• Oscar López López: Folklorelegende "Patito de Amazonas" gestorben

    httpv://www.youtube.com/watch?v=gU9_TrAj-dI

    Der als „Patito de Amazonas“ bekannte Folkloresänger und -komponist Oscar López López ist tot. Wie Radio Activa aus Chachapoyas in der Nachrichtensendung „Red Informativa Regional“ berichtet, verstarb er im Teilort Miraflores des Distriktes Huambo (Prov. Rodriguez de Mendoza). Die Todesursache ist noch unklar.

    Die Texte der Lieder von Oscar López  López hatten meist einen Bezug zur Region Amazonas, deren Schönheit er immer wieder besang. Besonders in den jüngeren Produktionen thematisierte er auch aktuelle Probleme der peruanischen Gesellschaft. Sein letztes Werk war ein Lied über die schweren Zusammenstöße zwischen Indígena und der Polizei Anfang Juni diesen Jahres bei Bagua.

    Schon von Kind auf hatte Oscar López López die Melodien und Rythmen des traditionellen Huayno, des Bolero, der Polka und der Cumbia San Juanera verinnerlicht und hauchte ihnen mit seinen Liedern immer wieder neues Leben ein. Seine künstlerische Laufbahn führte ihn unter anderem auch nach Spanien und in die USA.

    httpv://www.youtube.com/watch?v=C60dDk8zVyw

  • Peru entschuldigt sich bei Afroperuanern

    Asociación Pro Derechos Humanos APRODEH.
    Asociación Pro Derechos Humanos APRODEH.

    In einer, wie die amtliche Agentur ANDINA vorsorglich vermeldete, „historischen“ Zeremonie bat der peruanische Präsident Alan García heute alle Peruaner mit afrikanischen Wurzeln, die sogenannten „Afroperuanos“ um Vergebung. Das peruanische Frauen- und Sozialministerium Mimdes hatte vor wenigen Tagen entschieden, „um Vergebung für die Ausbeutung, Ausgrenzung und Diskriminierung der afroperuanischen Bevölkerung“ zu bitten, die diese seit der Kolonialzeit bis heute erlitten habe. Dafür versprach der Präsident heute „öffentliche Genugtuung“.

    Menschenrechtsorganisationen erklärten, die Bitte um Vergebung sei ein wichtiger Schritt zur Versöhnung. „Nie zuvor hat der peruanische Staat seine Verantwortung gegenüber dem [Kampf gegen den] Rassismus ernst genommen, offiziell hatte man nicht mal die Existenz von Rassismus zugegeben“, so Wilfredo Ardito von der Menschenrechtsorganisation APRODEH. Das sei aber nicht genug. Der Schritt müsse sich in Zukunft auch in der Politik wiederspiegeln, so Ardito.

    Die Zeremonie fand im Speisesaal des Präsidentenpalastes in Lima statt.

  • Justizminister: Auf jeden Gefängnisplatz kommen fast 2 Gefangene / Kommendes Jahr erstes Privatgefängnis

    Eingang zum Gefängnis in Huancas (Chachapoyas/Amazonas). Foto: D. Raiser
    Eingang zum Gefängnis in Huancas (Chachapoyas / Amazonas). Foto: D. Raiser

    In Peru sitzen derzeit rund 45.000 Gefangene im Gefängnis ein, wobei die Gefängnisse eigentlich nur für rund 25.000 Gefangene eingerichtet sind. Jeder zweite peruanische Häftling sitzt in einem Gefängnis in Lima. Diese Zahlen gab der peruanische Justizminister Aurelio Pastor bekannt. Der als Hardliner bekannte Politiker der Regierungspartei Apra erklärte zudem, im kommenden Jahr werde man die „elektronische Fußfessel“ einführen, um der Überfüllung der Gefängnisse vorzubeugen.

    Derzeit ist das peruanische Justizministerium dabei, verschiedene Dienstleistungen im Gefängnisbereich „auszulagern“, darunter beispielsweise die Verpflegung und die Überwachung. Weiters sollen in den kommenden Jahren privat geführte Gefängnisse entstehen. „Die Regierung hat nicht vor, bereits bestehenden Haftvollzugsanstalten zu privatisieren“, so Pastor gegenüber der Agentur ANDINA. Dennoch soll bereits im kommenden Jahr in Huacho mit dem Bau des ersten privaten Gefängnis begonnen werden.

    In Peru kommt es immer wieder zu Aufständen in den meist überbelegten Gefängnissen.

  • UNAT-A: Universität Chachapoyas bekommt endgültige Genehmigung

    UNAT Amazonas - Universität Chachapoyas. Foto: D. Raiser
    UNAT Amazonas – Universität Chachapoyas. Foto: D. Raiser

    In einem für die gesamte Region Amazonas historischen Akt wird Morgen die Universidad Nacional Toribio Rodriguez de Mendoza de Amazonas (Unat-A) in Chachapoyas endgültig ihre Betriebserlaubnis bekommen. Bereits Anfang des Jahrzehnts war die Universität gegründet worden, konnte bisher aber nicht eigenständig agieren, da alle Entscheidungen vom peruanischen Rat für den Universitätsbetrieb CONAFU abgesegnet werden mussten.

    Vergangene Woche waren in der Universität erstmals ein Rektor, die Dekane, die Fakultätsräte und die Studierendenvertreter der verschiedenen Ebenen gewählt worden. Damit war der letzte Schritt für die Institutionalisierung getan.

    Der Weg zur endgültigen Anerkennung als Universität war aber kein leichter. Wiederholt kam es zu Korruptionsskandalen und bis heute ungeklärten Diebstählen aus Räumen, zu denen -nach Angaben der jeweiligen vorrübergehenden Universitätsleitung- nur Mitarbeiter Zugang hatten. Mehrfach mussten Angehörige und Vorsitzende der vorrübergehenden Universitätsleitung zurücktreten oder wurden versetzt, zuletzt im Juni diesen Jahres, nachdem tausende Studierende der Universität ihren Rücktritt herbeiprotestiert hatten.

    Insgesamt sieben Stufen muss eine Universität in Peru für gewöhnlich nehmen, um eine endgültige Betriebserlaubnis zu bekommen. Dazu gehört neben der Besetzung der wichtigsten Ämter auch der Bau oder Kauf der Räumlichkeiten beispielsweise für die Verwaltung, Labors, Hörsääle und Seminarräume und die Bibliothek. Besonders letzteres war für die UNAT bis zum Schluss ein großes Problem: Die Bauarbeiten für die Bibliothek wurde erst verspätet abgeschlossen.

    In der Region Amazonas sind mit der Universitätsgründung große Hoffnungen verbunden. Derzeit wird an der UNAT-Amazonas in den Fächern Tourismusmanagement, Agrarindustrieingenieurswesen, Krankenpflege und Grundschullehramt gelehrt und geforscht. In Zukunft sollen weitere Fachbereiche hinzukommen.

  • Motupe / Lambayeque: Straßenräuber überfallen Bus / Polizei fasst Tatverdächtige

    Nur eine halbe Stunde nach dem Überfall auf einen mit 50 Passagieren besetzten Überlandbus im nordwestperuanischen Distrikt Motupe konnte die Polizei fünf Tatverdächtige festnehmen. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA.

    Nach Angaben der Polizei hatten fünf Personen heute gegen 3 Uhr Morgens (Ortszeit) am Streckenkilometer 61 der Panamericana Norte den Reisebus des Fuhrunternehmens Transcade überfallen, der von Bagua (Region Amazonas) nach Chiclayo unterwegs war. Sie blockierten die Straße mit Steinen und Gestrüpp und zwangen so den Fahrer zum Anhalten.

    Als der Bus die Kontrollstelle Motupe nicht zur gewohnten Uhrzeit passierte, machte sich nach Angaben der Polizei eine Streife auf den Weg und fand den ausgeraubten Bus. Innerhalb von 30 Minuten wurden in der Umgebung fünf Personen dingfest gemacht, die des Raubes dringend tatverdächtig sind.

  • Peruanisches Parlament beschließt Stichwahl für Regionalpräsidenten

    Der peruanische Kongress (Congreso de la República). Foto: D. Raiser
    Der peruanische Kongress (Congreso de la República). Foto: D. Raiser

    Sollte bei der Wahl zum Regionalpräsidenten in einer der 25 peruanischen Regionen in Zukunft kein Kandidat mehr als 30% der gültigen Stimmen bekommen, ist künftig eine Stichwahl notwendig. Das hat der peruanische Kongress beschlossen. Die Befürworter erhoffen sich von der neuen Regelung eine höhere Repräsentativität der Regionalpräsidenten. Bisher waren wiederholt Kandidaten mit weniger als 30% der gültigen Stimmen zu Regionalpräsidenten geworden. In der nun eingeführten Stichwahl, die höchstens 30 Tage nach der ersten Wahlrunde durchgeführt werden muss, treten die beiden Kandidaten gegeneinander an, die in der ersten Runde die höchsten Stimmanteile bekommen. Dort reicht dann die einfache Mehrheit der gültigen Stimmen aus.

    Kritiker bemängeln, man habe die Regionalregierungen bei der Entscheidung völlig übergangen. Wenn, dann solle man auch für Kongress- und Bürgermeisterwahlen eine Stichwahl einführen, forderte Hugo Ordóñez, derzeit Vorsitzender der Versammlung der Regionalregierungen. Zudem sei es seltsam, dass die „Spielregeln“ während des Wahlkampfes geändert würden, so Ordóñez. Bereits im kommenden Jahr werden in Peru die Regionalpräsidenten neu gewählt.

    Der peruanische Kongress, Innenansicht. Foto: D. Raiser
    Der peruanische Kongress, Innenansicht. Foto: D. Raiser

    Auch der ehemalige Direktor der peruanischen Wahlbehörde ONPE, Fernando Tuesta, sprach sich dafür aus, die Gesetzesänderung noch einmal zu überdenken. Eine zweite Wahlrunde würde nur unnötige Kosten verursachen und dabei keine besseren Kandidaten hervorbringen, so Tuesta.

    64 Abgeordnete im peruanischen Kongress hatten für die Gesetzesänderung gestimmt. Es gab 28 Gegenstimmen und 11 Enthaltungen.

  • Chepén / La Libertad: Radio für alle von Menschen mit Behinderung

    Logo JRStereo (Chepén). Radio für "Menschen mit anderen Fähigkeiten". Bild: JR Stereo.
    Logo JRStereo (Chepén). Radio für "Menschen mit anderen Fähigkeiten". Bild: JR Stereo.

    Eine ganz besondere Einrichtung gibt es in Chepén in der peruanischen Region La Libertad. Eine Gruppe von Menschen mit Behinderung schloss sich zusammen und beschloss 2003, einen Radiosender aufzubauen, der für alle gemacht wird, dessen Mitarbeiter aber etwas gemeinsam haben: Sie sind Menschen mit „anderen Fertigkeiten“ (habilidades diferentes), wie sie es selbst ausdrücken. Die meisten sitzen im Rollstuhl, andere sind blind, aber am Radio hört man das sowieso nicht. Aus einem kleinen Studio in Chepén senden sie Tag für Tag Unterhaltungs- und Musikprogramme, die von Informationen umrahmt werden, durch die Chepén und das ganze Gequetepeque-Tal für die alltäglichen Probleme von Menschen mit Behinderung sensibilisiert werden soll. Aber nicht nur das, auch praktische Tipps für den Alltag werden verbreitet, wie Jose Romero Revilla, Hörfunkjournalist und Mitbegründer des unter dem Namen JRStereo aktiven Senders, gegenüber dem CHACHABLOG erklärt. Derzeit bereite man eine kleine Weihnachtsfeier vor, mit heisser Schokolade und natürlich dem obligatorischen Weihnachts-Panetón. Selbstverständlich für alle mit und ohne „andere Fähigkeiten“.

    Hinweis:

    In Chepén sendet JRStereo nach eigenen Angaben auf der 97.1 FM.

  • Peru bleibt größter Silberproduzent weltweit

    Kein anderes Land der Welt fördert mehr Silber als Peru. Das gab heute das peruanische Energie- und Berbauministerium MEM bekannt. Bei der Zinkproduktion liege man auf dem zweiten Platz, so das Ministerium.

  • Ricardo Uceda: Todesschwadronen gegen Verbrecher

    Viel Aufsehen erregt derzeit in Peru ein Artikel des investigativen Journalisten Ricardo Uceda. Der Journalist, der mit seinen Recherchen und Büchern über die Gräueltaten des Fujimori-Regimes und dessen Geheimdienst SIN („Muerte en el Pentagonito“) bekannt wurde, schrieb in der peruanischen Ausgabe der Zeitschrift „Poder 360°“ einen Artikel über eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Verbrechern, die bei Polizeieinsätzen im nordwestperuanischen Trujillo ums Leben kamen.

    Uceda zufolge kamen in Trujillo 2007 und 2008 mindestens 46 Verbrecher durch Waffen der Polizei ums Leben. Vor 2007 dagegen gab es nur sehr wenige Fälle dieser Art. Im Jahr 2007 war mit dem Dekret DL 982 der Polizei und den Streitkräften Straffreiheit für „Verletzung oder Tod“ eingeräumt worden, die bei der „Ausführung ihrer Aufgaben verursacht werden.“ Der Journalist sieht darin einen klaren Hinweis auf die Existenz von „Todesschwadronen“, die gezielt Verbrecher ohne Prozess hinrichten. Der peruanische Premier Javier Velásquez Quesquén verwies das Thema gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur ANDINA ins Land der „Phantasie oppositioneller Sektoren“.

    Schon vor einiger Zeit berichteten peruanische Medien von mehreren Schutzgeldmafias in Trujillo, die von Geschäftsleuten jeder Art – inklusive Taxi- und Motorikschafahrer – eine gewisse Summe monatlich verlangt. Der Reportage Ucedas zufolge, hatten deshalb Polizisten Geschäftsleute um eine gewisse „Kolaboration“ gebeten, um im Gegenzug das „Sicherheitsproblem“ zu lösen. Nach offiziellen Polizeiberichten sei es in der folgenden Zeit häufiger zu Schusswechseln zwischen Verbrechern und der Polizei gekommen – die für die angeblich angreifenden Verbrecher dann meist tödlich endete. In mehreren Fällen nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf, die sie aber – unter Verweis auf DL982 schon bald wieder einstellen musste. Uceda schreibt von zahlreichen Zeugenaussagen, in Wirklichkeit seien die angeblichen und mutmaßlichen Verbrecher nicht auf frischer Tat ertappt worden, sondern von zu Hause oder von der Arbeit entführt und dann hingerichtet worden. Das von den Geschäftsleuten gesammelte Geld habe dann dazu gedient, den „Tatort“ entsprechend herzurichten.

    Für den Polizeikommandanten Elidio Espinoza, den Uceda für den Kopf des Todesschwadrons hält, hat die peruanische Staatsanwaltschaft inzwischen eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert.

    Einen der Fälle, die Uceda dokumentierte ist der des als „Loco Álex“ (verrückter Alex) bekannten Alexander Fernández Bazán, in den Elidio Espinoza, sowie fünf weitere Polizisten verwickelt sein sollen. Offiziellen Angaben der Nationalpolizei PNP sei „Loco Álex“ gestorben, als er sich gemeinsam mit zwei weiteren Verbrechern eine Schießerei mit der Polizei geliefert hat. Bei der anschließenden Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft sagte ein Zeuge aus, er sei zum angeblichen Zeitpunkt der angeblichen Schießerei im Haus von „Loco Álex“ gewesen – dieser habe sich gerade geduscht, als die Polizei in die Wohnung gestürmt sei um ihn mitzunehmen. Nur wenige Stunden später sei er in ein Krankenhaus eingeliefert worden – mit gebrochenen und abgeschnittenen Fingern.

    Noch streitet die peruanische Regierung ab, es gebe „Todesschwadrone“, die Verbrecher ohne Prozess hinrichten. Der erste politische Kopf wird aber wohl bald Rollen. Der derzeitige Innenminister war früher einmal Polizeichef in Trujillo.

  • Trotz Finanzkrise: Arme peruanische Regionen nehmen mehr Steuern ein

    Besonders einige der ärmsten Regionen Perus haben trotz der internationalen Finanzkrise bis Oktober diesen Jahres mehr Steuern eingenommen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das meldet das Institut für Wirtschaftsforschung der peruanischen Handelskammer Perucamaras unter Berufung auf Daten, die von der peruanischen Steuerbehörde SUNAT veröffentlicht wurden. So lagen beispielsweise die Steuereinnahmen der Region Amazonas 35.5% höher als noch im vergangenen Oktober. Auch die südperuanische Region Puno konnte einen Zuwachs von 29.7% verzeichnen und auch die derzeit von Protesten verunsicherte Region Moquegua hat um 24.2% zugelegt. Nennenswerte Sprünge konnten aber auch Huánuco (17.3%), Madre de Dios (7.2%), Huancavelica (6%), Ayacucho (5.5%) und Lambayeque (4.8%) verzeichnen.

    In 12 weiteren Regionen gingen die Steuereinnahmen allerdings zurück. Besonders hart traf es die Regionen Ancash (-49.6%), Cusco (-45.1%), Ica (-37.5%), Pasco (-37%), Arequipa (-32.5%) und Piura (-24.3%), aber auch Tacna (-18.8%), Loreto (-15.7%), Tumbes (-10.7%) und Junín (-5.6%) hatten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen erheblichen Rückgang zu verzeichnen.

    Peru in Zahlen und Statistiken. INFOAMAZONAS-Spezial.Dieser Beitrag ist Teil des INFOAMAZONAS-Spezial Peru in Zahlen und Statistiken. Hinweise und weitere Informationen finden Sie dort.