Beim Absturz eines Fernbusses in der südperuanischen Region Puno sind heute nach Angaben der peruanischen Nationalpolizei vier Menschen getötet worden. 24 weitere wurden teils schwer verletzt, darunter zahlreiche chilenische Touristen, die sich auf dem Weg zur Inca-Festung Machu Picchu befanden. Der Bus war aus noch ungeklärter Ursache bei Streckenkilometer 8 der Straße von Puno nach Moquegua nahe der Ortschaft Mi Perú von der Straße abgekommen und in die Tiefe gestürzt.
Rettungskräfte von Polizei und Feuerwehr sind im Einsatz.
Eine Reihe von Erdbeben hat gestern Abend/Nacht verschiedene Teile Perus erzittern lassen.
Das stärkste Beben hatte gestern um 17:34 Uhr (Ortszeit) sein Epizentrum 28 Kilometer südöstlich von Sechura in einer Tiefe von 40 Kilometern, die Stärke wurde mit 5,0 auf der Richterskala angegeben. Neben Sechura war vor allem die Regionalhauptstadt Piura betroffen.
Wenige Stunden später, um 20:29 Uhr Ortszeit ließ ein Beben der Stärke 4,2 auf der Richterskala die südperuanische Region Arequipa erzittern. Hier lag das Epizentrum nach Angaben des peruanischen Institutes für Geophysik (IGP) 26 Kilometer südöstlich von Huambo in einer Tiefe von 50 Kilometern.
Das (bislang) letzte Beben der vergangenen Nacht hatte ebenfalls die Stärke 4,2 auf der Richterskala und ereignete sich in der Region San Martín, 60 Kilometer nordöstlich von Moyobamba in einer Tiefe von 138 Kilometern.
Gregorio Santos Guerrero, Regionalpräsident von Cajamarca. Foto: RRPP GR-Caj.
Gregorio Santos Guerrero, Bergbau-Kritiker und Regionalpräsident der nordperuansichen Andenregion Cajamarca wollte provozieren. „Was passiert, wenn ein Präsident sein Wort nicht hält?“ fragte er auf dem Höhepunkt der Proteste gegen das in seiner Region umstrittene Bergbauprojekt „Conga“. Seine Zuhörer gaben ihm, was er verlangte und riefen: „lo sacan“, sie setzen ihn ab. Bei der Regierung kam das nicht gut an. Die Staatsanwaltschaft Chiclayo nahm Ermittlungen auf – wegen des Verdachts auf Rebellion. Einen Vorwurf, den Santos Guerrero stets zurückwieß.
Auch Ermittlungen gegen Arana eingestellt
Nach 6 Monaten Ermittlungszeit hat die Staatsanwaltschaft den Fall nun zu den Akten gelegt. Man habe keine ausreichenden Beweise für den Vorwurf der Rebellion gefunden und stelle deshalb die Ermittlungen ein, ließ die Staatsanwaltschaft von Chiclayo verlautbaren. Auch gegen andere Gegner des „Conga“-Projektes, darunter den prominenten Gründer der Umweltorganisation Grufides, Marco Arana, waren Ermittlungen aufgenommen worden. Auch bei ihm ließen sich offenbar keine Anhaltspunkte für den Versuch einer Rebellion finden.
Weiter Ermittlungen gegen Gregorio Santos
Aus dem Schneider ist Gregorio Santos Guerrero, der seine politische vor allem in den Bürger- und Bauernwehren der Region Cajamarca hat, damit allerdings noch nicht: Es laufen gegen ihn derzeit diverse andere Ermittlungsverfahren. Eines davon dreht sich um Körperverletzung: Eine Frau wirft Santos Guerrero vor, 2005 an einem Bauerntribunal beteiligt gewesen zu sein, in dessen Verlauf sie „entführt“ und „gefoltert“ worden sei. Zuvor war die Frau von einem Gericht in Jaén vom Verdacht des Mordes an einem Mann, der sie in ihrer Jugend vergewaltigt haben soll, freigesprochen worden – dann aber von einer Bürgerwehr, die sie für schuldig hielt, erneut eingesperrt.
Daneben sind Ermittlungen gegen Santos wegen des Verdachts auf Untreue und wegen seiner Unterstützung von Protesten gegen das Bergbauprojekt „Conga“ am Laufen. Endgültig nachgewiesen werden konnte Santos, der gerne polemisiert und als Kandidat bei der Präsidentschaftwahl 2016 gehandelt wird, bislang keines dieser Vergehen.
Seit Ende November 2012 gehen in der nordostperuanischen Region San Martín ungewöhnlich starke Regenfälle nieder, mehrere Flüsse und Bäche traten über die Ufer. Weil dabei nicht nur Häuser, sondern auch zahlreiche Straßen beschädigt und zerstört wurden, hat die Regionalregierung der Regenwaldregion östlich der Anden nun den „Straßen-Notstand“ ausgerufen. Die Maßnahme, die bis Ende März gilt, soll es ermöglichen, die Bau- und Ausbesserungsarbeiten schneller und unbürokratischer durchzuführen.
Zuvor hatten die regionale Verkehrsbehörde und der nationale Wetter- und Hydrologie-Dienst SENAMHI Alarm geschlagen. Die Verkehrsbehörde berichtete über zahlreiche Hauptverkehrsstraßen, die von Erdrutschen und Schlammlawinen unterbrochen worden waren. Der SENAMHI dagegen rechnet für Januar und Februar mit anhaltenden überdurchschnittlichen Regenfällen, insbesondere in den Provinzen Lamas, San Martín, Picota und Bellavista. Auch starke Gewitter werden erwartet.
Mehr als Facebook und MSN Messenger: 65,6% aller Peruanerinnen und Peruaner zwischen 19 und 24 Jahren nutzten im Dezember 2012 regelmäßig das Internet, 2,5% mehr als noch vor einem Jahr. Damit gehören dieser Altersgruppe die intensivsten Internetnutzerinnen und -nuzter an. Nur knapp dahinter liegen die Jugendlichen, von denen 63,9% regelmäßig ins Netz gehen. Mit steigendem Alter nimmt der Anteil der Internetnutzer dann stetig ab: Sind es bei den 25- bis 40jährigen noch 39,6%, sind es bei den 41-59jährigen nur noch 24,3%. Die letztgenannte Altersgruppe liegt damit sogar noch hinter den 6-11jährigen Kindern, von denen sich bereits 31,7% im Internet tummeln. Abgeschlagen zurück liegen die über 60jährigen: Lediglich 7,9% gaben bei der Befragung durch Mitarbeiter des peruanischen Nationalinstitutes für Statistik und Informatik (INEI) an, einmal im Internet gesurft zu haben.
Internet-Zugang: Mehr Haushalte mit Internet, Internetcafés aber weiter an erster Stelle
Aus der selben Befragung, die einmal pro Quartal durchgeführt wird, geht auch hervor, dass rund 42 von 100 peruanischen Internetnutzern von Zuhause aus ins Netz gehen, 4,9% mehr als noch vor einem Jahr. An erster Stelle steht aber weiterhin der Zugang über öffentliche Internetcafés mit 48,2% (-5,8%). Weitere häufig genannte Zugangswege sind Arbeitsplatz und Schule (Mehrfachnennungen waren möglich).
Tribunal Constitucional: das peruanische Verfassungsgericht. Foto: tc.gob.pe
Wurde in Peru eine Frau mit weniger als 18 Jahren schwanger, stand bislang der Vater mit einem Bein im Gefängnis. Kam die Schwangerschaft durch eine Vergewaltigung zustande, ist dies auch weiterhin so. Einvernehmlicher Geschlechtsverkehr ist aber künftig straffrei, das entsprechende Verbot wurde nun vom peruanischen Verfassungsgericht aufgehoben. 10.609 Bürgerinnen und Bürger hatten Verfassungsbeschwerde gegen einen entsprechenden Passus des Strafgesetzbuches eingelegt – mit Erfolg.
Verfassungsgericht: „freie Ausübung der Sexualität“ ein Grundrecht
In ihrem Urteil stellten die Richter fest, es sei verfassungsgemäß, „gewaltätigen und erzwungenen Geschlechtsverkehr“, sowie den Missbrauch von Schutzbefohlenen „zu verbieten“, insbesondere wenn es sich um Kinder und Jugendliche handle. Bei der „freien Ausübung der Sexualität“ handle es sich aber um ein Grundrecht, das man zumindest für 14-18jährige nicht einfach unter Strafen stellen dürfe, heißt es im Urteilstext.
Verfassungsgericht mahnt bessere Aufklärung an
Dabei beließen es die Richter allerdings nicht bleiben. Sie riefen zudem den peruanischen Kongress auf, eine neue, verfassungskonforme Gesetzesgrundlage zu schaffen, sowie im Bildungswesen die Aufklärung zu stärken. Dies sei wichtig, um trotz der Aufhebung des Verbotes die Zahl der Teenagerschwangerschaften zu verringern, so das Gericht, denn „es sei Konsens, dass eine Schwangerschaft in jungem Alter die körperliche, geistige und soziale Gesundheit der jungen Mutter“ beeinträchtige.
Bislang bis zu 30 Jahren Haft für Geschlechtsverkehr
Nach bisherigem Recht drohte Jugendlichen, denen Geschlechtsverkehr nachgewiesen werden konnte – also dort, wo es jemanden gab, der klagte – bis zu 30 Jahre Haft, egal, ob der Geschlechtsverkehr einvernehmlich oder erzwungen erfolgte. Denjenigen, die bereits verurteilt wurden, hilft das Urteil aber nicht: Es gilt nicht rückwirkend. Das Thema ist dabei kein Unwichtiges: Bei der Volkszählung 2007 gaben in der Region Amazonas rund 30% der befragten Frauen an, ihr erstes Kind im Alter zwischen 12 (0,2%, 162 Fälle) und 17 Jahren (11,2%, 9.251 Fälle) bekommen zu haben*.
Die Reaktionen auf das Urteil fielen erwartungsgemäß vielfältig aus. Die Direktorin der Frauenrechtsorganisation Flora Tristán, Ivonne Macassi, begrüßte in einer ersten Stellungnahme die Entscheidung der Richter. In zahlreichen Fällen habe das Verbot junge Mütter davon abgehalten, ärztlichen Rat einzuholen – aus Angst, die Väter könnten dafür ins Gefängnis kommen. Es sei richtig, einvernehmlichen und erzwungenen Geschlechtsverkehr unterschiedlich zu bewerten. Kritik an dem Urteil kam von konservativen Bischöfen. Die Eltern würden gezwungen, ihren minderjährigen Kindern den Geschlechtsverkehr zu erlauben, so Mons. José Antonio Eguren, Erzbischof von Piura und Tumbes. Das verletze die Aufsichtspflicht und das -recht der Eltern, so der Erzbischof. Der Vorsitzende der peruanischen Bischofskonferenz, Salvador Piñeiro, äußerte sich dagegen weniger kritisch, appellierte aber an Familien und Lehrer, Jugendlichen im Bereich Sexualität Orientierung zu bieten. Zu viele Kinder in Peru müssten ohne intakte Familie aufwachsen, so Piñeiro.
* Werte aus anderen Regionen
Mütter, die ihr erstes Kind mit weniger als 18 Jahren bekamen
Loreto: 35,25% (22.600)
Ayacucho: 23,65% (13.701)
Callao: 23,42% (18.922)
Ein Erdrutsch hat gestern bei El Lirio (Provinz Chota / Region Cajamarca) drei Personen getötet. Wie der Nachrichtensender RPP berichtet, handelte es sich dabei um Mitarbeiter eines Bauunternehmens, das mit der Ausbesserung der Straße von Lajas nach Cochabamba betraut ist. Was genau den Erdrutsch auslöste, ist bislang ungeklärt. Die Polizei prüft, ob die Ursache möglicherweise in einer Kombination aus durch Regenfälle aufgeweichtem Erdreich, sowie den für die Straßenarbeiten notwendigen Sprengungen lag.
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Er war einer der letzten Wahlkampfunterstützer von Präsident Humala, der sich im Amt halten konnte, gestern nahm dieser seinen Rücktritt an: Der peruanische Ökonom Humberto Campodónico ist von seinem Posten als Chef des staatlichen Erdölkonzerns Petroperú zurückgetreten. Campodónico, der den Wiedereinstieg des mehrheitlich in staatlichem Besitz stehenden Unternehmens in die Erdölförderung massiv vorangetrieben hatte, wurde bereits durch Héctor Reyes Cruz ersetzt, der seit Anfang der 70er Jahre für Petroperú arbeitet.
Campodónico plante Wiedereinstieg in Erdölförderung
Im Moment betätigt sich Petroperú lediglich an der Lagerung, Verarbeitung und dem Handel mit Öl und steht dabei in Konkurrenz zu anderen Unternehmen wie beispielsweise Repsol. Der Förderbetrieb des Unternehmens war in den 90er Jahren privatisiert worden. Eigentlich war dieser Tage die Unterzeichnung von Verträgen zur Ölförderung im nordostperuanischen Bohrfeld 64 (Nahe des Marañón) geplant. Ob der neue Chef die Politik seines Vorgängers weiterführen wird, ist bislang nicht bekannt.
Rücktrittsgründe unbekannt
Über die Gründe für den Rücktritt gibt es bislang lediglich Spekulationen, die von Eifersucht im Bergbau- und Energieministerium auf die Erfolge von Petroperú, bis zum Unbehagen im Finanz- und Wirtschaftsministerium über den Ausbau der staatlichen Aktivitäten reichen. Der investigative Journalist Ricardo Uceda berichtete Anfang 2012 von Klagen aus der Unternehmensführung von Petroperú über das Fehlen einer klaren Energie-Strategie innerhalb der Regierung. Der bisherige Chef äußerte sich bislang nicht öffentlich zu den Gründen für sein Rücktrittsgesuch. Neben dem Wiedereinstieg in die Ölförderung hatte Humberto Campodónico auch auf die Modernisierung der vorhandenen Einrichtungen gesetzt, beispielsweise der Raffinerie Talara in der nordperuanischen Region Piura, die offenbar teurer wird, als ursprünglich geplant. Auch die Kontroverse über den Bau von Pipelines in Südperu, sowie Umweltprobleme hatten in den vergangenen Monaten wiederholt für Negativschlagzeilen gesorgt. Gleichzeitig verbesserte sich die Bewertungen der Ratingagenturen für den Staatskonzern, für sein Wirtschaftsgebaren erhielt Petroperú zur Zeit Campodónicos diverse Auszeichnungen von Börse und Unternehmerverbänden.
Humalas vorletzter Wahlkampfunterstützer
Mit dem Ökonomen Humberto Campodónico geht einer der Letzten, die den heutigen Präsidenten Ollanta Humala bei dessen Wahl 2011 aktiv unterstützt hatten. Ursprünglich als Kandidat für das Finanz- und Wirtschaftsministerium gehandelt, kam Campodónico überraschend zum staatlichen Erdölkonzern. „Superminister“ für Finanzen und Wirtschaft wurde dagegen der für Wirtschaftsliberalismus stehende Luis Miguel Castilla, der Kontinuität und Stabilität versprach. Er hatte Humala vor dessen Wahl nicht unterstützt, ist aber neben Außenminister Rafael Roncagliolo die einzige Konstante in dessen Kabinett.
NACHTRAG (11.01.2013): Campodónico-Nachfolger Héctor Reyes Cruz setzt sich für Wiedereinstieg in die Ölförderung ein
Wie noch gestern Abend bekannt wurde, leitete der neue Petroperú-Chef mit seiner ersten Amtshandlung die Übernahme des Bohrfeldes 46 ein.
Gemeinsam mit der Provinzverwaltung Cajamarca plant das peruanische Innenministerium, noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten zu beginnen. Wie Innenminister Wilfredo Pedraza Sierra bei einem Besuch in Cajamarca erklärte, werde sein Ministerium für den Neubau im Distrikt Jesús (Provinz Cajamarca) 20 Millionen Nuevos Soles bereit stellen, die Provinzverwaltung sich mit weiteren 10 Millionen an dem Projekt beteiligen. Die Polizeischule, deren Ausrüstung mit Labors, einem Schießanlage, Seminarräumen und Sporteinrichtungen angedacht ist, soll über Kapazitäten für rund 300 Polizeianwärterinnen und -anwärter pro Jahr verfügen.
Weitere Investitionen in Cajamarca: Kommissariate und Polizeifunk
Neben der neuen Polizeischule plant das Innenministerium auch die Rennovierung, sowie den Neu- und Ausbau von insgesamt 20 Kommissariaten in diversen Teilen der Region. Zudem soll die Polizei ein neues Kommunikationssystem bekommen. Für beides sind Investitionen zwischen 9 und 10 Millionen Nuevos Soles geplant.
Ein Erdbeben der Stärke 4,9 auf der Richterskala hat am heutigen Mittwoch die Umgebung der südperuanischen Stadt Tacna erzittern lassen. Wie aus dem jüngsten Erdbebenreport des peruanischen Institutes für Geophysik (IGP) hervorgeht, lag das Epizentrum 56 Kilometer südwestlich von Tacna in einer Tiefe von 112 Kilometern.