• Neu: Peru jetzt mit Umweltministerium

    Antonio Brack. Foto: Agencia AndinaDamit es auch ja kein ausländischer Medienvertreter verpasst, hat Peru seit dem EU-Lateinamerika-Karibik-Gipfel ein Umweltministerium. Deswegen wurde der erste Umweltminister Perus, Antonio Brack, auch nicht wie üblich im Regierungspalast, sondern in Mitten von Staatschefs auf dem Gipfel vereidigt.

    Brack selbst will nun das neue Ministerium rasch aufbauen, in 6 Monaten soll die Einrichtung abgeschlossen sein. Kurz nach der Vereidigung rief er die verschiedenen Verwaltungsebenen auf, mit dem neuen Ministerium zusammen zu arbeiten. Die meisten der Provinz- und Distriktverwaltungen wären sich ihres Müll- und Abwasserproblemes überhaupt nicht bewusst, so Brack. Auch das Thema der gesetzlichen Grundlage der Forstwirtschaft will er bald angehen, die derzeitigen Regelungen hält er gar für „pervers“. Zudem tritt er dafür ein, die Regenwälder zu schützen und z.B. durch Ökotourismus produktiv zu gestalten.

    Brack ist Chemie- und Biologielehrer und in Peru eine der bekanntesten Figuren der Regenwaldschützerszene. Unter anderem durch ein Fernsehprogramm im Nationalfernsehen brachte er vielen Peruanern „ihren“ Regenwald nahe. Seit einigen Jahren leitet Brack eine Beratungsfirma für Umweltfragen. Kritisiert wird er vor allem für seine Haltung zur Ausbeutung von „sauberen“ Mineralienvorkommen. Manche Umweltgruppen zweifeln an der Existenz „sauberen“ Bergbaus.

    Quelle: ANDINA, peruanisches Präsidialamt

  • Kältewelle: 600 tote Alpacas in der Region Arequipa

    Wie die staatliche Nachrichtenagentur Andina berichtet, starben in der südperuanischen Provinz Caylloma, die zur Region Arequipa gehört, ca. 600 Alpacas, darunter viele neu geborene und Muttertiere. Außerdem verloren rund 1200 Bauern ihre Ernte. Schuld daran sind die unerwartet stark ausfallenden Regenfälle, niedrigen Temperaturen und heftige Schneefälle, wie Jorge Cueva Tejada, Bürgermeister von Caylloma, berichtet.

    Inzwischen wurde die Regionalregierung und das technische Hilfswerk um dicke Kleidung, Medikamente und „Abdeckplanen für die Tiere“ gebeten. Die ungewöhnliche Kältewelle begann bereits im März.

    Caylloma ist vier Autostunden von Arequipa entfernt.

    Alpacas sind übrigens wie Lamas und dem peruanischen Wappentier, der Vicuña, mit den Kamelen verwandt.

    Quelle: ANDINA

  • Benefizessen für Kathedrale voller Erfolg

    Foto: Stadtverwaltung Chachapoyas

    Über 1200 Teller gingen am vergangenen Samstag über einen der 13 Tresen, die verschiedene Diözesan- und Gemeindegruppen von Chachapoyas zubereitet hatten. Die Einnahmen, die sich um 5000 Soles (ca. 1250 Euro) bewegen sollen, kommen dem Umbau der Kathedrale der Diözese zu Gute, der bereits seit mehreren Jahren unstetig aber inzwischen sichtbar vorangeht. Das Benefizessen fand auf der Plaza von Chachapoyas statt. Neben der Blasmusikkapelle der Cenepa-Kriegsveteranen spielte auch die Kapelle des Colegio Seminario auf. Gereicht wurden neben verschiedenen Hülsenfrüchtezubereitungen unter anderem auch das Nationalgericht Ceviche und gebratenes Meerschweinchen mit Pommes. Zudem wurden an einer Stellwand Fotos aus der bewegten Geschichte der Kathedralen von Chachapoyas gezeigt. Wegen des großen Erfolges soll das Event wiederholt werden. Ende Mai findet, ebenfalls zum Sammeln von Geld für den Weiterbau der Kathedrale eine ganztägige Benefizveranstaltung statt, die Live über mehrere Radio- und Fernsehkanäle übertragen wird.

    Quelle: MCabanas, Radio Horizonte

  • ZOB, Umgehungsstraße: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen…

    Terminal Terestre - der zentrale Omnibusbahnhof. Foto: Municipalidad Provincial de Chachapoyas

    …aber „enfermo que come no muere“ würde man vermutlich in Chachapoyas sagen (dt. ugf solang der Kranke frisst, stirbt er nicht). Nach vielen Jahren politischen und leider auch physikalischen leerstandes wird nun der zentrale Omnibusbahnhof von Chachapoyas, el terminal terrestre, endlich zu Ende gebaut. Dadurch wird das Auffinden von Regionalbusverbindungen nicht nur einfacher, sondern hoffentlich auch sicherer. Ist dann erst einmal die Umgehungsstraße fertig gebaut, was mit entsprechendem politischen Willen bereits vor vielen Jahren hätte abgeschlossen werden können, müssen der dicke und schwere lokale und regionale Güter- und Personenverkehr endlich nicht mehr durch die Innenstadt fahren. Die Straßen der Innenstadt, die seit jeher unter den großen Fahrzeugen zu leiden haben, werden sich freuen. Auch die Anwohner der Hauptstraßen, die dann hoffentlich nicht mehr Morgens um 4 von vieltonnigen Lastwägen aufgeweckt werden.

    Bauarbeiten an der Umgehungsstraße. Foto: Stadtverwaltung ChachapoyasWie der zuständige PR-Mensch der Stadtverwaltung von Chachapoyas verlautbaren lässt, sei auch das „Müll-Problem“ bald gelöst. nicht nur eine verträglichere Müllkippe, sondern auch ein Ansatz von Recycling soll versucht werden. Bisher wird der Müll, der nicht gleich auf der Straße, in der Landschaft oder im Fluss landet, an einer sehr steil abfallenden Stelle der Straße nach Rodriguez de Mendoza einfach den Hang hinuntergekippt. Der Müll, der nicht unterwegs verbrennt oder von den Geiern gefressen wird, landet so schließlich im Flüsschen Sonche, der nach wenigen Kilometern in den Utcubamba-Fluss mündet, dessen Wasser übrigens nicht nur zur Bewässerung von Reisfeldern benutzt wird.

    Langsam, aber immerhin, scheint sich also doch etwas zu bewegen. Mit Hohn wurde bisweilen von manchen der Spruch „fuerza local – cooperacion internacional“ (dt. lokale Stärke – internationale Zusammenarbeit) zitiert – der Spruch, mit dem der derzeitige Bürgermeister und sein Team bei den letzten Bürgermeisterwahlen antraten. Die Fertigstellung der beschriebenen drei Projekte, die bereits unter dem vorletzten Bürgermeister begonnen wurden, wäre in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Ob es in Chachapoyas Eichhörnchen gibt? Wenn ja, würden sie sich bestimmt auch noch über ein paar Bäume mehr freuen. Aber wie gesagt, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

    Quelle: PR Stadtverwaltung, Informanten.

  • Sammelns Meakel?

    Angela Merkel. Foto: AGENCIA ANDINA - staatliche peruanische Nachrichtenagentur.Hier soll es nicht um Rabattmarken einer Wiener Bäckereikette (Meakel) gehen, sondern um die Angela M.

    Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin, wird in der nächsten Woche zum EU-Lateinamerika-Gipfel in Lima einteffen. Im Rahmen dessen wird Merkel auch einen ganz offiziellen Staatsbesuch vornehmen, zu dem sie von Alan García, Präsident Perus, eingeladen worden war. Neben einem Treffen mit dem Präsidenten wird ihr zu Ehren ein großes Dinner im Regierungspalast ausgerichtet. Auch eine gemeinsame Pressekonferenz ist geplant.

    Der letzte deutsche Regierungschef, den es nach Peru verschlagen hat, war übrigens Helmut Schmidt, der im Jahre 1979 nach Peru kam.

    Für die am EU-Lateinamerika-Gipfel Teilnehmenden Staaten hat Merkel hoffentlich mehr als ein paar Rabattmarken in der Tasche.

    Quelle: http://www.andina.com.pe/Espanol/Noticia.aspx?id=bpXcsu0+QQQ=

  • Schluss mit Dorfpiraten

    Radioantennen.

    Der Provinzstaatsanwalt von Utcbamba, Edwin Vásquez erklärte gestern den Piratensendern der Provinz den „Krieg“. Das meldet die Coordinadora Nacional de Radio (CNR), ein Zusammenschluss legaler lokaler Radiosender. Er werde seine gesamte Autorität geltend machen, um die Radiosender ohne Lizenz zu schließen, die weiterhin das „elektromagnetische Spektrum stehlen“, so Vásquez. Auf Senden ohne Lizenz im Bereich FM steht nach §186 des peruanischen Strafgesetzbuches 4 bis 8 Jahre Haft.

    Am 30. April hatten Polizeibeamten in der Provinz 4 Radio- und einen Fernsehsender abgeschaltet und die Sendegeräte konfisziert, die über keine Genehmigung des Transport- und Kommunikationsministeriums (MTS) verfügten.
    Während der Polizeiaktion wurden die Polizisten von den Besitzern der Piratensender angegriffen, einer der Polizisten wurde gar in seinen rechten Arm gebissen. Nach dem Strafgesetzbuch steht auf den Angriff auf einen Polizeibeamten eine Haftstrafe von mindestens 6 Jahren.

    In vielen Regionen Perus, besonders in ländlichen Gegenden, gibt es Piratensender, die oft die einzige Informationsquelle für die lokale Bevölkerung darstellen. Zudem sind viele Gebiete bis heute noch nicht für Radiowellen „kanalisiert“, weswegen für diese Gebiete überhaupt keine Sendelizenz ausgegeben werden kann. Leider versäumen viele der Radiobesitzer, rechtzeitig eine Lizenz zu beantragen. Da sehr viele kleine Radiosender durch die sehr geringe Menge an Werbung aus dem lokalen Umfeld kaum die laufenden Betriebskosten für die technischen Anlagen finanzieren können, melden manche auch ihr Radio nicht an, um die Gebühren für die Funkfrequenz zu erhalten. Außerdem muss neben der Sendelizenz auch die Verwertungsgesellschaft für Musik APDAYC bezahlt werden – Geld, über das nur wenige der kleinen Lokalsender verfügen.

    Durch schlecht bzw. nicht abgestimmte Frequenzen und Sendestärken wird allerdings manchmal der Empfang legaler Radiostationen beeinträchtigt.

    Quelle: u.a. http://www.cnr.org.pe/noticia.php?id=21974

  • APRODEH etc.

    Bereits zum zweiten Mal in der Amtszeit von Alan García, Präsident Perus, gibt es derzeit eine breite Diskussion über Rechte und Pflichten von Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Nachdem es bereits im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit einer Volksbefragung über die Ansiedlung einer Minengesellschaft in den Bergen der Region Piura (Majaz/Ayabaca) zu Anfeindungen zwischen Staat und NGOs kam, steht dieses Mal die „Asocicación Pro Derechos Humanos“ (dt. Menschenrechtsvereinigung) und deren Vorstand Francisco Soberón im Mittelpunkt.

    Auslöser der Diskussion war eine Entscheidung des Europaparlaments, der europäischen Kommission nicht zu empfehlen, die Guerrilla-/Terrorgruppe „Movimiento Revolucionario Túpac Amaru (MRTA)“ (dt. Revolutionsbewegung Túpac Amaru) in ihre Liste terroristischer Vereinigungen aufzunehmen. Während Konsens über den terroristischen Charakter des MRTA herrscht, stellen einige peruanische Menschenrechtsgruppen das Weiterbestehen des MRTA in Frage. Die peruanischen Behörden, der Sicherheitsapparat und viele peruanische Medien sind vom Weiterbestehen des MRTA überzeugt und erhoffen sich von einer Aufnahme in die Liste terroristischer Vereinigungen Zugriffsmöglichkeiten auf Bankkonten des MRTA, die in Europa vermutet werden. Das Geld auf diesen Konten soll aus Erpressungen und Entführungen stammen.

    Eskalationspunkt zwischen der peruanischen Regierung und APRODEH war ein Brief, den die Menschenrechtsgruppe an Abgeordnete des Europaparlaments versand hatte. In diesem Brief wurde die Existenz des MRTA angezweifelt, nachdem die Köpfe der Terrorgruppe bereits seit Jahren im Gefängnis sitzen. APRODEH fürchtete deshalb, dass der Staat fiktive ideologische Verbindungen zwischen MRTA und APRODEH konstruieren könnte, um Menschenrechtsaktivisten unter dem Vorwand des Terrorismus einzuschüchtern. Seit der Entscheidung des Europaparlaments tobt nun ein heftig geführter Streit. Präsident Alan García bezeichnete den Vorsitzenden von APRODEH gar als Vaterlandsverräter – ein Vorwurf, auf den unter bestimmten Umständen in Peru sogar die Todesstrafe steht. Zudem wurde die für die Kontrolle von Nichtregierungsorganisationen zuständige Behörde angewiesen, die Geldgeber und -quellen von APRODEH genau unter die Lupe zu nehmen.

    Quelle: CNR, ANDINA, APRODEH

  • Caclic: Ort der brechenden Brücken.


    Puente Caclic. Foto: Reina de la Selva.Anfang des Jahres stürzte die Brücke unterhalb des Wasserkraftwerkes von Caclic ein, als sie von einem Lastwagen überquert wurde. Mehrere Menschen mussten dabei ihr Leben lassen. Große Teile der Provinz Luya waren nur über diese Brücke erreichbar, seit dem Einsturz kann man z.B. die Provinzhauptstadt Lamud nicht per Auto erreichen. Pikant: Es ist nicht das erste Mal, dass an dieser Stelle eine Brücke einstürzt und damit Menschen in den Tod reißt. Überhaupt wurde die letzte Brücke vor rund 15 Jahren nur als Provisorium gebaut. Der Journalist Manuel Cabañas López hat sich nun mit der Geschichte der Brücken von Caclic beschäftigt.

     Foto: Don Mario Reina, hijo del primer fotógrafo con que contó Chachapoyas.

    Bis 1934 verbanden Chachapoyas und Luya nur schmale Pfade und Furten, über den Utcubamba-Fluss gab es eine Hängebrücke. Dutzende Menschen sollen wegen der abenteuerlichen Konstruktion dieser Brücken ihr Leben gelassen haben. Unter der Planung von Ingenieur Saco Vertiz, zu jener Zeit Vorsitzender der Straßenbaubehörde, wurde eine Steinbrücke gebaut. Als Material wurden Steine aus der Nähe des Bauplatzes verwendet. Die Bauzeit betrug 14 Monate, die Brücke selbst hielt keine 10 Jahre, was Cabañas López auf den instabilen Untergrund zurückführt. Angeblich sackten Teile der Brücke ab, wodurch sie Stück für Stück auseinander fiel.

    Einige Zeit nach dem Einsturz wurde eine Bailey-Behelfsbrücke errichtet. Vor rund 17 Jahren stürzte auch diese ein, wie bei der letzten Brücke ebenfalls, als ein Lastwagen sie überquerte. Auch damals wurden mehrere Personen mitgerissen und starben.

    Im Moment wird in Caclic eine neue Brücke des Bailey-Typs errichtet.

  • Neues Album von ILLAREK

    Volkloregruppe Illarek

    Nach dem großen Erfolg mit ihrem ersten Album mit pop-/rockiger Folkloremusik wird die Gruppe aus dem Jirón Junin in Chachapoyas demnächst ihr neues Album vorstellen.

    Auch das neue Album ist von ruhigen Baladen mit eingängigen Melodien geprägt. Mal schauen, ob wieder ein Hit vom Kaliber des „Chachapoyas Soy“ wie auf dem letzten Album dabei ist. Nach ihrer Tour durch Amazonas war es eine Weile ruhig geworden um die jungen Künstler. Das soll sich nun mit der neuen CD ändern.

    Im Rahmen des Fernsehprogramms „Lo nuestro con Cecilia“ im Staatsfernsehen „TV Peru“ präsentierten sie vorab das Lied „Chachapoyana“, in dem verschiedene Traditionen des Südens von Amazonas besungen werden (einige davon: www.naimad.de/chachapoyas/folklore.html). Nach insiderinformationen heißt ein anderes Lied „Tributo a Kuelap“ und beschreibt Architektur und Geschichte der historischen Festung.

    Mehr noch als im letzten Album wird dabei auf traditionelle Instrumente wie Charrango, Quenas und natürlich Panflöten gesetzt, während das Schlagzeug dezent im Hintergrund bleibt.

    Hörprobe „chachapoyana“

  • Hepatitis B-Impfkampagne

    Ausschnitt des Logos des Gesundheitsministeriums.Laut der regionalen Gesundheitsbehörde (Diresa) wurden im Rahmen einer Kampagne zur Impfung gegen Hepatitis B allein in Amazonas um die 104 000 Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 19 Jahren geimpft. Bis zum Ende der Kampagne am 31. April sollen es 183 000 sein. Die meisten wurden im Rahmen einer „Schulimpfung“ in ihrer Schule geimpft. Im Juni bzw. im Oktober wird dann die zweite bzw. dritte Impfung verabreicht.

    Bereits im letzten Jahr gab es eine recht erfolgreiche Massenimpfung gegen Gelbfieber, an der aber alle BürgerInnen teilnehmen konnten.

    Die ganze Kampagne hat übrigens auch noch einen Namen:

    “Carlos Gabriel García Pérez”

    So hieß nämlich der kleine Bruder vom Alan García Pérez und der ist ja Präsident. Weit hergeholt ist das aber nicht: Carlos García Pérez starb an Hepatitis B.