Die peruanische Antidrogenpolizei hat eine spanisch-peruanische Verbrecherorganisation aufgedeckt, die als Schwefel getarnt große Mengen Kokain von Piura (Nordperu) nach Bilbao (Spanien) schmuggeln wollte. Das berichtet die peruanische Tageszeitung „La República“ in ihrer Internetausgabe. Fast vier Tonnen Kokain gemischt mit Schwefel konnte die Polizei beschlagnahmen.
Die Drogenschmuggler hatten einiges investiert, um ihr illegales Geschäft zu betreiben. Nach Angaben der Polizei errichtete die Verbrecherorganisation in einem Industriegebiet in Paita (Piura) einen eigenen Landungssteg, von dem aus der angebliche Schwefel über die bei der peruanischen Hauptstadt Lima liegende Hafenstadt Callao nach Bilbao transportiert werden sollte. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft ist der peruanischen Polizei mit dem Ausnehmen des Schmugglerrings ein harter Schlag gegen die Drogenmafia gelungen. Unter den inzwischen verhafteten Drahtziehern soll auch ein Mitarbeiter des peruanischen Zolls sein.
Ein blutiges Ende nahmen die Feierlichkeiten zum Jubiläum des Distriktes Montero in der nordperuanischen Provinz Ayabaca (Region Piura). Der Festakt war in vollem Gange, als mehrere Unbekannte in den Festsaal eindrangen und das Feuer auf einen der Anwesenden eröffneten, der dabei nach Angaben von Peru21 tödlich verletzt wurde. Auf ihrer Flucht töteten die Kriminellen fünf weitere Personen, um mit deren Auto zu fliehen. Sechs Personen erlitten Schussverletzungen. Wer hinter dem Massaker steckt ist noch unklar.
Der Regionalrat der nordwestperuanischen Regio Piura hat wegen der Häufung von Dengue-Erkrankungen für 90 Tage den Notstand ausgerufen. In einer Sondersitzung des Rates Ende der vergangenen Woche wurde zudem der Kauf von Chemikalien zur Bekämpfung der Aedes Aegypti-Mücke im Wert von 168.500 Nuevos Soles beschlossen.
Den Entscheidungen vorausgegangen waren Empfehlungen der regionalen Gesundheitsdirektion Piura, wie die Verbreitung des Denguefiebers eingedämmt werden kann.
Das Denguefieber wird durch Stiche bestimmter Mücken von Mensch zu Mensch, aber auch von Affe zu Mensch übertragen.
Betroffen sind nach Angaben der Gesundheitsdirektion Piura die Distrikte Piura und Castilla in der Provinz Piura.
Das harte Vorgehen des peruanischen Verkehrs- und Kommunikationsministeriums MTC gegen oppositionelle Radiosender wird Thema des zuständigen Kongressausschusses. Das kündigte der Ausschussvorsitzende Juvenal Silva an. Er habe Kenntniss von 80 Fällen, in denen unter dem Vorwand administrativer Probleme politisch unbequeme FM-Radiosender geschlossen und Sendeanlagen beschlagnahmt wurden, so Silva. Für die kommenden Tage wurde deshalb Verkehrsminister Enrique Cornejo vorgeladen, um die Unregelmäßigkeiten zu erklären.
Der prominenteste Fall war die Schließung von Radio La Voz aus Bagua, ein Lokalsender, dem man Aufrufe zur Gewalt unterstellt hatte – Besitzer und Redaktion des Senders konnten aber das Gegenteil Beweisen. Als offiziellen Grund hatte das MTC vorgeschoben, die Antenne sei nicht am vom Ministerium festgelegten Ort aufgestellt worden. Das stimmte zwar, aber die örtliche Stadtverwaltung hatte die Aufstellung von Antennen am festgelegten Ort verboten, weil dieser die Bedingungen für die Aufstellung von Antennen nicht erfüllte und über keinen Stromanschluss verfügte. Inzwischen wurde die Frequenz von Radio La Voz zur Neuvergabe freigegeben – ein unerhörter Vorgang, sind doch anhängende Verfahren darüber bis heute nicht abgeschlossen
Nur wenige Wochen später war mit unverhältnismäßigem Polizeiaufgebot der diözesane Lokalsender Radio Horizonte aus Chachapoyas geschlossen und ein für den normalen Sendebetrieb notwendiger Richtfunkapparat beschlagnahmt worden. Als Grund war das Fehlen einer Lizenz für den Richtfunkbetrieb angegeben worden – was nicht der Wirklichkeit entsprach, wie inzwischen auch das Ministerium einräumen musste. Dennoch wurde der Richtfunkapparat bis heute nicht zurückgegeben.
Vor wenigen Monaten schließlich entzog das Verkehrs- und Kommunikationsministerium dem diözesanen Fernsehsender „TV Oriente“ in Yurimaguas die Sendeerlaubnis. Das Ministerium berief sich auf eine technische Überprüfung aus dem Jahr 2005 – obwohl eine zweite Überprüfung 2007 ergeben hatte, dass bei dem zu Radio Oriente gehörige TV-Sender alle Mängel behoben worden waren.
Am vergangenen Donnerstag wurden in Sechura (Piura) die Sendeanlage und der Studiocomputer von Radio „La Buenísima“ -nach Angaben des Geschäftsführers Leoncio Rumiche Fiestas ohne Gerichtsbeschluss – von einer Polizeieinheit beschlagnahmt. Begründet wurde die Beschlagnahmung mit dem Einsatz ungenehmigter Sendeanlagen. Wie Radio Cutivalú berichtet, verfügt „La Buenísima“ über eine bis 2012 gültige Sendelizenz und hat sich bisher an Fristen und Zahlungen gehalten.
Nach Angaben der peruanischen Volksanwaltschaft kamen am Ende der gewaltsamen Proteste von Straßenhändlern im nordwestperuanischen Piura mehr Menschen ums Leben als bisher bekannt. César Orrego Azula, Ombudsman von Piura, erklärte gegenüber der Agentur ANDINA, seine Institution könne den Tod von fünf Personen bestätigen, darunter ein 15jähriger Junge. Zudem rief er die Bevölkerung Piuras auf, Ruhe zu bewahren und von Gewalt abzusehen.
Derweil trafen mehrere Hundertschaften der Polizei in Piura ein.
Die Gewalt war nach Angaben der Polizei ausgebrochen, nachdem Vertreter von Händlern, die ohne Genehmigung im und um den Hauptmarkt von Piura Handel treiben, weitgehend erfolglos zum Rathaus von Piura marschiert waren. Die Provinzverwaltung Piura versucht seit einigen Monaten, die Händler ohne entsprechende Lizenz aus dem Umfeld des Marktes zu vertreiben. Die Händler werfen Bürgermeisterin Mónica Zapata vor, keine angemessenen Alternativen vorgeschlagen zu haben und weigerten sich, den Markt zu verlassen. Dabei kam es zu Ausschreitungen, an denen neben Händlern und der Polizei auch Kriminelle und marodierende Banden beteiligt gewesen sein sollen, die anschließend umliegende Geschäfte und Tankstellen plünderten.
Nach den Zusammenstößen schloss die Regionalregierung vorläufig alle Schulen der Stadt. Derzeit wird debattiert, ob die peruanische Zentralregierung um die Ausrufung des Notstandes gebeten werden soll.
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Quelle: Enlace Nacional
Zu schweren Ausschreitungen mit bisher zwei Todesopfern führte in der nordwestperuanischen Küstenstadt Piura die Ankündigung der Stadtverwaltung, Händler ohne Genehmigung aus dem zentralen Markt der Stadt zu vertreiben. Im Anschluss auf einen Protestmarsch der Straßenhändler wurden zahlreiche Personen verletzt, darunter 23 Polizisten, zwei davon erlitten Schussverletzungen. 33 Personen wurden vorläufig festgenommen. Zuvor hatte die Provinzbürgermeisterin von Piura, Mónica Zapata de Castagnino, die Händlerinnen und Händler auf den Straßen um den Markt dazu aufgerufen, sich friedlich zurückzuziehen. Deren Vertreter wiesen den Aufruf zurück. Lokale Medien berichten, viele der Händler würden bereits seit 20 Jahren am selben Ort arbeiten und hätten die Stadtverwaltung um mehr Zeit gebeten, um ihre Verkaufsstände an einen anderen Ort zu verlegen.
Kriminelle nutzten den Ausnahmezustand, um Geschäfte und Tankstellen zu plündern.
Die Regionalregierung schloss vorsorglich alle 802 Schulen der Stadt, nachdem eine aufgebrachte Menschenmenge an zwei Schulen in der Nähe des Marktes große Schäden angerichtet hatte.
Zahlreiche Privatpersonen und Organisationen der Provinz Huancabamba (Region Piura) fordern von der Nationalpolizei mehr Anstrengungen bei der Suche nach den Personen, durch deren Schüsse vor zwei Wochen mehrere Mitarbeiter des Río Blanco-Bergbauprojektes ihr Leben verloren. Für den morgigen Samstag haben sie eine große Demonstration gegen die Gewalt in ihrer Region angekündigt. Das besondere an dem Aufruf zur Demonstration ist, dass er von Befürwortern und Gegnern des Bergbauprojektes gemeinsam ausgesprochen wurde.
Nachdem gestern mehrere Mitarbeiter des Bergbauunternehmens „Rio Blanco Copper“ in der nordwesperuanischen Region Piura tot aufgefunden worden wurden, heizt sich der Konflikt zwischen lokalen Bauern und Umweltschützern und dem Unternehmen wieder auf. Die amtliche Nachrichtenagentur ANDINA spricht von 3, lokale Medien von 2 Toten. Nach Angaben des Nachrichtensenders RPP handelt es sich bei den Toten um Sicherheitsleute und Bergbauingenieure, darunter auch den Direktor des Bergbauprojektes, Eduardo Segundo Ramírez Montero.
Das „Rio Blanco Copper“-Projekt befindet sich im Distrikt Carmen de la Frontera in der Provinz Huancabamba. Bereits seit Beginn der Bergbauaktivitäten kam es zu wiederholten, oftmals gewaltätigen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern des Bergbaus in der Region. Ob der Tod der Rio-Blanco-Mitarbeiter damit zu tun hat, ist nicht bekannt, in einer Stellungnahme verbreitete das Unternehmens diese Version.
Ein Sprecher von „Rio Blanco Copper“ verurteilte die Tat und sah dahinter „Extremisten, Aufrührer und Radikale, die Terror und Gewalt anheizen“ und zielte damit indirekt auf die bergbaukritische Umweltorganisation „Frente por el Desarrollo Sostenible de la Frontera Norte del Perú“ (FDSFNP). Diese wieß den Vorwurf energisch zurück. In einer Stellungnahme verurteilte auch FDSFNP den Tod der Bergbaumitarbeiter und sprach den Angehörigen das Beileid aus.
Beim Zusammenstoß eines Überlandbusses mit einem Geländewagen auf der nordwestperuanischen Straße Piura-Chulucanas kamen am späten Samstag Abend nach Angaben der Straßenpolizei Piura 6 Personen ums Leben. Alle Todesopfer waren mit dem Geländewagen unterwegs, als nach ersten Ermittlungen der Polizei mehrere Kühe auf die Straße liefen. Der Fahrer des Geländewagens versuchte den Kühen auszuweichen und kam in einer Kurve auf die Gegenspur, wo er mit dem Überlandbus zusammenstieß. Unter den Opfern sind auch eine 61jährige Frau und ein 9jähriges Kind.
2 Tote bei Busunfall in der Region La Libertad
Beim Absturz eines Kleinbus, der von Simbal nach Trujillo unterwegs war, kamen am gestrigen Sonntag in der Region La Libertad 2 Personen ums Leben, 15 weitere wurden teilweise schwer verletzt. Wie RPP unter Berufung auf die Nationalpolizei PNP berichtet, saß in dem Bus eine Großfamilie, die nach einem Treffen ihrer religiösen Gemeinschaft auf dem Weg nach Hause waren. Der Fahrer hatte in einer Kurve beider „Cholocal“-Brücke die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Bei dem folgenden Absturz verloren ein 66 jähriger Mann und seine 6jährige Enkelin ihr Leben.
Der Osten der Region Piura kommt nicht zur Ruhe. Nun sind Bilder aus dem Jahr 2005 aufgetaucht, die zeigen, wie Angehörige von Bauernorganisationen aus Piura und Cajamarca, sowie ein Radiojournalist des von den Jesuiten geführten Radiosenders Cutivalu auf dem Gelände der Mine Majáz von Angehörigen eines privaten Sicherheitsunternehmens im Beisein von Polizisten eingeschüchtert und gefoltert werden. Einer der Bauernvertreter kam dabei ums Leben. Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen und führt derzeit Prozesse wegen möglicher Menschenrechtsverletzungen gegen die Polizisten Ricardo Benavides Ramírez und den Polizisten Marco Gonzales Santillán. Das wirkliche Ausmaß wurde allerdings erst jetzt durch die Veröffentlichung kompromettierender Fotos bekannt, die der Tageszeitung La República zugespielt worden waren. Darauf sieht man nicht nur die Täter, sondern auch die Opfer, die Plastiktüten über den Kopf gestülpt bekamen, die mit brechreizfördernden Pulvern benetzt waren, wie eines der Opfer gegenüber dem Fernsehprogramm „Prensa Libre“ (America TV) erklärte. Außerdem mussten sie brutalste Erniedrigungen über sich ergehen lassen und wurden verprügelt, wie auf den veröffentlichten Bildern zu sehen ist. Nach eigenen Angaben waren die Bauernvertreter und der Journalist von den Sicherheitsleuten während eines mehrtägigen Protestmarsches nach Majáz entführt worden.
Der Streit in der Region schwelt schon seit Jahren
"IN MAJAZ WURDE 2005 DOCH GEFOLTERT". Bildausschnitt von La República.
Dabei ist die Veröffentlichung dieser Bilder nur ein neuer Höhepunkt in einem seit 2002 schwelenden Streit zwischen Umweltschützern und Bauernvertretern auf der einen und wechselnden Bergbauunternehmen und der peruanischen Regierung auf der anderen Seite. Das „Majáz“-Projekt, inzwischen in „Río Blanco“-Projekt umbenannt, liegt im Osten der nordperuanischen Region Piura. Abgebaut werden soll hier Kupfer. Im vergangenen Jahr hatten diverse Bauern- und Menschenrechtsorganisationen mit Hilfe diverser Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt eine Volksbefragung darüber durchgeführt, ob die Bevölkerung der Provinz Ayabaca für oder gegen die Bergbauaktivitäten in ihrer Provinz ist. Die peruanische Regierung hatte vehement versucht, die Volksbefragung als illegal darzustellen und dahinter eine Verschwörung der peruanischen Oposition mit ausländischen Umweltorganisationen mit dem Ziel der Torpedierung der peruanischen Wirtschaftspolitik gesehen. Bei der Volksbefragung hatte sich über 90% der teilnehmenden Bevölkerung gegen die Bergbauaktivitäten ausgesprochen. Auch im Verlauf der Vorbereitung und Durchführung der Volksbefragung war es zu Ausschreitungen auf Seiten der Befürworter und der Gegner gekommen. Gegen 35 Initiatoren der Volksbefragung laufen noch immer Verfahren wegen dem Vorwurf des „Terrorismus“, der von einer dem „Río Blanco“-Projekt nahestehenden Organisation erhoben worden war.
Angst vor China
Vor wenigen Wochen hat das chinesische Unternehmen „Zijin Mining Group Ltd.“ die Aktienmehrheit an „Monterrico Metals Plc.“ übernommen. Zu diesem Unternehmen gehören unter anderem die „Majaz S.A.“, „Mayari SAC.“ und die “ Río Blanco Cooper Ltd“, die laut dem regierungskritischen Verbund peruanischer Radiosender CNR das „Río Blanco“-Projekt betreiben. Eigentlich würde die Tätigkeit eines ausländischen Unternehmens in diesem Bereich so nah an der Grenze zu Ecuador gegen die peruanische Verfassung verstoßen, deren Artikel 71 Ausländern verbietet, Minen oder andere natürliche Resourcen zu besitzen. Mit einem Beschluss des peruanischen Kabinetts kann Unternehmen allerdings eine Sondergenehmigung ausgestellt werden, was in diesem Fall auch so geschehen ist. Nun fürchten viele, die neuen Besitzer der Bergbaukonzession könnten das Projekt „Rio Blanco“ rigoros vorrantreiben. Das wird aber wohl durch die nun aufgetauchten Fotos nicht einfacher, von denen noch nicht bekannt ist, wer sie der Zeitung La Republica zugespielt hat.
Keine Lösung in Sicht
Selbst, wenn die Polizisten und Sicherheitsleute verurteilt werden sollten, ist das Problem damit noch lange nicht gelößt. Keine der beiden Seiten hat es bisher geschafft, die andere von ihrer Position zu überzeugen und ein Kompromiss, egal welcher Art, ist ebenfalls nicht in Sicht. Eine Verurteilung der in die Entführung und Folter der Bauernvertreter und des Journalisten verwickelten Personen könnte aber beiden Seiten zeigen, dass Gewalt und Folter in einem demokratischen Staat als Mittel zur Lösung politischer Konflikte keinen Platz haben.