerra del Perú.

    Nach neun Monaten Unterbrechung haben Perus Militär und Polizei wieder mit der Zerstörung von Schwimmbaggern und anderen Geräten begonnen, die illegal zum Goldschürfen an diversen Amazonas-Zuflüssen genutzt werden. Mitte Februar hatte die peruanische Regierung auf Drängen des damaligen Umweltministers Antonio Brack ihr Vorgehen gegen den informellen Bergbau, durch den nicht nur Urwald zerstört, sondern auch Flüsse und Böden verschmutzt werden, verschärft. Dabei kam es zu Protesten, bei den anschließenden Verhandlungen sagten mehrere Vereinigungen von Goldschürfern zu, sich zu registrieren und unter Anderem auch Steuern zu bezahlen. Die Offensive des Militärs wurde darauf hin eingestellt.

    Nachdem in den vergangenen neun Monaten nur wenig geschah, wurde nun ein neuer Einsatz begonnen, der sich auf das Notfalldekret 12 vom Februar 2010 beruft, in dem der Einsatz von Schwimmbaggern verboten wird. Bislang sollen im aktuellen Einsatz 5 Schwimmbagger zerstört worden sein, insgesamt 1.500 Soldaten und Polizisten sind dafür im Einsatz. Im Mittelpunkt der Aktionen steht dabei das Umfeld des Schutzgebietes Tambopata. Verteidigungsminister Mora kündigte an, die gestartete Offensive sei nicht „vorrübergehend“, sondern werde „dauerhaft anhalten“.

  • Peru: Regierung verhängt Ausnahmezustand über VRAE

    Die peruanische Regierung hat über weite Teile der Täler der Flüsse Apurímac und Éne (VRAE), zu dem Distrikte und Provinzen der Regionen Ayacucho, Huancavelica, Cusco und Junín gehören, für 60 Tage den Ausnahmezustand verhängt und damit Kritik hervorgerufen. Währen der kommenden zwei Monate soll das peruanische Militär vorrübergehend die Verantwortung für die innere Sicherheit übernehmen. Der Grund für diese Maßnahme geht aus dem Notfalldekret nicht hervor, das nun im peruanischen Gesetzesblatt „El Peruano“ veröffentlicht wurde. Sie hängt aber wohl mit dem Kampf gegen Drogenproduktion und -schmuggel zusammen, Tätigkeiten, mit denen das VRAE traurige Berühmtheit erlangte. Das VRAE gilt als eine der zentralen peruanischen Produktionsregionen für Kokain und Kokain-Grundstoffe.

    In Ayacucho stieß die Verhängung des Ausnahmezustandes auf Kritik. So waren sich Regionalpräsident Wilfredo Oscorima Núñez und Carlos Rúa Carbajal, Bürgermeister von Huanta, darin einig, dass das Notfalldekret mit „besten Absichten“ verfasst worden sei, aber vor allem arme Familien treffe, die sowieso bereits durch die verstärkte Kontrolle von Treibstoffen unter Preissteigerungen zu leiden hätten. Bestimmte Treibstoffe – beispielsweise Kerosin – werden bei der Verarbeitung von Cocablättern zu Kokain benötigt. Ihr Handel und Transport ist im VRAE deshalb nur unter strengen Auflagen möglich.

    Mit der Verhängung des Ausnahmezustandes werden in den betroffenen Gebieten diverse Grundrechte nicht mehr garantiert und dem Militär große Handlungsspielräume eingeräumt, die unter normalen Bedingungen nicht einmal der Polizei zur Verfügung stehen. Das von Präsident Humala, Verteidigungsminister Mora und Innenminister Valdes unterzeichnete Dekret mit der Nummer 513-2011-DE sieht vor, dass das Militär in den Provinzen Huanta und La Mar (Region Ayacucho), sowie der Provinz Tayacaja (Region Huancavelica) vorrübergehend die Kontrolle übernimmt. In der Region Cusco sind die Distrikte Kimbiri, Pichari und Vilcabamba (Provinz La Convención) betroffen.

  • Ica: Erde kommt nicht zur Ruhe / weitere Nachbeben

    Eine Reihe weiterer Nachbeben hat unter Anderem die peruanische Region Ica erschüttert. Das jüngste Beben blieb aber mit 5,0 auf der Richterskala hinter dem Beben am vergangenen Freitag zurück. Aus Angst vor weiteren Erdstößen betreten viele noch immer nicht ihre Häuser.

    Die Serie von Erdbeben, 16 Stück in zwei Tagen, haben große Schäden angerichtet, durch einstürzende Häuser, herabfallende Ziegel und auf der Flucht wurden, wie aus dem jüngsten Bericht des Zivilschutzes Ica hervorgeht, mehr als 100 Personen verletzt. Durch den Einsturz und die Beschädigung von über 700 Häusern sind rund 1.430 Personen durch die Beben Obdachlos geworden. Einige Kirchen, Gesundheitsstationen und Schulgebäude wurden wegen akuter Einsturzgefahr geschlossen. Am schlimmsten traf es die Distrikte Salas Guadalupe und Ocucaje (beide Provinz Ica). In ersterem wurden 407 Häuser beschädigt, 177 davon sind nicht mehr bewohnbar. In Ocucaje wurden 220 Häuser und zwei Gesundheitsstationen teils schwer beschädigt. Ein Dutzend Häuser stürzte komplett ein. Der Zivilschutz der Region Ica begann deshalb nun mit der Verteilung von Zelten an die Erdbebenopfer.

    Präsident Humala hat wegen der Erdbeben seinen Besuch bei dem XXI. Iberoamerica-Gipfel in Asunción (Paraguay) abgebrochen und flog noch gestern nach Ica, wo er Verletzte im Krankenhaus besuchte und eine Reihe geschädigter Gebäude persönlich in Augenschein nahm.

    In Peru kommt es wegen seiner Lage am pazifischen Feuerring immer wieder zu starken Erdbeben. Die Region Ica war zuletzt im August 2007 von einem schweren Erdbeben getroffen worden, von dem sich die Region bis heute nicht erholt hat.