• Produktionsministerin Aráoz wechselt ins Finanzministerium

    Schon kurz nach der Bekanntgabe des Rücktritts des peruanischen Wirtschafts- und Finanzministers Luis Carranza vereidigte der peruanische Präsident Alan García gestern Abend die bisherige Produktionsministerin Mercedes Aráoz als dessen Nachfolgerin. Mercedes Aráoz hat unter anderem als Außenhandels- und Tourismusministeriun maßgeblich an dem Freihandelsabkommen Perus mit den Vereinigten Staaten von Amerika (TLC) mitgewirkt und gilt als neoliberal. Zuletzt stand sie wegen ihrer Haltung zum Bagua-Konflikt in der Kritik. Bis zum letzten Moment hatte sie darauf beharrt, mehrere Gesetzesdekrete, gegen die tausende Indígena und Mestizen protestierten, seien für das Freihandelsabkommen unverzichtbar. Die Rücknahme der Dekrete nur wenige Tage nach den Zusammenstößen zwischen Indígena und der Polizei im peruanischen Bagua zeigte schließlich das Gegenteil.

    Mercedes R. Aráoz Fernández studierte Ökonomie an der Universidad del Pacífico (Lima), anschließend kam noch ein Master und ein Doktorat im selben Fach an der Universität Miami hinzu. Zudem belegte sie wiederholt hohe Plätze bei Wahlen zur „schönsten Politikerin der Welt“.

    Sie ist die erste Frau, die das peruanische Finanzministerium übernimmt und gleichzeitig die dritte Person, die während dieser Regierungszeit Garcías das Amt innehat.

  • Nach Beschlagnahmung im Zirkus: Zoo Lima bekommt Tiger und Löwen

    Löwe im "parque de las leyendas", Lima. Foto: D. Raiser.
    Löwe im „parque de las leyendas“, Lima. Foto: D. Raiser.

    Der Zoo der peruanischen Hauptstadt Lima, „parque de las leyendas“, bekommt 3 Löwen und 3 Tiger. Diese waren vor wenigen Tagen von Beamten des peruanischen Landwirtschaftsministeriums in einem Zirkus beschlagnahmt worden. Zuvor hatte der Zirkusdirektor des Zirkus „Safari“ die Rückgabe beantragt, die aber vom Ministerium wegen Bedenken hinsichtlich der Behandlung und Unterbringung der Tiere abgelehnt worden war.

  • Nach "weinendem Auge" und "Museum der Erinnerung": Militär will eigene Gedenkstätte

    Der peruanische Verteidigungsminister Rafael Rey hat angekündigt, das peruanische Militär werde eine eigene Gedenkstätte für die Opfer des Terrorismus während der 80er und 90er Jahre errichten. Damit solle auch den Angehörigen der Bürgerwehren, Kleinbauern und Bürgermeistern gedacht werden. Gebaut werden soll die Gedenkstätte von der Vereinigung der Generäle und Admiräle (Adogen) in Jesús María (Lima).

    Der Vorschlag wird von peruanischen Kommentatoren vor allem als Stich gegen die Kommission unter dem Schriftsteller Mario Vargas Llosa gesehen, die derzeit an einem Konzept für ein „Museum der Erinnerung“ für die Terroropfer der 80er und 90er Jahre arbeitet. Verteidigungsminister Rey hatte in den vergangenen Wochen wiederholt die Arbeit der Kommission angegriffen, ohne genau informiert zu sein.

    Bereits seit einigen Jahren besteht eine Gedenkstelle für die Terroropfer: „El ojo que llora“, das weinende Auge. Dort wird sowohl den Opfern der Terrorgruppen MRTA und leuchtender Pfad (Sendero Luminoso) gedacht, als auch den Opfern der Exzessen mancher Militäreinheiten im Kampf gegen die Terrorgruppen. Auf die Gedenkstätte wurden bereits mehrfach Anschläge verübt, zuletzt hatten unbekannte große Teile des „weinenden Auges“ mit orangener Farbe übergossen – der Farbe der Partei des peruanischen Ex-Diktators Alberto Fujimori, sowie dessen Tochter und baldigen Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori.

  • Erdrutsch in Ayacucho und Klimakonferenz in Koppenhagen

    Karrikatur aus "La Republica" (Carlincatura)
    Karrikatur aus "La Republica" (Carlincatura)

    Eigentlich eine Karrikatur. Könnte aber auch ein übermaltes Foto sein. Der Fernsehsprecher sagt aus dem off: „Der Koppenhagen-Gipfel erbrachte ein Abkommen ohne bindende Wirkung, um die Emissionen in den kommenden 25 Jahren zu reduzieren.“ Das schmutzige Wasser spielt auf die Schlammlawine an, die vor wenigen Tagen in der Provinz Huamanga (Ayacucho) niederging und dabei 9 Menschen in den Tod riss.

  • Bagua-Untersuchungsbericht: angekündigt aber nicht präsentiert

    Bereits mehrfach war die Präsentation des Abschlussberichtes der Bagua-Untersuchungskommission angekündigt und wieder verschoben worden. Auch gestern wurde er – entgegen aller Ankündigungen – nicht vorgelegt.

    Nachtrag vom 22.12.
    Wie die Tageszeitung „La Republica“ unter Berufung auf den Indígena-Dachverband AIDESEP berichtet hat die Kommission um einen Aufschub des Veröffentlichungstermins gebeten. Der neue Termin sei demnach der 26. Dezember.

  • Huamanga / Ayacucho: Zahl der Erdrutsch-Toten steigt auf Neun

    Der peruanische Zivilschutz hat die Zahl der Todesopfer der Schlammlawine, die gestern die Provinz Huamanga (Region Ayacucho) schwer getroffen hatte, nach oben korrigiert. Demnach verloren 9 Menschen ihr Leben. Mindestens 9 Wohnhäuser wurden vollständig, mehr als hundert weitere teilweise zerstört. Auch Büros der Regionalregierung sind betroffen. Mehrere Fahrzeuge wurden unter den Schlamm- und Steinmassen begraben. Viele Straßen sind noch immer unter einer 80cm hohen Schlammschicht begraben. Mindestens 50% der Wasserversorgung von Ayacucho ist zusammengebrochen, nachdem die Schlamm- und Steinmassen ein zentrales Versorgungsrohr mitgerissen hatten.

    Nach Angaben des Zivilschutzes hatte sich die Schlammlawine gestern gegen 17:20 Uhr Ortszeit vermutlich vom Picota-Berg (cerro Picota) gelößt und war den Jirón San Martín hinunter durch die ganze Stadt gerutscht.

    Ende November waren in der Nachbarprovinz Huanta 3 Menschen ums Leben gekommen, als ein Erdrutsch das Dorf Rosario de Acon unter sich begrub. Unter den Toten waren zwei Kinder im Alter von 5 und 10 Jahren.

    NACHTRAG VOM 18.12.

    Wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA berichtet, stieg die Zahl der Toten auf Neun. Acht davon konnten bereits identifiziert werden.

  • Ab 1.1.2010 peruanische Überlandbusse nur noch mit GPS

    Bis zum 1.1.2010 müssen peruanische Überlandbusse mit einem GPS-Ortungssystem ausgerüstet werden. Dann tritt der letzte Teil der in diesem Jahr geänderten Straßenverkehrsordnung in Kraft, der diese Regel vorsieht. Damit soll die Sicherheit für die Fahrgäste verbessert werden. Über das Ortungssystem kann nicht nur der aktuelle Aufenthaltsort des Busses abgerufen werden – womit außerplanmäßigen Halts z.B. wegen Unfällen oder Überfällen aufgespürt werden können sollen – auch Geschwindigkeistüberschreitungen sollen ermittelt und sanktioniert werden können.

    Nach Angaben der peruanischen Polizei kamen allein in diesem Jahr bis heute bei 1.854 Verkehrsunfällen 733 Menschen ums Leben.

    Ob alle Busunternehmen wirklich das GPS-Gerät einbauen werden und ob durch die Überwachung wirklich die Unfallzahlen sinken, wird das kommende Jahr zeigen.

    Mindestens vier Tote bei Autounfall

    Mindest vier Personen kamen gestern in der Region Huancavelica beim Absturz eines Geländewagens ums Leben. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA. Unter den Toten befinde sich auch der Bürgermeister des Distriktes Anco, Delfín Huarcaya Palante.

    In der Region Puno wurden 5 Polizisten verletzt, nachdem das Polizeiauto mit einem Traktor zusammengestoßen war.

  • Cusco: Incachiriasca-Gletscher schmilzt

    Die Eisdecke des bei Touristen sehr beliebte Incachiriasca-Gletscher in der peruanischen Vilcabamba-Bergkette (Region Cusco) ist in den vergangenen zwei Jahren um 19,9m zurückgegangen. Das berichtet das peruanische Amt für Naturschutzgebiete und Nationalparks Sernanp unter Berufung auf eine Studie, die von Sernanp in Zusammenarbeit mit der zur Nationalen Wasserbehörde ANA gehörenden Gletscherbeobachtungseinheit Huaraz durchgeführt wurde.

    Ziel der Studie war, den Rückgang der Eisdecke seit 2007 zu dokumentieren, um die Anfälligkeit der Gletscher für die Effekte des Klimawandels aufzuzeigen. Die Gletscher der Anden sind der zentrale Wasserspeicher für die dichtbesiedelte peruanische Küstenregion.

  • Huamanga / Ayacucho: Tote nach Schlammlawine

    httpv://www.youtube.com/watch?v=FNZBJJh0oqY

    Vier Männer und zwei Frauen kamen gestern gegen 18:30 Uhr Ortszeit in Huamanga im peruanischen Ayacucho unter einer Schlammlawine ums Leben. Das berichtet der Nachrichtensender RPP. Fünf weitere Personen wurden teils schwer verletzt ins Regionalkrankenhaus von Ayacucho eingeliefern.

    Der Schlammlawine, die dem Nachrichtensender zufolge zahlreiche Straßen verschüttete und mit Wasser füllte, waren 3stündige Regenfälle vorausgegangen. Die Regenfälle hatten zudem das Abwassersystem zum zusammenbrechen gebracht, wodurch zusätzliche Häuser und Geschäfte unter Wasser gesetzt wurden. Mehrere Häuser sind nach Angaben von America Noticias einsturzgefährdet. Zahlreiche Fahrzeuge wurden weggeschwemmt.

    Die Todesopfer wurden inzwischen geborgen.

  • Alto Amazonas / Loreto: Radio Oriente bedroht

    Nach Radio La Voz in Bagua und Radio Horizonte in Chachapoyas sieht sich derzeit die Radiostation Radio Oriente unhaltbaren Vorwürfen ausgesetzt. Eduardo Geovanni Acate Coronel, Geschäftsführer des Radios des Vikariates Yurimaguas in der nordostperuanischen Region Loreto, wird Komplizenschaft in Verbrechen „gegen das Transportwesen, Kommunikation und andere öffentliche Dienstleistungen“ vorgeworfen. Konkret bedeutet das, Geovanni Acate habe im vergangenen Mai und in den ersten Junitagen die Teilnahme an Protesten gutgeheißen. Dessen Anwalt Roberto Pereira erklärte gegenüber dem Radiosenderverbund CNR, selbst wenn Acate diese Meinung geäußert haben sollte, könne er für seine Meinung nicht bestraft werden.

    Der ebenfalls angeklagte Vorsitzende der Lehrergewerkschaft von Alto Amazonas, Gorqui Vásquez Silva, erklärte inzwischen, vor Gericht habe man um allen Preis versucht, ihn dazu zu bringen, Geovanni Acate zu belasten.

    Auch in Alto Amazonas kam es bei den Protesten gegen mehrere Gesetzesdekrete im Mai/Juni 2009 zu Ausschreitungen.

    „Missionare aus Jaén“ verläumdet

    Auch die Jesuiten des Vikariates Jaén waren dieser Tage Opfer einer Verläumdungskampagne. In einer angeblichen Vorabversion des Untersuchungsberichtes über die tragischen Vorkommnisse um die nordperuanische Stadt Bagua am 5. Juni diesen Jahres werden „Missionare aus [dem Vikariat] Jaén“ beschuldigt, die „Gewalt anzuheizen“. Am prominentesten brachte das Thema die wirtschaftsnahe Tageszeitung „El Comercio“ am Dienstag – wo es die halbe Titelseite einnahm. Die Tageszeitung weißt zwar klein am oberen Rand darauf hin, dass es sich um eine Information aus einem „möglichen Vorabbericht“ handelt, aber „viele Leute werden es nur überfliegen und als Tatsache hinnehmen“, so Monseñor Santiago García, Bischof des Vikariates Jaén.

    Nach den Protesten um den 5. Juni 2009 wurde bereits Radio „La Voz“ in Bagua Grande geschlossen. Bereits am Abend des 5. Juni hatten Mitglieder der peruanischen Regierung erklärt, die Radiostation hätte zur Gewalt aufgerufen. Nachdem für eine solche Anschuldigung keine Beweise präsentiert werden konnten, wurden administrative Mängel vorgeschoben, um eine Schließung zu rechtfertigen. Auch bei Radio Horizonte, dem Radio der Diözese Chachapoyas waren angebliche administrative Mängel der offizielle Schließungsgrund. Ein gefährlicher Trend.