• Erdbeben in Ancash

    Ein Erdbeben der Stärke 5,7 auf der Richterskala ließ gestern die Region Ancash zittern. Das Beben, das nach Angaben des peruanischen geologischen Institutes IGP um 15:39:17 Ortszeit seinen Anfang hatte, war auch in Lima, Chosica, Trujillo, Cañete, Chimbote und Huanuco zu Spüren. Das Epizentrum lag 21km Nordöstlich von Caráz (Ancash) in einer Tiefe von 104 Metern. Dem peruanischen Zivilschutz liegen noch keine Berichte über Schäden vor.

  • Ausbruch in Abancay: Peruanische Gefängnisse kommen nicht zur Ruhe

    Gerade erst hat die Intervention des peruanischen Vizejustizministers mitgeholfen, die Geiselnahme im Gefängnis Huancas (Chachapoyas) zu beenden, schon gibt es wieder schlechte Nachrichten für das Gefängnisinstitut INPE. Wie die staatliche Nachrichtenagentur ANDINA berichtet, sind vier Häftlinge aus dem Gefängnis Abancay (Apurímac) geflohen. Dabei wurden zwei Wärter schwer verletzt. Alle vier Ausbrecher saßen wegen Drogenhandels und – schmuggels ein.

    Ersten Ermittlungen zufolge hatte eine Frau an die Tür geklopft, durch den Sehschlitz hatten die Gefängniswärter keine Bedrohung ausmachen können. Im selben Moment begannen zwei Personen die Tür mit Feuerwaffen zu beschießen, wobei das Sicherheitspersonal verletzt wurde, so ANDINA.

    Inzwischen nahm der Vorsitzende des Gefängnisinstitutes INPE, Jorge León Ballén, den Hut. In den kommenden Tagen werde der Vizeadmiral Rafael Aro Araujo seinen Posten übernehmen, erklärte der peruanische Premierminister Javier Velásquez Quesquén.

  • Fujimori-Berufungsprozess: Gericht bestätigt 25 Jahre Haft

    Ein Berufungsgericht hat die 25jährige Haftstrafe gegen den peruanischen Ex-Diktator Alberto Fujimori wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit bestätigt. Das Gericht folgte so der Entscheidung der ersten Instanz, die unter dem Vorsitz von César San Martín nach einem langwierigen Prozess im vergangenen April das Urteil verkündet hatte.

    Fujimori war schuldig befunden worden, für das Massaker an der Universität La Cantuta und in Barrios Altos, sowie für die Entführung des Journalisten Gustavo Gorriti und des Geschäftsmannes Samuel Dyer verantwortlich zu sein.

  • Chachapoyas: Aufstand im Huancas-Gefängnis

    Eingang zum Gefängnis in Huancas (Chachapoyas/Amazonas). Foto: D. Raiser
    Eingang zum Gefängnis in Huancas (Chachapoyas/Amazonas). Foto: D. Raiser

    Bei einem Aufstand im Gefängnis des nordperuanischen Andendorfes Huancas (Provinz Chachapoyas) kamen zwei Insassen ums Leben. Fünf Mitarbeiter des peruanischen Gefängnisinstitutes INPE sind noch immer in der Hand der Aufständischen. Das berichtet Radio Activa.

    Inzwischen erreichte eine Delegation des Justizministeriums Chachapoyas, um vor Ort mit den Geiselnehmern zu verhandeln. Die Gefängnisinsassen wollen mit der Geiselnahme bessere Haftbedingungen erzwingen, insbesondere den Wechsel des INPE-Personals, dem sie Übergriffe auf Gefangene vorwerfen. In der Vergangenheit hatten sich Huancas-Gefangene bereits mehrfach über die Haftbedingungen beschwert, vor allem über unzureichende oder schlechte Verpflegung und die eisige Kälte oberhalb des Huancas-Cañon.

    Das Huancas-Gefängnis war erst vor wenigen Monaten vom Hochsicherheitsgefängnis auf eine niedrigere Sicherheitsstufe herabgesetzt worden. Huancas liegt nördlich der Regionalhauptstadt Chachapoyas auf über 2.500 Metern Höhe.

  • "Baguazo"-Untersuchungsbericht präsentiert

    Fast vier Monate nach ihrer Gründung präsentierte heute die Untersuchungskommission zu den schweren Zusammenstößen zwischen Indígena und der Polizei am vergangenen 5. Juni in der Umgebung der nordperuanischen Stadt Bagua ihren Abschlussbericht. Am 5. Juni waren nach offiziellen Angaben 34 Personen getötet worden, die Mehrzahl davon Polizisten. Vorerst bekamen aber nur Mitglieder der peruanischen Regierung ein Exemplar. Diese wird dann entscheiden, ob der Bericht veröffentlicht wird.

    Derweil wurde die Kritik an der peruanischen Regierung lauter. Obwohl der peruanische Premier Velasquez Quesquén von einem „früchtebringenden Dialog“ gesprochen hatte, waren bei der Übergabe der Berichte heute keine Indígena-Vertreter anwesend. Nicht einmal der Präsident der Untersuchungskommission, Jesús Menacés war anwesend, nach eigenen Angaben war er nicht eingeladen worden.

    Verschiedene Indígena-Organisationen hatten in den Wochen vor dem 5. Juni mit der Besetzung einer Hauptstraße große Teile Nordperus von der Außenwelt abgeschnitten. Sie protestierten damit gegen mehrere Dekrete zur Neuordnung der Flächennutzung, von denen sie befürchteten, Bergbauunternehmen und Holzfäller könnten in die Regionen einfallen, in denen sie schon seit Jahrhunderten leben.

    Im Rahmen der Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens mit den vereinigten Staaten von Amerika hatte der peruanische Kongress mit einer Art Ermächtigungsgesetz der Regierung weitreichende Rechte eingeräumt, per Dekret selbst Gesetze zu erlassen. Die Regierung erließ darauf hin eine Reihe von Gesetzen, die über das Abkommen herausgingen. Viele Peruaner nahmen das als Angriff auf ihre Rechte wahr. Bis zuletzt hatte die Regierung die Gesetze zur Neuordnung der Flächennutzung fälschlicherweise als unverzichtbar für das Freihandelsabkommen dargestellt. Wenige Tage nach den schweren Zusammenstößen kassierte der peruanische Kongress einige der Gesetze wieder ein.

    Auch die Erdölpumpstation 6 in der Nähe von Bagua war bereits seit mehreren Wochen besetzt, zahlreiche Polizisten waren dort von Indígena als Geiseln genommen worden. Als die Indígena von der Räumung der Fernando Belaúnde Terry-Straße erfuhren, töteten und verletzten sie zahlreiche Polizisten.

    Der Bericht wurde von einer Untersuchungskommission verfasst, die aus Vertretern der peruanischen Regierung und verschiedenen Indígena-Organisationen bestand.

    Der Vorsitzende der Untersuchungskommission Jesús Manacés hatte bereits vor der Fertigstellung angekündigt, gemeinsam mit der Ordensschwester Carmen Gómez einen zweiten Untersuchungsbericht zu erstellen. In Peru ist es keine Seltenheit, dass Untersuchungsausschüsse einen Mehrheits- und einen Minderheitsbericht präsentieren.

  • 2010 wird "Jahr der wirtschaftlichen und sozialen Festigung Perus"

    Das Jahr 2010 hat seinen Namen bekommen. Im peruanischen Gesetzesblatt „El Peruano“ ist heute zu lesen, 2010 werde das „Jahr der wirtschaftlichen und sozialen Festigung Perus“. An dem Jahresthema sollen alle Institutionen ihre Leitlinien ausrichten. Damit es auch nicht vergessen wird, ziert es alle Briefköpfe und Dokumente aller staatlichen und mancher privaten Institutionen.

    Das Dekret, das bereits von Präsident Alan García, sowie dessen Premier Javier Velásquez Quesquén und dem Außenminister José Antonio García Belaúnde unterzeichnet wurde, solle -so das Dekret- dabei helfen „die Führungsrolle Perus zu konsolidieren, das hohe Wirtschaftswachstum der letzten Jahre fortsetzen, um die Armut und die extreme Armut im Lande zu reduzieren.“

    Auf peruanischem Spanisch heißt das kurz “Año de la Consolidación Económica y Social del Perú.”

  • Pachitea / Ucayali: Flusspiraten überfallen Amazonas-Kreuzer

    Ein mit mindestens 50 Personen beladenes Schiff wurde am vergangenen Dienstag in der peruanischen Urwaldregion Ucayali von Flusspiraten ausgeraubt. Das berichtet die statliche Nachrichtenagentur ANDINA unter Berufung auf die Nationalpolizei PNP. Die Räuber hatten sich als Fahrgäste des Amazonas-Schiffes „El Pacífico“ getarnt und auf Höhe der als Pachitea bekannten Stelle des Amazonas die mitreisenden mit Waffen bedroht und ausgeraubt. Polizisten des Kommissariates Contamana nahmen die Ermittlungen auf.

  • Zum Beginn der Regenzeit: Zahlreiche Tote bei Busunfällen in Puno und Ica

    Sechs Personen kamen gestern beim Zusammenstoß eines Überlandbusses mit einem Lastwagen in der Provinz Pisco (Region Ica) ums Leben. Das berichtet die Nachrichtenagentur ANDINA. Der Bus des Unternehmens „Soyuz“ war bei Streckenkilometer 235 der südlichen Panamericana mit dem Düngemitteltransporter frontal kollidiert.
    15 weitere Verletzte wurden in nahegelegene Krankenhäuser gebracht. Die Straße wurde für mehrere Stunden gesperrt.

    Puno: Bus stürzt in die Tiefe

    Noch keine offiziellen Opferzahlen sind von dem Absturz eines Reisebusses des Unternehmens „Perla del Sur“ in San Juan del Oro (Sandia / Region Puno) bekannt. Nach Angaben der Polizei war der Bus gestern gegen 14:30 von der Straße abgekommen, den Hang hinabgerollt und in einem Fluss liegengeblieben. Lokale Radiosender sprechen von mehr als 10 Toten.

  • Chumbivilcas / Cusco: 42 Tote bei Busunfall

    42 Tote und 26 Verletzte hinterließ nach Angaben der peruanischen Nationalpolizei der Absturz eines Busses des Unternehmens „Grupo Lindo“ in der Provinz Chumbivilcas (Cusco).

    Der Unfall ereignete sich gestern gegen 5:30 Uhr am Streckenkilometer 70 der Straße Expinar – Santo Tomás in der Nähe von Chilli-Ororoya, als der Busfahrer aus noch nicht geklärten Gründen die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Der Bus stürzte mehrere hundert Meter den Hang hinab.

    Die Verletzten wurden sofort auf umliegende Krankenhäuser verteilt. Ein Verletzter starb noch auf dem Weg zum Krankenhaus.

  • 2009: Ein schlechtes Jahr für die Pressefreiheit

    180 Angriffe auf Journalisten verzeichnete das Menschenrechtsbüro des peruanische Journalistenverband ANP in diesem Jahr, das bedeutet, dass durchschnittlich jeden zweiten Tag ein Journalist während seiner Arbeit angegriffen wurde. In 68 Fällen handelte es sich um physische und Verbale Angriffe, in 34 Fällen wurde über die Justiz versucht, Druck auszuüben. In 29 Fällen kam es zu ernstzunehmenden Drohungen.

    Hinzukommen 23 Fälle von Behinderung bei der Arbeit, 8 unrechtmäßige Festnahmen, zwei Entführungen, sowie mehrmalige Beschädigungen des Eigentums und Erpressung.

    In der Mehrzahl der Fälle gingen die Angriffe von Zivilpersonen aus, gefolgt von Staatsangestellten und Polizisten/Militärs/Wachleuten. In 21 Fällen konnte der Angreifer nicht identifiziert werden.

    Örtlich sind vor allem Lima (20), Maynas (17), Alto Amazonas (15), Cajamarca (11), El Santa (9), Leoncio Prado und Abancay (8), sowie Bagua Grande/Utcubamba (7) betroffen. Bagua Grande/Utcubamba wird auch an anderer Stelle hervorgehoben. So wird ausdrücklich der Fall von Radio La Voz genannt, das im vergangenen Juni geschlossen worden war. „Mit dem Ziel einen unbequemen Zeugen der Geschehnisse an der so genannten „Teufelskurve“ zum Schweigen zu bringen, hat das Transport- und Kommunikationsministerium mit vorgeschobenen Technischen Argumenten die Sendelizenz zurückgezogen“, so das Menschenrechtsbüro. Auch der Fall des Hörfunkjournalisten Julio Vásquez von Radio Cutivalú (Piura) erregte Aufsehen. Er erhielt Morddrohungen, nachdem er über Folterungen im Bergbaucamp Majaz (heute Río Blanco) berichtet hatte. Luis Rivas von der Tageszeitung La República wurde von einer Kugel im rechten Bein getroffen, als er über die Räumung des Schutzgebietes „Bosque de Pómac“ berichtete.

    Überhaupt waren Radiojournalisten in diesem Jahr besonders betroffen. 75 Angriffe auf diese wurden verzeichnet, daneben 60 gegen Fernsehjournalisten und 45 gegen Printjournalisten.

    Obwohl in Peru nicht weniger Journalisten ermordet werden wie in Mexiko und Kolumbien, stuft das Menschenrechtsbüro der ANP Peru als ein „für Journalisten unsicheres Land“ ein.

    Bisher gab es 2009 in ganz Lateinamerika 31 Morde an Journalisten.