• Illegale Siedlung beim alten Flughafen: Chachapoyas vor sozialem Konflikt?

    Es gibt keinen Strom und kein fließendes Wasser, dennoch haben dutzende Familien begonnen, im Umfeld des alten Flughafens von Chachapoyas (Region Amazonas) eine Siedlung zu errichten. Das bringt einige Probleme mit sich, denn der Zivilschutz stuft das besetzte Gelände nicht nur als „Hochrisikozone“ ein, der Stadtentwicklungsplan der Hauptstadt der Region Amazonas sieht auch die Wiederaufforstung der Grundstücke vor, um künftigen Bodenerosionen im Nahbereich von Chachapoyas vorzubeugen. Dennoch haben einige Familien bereits mit dem Bau rustikaler Häuser begonnen – ohne, dass ihnen der Grund gehört. Ähnlich wie bei der zunächst illegalen Ansiedlung im inzwischen weitgehend anerkannten Stadtteil „Pedro Castro Alva“ hoffen sie darauf, dass dann, wenn mit dem Bau von Häusern und Wegen Fakten geschaffen wurden, die Siedlung als weiterer Teilort anerkannt wird. Provinzbürgermeister Diógenes Zavaleta Tenorio erklärte, er hoffe, dass es wegen der Geländebesetzung nicht zu „unnötigen Zusammenstößen“ komme und rief die Besetzer auf, von ihren Plänen abzulassen.

    Für eine so einfache Lösung ist es aber wohl bereits zu spät. Wie eine 22jährige Bewohnerin der illegalen Siedlung gegenüber INFOAMAZONAS erklärte, sind bereits einige prekäre Hütten fertiggestellt, zahlreiche Häuser befinden sich bereits in fortgeschrittener Bauphase.

    Unter den Siedlern sollen vorwiegend Personen aus verschiedenen Dörfern des Südteils der Region Amazonas sein. Siedlungsbewegungen und Landnahme dieser Art ist in Peru weit verbreitet, fast alle großen Städte – inklusive der Hauptstadt Lima – vergrößern sich bis heute auf diese Weise.

  • Peru: Über 80 Verletzte nach Erdbeben in Ica

    Bei dem Erdbeben der Stärke 6,7 auf der Richterskala, das gestern die peruanische Region Ica erschütterte, wurden nach Angaben des peruanischen Zivilschutzes mehr als 80 Personen verletzt. Bislang wurden 132 eingestürzte und 258 schwer beschädigte Häuser gezählt. Nach Angaben des peruanischen Institutes für Geophysik (IGP) gab es inzwischen sechs Nachbeben, drei davon stärker als 5,0.

    Gestern hatte das Beben der Stärke 6,7 auf der Richtesrskala um 13:54 Uhr Ortszeit das südliche Zentralperu erschüttert. Insbesondere die Region Ica war betroffen. Nach Angaben des peruanischen Institutes für Geophysik (IGP) lag das Epizentrum 117 Kilometer südöstlich von Ica in einer Tiefe von 30 Kilometern unter dem Meeresboden.

  • Peru: Starkes Erdbeben erschüttert Region Ica

    Ein Erdbeben der Stärke 6,7 auf der Richtesrskala hat heute um 13:54 Uhr Ortszeit das südliche Zentralperu erschüttert. Insbesondere die Region Ica ist betroffen. Nach Angaben des peruanischen Institutes für Geophysik (IGP) lag das Epizentrum 117 Kilometer südöstlich von Ica in einer Tiefe von 30 Kilometern unter dem Meeresboden. Aus weiten Teilen der Region Ica wird von Stromausfällen und Störungen des Handynetzes berichtet. In Palpa soll es zu Schäden an einigen älteren Häusern gekommen sein. Ähnliches berichtet auch der Zivilschutz aus der Region Ayacucho. Auf mehreren Straßen fielen Felsblöcke herab. Das Institut für Geophysik erwartet nach diesem Beben allerdings wesentlich geringere Folgen als nach dem schweren Erdbeben 2007, bei dem ganze Teile der Region Ica zerstört wurden.

    Das Beben war auch stark in Cusco, Arequipa, Huancavelica und Lima, sowie in zahlreichen weiteren Regionen zu spüren. Inzwischen gibt es Berichte von zwei kleineren Nachbeben. Ein Tsunami wurde inzwischen ausgeschlossen.

    Bereits bei dem starken Beben 2007 war es zu einem Ausfall des Telefon- und Mobiltelefonnetzes gekommen. Die Regierung hatte anschließend Nachbesserungen von den Telekomunikationsunternehmen gefordert, um solche Störungen künftig zu verhindern. Genützt haben diese Forderungen offensichtlich wenig.

  • Führungswechsel in der Indígena-Behörde INDEPA sorgt für Aufregung

    Die peruanische Indígena-Behörde INDEPA – das Institut zur Entwicklung Andiner, Amazonischer und Afroperuanischer Völker – hat mit dem Juristen Gustavo Arturo Zambrano Chávez einen neuen Chef – und mit dem Wechsel an der Spitze einigen Wind aufgewirbelt. Denn die Vorgängerin Raquel Yrigoyen Fajardo, eine Koriphäe im Bereich interkulturellen Rechts, ging nach eigenen Angaben nicht freiwillig.

    In Interviews nach ihrer Entlassung stellte Yrigoyen Fajardo selbst die -inzwischen von diversen Nachrichtenportalen und Nichtregierungsorganisationen gern übernommene- Vermutung auf, sie wäre ausgewechselt worden, weil sie sich in ihrer Arbeit kritisch mit einem Gasförderprojekt auseinandergesetzt hatte, das sich mit einem Schutzgebiet überschneidet. Den Raum für Spekulationen dieser Art hatte Kulturministerin Susana Baca selbst gelassen, denn die ministerielle Verfügung, die den Wechsel an der INDEPA-Spitze auslöste, enthielt keinerlei Angaben zu den Gründen.

    Für die Eintschätzung der Juristin Yrigoyen spricht, dass sie sich erst vor wenigen Tagen vor dem peruanischen Kongress kritisch zur Genehmigung von Förderaktivitäten im Gasfeld 88 im Schutzgebiet Kugapakori Nahua Nanti geäußert hatte. Das kommt in Peru nicht überall gut an, denn das Gasfeld 88 wird immer wieder zum Politikum, wenn es um die Frage geht, ob das Gas von dort zunächst für den Eigengebrauch oder den Export verwendet werden soll. Im Wahlkampf versprach Gana Perú, das Parteienbündnis von Präsident Ollanta Humala, das Gasfeld 88 für den heimischen Markt zu reservieren. Ein anderer Konfliktpunkt innerhalb der Regierung war auch die Forderung der Ex-INDEPA-Chefin, ihrer Behörde mehr politisches Gewicht zu geben. Bei seiner Gründung unter Ex-Präsident Alejandro Toledo hatte der INDEPA-Chef formell den Rang eines Ministers. Heute untersteht INDEPA dem Vizeminister für Interkulturalität.

    Auch Vizeminister Otta muss gehen

    Der Hauptgrund für die Ablösung von Raquel Yrigoyen war aber wohl ein anderer. Wie der in Indígena-Fragen für gewöhnlich gut informierte Nachrichtendienst SERVINDI berichtet, stimmte die Chemie nicht zwischen der Ex-INDEPA-Chefin und  Vicente Otta, dem Vizeminister für Interkulturalität, der ebenfalls seinen Hut nehmen musste. Außerdem erklärte Kulturministerin Baca in einer Pressekonferenz, Otta habe nun mehr Zeit „seine privaten Probleme“ zu lösen – was sie damit genau meinte, wollte sie dann aber doch nicht sagen. Dass gleich beide gehen müssen, ist (nicht nur) für die peruanische Politik normal: Geht der Kopf, gehen die politischen Beamten gleich mit. Mit Yrigoyen Fajardos Nachfolger, dem Juristen und Rechtssoziologen Gustavo Arturo Zambrano Chávez und dem bisherigen Zuständigen für Umweltfragen der peruanischen Volksanwaltschaft Iván Lanegra Quispe als neuem Vizeminister für Interkulturalität habe man nun ein „technisch versiertes Team“, das „Gemeinsam mit den indigenen Völkern“ arbeiten werde, so Baca.

    In den vergangenen Monaten hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von INDEPA vor allem an Durchführungsverordnungen für ein erst kürzlich verabschiedetes Gesetz gearbeitet, das die Konsultation der Indígena vorschreibt, die von staatlichen Entscheidungen betroffen sein könnten. Indígena-Verbände fürchten nun, dass die bereits geleistete Arbeit in den Papierkorb wandert. Vizeminister Lanegra Quispe versprach aber, dort mit der Arbeit anzufangen, wo die Vorgänger aufgehört hatten – und, dass die Durchführungsverordnungen bis 12. Januar 2012 auf dem Tisch liegen werden.

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    Wer etwas über den neuen INDEPA-Chef erfahren möchte, dem sei ein Blick in seine Masterarbeit über Corporate Social Responsibility am Thema „Tintaya“ empfohlen:
    http://liu.diva-portal.org/smash/get/diva2:224637/FULLTEXT01

  • Magdalena / Amazonas: Auto fällt in den Utcubamba / vier Personen ertrunken

    Polizei bei der Bergung des Unfallwagens. Foto: José Antonio Aguilar / PNP.
    Polizei bei der Bergung des Unfallwagens. Foto: José Antonio Aguilar / PNP.

    Bei Parsul (Distrikt Magdalena / Provinz Chachapoyas / Region Amazonas) sind am vergangenen Sonntag kurz nach Mitternacht vier Menschen ertrunken, als ein Auto aus noch ungeklärter Ursache in den Utcubamba-Fluss stürzte und sich mit dem Dach nach unten mit Wasser füllte. Wie José Antonio Aguilar Arévalo, Sprecher der Polizei Chachapoyas, gegenüber INFOAMAZONAS bestätigte, dauerte es wegen der Dunkelheit 10 Stunden, bis die Polizisten von der Polizeistation „Bajo Tingo“ mit Hilfe von Anwohnern die Leichen aller Todesopfer bergen konnten.

    In dem Taxi von Transervis-Amazonas, das normalerweise die Route Chachapoyas-Luya/Lamud bedient, fuhr der 41jährige Autohalter, sowie drei junge Erwachsene im Alter zwischen 19 und 23 Jahren.

  • Cajamarca: Gefängnisgelände wird entmint

    Minensucher bei der Arbeit. Bild: SINGE / Foto: D. Raiser / INFOAMAZONAS

    Experten der peruanischen Polizei haben im Umfeld des Gefängnisses „Huacaríz“ (Cajamarca) insgesamt 2.679 Antipersonenminen entfernt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA berichtet, wurde der Stadt Cajamarca inzwischen ein Zertifikat ausgehändigt, in dem bestätigt wird, dass das Gelände nun frei von Antipersonenminen ist. Die Minen wurden 1992, zur Hochzeit des Sendero Luminoso-Terrors und des staatlichen Gegen-Terrors gelegt, um den Ausbruch oder die gewaltsame Befreiung von Terror-Häftlingen zu verhindern. Die Arbeiten der Minensucher dauerte insgesamt fünf Monate.

    Ähnlich wurden in Yanamayo (Region Puno) und Miguel Castro Castro (Lima) jeweils rund 3.000 Antipersonenminen gefunden und zerstört.

  • Ökonomin Carolina Trivelli wird Perus erste Sozialministerin

    Carolina Trivelli: Perus neue Sozialministerin. Foto: Prensa Presidencia.
    Carolina Trivelli: Perus neue Sozialministerin. Foto: Prensa Presidencia.

    Bislang waren die verschiedenen Sozialprogramme der peruanischen Regierung auf verschiedene Ministerien verteilt, nun werden sie unter einem neuen Dach vereint: Dem heute gegründeten Ministerium für Entwicklung und Sozialinklusion (MIDIS). Besetzt wurde das neue Amt mit der Ökonomin und Sozialwissenschaftlerin Carolina Trivelli, einer Person, die über viel Erfahrung auf dem Gebiet der Sozialpolitik verfügt. Für diverse Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen beschäftigte sich Trivelli mit ländlicher Entwicklung, Landwirtschaftliche Ökonomie, Mikrokredite sowie Gender- und Indígena-Fragen. Zuletzt arbeitete sie als Forscherin für das Instituto de Estudios Peruanos (IEP).

    Das neue Ministerium wird sich unter Anderem mit dem Sozialprogramm Juntos, der Armen-Grundrente „Pensión 65“ und dem Infrastruktur-Programm FONCODES befassen.

  • Cajamarca: La Encañada beendet Straßenblockade / Yanacocha nimmt am runden Tisch teil

    Nach fünf Streiktagen und dem Einlenken des Bergbauunternehmens Yanacocha haben die Bewohner des Distrikts La Encañada (Provinz und Region Cajamarca) gestern ihre Blockade der Straße Cajamarca-Bambamarca aufgehoben. Yanacocha hatte sich bereit erklärt, an einem runden Tisch gemeinsam mit Abgesandten des Energie- und Bergbauministeriums, des Distrikts La Encañada, der Volksanwaltschaft, sowie der Regionalregierung über die Umsetzung vergangener und die Planung künftiger Infrastrukturprojekte zu sprechen. Jede Seite wird mit jeweils 25 Personen vor Ort vertreten sein, von denen allerdings nur fünf Mitsprache- und Stimmrecht haben.

    Die Streikenden warfen Yanacocha vor, Versprechen wie den Bau von Infrastrukturprojekten nicht eingehalten zu haben. Einige Landwirte unterstützten die Blockade, weil sie das Unternehmen für den niedrigen Wasserstand eines Bewässerungskanals verantwortlich machen. Die erste Sitzung des runden Tischs war begleitet von Protesten der Bewohner von Huambocancha Alta, die eine Lösung des Wasserproblems fordern.

  • Chosica: 12 Tote bei Brand in mit Feuerwerkskörpern beladenem Bus

    Ein Kleinbus, der neben Passagieren auch Feuerwerkskörper geladen hatte, ist gestern bei Chosica (Lima) ausgebrannt. Wie die Tageszeitung „La República“ berichtet, wurden dabei 12 Personen getötet, 10 weitere wurden schwer verletzt. Der Bus war auf dem Weg von Chosica nach Matucana. Die Überlebenden berichten von mehreren Explosionen. Im Innenraum des Kleinbusses befanden sich rund 200 Kilo Raketen und Böller, weitere Feuerwerkskörper waren auf das Dach des Busses gespannt.

    Dass Feuerwerkskörper und Sprengstoffe auf diese Art transportiert werden, ist in Peru verboten. Dennoch kommt es immer wieder zu ähnlichen Unfällen.

    Puno: Feuerwerkskörper explodieren, sieben Tote
    Auch in Juliaca (Region Puno) starben gestern Nachmittag (Ortszeit) sieben Personen, darunter vier Polizisten, bei der Explosion von Feuerwerkskörpern. Die Polizisten hatten illegal transportierte Feuerwerkskörper beschlagnahmt. Beim Ausladen kam es zu einer Explosion, durch die sieben Menschen getötet wurden. Das Dorffest von Juliaca, für das die Feuerwerkskörper vorgesehen waren, wurde abgesagt.

  • Vatikan ernnent Erzbischof von Budapest als Vermittler im Konflikt um päpstliche Universität Lima

    Der heilige Stuhl hat den Erzbischof von Esztergom-Budapest Péter Erdö beauftragt, als Sondergesandter im Konflikt zwischen der Päpstlichen Katholischen Universität (PUCP) Lima und der Erzdiözese Lima zu vermitteln. Letztere führen einen Medien- und Rechtsstreit über die Auslegung des Testaments von José de la Riva- Agüero y Osma, einem frühen Gönner der Universität. Dabei geht es nicht nur um die inhaltliche Ausrichtung der Universität – vor allem durch die Personalauswahl, sondern auch um sehr viel Geld, gehört doch beispielsweise das gigantische Einkaufszentrum Plaza San Miguel in der peruanischen Hauptstadt der Bildungseinrichtung.

    Mehr in den kommenden Tagen.